# Elektrik nach Wasserschaden: Reparieren, prüfen, neu planen

> Wer die Elektroinstallation nach einem Wasserschaden reparieren darf, warum vollständig geprüft wird, was getauscht wird und was beim Wiederaufbau zu beachten ist.

Adresse: https://www.stmb24.de/schadenwissen/ausbau/elektrik-nach-wasserschaden-reparieren-pruefen-planen
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

Die Antwort in Kürze

Nach einem Wasserschaden geht die Elektroinstallation erst nach einer vollständigen Prüfung durch eine Elektrofachkraft wieder in Betrieb, nach den Hinweisen der HEA abschnittsweise, Raum für Raum oder Stockwerk für Stockwerk.[1] Eine ordnungsgemäß errichtete Anlage verliert durch die Reparatur nach dem Fachmagazin Elektropraktiker nicht ihren Bestandsschutz, die geänderten Teile müssen aber den heute geltenden Normen entsprechen.[2] Errichten, erweitern und ändern dürfen die Anlage außer dem Netzbetreiber nur eingetragene Installationsunternehmen.[3]

## Vor dem Betreten den Strom an der Sicherung abschalten

Läuft Wasser in Räume mit elektrischen Leitungen, wird der Strom an der Sicherung im Sicherungskasten abgeschaltet. Ein Lichtschalter schaltet nur die Leuchte, die übrigen Leitungen und Steckdosen bleiben unter Spannung. Abschalten darf nur, wer den Sicherungskasten auf trockenem Boden erreicht und dieser selbst trocken ist, im Zweifel werden alle Stromkreise abgeschaltet. Steht der Sicherungskasten im Wasser oder ist er nass geworden, betritt niemand den Raum, und Sie rufen die Feuerwehr oder den örtlichen Netzbetreiber. Steigt das [Wasser im Keller](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/wasser-im-keller-was-sofort-tun) noch, betritt ihn niemand.

Bei Hochwasser ist der Aufenthalt im Keller nach dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe lebensgefährlich, und das Amt erinnert an die Gefahr eines Stromschlags.[4] Wo Räume volllaufen können, werden elektrische Geräte und Heizungen nach seinem Ratgeber abgeschaltet, wenn nötig der gesamte Strom über die Sicherungen.[4] Der Netzanschluss endet nach der Niederspannungsanschlussverordnung mit der Hausanschlusssicherung und gehört zu den Betriebsanlagen des Netzbetreibers, nur dieser trennt ihn ab, und der Anschlussnehmer selbst darf nicht auf ihn einwirken.[3] Jede Beschädigung des Netzanschlusses, etwa ein Schaden an der Hausanschlusssicherung, ist dem Netzbetreiber unverzüglich mitzuteilen.[3]

## Wer an die Anlage darf

Für die elektrische Anlage hinter der Hausanschlusssicherung ist nach der Niederspannungsanschlussverordnung der Anschlussnehmer gegenüber dem Netzbetreiber verantwortlich, und das bleibt so, wenn er die Anlage vermietet oder anderen zur Benutzung überlassen hat.[3] Errichtet, erweitert und geändert werden darf sie außer durch den Netzbetreiber nur durch ein Installationsunternehmen, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.[3]

Für reine Instandhaltungsarbeiten gilt diese Pflicht nach der Verordnung nicht, mit einer Ausnahme: Zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung, einschließlich der Messeinrichtung selbst, bleibt sie bestehen.[3] Verwendet werden dürfen nur Materialien und Geräte, die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik hergestellt sind, und vermutet wird das bei vorgeschriebener CE-Kennzeichnung oder, wo diese nicht vorgeschrieben ist, bei einem Zeichen wie dem VDE- oder GS-Zeichen.[3]

## Vollständig prüfen, nicht stichprobenartig

Eine [Wiederholungsprüfung](https://www.stmb24.de/schadenwissen/beruf/gesellenpruefung-nicht-bestanden-wiederholung-verlaengerung) geht davon aus, dass eine Anlage, die in Betrieb ist, im Wesentlichen in Ordnung ist. Bei einer Anlage, die durch Wasser beschädigt wurde, kann nach einer Leseranfrage im Elektropraktiker dagegen alles defekt sein, und sie muss vollständig geprüft werden.[2] Jede Anschlussstelle und jede Steckdose gehört in die Besichtigung, Stichproben bei Teilen, die in der Anlage bleiben sollen, reichen nach dem Fachbeitrag nicht aus.[2]

