# Behaglichkeit

> Behaglichkeit erklärt: wovon thermischer Komfort abhängt, wie PMV und PPD ihn messen, warum Zugluft und kalte Wände stören und welche Rolle die Raumluftfeuchte spielt.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/behaglichkeit
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

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# Behaglichkeit

Auch: thermische Behaglichkeit, thermischer Komfort, Raumbehaglichkeit

Thermische Behaglichkeit stellt sich nach dem Wärmebilanzmodell ein, wenn zwischen der Wärmeabgabe des Körpers und seiner inneren Wärmeproduktion ein Gleichgewicht besteht.[1] Sie hängt von Raumlufttemperatur, Strahlungstemperatur der Flächen, Luftgeschwindigkeit und Luftfeuchte ab, außerdem von Bekleidung und Aktivität.[1] Grundlagennorm für ihre Bewertung ist DIN EN ISO 7730.[2]

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Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So entsteht thermische Behaglichkeit

![Behaglichkeit, Funktionsweise: sitzende Person mit aufsteigender Wärme, Skala von kalt bis heiß, Thermometer und Hygrometer an der Wand, Zugluft aus dem Türspalt über den Boden, kaltes Fenster mit Kältebogen und Jacke am Haken](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/behaglichkeit/3abfa5bf8b-1792367738/behaglichkeit-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung eines Büros mit sitzender Person, aus deren Körper Wärme aufsteigt, Skala von kalt bis heiß, Thermometer und Hygrometer an der Wand, Zugluft aus dem Türspalt über den Boden, kaltem Fenster mit Kältebogen und Jacke am Haken. Die Nummern folgen von der Bewertungsskala über die Klimagrößen zu Zugluft, Wärmebilanz und Kleidung.

1. **Skala von kalt bis heiß: PMV:** Der PMV-Wert sagt die Klimabeurteilung einer großen Personengruppe auf einer siebenstufigen Skala von kalt bis heiß voraus. Steht der Zeiger in der Mitte, empfinden die wenigsten das Klima als zu kalt oder zu warm, ganz zufrieden sind aber nie alle, mindestens 5 Prozent bleiben unzufrieden.
2. **Lufttemperatur und Luftfeuchte:** Thermometer und Hygrometer zeigen zwei der Klimagrößen, von denen die Wärmeabgabe des Körpers abhängt. Dazu kommen Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung, zusammengefasst spricht die Arbeitsstättenregel von einem Klimasummenmaß.
3. **Kalte Flächen strahlen Kälte ab:** Für die wahrgenommene Temperatur zählt auch die Oberflächentemperatur der umschließenden Flächen. Je kälter Fenster und Wand, desto wärmer muss die Luft sein, damit es gemütlich ist, und in gut gedämmten Häusern werden deshalb niedrigere Lufttemperaturen als angenehm empfunden.
4. **Zugluft am Boden, kalte Füße:** Auch einzelne Körperteile entscheiden mit: Zugluft, Temperaturunterschiede zwischen Knöchel und Kopf und kalte Fußböden stören die Behaglichkeit, selbst wenn das Gesamtklima stimmt. Die Zugluft aus dem Türspalt zieht hier über den Boden zu den Füßen.
5. **Wärmebilanz des Körpers im Lot:** Behaglichkeit stellt sich nach dem Wärmebilanzmodell ein, wenn die Wärmeabgabe des Körpers und seine innere Wärmeproduktion im Gleichgewicht sind. Die Wärme, die von der sitzenden Person aufsteigt, entspricht dann genau dem, was der Körper erzeugt.
6. **Kleidung und Aktivität zählen:** Bekleidung und Aktivität gehen in die Bewertung ein, die Bekleidung in der Einheit clo, die Aktivität in der Einheit met. Wer die Jacke anzieht oder sich bewegt, verschiebt sein Empfinden auf der Skala, ohne dass sich am Raum etwas ändert.

