# Trocknen oder zurückbauen: Wann sich die Trocknung nicht lohnt

> Trocknen oder zurückbauen nach einem Wasserschaden: drei Gründe für den Rückbau, was sich trocknen lässt, wann Lüften genügt und was vor der Trocknung geklärt sein muss.

Adresse: https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/trocknen-oder-zurueckbauen-wann-trocknung-nicht-lohnt
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

Die Antwort in Kürze

Ob nach einem Leitungswasserschaden getrocknet oder zurückgebaut wird, hängt nach einem Fachbeitrag in der Zeitschrift Wohnungswirtschaft heute an drei Fragen: ob das Bauteil bautechnisch noch zu retten ist, ob die Hygiene etwa wegen fäkalienhaltigen Abwassers den Ausbau verlangt und ob Rückbau und Neuaufbau günstiger sind.[1] Stark beschädigtes Material kommt vor der Trocknung heraus.[1]

## Drei Gründe für den Rückbau

Ein Rückbau ist nach dem Beitrag von Georg Scholzen, früher Sprecher der Projektgruppe Leitungswasser im Gesamtverband der Versicherungswirtschaft, aus drei Gründen erforderlich oder sinnvoll.[1]

- Bautechnisch: Das Bauteil ist so stark beschädigt, dass es ersetzt werden muss.
- Hygienisch: Es ist zum Beispiel eine größere Menge fäkalienhaltiges Abwasser ausgetreten.
- Wirtschaftlich: Rückbau und Wiederherstellung kosten weniger als die Trocknung.

Diese Fragen sind nach dem Beitrag frühzeitig mit dem Versicherer oder dem [Schadenregulierer](https://www.stmb24.de/schadenwissen/versicherung/termin-mit-dem-schadenregulierer-vorbereiten) zu klären.[1] In der Auswertung, die er vorstellt, gingen 27 Prozent der Leitungswasserschäden auf Abwasseranlagen zurück, und bei solchen Schäden steht die Frage nach mikrobiellem Befall stärker im Vordergrund als bei sauberem Trinkwasser.[1]

## Was sich trocknen lässt und was nicht

Klassische Baustoffe wie Beton und Mauerwerk lassen sich nach dem Beitrag mit Trocknungsverfahren in ihrer Substanz meist retten.[1] Bei durchfeuchteten Leichtbaukonstruktionen aus Holz, Faserplatten und Gipskarton, wie sie in Fertighäusern verbreitet sind, bleibt danach oft nur der Neuaufbau, weil eine aufgequollene Leichtbauwand kaum zu retten ist.[1]

Dass eine Trocknung Bauteile erhalten kann, zeigen Versuche des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik: Trittschalldämmplatten aus Mineralfaser hatten nach der Trocknung weder an Wärmedämmung noch an akustischer Wirksamkeit eingebüßt.[2] Getestet wurden dort Wände aus [Porenbeton](https://www.stmb24.de/themen/porenbeton), Ziegeln, Gipswandbauplatten und Leichtbau, Holzbalkendecken mit Schlacke- und Lehmfüllung und Fußböden mit verschiedenen Dämmstoffen unter dem Estrich.[2]

## Wenn natürliches Abtrocknen genügt

Stellt sich die Ausgleichsfeuchte nach einem Feuchteschaden voraussichtlich innerhalb von etwa 14 Tagen von selbst ein, unterstützt durch freigestellte Oberflächen und Querlüftung, ist eine [technische Trocknung](https://www.stmb24.de/trocknung) nach dem Beitrag nicht notwendig.[1] Nach dem ADAC genügen bei einem kleinen Malheur wie einem umgekippten Eimer Aufwischen und gründliches Lüften, ist die Feuchte aber in Wände, Estrich oder Dämmung gedrungen, reicht das nicht mehr.[3]

In den Versuchen des Fraunhofer-Instituts war die natürliche Trocknung in keinem Fall ausreichend.[2] Ein vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung geförderter Forschungsbericht hält es nach Hochwasser dagegen für möglich, Räume im Erdgeschoss über weit geöffnete Fenster zu entfeuchten, weil dafür Luftwechselraten von etwa zwei bis sechs je Stunde nötig sind und offene Fenster deutlich mehr schaffen.[4] Für Kellerräume ließ sich das nicht sagen, weil Lichtschächte den [Luftwechsel](https://www.stmb24.de/themen/luftwechselrate) behindern.[4]

## Was vor der Trocknung erledigt sein muss

Vor jeder Trocknung muss nach dem Beitrag die Ursache erkannt und beseitigt sein, damit nicht gegen nachfließendes Wasser angetrocknet wird.[1] Baumängel sind vom Leitungswasserschaden abzugrenzen, stehendes Wasser wird abgepumpt oder abgesaugt, und wie das Bauteil aufgebaut ist, muss man wissen oder mit einer Probeöffnung klären.[1] Erst dann lässt sich abschätzen, wie lange die Geräte laufen, und ob eine [Trocknung mit Haustieren](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/trocknung-mit-haustieren-und-kleinen-kindern) im Haus überhaupt praktikabel ist.

Nicht mehr wiederherstellbares oder stark beschädigtes Material wird nach dem Beitrag vor der Trocknung entfernt, das beschleunigt den Erfolg und wirkt mikrobiellem Befall entgegen.[1] Auch Anstriche und Beschichtungen, die Dampf sperren, kommen im nassen Bereich vorher herunter, weil sie die Trocknung behindern würden.[1] Bei einer [Trocknung nach dem Hochwasser](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/trocknung-nach-hochwasser-anders-als-beim-rohrbruch) gehört dazu auch Material, das mit Schlamm oder Heizöl verschmutzt ist.

