# Trocknungsprotokoll lesen: Was die Messwerte bedeuten

> Was in ein Trocknungsprotokoll gehört, warum viele Messwerte nur Vergleichswerte sind, welche Verfahren es gibt und woran Sie Messfehler erkennen.

Adresse: https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/trocknungsprotokoll-lesen-was-messwerte-bedeuten
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

Die Antwort in Kürze

Ein Trocknungsprotokoll hält die Messwerte fest, bis die Bauteile ihre Ausgleichsfeuchte wieder erreicht haben. Nach den Richtlinien der Versicherer muss es mindestens zeigen, wo gemessen wurde, womit, in welcher Einheit und nach welchem Verfahren.[1] Aussagekräftig ist der Verlauf an denselben Punkten, verglichen mit einer ungeschädigten Stelle.

## Wozu das Protokoll dient

Die erfolgreiche Trocknung ist nach der VdS 3150, den [Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung](https://www.stmb24.de/themen/vds-richtlinien-leitungswasser), durch ein Trocknungsprotokoll nachzuweisen.[1] Es begleitet die Trocknung und dokumentiert die bauphysikalischen Werte, bis das Trocknungsziel erreicht ist, also die für den jeweiligen Baustoff typische Ausgleichsfeuchte.[1] Die Messungen sind so festzuhalten, dass andere sie nachvollziehen können.[1]

Für Sie als Auftraggeber ist das Protokoll der Beleg, dass getrocknet und nicht nur gelüftet wurde. Für den Versicherer ist es die Grundlage der Abrechnung, und für den [Bodenleger](https://www.stmb24.de/bodenbelagsarbeiten) oder Maler der Nachweis, dass er mit seiner Arbeit beginnen kann.

## Was mindestens drinstehen muss

- ein Grundriss oder eine Skizze des Schadenbereichs[1]
- die Messpunkte im Grundriss, mit Position und Höhenlage[1]
- die Art des Messgeräts[1]
- die physikalische Einheit des Messwerts[1]
- das Messverfahren, jedem Messpunkt zugeordnet[1]

Gute Protokolle enthalten zusätzlich Datum und Uhrzeit, Raumtemperatur und Raumluftfeuchte, die eingesetzten Geräte und einen Referenzwert an einer Stelle desselben Bauteils, die vom Wasser nicht erreicht wurde. Erst mit diesem Vergleichswert lässt sich sagen, wann ein Messpunkt wieder im normalen Bereich liegt.

## Anzeigewerte zum Vergleichen

Nicht jedes Messgerät vor Ort liefert eine absolute Feuchte im Baustoff. Dielektrische Geräte und Geräte, die den elektrischen Widerstand messen, ergeben nach der VdS 3150 nur relative, vergleichende Messwerte für gleiche Baustoffe und Bauteile.[1] Salze und Metalle im Baustoff können die Werte verfälschen, und bei den dielektrischen Geräten hängt die Messtiefe vom Material und seiner Rohdichte ab.[1] Ein [Feuchtemessgerät aus dem Baumarkt](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/feuchtemessgeraet-aus-dem-baumarkt-wie-verlaesslich) arbeitet meist ebenfalls mit dem Widerstand oder dielektrisch und taugt damit nur für Vergleiche am selben Bauteil.

Darum zählt im Protokoll vor allem die Entwicklung. Fallen die Werte an einem Punkt von Messung zu Messung, wirkt die [Trocknung](https://www.stmb24.de/trocknung), und nähern sie sich dem Referenzwert, nähert sich der Punkt dem Ziel. Ein einzelner Wert ohne Vergleich sagt dagegen wenig.

## Welche Verfahren es gibt

Die VdS 3150 beschreibt mehrere Verfahren mit ihren Stärken und Fehlerquellen.[1] Bei der hygrometrischen Messung wird mit einem Thermo-Hygrometer die [Ausgleichsfeuchte](https://www.stmb24.de/themen/ausgleichsfeuchte) in einer Bohrung oder einem Hohlraum gemessen, sie verlangt ruhende Luft und eine Wartezeit, bis sich der Fühler angepasst hat.[1] Mikrowellenmessungen eignen sich für massive, gleichmäßige Bauteile, sind aber nicht möglich, wenn noch ein Belag auf dem Estrich liegt.[1]

Für die [Belegreife](https://www.stmb24.de/themen/belegreife) von Estrichen wird die CM-Methode genutzt, bei der Material aus dem Estrich entnommen wird.[1] Als genaueste Methode gilt die Darr-Wäge-Methode, deren Ergebnisse aber erst nach der Auswertung im Labor vorliegen.[1] Elektrische Geräte haben sich dagegen nach der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zur Vorprüfung und zum Aufspüren feuchterer Stellen bewährt.[2]

Für Dämmschichten unter Estrich nennt die Richtlinie außerdem die Neutronensonde, die bis in 20 Zentimeter Tiefe misst und weitgehend zerstörungsfrei arbeitet.[1] Sie verlangt ausgebildete Fachkräfte, unterliegt wegen radioaktiver Stoffe gesetzlichen Auflagen und erkennt kein stehendes Wasser, das die Werte verfälschen kann.[1]

## Raumklima und Temperatur gehören dazu

Feuchtewerte lassen sich nur zusammen mit der Temperatur deuten. Die relative Luftfeuchtigkeit ist stark temperaturabhängig, darum müssen bei der Messung der korrespondierenden relativen Luftfeuchte an einer Estrichprobe die Temperaturen von Probe, Messgefäß und Messgerät gleich sein und konstant bleiben.[2] Für die [CM-Messung](https://www.stmb24.de/themen/cm-messung) verlangt die VdS 3150 ein Raumklima von etwa 20 °C und 50 bis 60 Prozent relativer Feuchte.[1]

Steht im Protokoll eine Messung bei laufender Heizung neben einer bei kaltem Raum, sind die Werte nicht ohne Weiteres vergleichbar. Achten Sie darum auf die Angaben zu Raumtemperatur und Raumluftfeuchte bei jedem Messtermin. Auch eine [Wärmebildkamera beim Wasserschaden](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/waermebildkamera-beim-wasserschaden-was-sie-zeigt) zeigt nur Temperaturen an der Oberfläche, aus denen sich Feuchte lediglich ableiten lässt.

