# Grauwasser

> Grauwasser erklärt: woher es im Haushalt kommt, wie es zu Betriebswasser aufbereitet wird, was DIN EN 16941-2 regelt und warum ein getrenntes Leitungsnetz nötig ist.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/grauwasser
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

Grauwasser ist gering verschmutztes häusliches Abwasser aus Duschen, Badewannen, Handwaschbecken sowie Wasch- und Spülmaschinen, das im Unterschied zum Schwarzwasser nicht aus Toiletten oder Urinalen stammt.[1] Aufbereitet lässt es sich als Betriebswasser für Toilettenspülung, Gartenbewässerung oder Wäsche nutzen, und Planung, Bau und Wartung solcher Anlagen regelt DIN EN 16941-2.[2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## Wie viel Grauwasser im Haushalt anfällt

Im Schnitt erzeugt eine Person nach BauNetz Wissen rund 75 Liter Grauwasser am Tag, die meist zusammen mit dem stark verschmutzten [Schwarzwasser](https://www.stmb24.de/themen/schwarzwasser) in die Kanalisation fließen.[1] Nach Zahlen der Berliner Regenwasseragentur, die der Beitrag wiedergibt, entfallen in Berlin auf Duschen und Baden etwa 39 Prozent des täglichen Wasserverbrauchs, rund 46 Liter, und aufbereitet könnte dieses Wasser den Bedarf von rund 34 Litern für die Toilettenspülung decken.[1]

Von einem Wasserbedarf von 125 Litern je Person und Tag braucht nach einem Vortrag des Berliner Ingenieurs Erwin Nolde beim VDI nur ein Teil Trinkwasserqualität, Toilettenspülung, Wäschewaschen und Gartenbewässerung gehören nicht dazu.[3] Baden und Duschen machen in dieser Aufstellung 45 Liter aus, das Wäschewaschen 15 Liter.[3] Grauwasser aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken lässt sich nach BauNetz Wissen leichter reinigen als Wasser aus Waschmaschinen oder Küchenspülen.[1] Ist in einem Bad mit Grauwassernutzung die [Dusche undicht](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/dusche-undicht-erkennen-wasser-unter-fliesen), geht ein Teil dieses Wassers unter dem Belag verloren, bevor es die Anlage erreicht.

Läuft im Keller Wasser aus einem Grauwasserbehälter, einer undichten Betriebswasserleitung oder einem übergelaufenen Speicher aus, steht es schnell um Pumpen, UV-Einheit und Steuerung der Anlage. Wer dort Wasser aufnehmen oder Behälter öffnen will, schaltet zuvor den Stromkreis der Anlage im Verteiler an der Sicherung ab, denn ein Not-Aus am Gerät lässt die Zuleitungen unter Spannung. Steht der Verteilerkasten selbst im Wasser, bleibt der Raum leer, Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber kümmern sich, und solange der Pegel im Keller wächst, steigt keiner die Kellertreppe hinab.

## Grauwasser und Schwarzwasser im Vergleich

Grauwasser ist nach der Begriffsbestimmung aus DIN 4046, die der VDI-Vortrag anführt, der Teilstrom des häuslichen Abwassers ohne die Teilströme aus Toiletten und Urinalen, teils unterschieden in stark und schwach belastetes Wasser.[3] Nach einer Bilanz des Vortrags macht Grauwasser rund 69 Prozent der Abwassermenge aus, trägt aber nur knapp 8 Prozent des Stickstoffs und ein Viertel des Phosphors, und es gilt dort als Ressource für Wasser und Wärme, Schwarzwasser als Ressource für Biogas und Nährstoffe.[3]

Wie Küchenabwasser zugeordnet wird, handhaben die Quellen unterschiedlich: Das Bauprofessor-Lexikon trennt Grauwasser vom Wasser aus dem Küchenabfluss und beschreibt es als frei von Fäkalien, Fetten und Feststoffen und nur wenig bakteriell belastet.[4] BauNetz Wissen rechnet Spülmaschinen zum Grauwasser, ordnet Waschmaschinen und Küchenspülen aber den stärker belasteten Anteilen zu.[1] Bei einem Rückstau ist diese Trennung hinfällig, denn als [Abwasser im Haus](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/abwasser-im-haus-nach-rueckstau) kommt dann alles zurück, was in der Grundleitung steht.

