# Abdichtung im Verbund

> Abdichtung im Verbund erklärt: warum Fliesen und Silikon nicht dicht sind, was die Wassereinwirkungsklassen der DIN 18534 verlangen und wo Abdichtungen in der Praxis versagen.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/abdichtung-im-verbund
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Abdichtung im Verbund in einer bodengleichen Dusche, Boden aufgeschnitten: Fliesen, Klebemörtel, Abdichtung, Untergrund, Bodenablauf mit Dichtmanschette und Dichtband an der Wand](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/abdichtung-im-verbund/0d88dc5c45-1792367714/abdichtung-im-verbund-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Abdichtung im Verbund

Auch: AIV, Verbundabdichtung

Die Abdichtung im Verbund, kurz AIV, ist eine Abdichtung aus flüssig verarbeiteten Stoffen oder Bahnen, die direkt unter Fliesen und Platten liegt und mit ihnen im Verbund verklebt ist. Mit der DIN 18534 zur Abdichtung von Innenräumen gilt sie nach BauNetz Wissen als allgemein anerkannte Regel der Technik und nicht mehr nur als Stand der Technik.[1]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So funktioniert die Abdichtung im Verbund

![Abdichtung im Verbund, Funktionsweise: bodengleiche Dusche mit aufgeschnittenem Boden, Schichten Fliesen, Klebemörtel, Abdichtung und Untergrund, Bodenablauf mit Flansch und Dichtmanschette, Dichtband am Übergang von Wand zu Boden](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/abdichtung-im-verbund/b4bbe272fe-1792367714/abdichtung-im-verbund-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung einer bodengleichen Dusche, der Boden am Ablauf aufgeschnitten. Die Nummern folgen dem Weg des Wassers.

1. **Bodengleiche Dusche:** Der Boden einer bodengleichen Dusche gehört nach DIN 18534-1 in der Regel in die Wassereinwirkungsklasse W2-I: Spritz- und Brauchwasser trifft häufig auf und staut sich am Boden zeitweise an.
2. **Fugen:** Fliesen haben Fugen, und durch Fugen und Anschlüsse dringt Wasser bis in den Untergrund. Auch elastisch verfüllte Fugen dichten nicht ab, sie sind Wartungsfugen.
3. **Klebemörtel:** Der Klebemörtel verbindet die Fliesen mit der Abdichtung. Er gehört wie Dichtbänder und Dichtmanschetten zum geprüften System und braucht ein bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder eine europäische Zulassung.
4. **Abdichtung im Verbund:** Die flüssig verarbeitete oder als Bahn verlegte Abdichtung liegt direkt unter den Fliesen, naht- und fugenlos. Sie stoppt das Wasser, das durch die Fugen kommt, der Untergrund und die Schichten darunter bleiben trocken.
5. **Dichtmanschette:** Am Bodenablauf schließt die Abdichtung über eine Dichtmanschette an den Flansch an. Der Flansch ist in der Regel mindestens 50 Millimeter breit, die Manschette überlappt den angrenzenden Bereich um weitere 50 Millimeter.
6. **Bodenablauf:** Für Bodenflächen mit einem Ablauf innerhalb eines Gebäudes verlangt die Norm eine Abdichtung. Die Manschette wird vor Ort verklebt, zwischen Festflansch und Losflansch verklemmt oder ist werkseitig mit dem Ablauf verbunden.
7. **Dichtband:** Am Übergang von Wand zu Boden ist die Abdichtungsschicht unterbrochen, dort sichert ein Dichtband die Dichtheit. Die DIN 18534 verlangt eine dehnfähige Ausführung, eine Schlaufe des Bands ist nicht mehr vorgeschrieben.

## Warum Fliesen allein nicht dicht sind

Fliesenbeläge haben Fugen, und über Fugen und Anschlüsse gelangt Wasser in den Untergrund. Die AIV hat sich nach BauNetz Wissen gerade wegen ihrer naht- und fugenlosen Ausbildung als sicherer Schutz gegen das Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit in den Untergrund und die darunter liegenden Schichten bewährt.[1]

Elastische Fugen ersetzen keine Abdichtung. Der Österreichische Fliesenverband hält fest, dass Fugendichtstoffe keine abdichtende Funktion haben, und behandelt elastisch verfüllte Fugen als Wartungsfugen, die regelmäßig zu prüfen und bei einem Mangel zu erneuern sind.[2]

Auf solchen Fugen bildet sich zudem leicht Schimmel. Wo elastische Fugenmaterialien wiederholt Feuchte, Wärme und Verschmutzung durch Gebrauchswasser und Körperpflegemittel ausgesetzt sind, ist Schimmelbildung nach dem Merkblatt wahrscheinlich, und die pilzhemmenden Zusätze der meisten Dichtstoffe werden mit der Zeit an der Oberfläche verbraucht oder ausgewaschen.[2] Zeigt sich [Schimmel im Bad](https://www.stmb24.de/schadenwissen/schimmel/schimmel-im-bad-fugen-silikon-decke) an diesen Fugen, ist das darum oft eine Frage der Wartung und noch kein Zeichen für eine undichte Abdichtung.