Gemessen wird der Isolationswiderstand jeder Leitungsstrecke, soweit möglich auch der Adern gegeneinander und der ortsfesten Geräte.[2] Der Beitrag erinnert daran, dass in Leitungsrohren noch Wasser stehen kann, wenn das Gebäude oberflächlich schon trocken ist, und dass sich Folgen der Feuchte erst nach der Prüfung zeigen können.[2] Vor der Wiederinbetriebnahme empfiehlt er darum eine zweite Besichtigung mit Vergleichsmessungen.[2] Ergänzend rät er festzustellen, ob Außenleiter und PEN-Leiter Ableit- oder Fehlerströme führen, und den Widerstand der Leiter über die Klemmverbindungen hinweg zu ermitteln, um defekte Klemmstellen zu finden.[2] Bei einem [Hochwasserschaden](https://www.stmb24.de/themen/hochwasserschaden) steht in Dosen und Leitungsrohren oft Schlamm, der vor jeder Messung heraus muss.

Ein Prüfprotokoll soll nach den Hinweisen der HEA den Zustand der Installation nach ihrer Wiederherstellung festhalten.[1] Die Überprüfung von Hausanschlusskasten und Stromzähler wird beim Energieversorger beantragt.[1] Durchnässte Haushalts- und Installationsgeräte dürfen ohne vorherige [Trocknung](https://www.stmb24.de/trocknung), Reinigung und Prüfung nicht eingeschaltet werden, und Haushaltsgeräte werden nach DIN VDE 0701-0702 gemessen und erprobt.[1] Alle relevanten Prüfungen der Installation umfasst nach der HEA der E-Check des Elektrohandwerks, Auskunft geben die örtliche Elektroinnung und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.[1]

## Was getauscht wird

- nass gewordene Leitungsschutz- und Fehlerstrom-Schutzschalter, weil ihr definiertes und geprüftes Schutzverhalten nach Wasser und Schmutz nicht mehr gegeben ist[1]
- Verteiler und Installationsgeräte der Schutzklasse II, bei denen sich nicht nachweisen lässt, dass sie die Anforderungen dieser Schutzklasse noch einhalten, denn bloßes Reinigen reicht hier im Allgemeinen nicht aus[1]
- Steckdosen, Schalter und Abzweigdosen, die nach Öffnen und Reinigen die Prüfung von Funktion und Klemmverbindungen nicht bestehen[1]

Elektrisches Installationsmaterial, das mit Wasser in Berührung gekommen ist und weiter betrieben wird, ist nach der HEA nicht mehr bestimmungsgemäß im Einsatz, und die [Gewährleistung](https://www.stmb24.de/themen/gewaehrleistung) des Herstellers entfällt.[1] Wer einzelne Teile behalten will, sollte das mit der Elektrofachkraft und mit dem Versicherer abstimmen.

## Bestandsschutz und Modernisierung

Eine Anlage hat nach dem Elektropraktiker Bestandsschutz, wenn sie nach den seinerzeit geltenden Standards ordnungsgemäß errichtet wurde, und Mängel aus dem Wasserschaden oder aus Verschleiß lassen sich beheben, ohne dass er erlischt.[2] Was dabei verändert wird, muss den jetzt geltenden Normen entsprechen.[2] Für eine alte Anlage nannte der Fachautor als Mindestprogramm unter anderem neue Steckdosen, Leitungsschutzschalter der Charakteristik B anstelle älterer Sicherungen und die Erneuerung der Installation im Bad oder Duschraum.[2]

Als Ergebnis der Prüfung sieht der Beitrag drei Wege: eine völlige Neuinstallation, Reparaturen und Änderungen in dem Umfang, der das nötige Mindestmaß an Sicherheit gewährleistet, oder den Verzicht auf die Wiederinbetriebnahme.[2] Nach einem Wasserschaden sind Wände und Böden ohnehin offen, und eine Modernisierung lässt sich mit der Sanierung verbinden. Wie weit sie geht, entscheidet der Eigentümer, und die [Elektrofachkraft](https://www.stmb24.de/elektroinstallation) legt fest, was für einen sicheren Betrieb mindestens nötig ist.