## Wie Grauwasser aufbereitet wird

Die Aufbereitung verläuft nach BauNetz Wissen in drei Stufen: Siebe halten grobe Partikel zurück, Mikroorganismen bauen in belüfteten Verfahren, getauchten Festbetten oder bewachsenen Bodenfiltern gelöste organische Stoffe ab, und eine UV-Desinfektion tötet Bakterien, Viren und andere Keime ab.[1] Bei manchen Systemen wird die entstandene Biomasse danach über Sandfilter oder Membranen entfernt.[1]

Eine Aufbereitung ist beim Grauwasserrecycling nach einer Broschüre der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in jedem Fall nötig, und die Wasserqualität, die üblicherweise an Kleinkläranlagen gestellt wird, reicht für Betriebswasser nicht aus.[5] Haare, Fette und andere problematische Bestandteile sind danach in einer Vorstufe zurückzuhalten, bewährt haben sich mehrstufige biologische Anlagen mit Absetz- und Nachklärung und überwachter UV-Desinfektion, und ein bloßes Belüften des Grauwasserbehälters genügt nicht.[5] Läuft ein Grauwasserbehälter im Keller aus, behandelt eine [Wasserschadensanierung](https://www.stmb24.de/wasserschadensanierung) das Wasser wegen seiner Keime als belastet und desinfiziert die Flächen.

Abgeraten hat die Broschüre seinerzeit von Tropfkörpern mit Lavagestein nach konventioneller Bemessung, von ausschließlich horizontal beschickten Bodenfiltern und von einem Schönungsteich vor dem Betriebswasserbehälter, und das eigene Dusch- und Badewasser einer Wohnung schätzt sie als weniger kritisch ein als das einer größeren Gemeinschaft.[5]

## DIN EN 16941-2 und Richtwerte für Betriebswasser

DIN EN 16941-2 vom November 2021 legt die Grundlagen von Planung, Bemessung, Einbau, Kennzeichnung, Inbetriebnahme und Wartung von Grauwassernutzungsanlagen fest, vor allem für WC-Spülung, Gartenbewässerung und die Reinigung von Wäsche und Gegenständen.[2] Ausgenommen sind die Nutzung als Trinkwasser, zur Zubereitung von Speisen und zur Körperhygiene, Systeme ohne Aufbereitung, industrielles Schmutzwasser sowie Wärmerückgewinnung und Kühlzwecke.[2]

Als Beispiele für bakteriologische Richtwerte nennt die Norm nach dem VDI-Vortrag Werte aus der britischen Normenreihe BS 8525, für die WC-Spülung etwa 250 koloniebildende Einheiten Escherichia coli und 100 intestinale Enterokokken je 100 ml.[3] Für die Trübung führt die Tabelle weniger als 10 NTU an, der Vortrag empfiehlt möglichst unter 1 NTU und kurzzeitig höchstens 2 NTU.[3] Gesetzliche Qualitätsanforderungen an Grauwasser gibt es in Deutschland nach dem Bauprofessor-Lexikon nicht.[4]

## Getrennte Leitungen und Anzeige

Für Grauwasseranlagen sind nach BauNetz Wissen neben DIN EN 16941-2 auch DIN EN 1717 zum Schutz des Trinkwassers zu beachten, und ein getrenntes Leitungsnetz ist unbedingt erforderlich, damit kein Betriebswasser ins Trinkwassernetz gelangt.[1] Leitungen und Zapfstellen erhalten nach dem Bauprofessor-Lexikon eine besondere Kennzeichnung, und fällt der Betriebswasserspeicher unter ein bestimmtes Niveau, speist die Anlage automatisch Trinkwasser nach.[4]

Eine Genehmigungsplanung braucht eine Anlage nach dem VDI-Vortrag nicht, stattdessen gehen eine formlose Mitteilung an den Wasserversorger und eine Anzeige an das Gesundheitsamt, das sich besonders den offenen Auslauf der Trinkwassernachspeisung und die Leitungskennzeichnung ansieht.[3] Die Errichtung einer solchen Nichttrinkwasseranlage ist nach § 12 der [Trinkwasserverordnung](https://www.stmb24.de/themen/trinkwasserverordnung) spätestens vier Wochen vor ihrem Beginn anzuzeigen.[6]