Das Merkblatt unterscheidet vier Arten solcher Fugen: Gebäudetrennfugen, die aus dem Untergrund übernommen werden, [Randfugen](https://www.stmb24.de/themen/randfuge) zu aufgehenden Bauteilen, Belagstrennfugen, die den Belag in Felder teilen, und Anschlussfugen zu Einbauten und Durchdringungen.[2] Belastet werden sie nach dem Verband durch Bewegungen der Bauteile und Einbauten, durch Formänderungen, durch Reinigungsgeräte mit rotierenden Bürsten oder Hochdruckreiniger und durch Schwärze- und Schimmelpilze.[2]

## Die Normenreihe

Die DIN 18534 wurde nach dem Hersteller Dallmer erstmals im Juli 2017 veröffentlicht und im Oktober 2025 überarbeitet.[3] Sie gehört zu der Reihe DIN 18531 bis 18535, in die die frühere DIN 18195 aufgeteilt wurde, von Dächern über befahrene Betonflächen und erdberührte Bauteile bis zu Behältern und Becken.[3]

Vorher musste die Verbundabdichtung nach Dallmer jedes Mal als Sonderkonstruktion vertraglich vereinbart werden, geregelt war die Abdichtung in Innenräumen durch Merkblätter und Leitfäden des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes und durch die DIN 18195.[3]

## Wassereinwirkungsklassen

Die DIN 18534-1 ordnet Flächen nach der Einwirkung von Wasser vier Klassen zu, W0-I bis W3-I, und je länger und je mehr Wasser auf eine Fläche wirkt, desto besser muss sie abgedichtet sein.[3] Flächen mit [Bodenablauf](https://www.stmb24.de/themen/bodenablauf) gehören nach Dallmer mindestens in Klasse W1-I, Böden bodengleicher Duschen in der Regel in W2-I, in gewerblichen Bereichen ist auch W3-I möglich.[3]

Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18534-1

| Klasse | Einwirkung | Beispiele |
| --- | --- | --- |
| W0-I, gering | nicht häufige Einwirkung aus Spritzwasser | Gäste-WC ohne Dusche, Küchenboden ohne Bodenablauf |
| W1-I, mäßig | häufiges Spritzwasser oder nicht häufiges Brauchwasser ohne anstauendes Wasser | Wände über Badewannen und in Duschen in Bädern, Böden im häuslichen Bereich mit Ablauf ohne planmäßiges Gefälle |
| W2-I, hoch | häufiges Spritz- oder Brauchwasser, am Boden zeitweise angestaut | Böden in Räumen mit bodengleichen Duschen, Wände von Duschen in Sport- und Gewerbestätten |
| W3-I, sehr hoch | sehr häufige oder lang anhaltende Einwirkung, auch durch intensive Reinigung, angestaut | gewerbliche Küchen, Duschen, Beckenumgänge im Schwimmbad |

Nach der Übersicht des Herstellers Dallmer zur DIN 18534.[3]

Für die bodengleiche, durchgeflieste Dusche im privaten Bad nennt Dallmer die Klasse W2-I und dafür eine Abdichtung mit rissüberbrückenden mineralischen Dichtungsschlämmen oder Reaktionsharzen, alternativ eine Abdichtung aus Bahnen.[3] In W1-I stellt die Norm nach dieser Darstellung keine besonderen Anforderungen, solange Feuchte nicht in empfindliche Unterschichten vordringen kann, der Hersteller empfiehlt aus Erfahrung dennoch immer eine Abdichtung nach Norm.[3] Bei einer [Badsanierung](https://www.stmb24.de/badsanierung) wird die Klasse darum für jede Fläche festgelegt, bevor Abdichtung und Fliesen geplant werden.

Die überarbeitete Norm stellt nach Dallmer klar, dass jede Fläche im Gebäude je nach Wassereinwirkung einer Klasse zugeordnet werden muss, und für Bodenflächen mit einem Ablauf innerhalb eines Gebäudes ist danach eine Abdichtung erforderlich.[3] In Reihenduschen von Sport- oder Gewerbestätten können neben dem Boden auch die wasserbenetzten Wände in W3-I fallen, die davor liegende Spritzfläche in W2-I.[3]

## Ein System aus geprüften Teilen

Eine AIV ist nach BauNetz Wissen immer ein System kompatibler und geprüfter Komponenten, und das gilt besonders für die Teile, die an Unterbrechungen der Abdichtungsschicht wie Fugen im Untergrund oder Übergängen von Wand zu Boden die Dichtheit sichern.[1] Jede Systemkomponente, Dichtbänder, Dichtmanschetten und Klebemörtel eingeschlossen, braucht unabhängig von der Wassereinwirkungsklasse ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder eine europäische technische Zulassung.[1]

