# Kalkzementputz

> Kalkzementputz erklärt: Bindemittel, Kategorien nach DIN EN 998-1, Standzeiten zwischen den Putzlagen und was der feuchtebeständige Putz in Bad und Keller leistet.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/kalkzementputz
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Kalkzementputz: Bad nach einer undichten Dusche wird neu verputzt, Fliesen warten auf das Ende der Standzeit](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/kalkzementputz/bf2953907d-1792367816/kalkzementputz-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Kalkzementputz

Auch: Kalk-Zement-Putz, KZ-Putz

Kalkzementputz ist ein mineralischer Putz, dessen eigenschaftsbestimmende Bindemittel Kalk und Zement sind und der als Unterputz, Innenputz oder Außenputz auf Mauerwerk und Beton aufgebracht wird.[1][2] Weil er feuchtebeständig ist, eignet er sich nach den VDPM-Leitlinien auch für Feuchträume und als Untergrund für Fliesen, und als Putzmörtel ist er in der Norm DIN EN 998-1 geregelt.[1][3]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So wird ein Bad mit Kalkzementputz neu verputzt

![Kalkzementputz, Funktionsweise: Bad im Umbau mit neuem Unterputz in zwei Lagen, Seitenwand im Schnitt, sanftes Heizen am gekippten Fenster, Fliesenpakete und Abdichtung warten auf das Ende der Standzeit](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/kalkzementputz/50415df257-1792367816/kalkzementputz-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung: Bad im Umbau nach einer undichten Dusche, die Seitenwand im Schnitt, die Putzlagen überhöht. Die Nummern folgen dem Putz von der ersten Lage bis zu den Fliesen.

1. **Unterputz aus Kalk und Zement:** Kalk und Zement binden diesen Putz gemeinsam, er ist feuchtebeständig und eignet sich deshalb für Bäder, Keller und als Untergrund für Fliesen. Nach einem Leitungsschaden im Bad muss er nicht automatisch erneuert werden, wir messen dann an mehreren Punkten, wie tief die Feuchte im Mauerwerk sitzt.
2. **Ein Tag Standzeit pro Millimeter:** Unter üblichen Bedingungen, rund 20 °C bei 60 Prozent Luftfeuchte, braucht der Unterputz einen Tag je Millimeter Dicke, bevor die nächste Lage folgt. Bei +5 °C sind es zwei Tage je Millimeter, darunter wird keine weitere Lage aufgetragen.
3. **Jede Lage wartet für sich:** Wird der Putz nach einer undichten Dusche neu aufgebaut, gilt die Wartezeit für jede Lage einzeln. Auch ausgebesserte Fehlstellen warten so lange: 15 mm Mörtel brauchen 15 Tage.
4. **Sanft heizen und lüften:** Ist es kalt und feucht, dauert das Abbinden länger, dann helfen Heizen und Lüften. Zu schnell darf der Putz aber nicht trocknen, bis unter 3 Prozent Restfeuchte drohen sonst Spannungen und Risse.
5. **Erst dann Abdichtung und Fliesen:** Ab wann gefliest werden darf, bestimmt bei einer Badsanierung die Standzeit des neuen Unterputzes. Unter Fliesen kommt auf den Putz eine Abdichtung, die zur Wassereinwirkung im Bad passt.

## Kalk und Zement als Bindemittel

Die eigenschaftsbestimmenden Bindemittel sind nach den VDPM-Leitlinien hydraulischer Kalk oder Luftkalk zusammen mit Zement, und als Bindemittel für mineralische Putzmörtel dienen vor allem Baukalke nach DIN EN 459-1 und Zemente nach DIN EN 197-1.[1] Innen werden je nach Untergrund und Wassereinwirkung Kalkzement-Normalputze oder Kalkzement-Leichtputze vom Typ I und II eingesetzt.[1]

