# Fachregeln des Dachdeckerhandwerks

> Fachregeln des Dachdeckerhandwerks erklärt: wie das Regelwerk aufgebaut ist, was die Flachdachrichtlinie 2026 regelt und warum sie als anerkannte Regel der Technik gilt.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/fachregeln-des-dachdeckerhandwerks
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

Auch: ZVDH-Regelwerk

Die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks sind technische Regeln für Planung und Ausführung von Dachdeckungen, Abdichtungen und Außenwandbekleidungen, die der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks herausgibt.[1][2] Sie gehören zum Regelwerk Deutsches Dachdeckerhandwerk und haben nach Fachkreisen den Status allgemein anerkannter Regeln der Technik.[1] Die bekannteste ist die Fachregel für Abdichtungen, die Flachdachrichtlinie, in der Ausgabe Januar 2026.[2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## Aufbau des Regelwerks im Dachdeckerhandwerk

Basis des Regelwerks ist nach einem Beitrag in Wohnungswirtschaft heute die Grundregel, auf der die Planungs- und Ausführungsgrundsätze aller nachgeordneten Teile aufbauen.[1] Fachregeln enthalten Vorgehensweisen, die sich in ihrem Fachbereich als theoretisch richtig und handwerklich machbar erwiesen haben, sie sichern ein ausreichendes Qualitätsniveau und dienen damit auch den Verbrauchern.[1]

Bestandteile des Regelwerks Deutsches Dachdeckerhandwerk

| Teil | Aufgabe |
| --- | --- |
| Grundregel | Basis für alle Planungs- und Ausführungsgrundsätze |
| Fachregeln | bewährte Vorgehensweisen für Planung und Ausführung |
| Hinweise | praxisnahe Zusammenfassung auf Basis bauaufsichtlich eingeführter Normen und Zulassungen |
| Merkblätter | Ergänzungen zu Fachregeln und Hinweisen für einzelne Bereiche oder Themen |
| Produktdatenblätter | Anforderungen an Werkstoffe und Produkte, teils über Normen hinaus |

Nach dem Beitrag von Manfred Gunkel in Wohnungswirtschaft heute, Oktober 2012.[1]

Hinweise haben nach demselben Beitrag baurechtliche Bedeutung und sind entsprechend zu beachten, Merkblätter tragen dem Stand der Technik, den Normen und anderen Regelwerken Rechnung.[1] Die einzelnen Teile werden in Abständen oder bei Bedarf überarbeitet.[1] Als maßgebende Literatur gehört das Regelwerk zur Ausbildung der Dachdeckergesellen und ist Prüfungsstoff in der Aus- und Weiterbildung der Meister.[1]

Ein undichtes Dach bringt Wasser oft dorthin, wo Leitungen und Leuchten liegen, in Decken und Wände der oberen Geschosse. Tropft es aus einer Lampe oder sind Decken nass, werden die Sicherungen dieser Räume abgeschaltet, das Ausschalten am Lichtschalter genügt nicht. Steht der Verteiler mit den Sicherungen unter Wasser, bleibt dieser Raum für alle tabu, bis Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber übernehmen, und läuft Wasser in einen Keller nach, bleibt er gesperrt.

## Die Flachdachrichtlinie als Fachregel für Abdichtungen

Herausgeber der Flachdachrichtlinie ist der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik, und die Ausgabe vom Januar 2026 ersetzt nach BauNetz Wissen nicht die Vorschriften der geltenden DIN-Normen.[2] Für eine fachgerechte Ausführung sollen Fachregeln und Normen gemeinsam beachtet werden.[2] Wird ein [Dach nach dem Sturm undicht](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/dach-undicht-nach-sturm-was-tun), folgt auch die Reparatur der Abdichtung diesen Regeln.

Nach der Fachredaktion von Baulinks wurde die Richtlinie neu gegliedert, mit farbigen Zeichnungen der Details versehen und um konkretere Regeln zu Gefälle, Funktionsschichten und barrierefreien Übergängen erweitert.[3] Sie erscheint zusammen mit der Grundregel, dem Merkblatt Wärmeschutz bei Dach und Wand vom April 2024 und dem Merkblatt zur Bemessung von Entwässerungen vom April 2023 im Nachschlagewerk Regeln für Abdichtungen, dessen zehnte Auflage 2026 erschienen ist.[3] Für eine [Leckageortung am Flachdach](https://www.stmb24.de/leckageortung) liefern die Detailzeichnungen eine Vorlage, wie Anschlüsse und Durchdringungen richtig ausgeführt sein sollten.