## Was thermische Behaglichkeit bedeutet

Nach dem Erwartungsmodell stellt sich Behaglichkeit ein, wenn das Umgebungsklima den Erwartungen entspricht, im Sommer werden deshalb höhere und im Winter niedrigere Raumtemperaturen toleriert.[1] Daraus ergeben sich Grenzkurven für die Raumtemperatur abhängig von der Außenlufttemperatur, etwa in DIN 1946-2, und weil die Außentemperatur täglich schwankt, empfiehlt der Fachbeitrag einen statistischen Wert wie den Tagesmittelwert.[1] Für das Wärmebilanzmodell stellte Fanger bereits 1964 seine Komfortgleichungen auf, die in der DIN EN ISO 7730 seit 1984 international anerkannt sind.[1]

Eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur liegt nach der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 vor, wenn die Wärmebilanz des menschlichen Körpers ausgeglichen ist, die Wärmeerzeugung hängt von der Arbeitsschwere ab, die Wärmeabgabe von Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung, beeinflusst durch die Bekleidung.[3] Fasst man mehrere dieser Klimagrößen zusammen, spricht die Regel von einem Klimasummenmaß.[3]

Behaglichkeit ist damit mehr als eine Zahl am Thermostat. Zwei Räume mit derselben Lufttemperatur können sich völlig verschieden anfühlen, wenn in einem die Wände kalt sind oder es zieht. Nach einem Wasserschaden bleiben Wände kühl, solange Wasser aus ihnen verdunstet, und [Malerarbeiten](https://www.stmb24.de/maler-und-lackierarbeiten) darauf halten erst, wenn das aufgehört hat.

## Behaglichkeit messen mit PMV und PPD

Der PMV-Wert sagt den Durchschnitt der Klimabeurteilung einer großen Personengruppe auf einer siebenstufigen Skala von minus 3 für kalt bis plus 3 für heiß voraus, und daraus ergibt sich der PPD-Wert, der vorausgesagte Prozentsatz Unzufriedener, denen zu kalt oder zu warm ist.[2] Bei einem PMV von minus 1 empfinden nach dem Fachbeitrag voraussichtlich rund 26 Prozent die Raumtemperatur als etwas kühl, bei minus 2 etwa 77 Prozent, und für eine hohe Akzeptanz sollte der PPD unter 15 Prozent liegen, also bei einem PMV zwischen etwa plus und minus 0,7.[2] Das PMV-Verfahren dient nach der Norm dazu, zu prüfen, ob ein Umgebungsklima den Behaglichkeitskriterien entspricht, und Anforderungen für verschiedene Kategorien der Annehmbarkeit festzulegen.[2]

PMV und Prozentsatz Unzufriedener

| PMV | Empfindung | PPD |
| --- | --- | --- |
| 0 | neutral | 5 % (Mindestwert) |
| plus oder minus 0,7 | noch annehmbar | etwa 15 % |
| minus 1 | etwas kühl | etwa 26 % |
| minus 2 | kühl | etwa 77 % |

Nach dem Beitrag im cci Wissensportal und dem Fachbeitrag in TAB.[2][1]

Der kleinste PPD-Wert ist nach unten begrenzt, weil immer 5 Prozent unzufrieden sind.[1] Für die Bekleidung wird die Einheit clo mit 0,155 Quadratmeter-Kelvin je Watt verwendet, für die Aktivität die Einheit met mit 58,15 Watt je Quadratmeter.[1]

## Lokale Behaglichkeit: Zugluft, Füße, Strahlung

Auch die Erwärmung oder Abkühlung einzelner Körperteile beeinflusst die Behaglichkeit, etwa durch Zugluft, Temperaturunterschiede in der Höhe, warme oder kalte Fußböden und eine ungleiche Strahlungstemperatur.[1] Eine Person kann sich nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen insgesamt behaglich fühlen und trotzdem durch lokale Zugluft an einem Körperteil beeinträchtigt sein.[4] Zieht es am Fenster, ist oft der Kasten des Rollladens undicht, und wer den [Rollladenkasten dämmen](https://www.stmb24.de/schadenwissen/schimmel/schimmel-am-rollladenkasten-wie-daemmen-hilft) lässt, beseitigt zugleich eine kalte Stelle.