## Wie viel Wasser ein Haus aufnehmen kann

Wie groß die Mengen sein können, rechnet der Forschungsbericht an einem Beispielhaus vor, dessen Keller vollständig und dessen Erdgeschoss 50 Zentimeter hoch unter Wasser stand: Mit Wänden aus Porenbeton nehmen die Bauteile danach rund 18 Kubikmeter Wasser auf, mit [Kalksandstein](https://www.stmb24.de/themen/kalksandstein) rund 9 Kubikmeter.[4] Dieses Wasser muss als Dampf über die Raumluft wieder heraus, und das kostet nach dem Bericht viel Energie und Zeit.[4]

Ziel jeder Trocknung ist nach dem Beitrag von Scholzen die Ausgleichsfeuchte, also der Wassergehalt, den ein Bauteil ohne den Wasserschaden hätte, denn dann lassen sich die Bauteile oft erhalten und zügig wiederherstellen, etwa durch Tapezieren, Streichen oder einen neuen Bodenbelag.[1] Technisch läuft die Trocknung danach in drei Schritten: Absaugen des Wassers, kapillarer Transport und Diffusion.[1]

## Nicht jeder Schaden braucht Geräte

In welchem Anteil der Fälle wirklich getrocknet werden muss, zeigt eine Auswertung aus dem Beitrag: Bei über 2.500 Leitungswasserschäden in einem Kreis in Nordrhein-Westfalen stellten die Fachbetriebe zwischen 2010 und 2016 jeden Monat bei 20 bis 25 Prozent einen Trocknungsbedarf fest.[1] Bei einem Versicherer stieg die Quote später innerhalb von drei Jahren von etwa 25 auf 50 Prozent, wo Empfehlungsfirmen zur [Leckortung](https://www.stmb24.de/leckageortung) beteiligt waren, blieb sie bei etwa 25 Prozent, und der Autor folgert, dass eine Qualitätssicherung nötig ist, die prüft, ob überhaupt getrocknet werden muss.[1]

Die Trocknung hochwassergeschädigter Bauteile ist nach dem Forschungsbericht dagegen mit erheblichem Aufwand an Energie und Zeit verbunden, und die nötige Einsatzdauer der Geräte ist von Bauteil zu Bauteil verschieden.[4] Eine Messung der Materialfeuchte vor der Entscheidung schützt vor beidem, vor unnötigen Geräten und vor einer Trocknung, die ein nicht zu rettendes Bauteil nur verzögert.

## Häufige Fragen

### Muss eine nasse Leichtbauwand immer heraus?

Nicht in jedem Fall: Ist eine Wand aus Holz, Faserplatten oder Gipskarton durch Feuchte aufgequollen, ist sie nach dem Fachbeitrag oftmals nicht mehr zu retten.[1] Wie weit das Wasser gekommen ist, zeigt eine Messung oder eine Probeöffnung.

### Ist bei Abwasser immer ein Rückbau nötig?

Nicht automatisch: Eine größere Menge fäkalienhaltiges Abwasser ist nach dem Beitrag aber einer der drei Gründe, aus denen ein Rückbau sinnvoll sein kann.[1] Welche Teile bleiben können, zeigt die Untersuchung vor Ort.

### Wer entscheidet, ob getrocknet oder zurückgebaut wird?

Die Frage gehört nach dem Beitrag früh in das Gespräch mit dem Versicherer oder dem Schadenregulierer.[1] Grundlage sind die Messwerte und der Zustand der Bauteile, im Zweifel bewertet von einer Fachfirma oder einem Sachverständigen.

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## Quellen

1. Wohnungswirtschaft heute (Forum Leitungswasser): [Trocknung nach Leckagen: Ist die Trocknung von Leitungswasserschäden notwendig oder nur ein Kostentreiber? (Georg Scholzen, Ausgabe 13, 2022)](https://www.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/09/Leitungswasserschaeden-Trocknung-notwendig-oder-kostentreiber.pdf). Seiten 6 bis 10. Abgerufen am 08.10.2026.
2. Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP: [Die Bautrocknung wissenschaftlich untersucht (Presseinformation vom 06.09.2017)](https://www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/ibp-neu/de/dokumente/presseinformationen/2017/bautrocknung.pdf). Seiten 1 und 2, Ergebnisse kurz gefasst. Abgerufen am 08.10.2026.
3. ADAC SE: [Wasserschaden: Wie bekomme ich Haus oder Wohnung wieder trocken? (15.07.2026)](https://www.adac.de/der-adac/ueber-uns-se/zuhause/wasserschaden-trocknung/). Abschnitt Trocknungsverfahren und Geräte im Überblick. Abgerufen am 08.10.2026.
4. Fraunhofer IRB, Forschungsbericht gefördert vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: [Kurzbericht: Optimierung von Austrocknungsprozessen hochwassergeschädigter Bauteile](https://www.irbnet.de/daten/kbf/kbf_d_F_2513.pdf). Abschnitt 3, Zusammenfassung der Ergebnisse. Abgerufen am 08.10.2026.

Schadenwissen

### Weiterlesen

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Leistungen

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Einsatzgebiet

### Bautrocknung vor Ort

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