Die Wahl des Abdichtungsstoffs richtet sich nach der Beanspruchung. Dispersionsabdichtungen kommen vor allem auf mäßig bis höchstens hoch beanspruchten Wandflächen zum Einsatz, flexible Dichtungsschlämmen und Reaktionsharze in hoch und teilweise stauend beanspruchten Bereichen, Reaktionsharze zusätzlich dort, wo mechanische oder chemische Beanspruchung hinzukommt.[1] Weist das Prüfzeugnis eine größere Mindesttrockenschichtdicke aus als die Norm, gilt der größere Wert.[1]

Nach dem früheren Merkblatt des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes durfte eine AIV im nicht geregelten Bereich, etwa im privaten Bad bei mäßiger Beanspruchung, ohne Verwendbarkeitsnachweis der Komponenten ausgeführt werden, und das ist nach BauNetz Wissen heute nicht mehr zulässig.[1] An Übergängen zwischen Boden, Wand und Decke verlangte das Merkblatt eine Schlaufe des Dichtbands in der Anschlussfuge, die DIN 18534 beschreibt nur noch eine dehnfähige Ausführung, die sich auch mit sehr querdehnfähigen Dichtbändern ohne Schlaufe erreichen lässt.[1]

## Bodenabläufe und Rinnen

Die meisten Schwachstellen liegen an Übergängen und Durchdringungen. Nach DIN 18534-3 muss der Flansch an Rinnen, Bodenabläufen und vergleichbaren Einbauteilen nach Dallmer in der Regel mindestens 50 Millimeter breit sein, damit die Abdichtung sicher anschließt, und die Dichtmanschette muss den angrenzenden Bereich um weitere 50 Millimeter überlappen.[3]

Die Manschette wird auf drei zugelassene Arten mit dem Flansch verbunden: vor Ort verklebt, vor Ort zwischen einem Festflansch von mindestens 50 Millimetern und einem Losflansch von mindestens 40 Millimetern verklemmt oder werkseitig mit dem Ablauf verbunden.[3]

## Ein Schadensfall aus der Praxis

Wie Wasser über die Abdichtungsebene wandert, zeigt ein Fall, den das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer 2023 beschrieben hat.[4] In einem Neubau bemerkten Mieter nasse Stellen im Flur, eine [Leckageortung](https://www.stmb24.de/leckageortung) fand an Trinkwasser-, Heizungs- und Abwasserinstallation keinen Schaden.[4]

Die Abdichtung der [bodengleichen Dusche](https://www.stmb24.de/themen/bodengleiche-dusche) war vorhanden und funktionierte, bis auf kleine Schäden an Fliesen und Silikonfugen. Unter einer verchromten Zierleiste lief die Abdichtungsebene jedoch einfach ins Bad weiter, und am Übergang vom Bad in den Flur saß die Abschlussleiste nur auf der Abdichtung, sodass das Wasser auf der Abdichtungsebene unbemerkt bis unter den Holzfußboden im Flur gelangte.[4] Der [Fliesenkleber](https://www.stmb24.de/themen/fliesenkleber) war noch Wochen nach dem letzten Duschen stellenweise durchfeuchtet, und der Fehler fand sich in allen etwa 90 Wohnungen des Gebäudes.[4]

Die Planung hatte es anders vorgesehen: Nach ihr hätte die Abschlussleiste unterhalb der Abdichtungsebene verlaufen müssen, sodass die Abdichtung in der Leiste geendet hätte und mit ihr der Weg des Wassers.[4] Fehlende oder fehlerhaft ausgeführte Abdichtungen an den Wänden von Nassbereichen sind nach dem Institut ohnehin nicht selten.[4]

Der Fall zeigt, warum wir bei Feuchte neben einem Bad nicht nur die [Leitungen prüfen](https://www.stmb24.de/themen/dichtheitspruefung). Auch eine intakte Abdichtung kann Wasser weiterleiten, wenn ihr Rand nicht richtig abgeschlossen ist.

## Nach dem Wasserschaden

Wird ein Bad nach einem Schaden neu aufgebaut, bauen wir die Verbundabdichtung nach der Wassereinwirkungsklasse der Flächen ein, mit geprüften Systemteilen an allen Anschlüssen. Die Position steht getrennt im Angebot, damit der Versicherer sie nachvollziehen kann.

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Belege

Quellen

1. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Verbundabdichtungen und ihre Komponenten: Anforderungen nach DIN 18534](https://www.baunetzwissen.de/fliesen-und-platten/fachwissen/untergruende/verbundabdichtungen-und-ihre-komponenten-5504014). Beitrag von Thomas Schmidt, Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister. Abgerufen am 24.09.2026.
2. Österreichischer Fliesenverband: [Merkblatt Wartungsfuge](https://www.fliesenverband.at/wp-content/uploads/fliesenverband/SV-Seite/TMB/OeFV-TMB01-Wartungsfuge.pdf). Ausgabe 2015. Abgerufen am 24.09.2026.
3. Dallmer GmbH + Co. KG: [Abdichtung von Innenräumen](https://www.dallmer.com/de/wissen/abdichtung-von-innenraeumen.php). Abgerufen am 24.09.2026.
4. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): [Abdichtung ohne Ende](https://www.ifs-ev.org/abdichtung-ohne-ende/). Schadenbericht vom 13.11.2023. Abgerufen am 24.09.2026.

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