Für eine Lufttemperatur von 26 °C, eine Luftgeschwindigkeit von 0,2 Metern je Sekunde und einen Turbulenzgrad von 40 Prozent ergibt sich nach der Gleichung der Norm ein Zugluftrisiko von 15 Prozent.[2] Bei einem Temperaturunterschied von 4 Kelvin zwischen Knöchel und Kopf sind etwa 13 Prozent unzufrieden, bei 6 Kelvin etwa 36 Prozent, und beim Fußboden liegt der Bestwert von 6 Prozent Unzufriedenen bei etwa 24 °C.[2] Ist das [Dach nach dem Sturm undicht](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/dach-undicht-nach-sturm-was-tun) und die Dämmung darunter nass, wird es im Dachgeschoss spürbar kälter, weil nasse Dämmung schlechter dämmt.

Das Bewertungssystem prüft den thermischen Komfort deshalb über mehrere Teilkriterien: operative Temperatur, Zugluft, Strahlungsasymmetrie und Fußbodentemperatur, Raumluftfeuchte und den senkrechten Temperaturgradienten, der derzeit nicht bewertet wird.[4]

## Warum kalte Wände die Behaglichkeit stören

Für die wahrgenommene Raumtemperatur ist nach der Energieberatung der Verbraucherzentrale nicht nur die Lufttemperatur entscheidend, auch die Oberflächentemperatur der umschließenden Wände zählt: Je kälter die Wand, desto wärmer muss die Luft sein, damit es gemütlich ist.[5] In gut gedämmten Häusern ist die Oberfläche innen wärmer, deshalb werden dort auch niedrigere Lufttemperaturen als angenehm empfunden.[5]

Die empfundene Temperatur wird als operative Temperatur bezeichnet und ergibt sich bei niedrigen Luftgeschwindigkeiten annähernd als Mittelwert aus Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur.[4] Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Bei zweiundzwanzig Grad Luft und sechzehn Grad an den Wänden liegt die empfundene Temperatur nur bei etwa neunzehn Grad.

Weder der PPD-Wert noch die operative Raumtemperatur erfassen nach dem Fachbeitrag in TAB die direkte kurzwellige Strahlung von Sonne oder Beleuchtung auf Körper und Kleidung, in Räumen mit viel Glas sind beide Maße deshalb kritisch zu betrachten.[1] Kalte Wände sind dabei nicht nur unbehaglich. An ihnen steigt die relative Feuchte der Raumluft, und dort entsteht Schimmel zuerst, wie der Begriff [Wärmebrücke](https://www.stmb24.de/themen/waermebruecke) erklärt.

## Behaglichkeit und Raumluftfeuchte

Die [relative Luftfeuchtigkeit](https://www.stmb24.de/themen/relative-luftfeuchtigkeit) sollte 60 Prozent nach der Energieberatung der Verbraucherzentrale nur kurzzeitig übersteigen, und ein Thermo-Hygrometer hilft, das zu überprüfen.[5] In einem Haushalt mit vier Personen werden pro Tag rund zehn Liter Wasserdampf abgegeben, und warme Luft kann viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte.[5]

Bei sitzenden Tätigkeiten mit 1,0 bis 1,3 met und saisonüblicher Kleidung von etwa 1,0 clo im Winter und 0,5 clo im Sommer gelten die Grenzen der operativen Temperatur im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen unmittelbar, bei Abweichungen ist der PMV-Index nach DIN EN ISO 7730 zu ermitteln.[4] Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit gehören dann mit in die Dokumentation.[4] Der thermische Komfort steht nach dem Bewertungssystem in starkem Zusammenhang mit der Zufriedenheit am Arbeitsplatz, und mit früh geplanten, vorzugsweise passiven Maßnahmen lässt sich hoher Komfort bei niedrigerem Energiebedarf erreichen.[4] Nachzuweisen sind dort vor allem kritische Räume wie Eckräume, Räume nach Süden, Osten und Westen oder Räume mit großer Fensterfläche.[4]