Gegliedert ist die Richtlinie in fünf Kapitel: allgemeine Regeln, grundsätzliche Anforderungen an Planung und Ausführung, die Funktionsschichten, die Details und schließlich Pflege und Wartung.[2] Läuft Wasser in eine Dämmung unter der Abdichtung, dichtet der [Notdienst](https://www.stmb24.de/24-stunden-notdienst) die Stelle ab, bevor über Trocknen oder Erneuern entschieden wird. Zwei Anhänge behandeln barrierefreie Anschlüsse und die Windsogsicherung von Dächern mit Abdichtungen bei einer Neigung unter 5°.[2] Die Richtlinie ist Bestandteil der Publikation Deutsches Dachdeckerhandwerk Regelwerk, die über den Rudolf Müller Verlag zu beziehen ist.[2] Weil sich Wasser im Schichtenaufbau verteilt, liegt die Stelle, an der [Wasser aus der Decke tropft](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/wasser-tropft-aus-der-decke), oft weit von der undichten Stelle entfernt.

## Was die Flachdachrichtlinie im Einzelnen regelt

Unter den grundsätzlichen Anforderungen behandelt die Richtlinie nach der Übersicht von BauNetz Wissen Gefälle und Dachneigung, Entwässerung, Details und Nutzung der Flächen, die Unterlage aus [Beton](https://www.stmb24.de/themen/beton), Estrich, Schalung oder Trapezblech, die Sicherung gegen Windsog und zusätzliche Maßnahmen bei mehr als 5 Prozent Gefälle.[2] Ein eigener Punkt gilt Maßnahmen, die verhindern oder verringern sollen, dass sich Wasser im Schichtenaufbau verteilt.[2]

Das Kapitel zu den Funktionsschichten reicht von Haftbrücke, Trenn- und Ausgleichsschicht, Dampfsperre, Wärmedämmung und Dampfdruckausgleichsschicht bis zur Abdichtung mit Bitumenbahnen, Kunststoff- und Elastomerbahnen oder [Flüssigkunststoffen](https://www.stmb24.de/themen/fluessigkunststoff) samt Schutzlagen und Oberflächenschutz.[2] Bei den Details geht es um Klemmkonstruktionen, Anschlüsse an aufgehende Bauteile mit ihren Anschlusshöhen, an Türen und Fenster und an Durchdringungen wie Schornsteine, Lichtkuppeln oder Anschlagpunkte, außerdem um Dachränder, Bewegungsfugen und die Entwässerung.[2]

## Fachregeln als anerkannte Regeln der Technik

Wer nach dem Regelwerk ausführt, hat nach dem Beitrag in Wohnungswirtschaft heute im Normalfall eine einwandfreie technische Leistung erbracht, und der Ausführende muss die technische Richtigkeit seiner Arbeit nicht eigens nachweisen.[1] Das Regelwerk ist in der Musterliste der Technischen Baubestimmungen genannt, Planer müssen es deshalb schon bei der Planung beachten, und Sachverständige ziehen es im Streitfall vor Gericht als Maßstab heran.[1]

Werkverträge nach BGB oder VOB verlangen die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik als Mindestanforderung, sofern nichts anderes vereinbart ist.[1] Maßgeblich ist dabei nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs von 2017 der Stand zum Zeitpunkt der Abnahme, auch wenn sich die Regeln zwischen Vertragsschluss und Abnahme ändern.[4]

Ändern sich die Regeln in dieser Zeit, muss der Auftragnehmer den Kunden über die Änderung und ihre Folgen informieren, außer der Kunde kennt sie schon.[4] Der Kunde kann dann auf den neuen Regeln bestehen und eine aufwendigere Ausführung mit angepasster Vergütung wählen oder auf sie verzichten.[4] Als allgemein anerkannte Regeln der Technik gelten dabei bautechnische Regeln, die sich in der Theorie als richtig erwiesen und in der Praxis bewährt haben, manche münden in eine DIN-Norm, andere in weitere Regelwerke.[4]

## Flachdachrichtlinie und DIN 18531

Neben den Fachregeln regelt die Norm DIN 18531 als nationale Konstruktionsnorm die Abdichtung von Dächern.[5] Ein Beitrag in der Zeitschrift Der Bausachverständige unterschied 2017 drei Ebenen: bauaufsichtliche Regeln als gesetzliche Mindestanforderungen, normative Regeln, deren Anwendung zunächst freiwillig ist, und Regeln von Verbänden, die über die Normen hinausgehen dürfen.[5] DIN 18531 war damals bauaufsichtlich nicht eingeführt.[5]