## Wärme aus dem Grauwasser

Warmes Grauwasser lässt sich nach BauNetz Wissen über Wärmetauscher oder Wärmepumpen für Warmwasser oder Heizung nutzen, und nach der Berliner Regenwasseragentur spart diese Wärmerückgewinnung je nach System bis zu 50 Prozent der Energie für Warmwasser.[1] Der VDI-Vortrag hält fest, dass die meiste Wärme eines Gebäudes über das Abwasserrohr entweicht.[3] Zum Anwendungsbereich von DIN EN 16941-2 gehört die Wärmerückgewinnung allerdings nicht.[2]

## Platzbedarf und Einbau einer Grauwasseranlage

Wegen des zweiten Leitungsnetzes lohnt sich eine Grauwasseranlage nach BauNetz Wissen vor allem bei Kernsanierungen und Neubauten, und als groben Richtwert für mehrgeschossige Wohnhäuser nennt die Berliner Regenwasseragentur 0,1 Quadratmeter Stellfläche je Person.[1] Die Größe der Anlage ergibt sich aus Nutzung, Technik und der Bilanz von Betriebswasserbedarf und Grauwassermenge, die Fachplaner berechnen.[1]

Für die Ausführungsplanung nennt der VDI-Vortrag neben der Trinkwasserverordnung unter anderem den freien Auslauf der Nachspeisung, die Sicherung gegen Rückstau nach DIN 1986-100 sowie Standsicherheit, Zugang für Einbringen und Wartung, Überlauf, [Wasserzähler](https://www.stmb24.de/themen/wasserzaehler) und die Prüfung der Wasserqualität.[3]

## Undichte Betriebswasserleitungen orten

Eine Grauwasseranlage bringt ein zweites Leitungsnetz durch das Haus, und eine undichte Betriebswasserleitung hinter der Vorwand oder im Estrich zeigt sich wie jeder andere Leitungsschaden als feuchte Stelle. Wir orten die Stelle, stellen fest, ob Trink- oder Betriebswasser austritt, und trocknen Estrich und Wände nach der Reparatur durch den [Installateur](https://www.stmb24.de/heizung-und-sanitaerinstallation).

Tritt Grauwasser aus dem Behälter oder aus der Zulaufleitung aus, behandeln wir die betroffenen Flächen wie nach anderem verunreinigtem Wasser und entfernen durchnässte Materialien, die sich nicht reinigen lassen, bevor getrocknet wird.

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Belege

Quellen

1. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Grauwasserrecycling](https://www.baunetzwissen.de/wasserkreislauf/fachwissen/abwasser/grauwasserrecycling-10270591). Fachwissen Wasserkreislauf, Abwasser, Grauwasserrecycling. Abgerufen am 12.10.2026.
2. DIN Media GmbH: [DIN EN 16941-2:2021-11, Vor-Ort-Anlagen für Nicht-Trinkwasser, Teil 2: Anlagen für die Verwendung von behandeltem Grauwasser](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-en-16941-2/298473726). Ausgabe 2021-11, Einführungsbeitrag. Abgerufen am 12.10.2026.
3. VDI Verein Deutscher Ingenieure, Hamburger Bezirksverein: [Grauwasserrecycling mit integrierter Wärmerückgewinnung, Vortrag von Erwin Nolde (Innovative Wasserkonzepte)](https://www.vdi.de/fileadmin/pages/vdi_de/redakteure/vor_ort/bv/hamburger-bv/dateien/2023-10-10_Vortrag_Nolde_VDI.pdf). Vortrag vom Oktober 2023, Folien 7, 8, 10, 12, 25, 30 und 32. Abgerufen am 12.10.2026.
4. f:data GmbH (Bauprofessor Lexikon): [Grauwasser](https://www.bauprofessor.de/grauwasser/). Lexikon, Baustoff, Werkstoff, Produkt, Grauwasser. Abgerufen am 12.10.2026.
5. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin: [Innovative Wasserkonzepte: Betriebswassernutzung in Gebäuden (fachliche Bearbeitung Erwin Nolde, Henning Rüden, Klaus W. König)](https://innovative-wasserkonzepte.de/wp-content/uploads/betriebswasser_deutsch2007.pdf). Berlin 2007, Abschnitte Aufbau einer Grauwasserrecyclinganlage sowie Bau und Betrieb, Seiten 26 und 27. Abgerufen am 12.10.2026.
6. Bundesministerium der Justiz: [Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung, TrinkwV)](https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/__12.html). § 12 Anzeigepflichten in Bezug auf Nichttrinkwasseranlagen. Abgerufen am 12.10.2026.

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