## Behaglichkeit in Normen und Regeln

Die DIN EN ISO 7730 gilt als Grundlagennorm, die vor allem von den Verfassern anderer technischer Regeln genutzt wird, ein Beispiel ist die DIN EN 16798 Teil 1 zu Eingangsparametern für das Raumklima, die Werte aus der ISO 7730 übernimmt.[2] Auf das Tagesgeschäft von Planern und Betreibern hat die Norm nach dem Beitrag nur geringen Einfluss.[2] Ihr normativer Teil umfasst 16 Seiten mit 8 Kapiteln, dazu kommen 7 informative Anhänge mit Grafiken, Tabellen und Beispielen.[2]

Schwankt die Temperatur durch die Regelung zyklisch um weniger als 1 Kelvin von Spitze zu Spitze, wird die Behaglichkeit nach der Norm nicht beeinträchtigt.[2] Mindestwerte der Lufttemperatur für Arbeitsräume nennt die Arbeitsstättenregel zur Raumtemperatur, wie der Begriff [Raumlufttemperatur](https://www.stmb24.de/themen/raumlufttemperatur) beschreibt.

## Was wir zur Behaglichkeit beitragen

Nach einer [Schimmelsanierung](https://www.stmb24.de/schimmelpilzsanierung) oder einer Innendämmung sprechen wir mit den Bewohnern über Heizen und Lüften, denn eine neue Oberfläche bleibt nur trocken, wenn Temperatur und Feuchte im Raum passen. Möbel rücken wir einige Zentimeter von Außenwänden ab, damit warme Luft an die Wand kommt. Bei Beschwerden über Zugluft prüfen wir außerdem Fenster- und Türanschlüsse und [Rollladenkästen](https://www.stmb24.de/themen/rollladenkasten), durch die kalte Außenluft hereinströmen kann.

Wo kalte Wandflächen dauerhaft Probleme machen, messen wir Oberflächentemperaturen und zeigen, wo eine Dämmung oder ein anderer Aufbau die Ursache beheben würde. So wird ein Raum trocken und zugleich spürbar angenehmer.

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Belege

Quellen

1. TAB Technik am Bau, Bauverlag BV GmbH: [Norbert Nadler: Thermische Behaglichkeit, TAB 9/2010](https://www.tab.de/download/262868/Thermische_Behaglichkeit_TAB_9_2010.pdf). Abschnitt Behaglichkeitsmodelle und Begriffe (Erwartungsmodell, Wärmebilanzmodell, lokale Behaglichkeit, operative Raumtemperatur). Abgerufen am 06.10.2026.
2. cci Dialog GmbH, cci Wissensportal: [DIN EN ISO 7730 „Ergonomie der thermischen Umgebung“ (2025)](https://cci-dialog.de/din-en-iso-7730-ergonomie-der-thermischen-umgebung-2025-cci_wissensportal/). Fachbeitrag zur Neufassung der DIN EN ISO 7730. Abgerufen am 06.10.2026.
3. Ausschuss für Arbeitsstätten, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): [Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5 Raumtemperatur (inoffizielle Lesefassung)](https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/ASR/pdf/ASR-A3-5.pdf?__blob=publicationFile). Punkte 3.1 bis 3.3 Begriffsbestimmungen und 4.1 Allgemeines (gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur). Abgerufen am 06.10.2026.
4. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen: [BNB Steckbrief 3.1.1 Thermischer Komfort, Unterrichtsgebäude, Version 2017](https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/fileadmin/steckbriefe/unterrichtsgebaeude/neubau/v_2017/BNB_UN2017_311.pdf). Steckbrief 3.1.1, Abschnitte Relevanz und Zielsetzung, Beschreibung und Methode mit Teilkriterium 1 Operative Temperatur. Abgerufen am 06.10.2026.
5. Verbraucherzentrale Bundesverband, Energieberatung der Verbraucherzentrale: [Gesundes Raumklima](https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/sanieren-bauen/schimmel-feuchte/gesundes-raumklima/). Abschnitte Heizen Sie bewusst und Lüften Sie effektiv. Abgerufen am 06.10.2026.

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