## Beim Wiederaufbau mitdenken

Unter Putz und hinter Verkleidungen liegen Leitungen nach DIN 18015-3 in festgelegten Installationszonen, in Wänden senkrecht oder waagerecht, damit sie nicht versehentlich angebohrt werden.[5] Die Initiative ELEKTRO+ empfiehlt, sie in Elektroinstallationsrohren zu verlegen.[5] Lichtschalter sitzen nach der Initiative in 105 Zentimetern Höhe, gemessen bis zur Mitte des Schalters, in barrierefreien Wohnungen in 85 Zentimetern.[5] Im Bad gelten Schutzbereiche: Im Bereich 1 müssen Leuchten mindestens der Schutzart IP X5 entsprechen, im Bereich 2 mindestens IP X4 ohne Steckdosen und Schalter, und im Bereich 3 sind Steckdosen und Schalter erlaubt, wenn eine Fehlerstromschutzeinrichtung sie schützt.[5]

In hochwassergefährdeten Gebieten verlangt die DIN 18015-1 nach der HEA, Hausanschlusskasten, Zählerplätze und Stromkreisverteiler entsprechend der hundertjährigen oder der örtlich festgelegten Überschwemmungshöhe anzubringen.[1] Stromkreise unterhalb dieser Höhe brauchen nach der Norm Fehlerstrom-Schutzschalter mit höchstens 30 Milliampere Bemessungsfehlerstrom.[1] Wer den Hausanschluss höher legen will, klärt das mit dem Netzbetreiber, denn der Netzanschluss gehört zu seinen Betriebsanlagen.[3]

## Häufige Fragen

### Muss nach einem Wasserschaden die ganze Elektrik neu?

Nicht automatisch. Eine ordnungsgemäß errichtete Anlage behält nach dem Elektropraktiker ihren Bestandsschutz, wenn Schäden behoben werden, die geänderten Teile müssen aber den heutigen Normen entsprechen.[2]

### Wer darf am Zählerschrank arbeiten?

Zwischen Hausanschlusssicherung und Zähler dürfen nach der Niederspannungsanschlussverordnung auch Instandhaltungsarbeiten nur der Netzbetreiber oder ein eingetragenes Installationsunternehmen ausführen.[3]

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Belege

## Quellen

1. Hüthig GmbH (Fachzeitschrift de, Organ des ZVEH): [Elektrosicherheit bei Hochwasser: Hinweise zum Schutz und zur Inbetriebnahme der Elektro-Anlage](https://www.elektro.net/16930/elektrosicherheit-bei-hochwasser/). Beitrag vom 21.06.2013 mit Hinweisen der HEA, Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung. Abgerufen am 05.10.2026.
2. HUSS-MEDIEN GmbH (Fachzeitschrift Elektropraktiker): [Prüfung einer Anlage mit Wasserschaden](https://www.elektropraktiker.de/fachartikel/detail/pruefung-einer-anlage-mit-wasserschaden). Leseranfrage, Elektropraktiker 55 (2001) Heft 9, Seite 694. Abgerufen am 05.10.2026.
3. Bundesministerium der Justiz: [Niederspannungsanschlussverordnung (NAV)](https://www.gesetze-im-internet.de/nav/BJNR247710006.html). § 5, § 8 Absätze 1 und 2, § 13 Absätze 1 und 2. Abgerufen am 05.10.2026.
4. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): [Was tun bei Hochwasser?](https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Mit-Naturgefahren-umgehen/Hochwasser/_documents/hochwasser-handeln_dossier2.html) Ratgeber Vorsorge und Handeln bei Hochwasser, Teil 2, Abschnitt Im Haus. Abgerufen am 05.10.2026.
5. Initiative ELEKTRO+: [Leitungsverlegung für Schalter, Steckdosen und Lichtanschlüsse](https://www.elektro-plus.com/elektroplanung/schalter-und-steckdosen/leitungsverlegung). Abschnitte Installationszonen und Schutzbereiche im Bad. Abgerufen am 05.10.2026.

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