Die Fassung der Flachdachrichtlinie von 2016 verwies nach dem Beitrag nicht mehr auf DIN 18531 und strich unter anderem die Anwendungsklassen K1 und K2, die die Norm von 2017 beibehielt.[5] Der Zentralverband hatte im zuständigen DIN-Arbeitsausschuss mit vier Vertretern mitgearbeitet, über wesentliche Punkte kam trotzdem kein Konsens zustande.[5] Beim Gefälle gab die Richtlinie nur noch eine Empfehlung für mindestens 2 Prozent, während die Norm bei höherwertiger Abdichtung ein Mindestgefälle von 2 Prozent verlangte, und der Autor sah darin eine erhebliche Unsicherheit für Planer und Ausführende.[5]

Für die Ausgabe von 2026 gilt nach BauNetz Wissen, dass Richtlinie und DIN-Normen nebeneinander zu beachten sind.[2]

## Fachregeln bei Undichtigkeiten am Dach

Für die Ursachensuche an einem undichten Flachdach sind die Fachregeln ein wichtiger Vergleichsmaßstab: Fehlt Gefälle, ist ein Anschluss zu niedrig geführt oder fehlt eine Maßnahme gegen die Verteilung von Wasser im Aufbau, zeigt der Vergleich mit den Fachregeln, wo das Wasser eintreten und wie weit es wandern kann. Das Kapitel zu Pflege und Wartung erinnert daran, dass ein Flachdach regelmäßig kontrolliert werden muss.

Weil sich Wasser unter einer Abdichtung oft weit vom Eintrittsort entfernt zeigt, reicht der Blick auf den Fleck an der Decke nicht. Erst die Ortung findet die Stelle, an der die Abdichtung versagt, und erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Mangel nach den Fachregeln oder ein Schaden durch Alterung, Sturm oder Beschädigung vorliegt.

## Wie wir mit den Fachregeln arbeiten

Bei Feuchte unter einem Flachdach orten wir die undichte Stelle zerstörungsarm und dokumentieren dabei, was vom Regelwerk abweicht, etwa Anschlusshöhen, Gefälle oder offene Durchdringungen. Diese Hinweise geben wir an Eigentümer, Dachdeckerbetrieb und Versicherer weiter.

Die Reparatur der Abdichtung übernimmt ein Dachdeckerbetrieb nach den Fachregeln, wir trocknen danach die nassen Schichten im Aufbau und die betroffenen Räume und belegen den Erfolg mit Messungen.

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Belege

Quellen

1. Wohnungswirtschaft heute: [Manfred Gunkel: Das Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks im ZVDH](https://wordpress.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2012/10/3BD1-Regelwerk-ZVDH.pdf). Ausgabe 25, Oktober 2012, S. 42. Abgerufen am 12.10.2026.
2. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Fachregel für Abdichtungen, Flachdachrichtlinie: Ausgabe Januar 2026 des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)](https://www.baunetzwissen.de/flachdach/fachwissen/richtlinien-verordnungen/fachregel-fuer-abdichtungen--flachdachrichtlinie-1323705). Fachwissen Flachdach, Richtlinien und Verordnungen: Herausgeber, Ausgabe Januar 2026, Gliederung und Anhänge. Abgerufen am 12.10.2026.
3. Baulinks, Redaktion: [ZVDH: Regeln für Abdichtungen, mit Flachdachrichtlinie](https://baulinks.de/webplugin/2026/0320.php4). Beitrag vom 04.03.2026: Inhalt der 10. Auflage und Neuerungen der Flachdachrichtlinie. Abgerufen am 12.10.2026.
4. handwerksblatt.de, Verlagsanstalt Handwerk: [Regeln bis zur Abnahme einhalten (zu BGH, Urteil vom 14.11.2017, VII ZR 65/14)](https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/die-abnahme-dreh-und-angelpunkt-fur-handwerkerrechte/regeln-bis-zur-abnahme-einhalten). Themenspecial Abnahme: Fall, Urteil und Hintergrund zu BGH VII ZR 65/14. Abgerufen am 12.10.2026.
5. Der Bausachverständige, Fraunhofer IRB Verlag: [Christian Herold: Die neue DIN 18531 Abdichtung von Dächern und die neue Flachdachrichtlinie des ZVDH, anerkannte Regeln der Technik?](https://www.irbnet.de/daten/rswb/17089001715.pdf) Heft 4/2017, Abschnitte 1 bis 3.2.5, S. 39 bis 42. Abgerufen am 12.10.2026.

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