Nach der früheren Einteilung gehörten Mörtel mit hochhydraulischem Kalk, mit Putz- und Mauerbinder und Kalkzementmörtel zur Mörtelgruppe P II, Zementmörtel mit oder ohne Kalkhydrat zur Gruppe P III.[2] Reine Zementputze sind nach WECOBIS zugunsten der Gruppe P II zurückgegangen, und die gestiegenen Anforderungen an den Wärmeschutz haben Normalputze zugunsten von Leicht- und Wärmedämmputzen verdrängt.[2] Statt reinem Portlandzement werden inzwischen standardmäßig Portlandkomposit- und Hüttenzemente verwendet, um Rohstoffe zu schonen.[2] Für einen leichten Kalk-Zement-Außenputz als Werktrockenmörtel nennt WECOBIS eine Stellvertreterrezeptur mit 10 Prozent Zement, 5 Prozent Weißkalkhydrat, 66 Prozent Kalksteinsand, 15 Prozent Kalksteinmehl und 4 Prozent Blähglasgranulat, dazu kleine Mengen Methylcellulose, Luftporenbildner und Hydrophobierungsmittel.[2] Teilweise kommen nach WECOBIS auch Sekundärrohstoffe wie Kalkschlämme oder Gießerei-Altsande zum Einsatz.[2]

Kalkzementputz liegt in Bädern und Kellern, wo Steckdosen, Leuchten und Leitungen nah an nassen Flächen sitzen. Läuft Wasser über solche Wände, schaltet man vor jeder Berührung die Sicherungen von Bad oder Keller ab, denn der Lichtschalter unterbricht die übrigen Kreise nicht. Steht der Sicherungskasten im Wasser oder in einem Keller, in dem das Wasser steigt, geht keiner hin, auch nicht zum Abschalten, und die Feuerwehr oder der örtliche Netzbetreiber übernehmen.

## Kategorien nach DIN EN 998-1

Die Norm DIN EN 998-1 gilt für Putzmörtel für innen und außen und enthält Definitionen, Anwendungseigenschaften und Leistungsanforderungen, nicht aber für Mörtel, deren Hauptbindemittel Gips ist.[3] Steht nach einem Rückstau [Abwasser im Haus](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/abwasser-im-haus-nach-rueckstau), verträgt ein Putz aus Kalk und Zement die Nässe besser als ein Putz mit Gips als Hauptbindemittel. Die Ausgabe vom Februar 2017 ersetzt die Fassung von 2010, an den technischen Klassen und Schwellenwerten hat sie nichts geändert.[3] Für [Fliesenarbeiten](https://www.stmb24.de/fliesenarbeiten) auf einem solchen Putz zählen zusätzlich seine deklarierte Druckfestigkeit und Trockenrohdichte, für die die VDPM-Leitlinien Mindestwerte nennen.

Nach den Druckfestigkeitskategorien der Norm, die die VDPM-Leitlinien wiedergeben, liegt CS I bei 0,4 bis 2,5 N/mm², CS II bei 1,5 bis 5,0 N/mm², CS III bei 3,5 bis 7,5 N/mm² und CS IV bei mindestens 6,0 N/mm².[1] Für die kapillare Wasseraufnahme gibt es die Kategorien Wc0 ohne Anforderung, Wc1 mit höchstens 0,40 und Wc2 mit höchstens 0,20 kg/(m²√min).[1] Bei geringer Schlagregenbeanspruchung genügt nach der Tabelle der Leitlinien jede Kategorie von Wc0 bis Wc2, bei mittlerer müssen es Wc1 oder Wc2 sein, bei starker Wc2, und die Anforderung ist erfüllt, wenn mindestens eine Putzlage des Systems sie einhält.[1] Für die Wärmeleitfähigkeit sieht die Norm die Kategorien T1 mit höchstens 0,1 W/(m·K) und T2 mit höchstens 0,2 W/(m·K) vor.[1] Ein Wärmedämmputz als Unterputz muss nach den Leitlinien mindestens 20 mm und soll in der Regel höchstens 100 mm dick sein, und der Oberputz darauf ist einschließlich Ausgleichsputz im Mittel 8 mm dick.[1]