## Das Protokoll zur Estrichfeuchte

Geht es um die Belegreife, gibt es ein eigenes Protokoll. Das Merkblatt der Technischen Kommission Bauklebstoffe sieht für jeden Raum Angaben zur Estrichkonstruktion, zum Bindemittel, zum Einbaudatum, zur Nenndicke und zur Fußbodenheizung vor.[3] Zu jeder Messstelle gehören Datum, Prüfer, Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Oberflächentemperatur, Einwaage, Manometeranzeige und der errechnete Wassergehalt in CM-Prozent.[3]

Bei Heizestrichen fragt das Formular zusätzlich nach dem Aufheizprotokoll und nach gekennzeichneten Messstellen.[3] Prüfer und Auftraggeber bestätigen die Ergebnisse mit ihrer Unterschrift.[3]

Der Feuchtegehalt ist dabei nur eines von mehreren Kriterien. Das Merkblatt definiert die Belegreife als den Zustand, in dem der Estrich einen Belag schadens- und mangelfrei dauerhaft aufnehmen kann, und nennt neben ausreichender Trocknung auch ausreichende Festigkeit und einen ausreichenden Abbau der Schwindung.[3]

## Woran Sie Messfehler erkennen

- ein nicht kalibriertes Gerät oder eine falsche Skaleneinstellung für den Baustoff[1]
- ein Fühler, der gemessen hat, bevor er sich an die Umgebungstemperatur angepasst hatte[1]
- eine Hand, die beim Messen die Elektrode verdeckt, oder ein zu geringer Abstand zu angrenzenden Bauteilen[1]
- Messungen in Luft, die gerade von Trocknungsgeräten bewegt wird[1]

Auch das CM-Gerät selbst wird geprüft: Nach dem Merkblatt der Bauklebstoffindustrie ist in regelmäßigen Abständen eine Kalibriermessung mit einer definierten Wassermenge vorzunehmen, und die Abweichung sollte nicht mehr als 25 Millibar betragen.[3] Bei der Probenahme für die Belegreife wird dort gemessen, wo der Estrich noch am meisten Wasser enthält, und nicht im direkten Luftzug.[2]

## Häufige Fragen

### Bekomme ich das Protokoll ausgehändigt?

Fragen Sie danach, es gehört zur Dokumentation des Schadens. Der Versicherer braucht es für die Abrechnung, und der Betrieb, der danach Boden oder Wand herstellt, braucht es als Nachweis, dass er beginnen kann.

### Warum stehen im Protokoll Zahlen ohne Prozentzeichen?

Viele Geräte zeigen einen Anzeigewert, der nur im Vergleich mit Werten desselben Baustoffs aussagekräftig ist.[1] Aussagekräftig ist dann, ob die Werte sinken und ob sie sich dem Vergleichswert an einer trockenen Stelle nähern.

### Warum wird für die Messung gebohrt?

Wer die Feuchte im Inneren eines Baustoffs hygrometrisch messen will, braucht dafür eine Bohrung, in der sich die Luft mit dem Material ins Gleichgewicht setzen kann.[1] An der Oberfläche trocknet ein Bauteil zuerst, der Kern bleibt länger nass.

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Belege

## Quellen

1. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): [VdS 3150: Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung, Verlag VdS Schadenverhütung](https://shop.vds.de/download/vds-3150). Abschnitt 6.3.7 und Anhang A11, Ausgabe 2025-01 (02). Abgerufen am 05.10.2026.
2. Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU): [Auf dem Weg zur Belegreife: Bestimmung der Restfeuchte in Estrichen](https://bauportal.bgbau.de/bauportal-42021/thema/hochbau/auf-dem-weg-zur-belegreife-bestimmung-der-restfeuchte-in-estrichen). BauPortal 4/2021, Abschnitt Probenahme. Abgerufen am 05.10.2026.
3. Industrieverband Klebstoffe e. V.: [TKB-Merkblatt 16: Anerkannte Regeln der Technik bei der CM-Messung](https://www.klebstoffe.com/wp-content/uploads/2023/09/TKB-16-CM-Messung-2016-03-00-Layout-2023.pdf). Abschnitte 2 und 3, Stand März 2016. Abgerufen am 05.10.2026.

Schadenwissen

### Weiterlesen

- [Trocknung zu früh beendet: Welche Folgen drohen?](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/trocknung-zu-frueh-beendet-welche-folgen)
- [Neuer Estrich im Neubau: Wie lange trocknet er von allein?](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/neuer-estrich-im-neubau-wie-lange-trocknet)
- [Wann darf der neue Boden auf den getrockneten Estrich?](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/wann-darf-neuer-boden-auf-getrockneten-estrich)
- [Alle Texte im Bereich Trocknung und Messtechnik](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung)

Leistungen

### Passend zu diesem Text

- [Feuchtigkeitsmessung](https://www.stmb24.de/feuchtigkeitsmessung)
- [Dokumentation](https://www.stmb24.de/dokumentation)

Einsatzgebiet

### Bautrocknung vor Ort

- [Bautrocknung Eutin](https://www.stmb24.de/einsatzgebiet/eutin/bautrocknung)
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- [Alle Orte im Einsatzgebiet](https://www.stmb24.de/einsatzgebiet)