## Kalkzementputz innen und außen

Außenputz gestaltet nach BauNetz Wissen die Fassade, schützt das Mauerwerk vor Feuchte und kann zum Wärmeschutz beitragen, und die DIN 18550 unterscheidet beim Schlagregenschutz Außenputze ohne besondere Anforderungen, wasserhemmende und wasserabweisende Außenputze.[4] Als Putzmörtel werden heute überwiegend Werkmörtel verwendet, und Außenputze werden in der Regel 20 bis 30 mm dick aufgetragen, [Wärmedämmputze](https://www.stmb24.de/themen/daemmputz) bis 100 mm.[4]

Wasserabweisend ist ein Putz nach [DIN 4108-3](https://www.stmb24.de/themen/din-4108-waermeschutz) erst, wenn drei Bedingungen zugleich erfüllt sind, ein Wasseraufnahmekoeffizient bis 0,5 kg/(m²√h), eine diffusionsäquivalente Luftschichtdicke bis 2,0 m und ein Produkt aus beiden bis 0,2 kg/(m√h).[1] Leichtputze müssen außen wasserabweisend sein, und mineralische Leichtaußenputze eignen sich nach BauNetz Wissen besonders für Mauerwerk aus Steinen mit einer Rohdichte unter 1,0 kg/dm³.[1][4] Innenputze sind nach BauNetz Wissen Gestaltungsfläche, Feuchtepuffer und Luftdichtheitsebene der Gebäudehülle, und mineralische Putze sind dort oberflächensperrenden Kunstharzputzen vorzuziehen.[4]

## Standzeiten zwischen den Putzlagen

Unter normalen Bedingungen von etwa 20 °C und 60 Prozent relativer Luftfeuchte gilt nach den VDPM-Leitlinien für den Unterputz eine Standzeit von einem Tag je Millimeter Dicke, und Fehlstellen, die mit Mörtel geschlossen wurden, brauchen ebenfalls einen Tag je Millimeter, bei 15 mm Tiefe also 15 Tage.[1] Bei +5 °C verdoppelt sich die Standzeit auf zwei Tage je Millimeter, ein Armierungsputz braucht dann rund 14 Tage, und unter +5 °C kommt die Reaktion nahezu zum Erliegen, so dass keine weitere Putzlage aufgetragen werden soll.[1] Bei einer [Badsanierung mit neuem Unterputz](https://www.stmb24.de/badsanierung) legt diese Standzeit fest, wann die Wand gefliest werden kann. Wird der Putz neu aufgebaut, weil eine [Dusche undicht](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/dusche-undicht-erkennen-wasser-unter-fliesen) war, gilt diese Wartezeit für jede Lage.

Bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchte verlieren Kalk-, Kalkzement- und Zementputze nach den Leitlinien die Regel von einem Tag je Millimeter, darum wird geheizt und gelüftet, rasches Aufheizen und zu schnelles Trocknen sind aber bis zu einer Restfeuchte unter 3 Prozent zu vermeiden, weil sonst Spannungen und Risse entstehen.[1] Entzieht Wind oder Sonne dem frischen Putz zu früh Wasser, sinkt seine Druckfestigkeit und die Wasseraufnahme steigt, darum hält man die Oberfläche nach dem Anhärten durch dosiertes Besprühen feucht.[1]

## Armierung, Risse und Oberputz

Bei Normalputzmörteln mit Druckfestigkeiten über 3,0 N/mm², etwa Kalk-Zement-Putzen, darf die Putzbewehrung einer Teilflächenarmierung nach den VDPM-Leitlinien auch in die obere Hälfte des Unterputzes eingelegt werden, bei Leichtputzen nicht.[1] Zementputze haben dagegen nach WECOBIS eine sehr harte Oberfläche, die Spannungen aus dem Mauerwerk schlecht abfedert, so dass leicht Risse und Abplatzungen entstehen.[2]

Wärmedämmputze brauchen einen festeren Oberputz als den Unterputz, obwohl nach DIN 18550 der Oberputz weicher sein soll als der Unterputz, und darum müssen die Putzlagen nach BauNetz Wissen besonders gut aufeinander abgestimmt werden.[4] Kalkzementputze sind wie [Kalkputze](https://www.stmb24.de/themen/kalkputz) nach WECOBIS in der Regel biozidfrei, anders als Fassadenputze mit organischen Anteilen.[2]

## Arbeitsschutz bei Zement und Kalk

Als trockenes Pulver und als frischer Mörtel sind zementhaltige Putze nach der Gefahrstoffverordnung mit den Symbolen GHS05 und GHS07 gekennzeichnet, weil sich beim Anmachen eine stark alkalische Lösung bildet, deren pH-Wert zwischen 12,5 und 13,5 liegt.[2] Augen-, Hand-, Haut- und Körperschutz gehören deshalb zur Verarbeitung, im ausgehärteten Zustand gehen vom Putz keine Gesundheitsgefahren mehr aus.[2] Für Portlandzementstaub nennt WECOBIS nach TRGS 900 einen Grenzwert von 5 mg/m³ in der einatembaren Fraktion, und beim Anmischen von trockenem Putzmörtel entsteht Staub.[2] Als Oberputz dienen nach den VDPM-Leitlinien häufig mineralische Edelputze, die neben strukturgebenden Körnungen UV- und alkalibeständige Farbpigmente enthalten.[1]

## Kalkzementputz in Bad und Keller nach Wasserschäden

Kalkzementputz ist feuchtebeständig und muss nach einem Leitungsschaden im Bad oder einem Wassereintritt im Keller nicht automatisch erneuert werden. Wir messen die Wand an mehreren Stellen bis in die Tiefe des Mauerwerks, trocknen mit Bautrocknern und prüfen danach, ob der Putz hohl klingt, ob sich Salze zeigen oder ob Fliesen sich lösen. Bevor neu verputzt wird, entfernen wir losen und salzbelasteten Putz, und stark saugende Flächen werden vorgenässt.

Stark salzbelasteten Putz an Kellerwänden ersetzt man durch einen [Sanierputz](https://www.stmb24.de/themen/sanierputz), sonst bessern wir mit Kalkzementputz aus und halten die Standzeiten ein, bevor neue Fliesen verlegt oder Flächen gestrichen werden. In Bädern unter Fliesen gehört auf den Putz die Abdichtung, die der jeweiligen Wassereinwirkung entspricht.

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

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Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

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Belege

Quellen

1. Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e. V. (VDPM): [Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton](https://www.maxit.de/fileadmin/user_upload/Zielgruppen/6-1_Downloads/Technische_Informationen/VDPM_Leitlinien_fuer_das_Verputzen_von_Mauerwerk_und_Beton_11_2022.pdf). Stand November 2022, 4. Ausgabe, Abschnitte 8.1 Putzmörtel mit Tabellen 2 und 5, 8.5.2.3 Teilflächenarmierung im Unterputz, 8.8.5 Standzeiten mit Tabelle 11, 8.8.6 Nachbehandlung, 9.2.3 Kalkzementputze und 9.7 Trocknen der Putzflächen. Abgerufen am 12.10.2026.
2. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), WECOBIS: [Zementputz, Produktgruppe Putzmörtel](https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/moertel-estriche-pg/putzmoertel-pg/zementputz-pg.html). Datenblatt Zementputz, Reiter Übersicht, Technisches, Rohstoffe und Verarbeitung. Abgerufen am 12.10.2026.
3. DIN Media GmbH: [DIN EN 998-1: Festlegungen für Mörtel im Mauerwerksbau, Teil 1: Putzmörtel](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-en-998-1/264066986). Ausgabe 2017-02, Einführungsbeitrag und Ersatzvermerk. Abgerufen am 12.10.2026.
4. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Außen- und Innenputze](https://www.baunetzwissen.de/mauerwerk/fachwissen/moertel-putze/aussen--und-innenputze-162688). Fachwissen Mauerwerk, Mörtel und Putze, Abschnitte Außenputze und Innenputze. Abgerufen am 12.10.2026.

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