# Mikrowellenmessung

> Mikrowellenmessung erklärt: wie das Verfahren Feuchte in Wänden und Böden zerstörungsfrei erfasst, warum Salze kaum stören und welche Messtiefen möglich sind.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/mikrowellenmessung
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Mikrowellenmessung: Kellerwand im Schnitt, Messgerät mit Antennenkopf sendet Wellen in das feuchte Mauerwerk, Wasserteilchen drehen sich im Feld, Salz an der Innenseite, Tablet mit Feuchtekarte](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/mikrowellenmessung/47666a6bb2-1792367846/mikrowellenmessung-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Mikrowellenmessung

Die Mikrowellenmessung ist ein zerstörungsfreies dielektrisches Verfahren zur Feuchtemessung in Baustoffen, das die besonderen dielektrischen Eigenschaften des Wassers nutzt.[1] Je nach Messkopf erfasst sie eine oberflächennahe Schicht von wenigen Zentimetern oder das Volumen eines Bauteils bis in etwa 30 Zentimeter Tiefe.[1] Salze im Mauerwerk beeinflussen das Ergebnis nach dem Hersteller hf sensor so gut wie nicht.[1]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So findet die Mikrowellenmessung das Wasser in der Wand

![Mikrowellenmessung, Funktionsweise: Kellerwand im Schnitt mit feuchter Zone und drehenden Wasserteilchen, Messgerät mit Antennenkopf an der Innenseite sendet Wellenbögen tief in das Mauerwerk, Rückwellen zum Kopf, Salz an der Wand, Messkreuze, Tablet mit Feuchtekarte auf dem Tisch](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/mikrowellenmessung/1d25af3a9d-1792367846/mikrowellenmessung-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung einer alten Kellerwand im Schnitt mit dem Messgerät an der Innenseite. Die Nummern folgen der Welle vom Messkopf in die Wand und zurück bis zur Feuchtekarte.

1. **Messkopf sendet Mikrowellen:** Der Antennenkopf liegt flach auf der Wand und strahlt ein hochfrequentes Wechselfeld in das Mauerwerk. Gemessen wird mit so kleinen Leistungen, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen ist.
2. **Wasserteilchen drehen sich:** Wasser ist ein polares Molekül und richtet sich im Feld aus, im Wechselfeld beginnt es zu rotieren. Seine Dielektrizitätskonstante liegt bei etwa 80, die der Baustoffe nur zwischen 3 und 6, darum fällt schon wenig Wasser deutlich auf.
3. **Rückwelle: Reflexionsfaktor:** Ein Teil der Welle kommt aus der Wand zum Kopf zurück. Das Verhältnis von hinlaufender und reflektierter Welle, der Reflexionsfaktor, ist das Maß für die Feuchte, und der Zugang von einer Seite genügt.
4. **Salz stört die Messung kaum:** Der Einfluss der Ionenleitfähigkeit sinkt mit steigender Frequenz und ist ab etwa 2 bis 3 Gigahertz vernachlässigbar. Salze im Mauerwerk beeinflussen die Mikrowellenmessung darum so gut wie nicht.
5. **Tiefe 1 bis 3 cm oder bis 30 cm:** Ein Streufeld-Messkopf erfasst die Feuchte an der Oberfläche bis etwa 3 Zentimeter tief, ein Antennen-Messkopf das Volumen des Bauteils bis etwa 30 Zentimeter. Zu Bauteilrändern bleibt ein Abstand von 10 bis 15 Zentimetern.
6. **Raster ergibt Karte:** Die Messpunkte im Raster ergeben auf dem Tablet eine Feuchtekarte. Sie zeigt, wie sich das Wasser ausgebreitet hat, und an den feuchtesten Stellen werden Proben für ein direktes Verfahren entnommen.

## Wie die Mikrowellenmessung funktioniert

Wasser ist ein polares Molekül, das sich in einem elektrischen Feld ausrichtet und in einem elektromagnetischen Wechselfeld mit der Frequenz des Feldes zu rotieren beginnt, beschrieben wird dieser Effekt durch die Dielektrizitätskonstante.[1] Die relative Dielektrizitätskonstante von Wasser beträgt etwa 80, die der meisten Baustoffe liegt im Bereich von 2 bis 10, vorzugsweise zwischen 3 und 6, und wegen dieses großen Unterschieds lassen sich auch kleine Wassermengen gut erkennen.[1]

Mit steigender Frequenz kann das Wassermolekül dem Feld immer schlechter folgen, es entsteht eine Phasenverschiebung, und neben dem Realteil der Dielektrizitätskonstante, der auch bei kapazitiven Messungen wirkt, treten dielektrische Verluste auf, die in der Küchenmikrowelle für die Erwärmung sorgen.[1] Die Mikrowellenmessung kann beide Größen auswerten und damit mehr Information über das Messgut liefern.[1]

Gemessen wird gerade nach Leitungswasserschäden, wenn noch Wasser in Estrich, Wand oder Decke steckt. Vor jeder Messung in solchen Räumen wird der Strom an der Sicherung abgeschaltet, ein Druck auf den Lichtschalter reicht nicht. Steht der Sicherungskasten selbst im Wasser, meldet man das der Feuerwehr oder dem örtlichen Netzbetreiber und betritt den Raum nicht, und in einem Keller mit steigendem Wasser wird nicht gemessen.

## Warum Salze die Mikrowellenmessung kaum stören

Die elektrischen Gesamtverluste eines Materials setzen sich aus den dielektrischen Verlusten und den Verlusten durch die Leitfähigkeit von Ionen zusammen, etwa durch Salze im Mauerwerk, und der Einfluss der Ionenleitfähigkeit sinkt mit steigender Frequenz.[1] Ab etwa 2 bis 3 Gigahertz wird er vernachlässigbar klein, deshalb werden Mikrowellen-Feuchtemessungen durch Salze so gut wie nicht beeinflusst, während bei niederfrequenten kapazitiven Verfahren Leitfähigkeitseinflüsse die Werte verfälschen.[1]

Das Maximum der dielektrischen Verluste von Wasser liegt um 20 Gigahertz, dort ist die Wellenlänge im trockenen Baustoff mit etwa 10 Millimetern aber so klein, dass die Eindringtiefe nicht reicht, und schon bei 2,45 Gigahertz, der Frequenz der Küchenmikrowelle, sind die Verluste hoch genug, um Wasser gut nachzuweisen.[1] Gemessen wird nach dem Hersteller mit kleinen Leistungen, die eine Gesundheitsgefährdung ausschließen.[1]

Gerade bei alten Kellerwänden, in denen sich über Jahrzehnte Salze angereichert haben, ist das ein Vorteil. Dort zeigen Widerstandsgeräte und einfache kapazitive Geräte hohe Werte, auch wenn die Wand nur salzhaltig und gar nicht besonders nass ist. Bei einer [Leckageortung](https://www.stmb24.de/leckageortung) hilft das Verfahren, weil es die nasse Zone in der Wand auch hinter salzbelastetem Putz sauber abgrenzt.

## Messköpfe und Eindringtiefe der Mikrowellenmessung

Für die Bauwerksdiagnose eignen sich reflektive Anordnungen, bei denen eine Welle aus einer Antenne ins Material gestrahlt wird oder sich das Feld einer Streufeld-Anordnung ins Material ausdehnt, gemessen werden hinlaufende und reflektierte Welle, und ihr Quotient heißt Reflexionsfaktor.[1] Solche Anordnungen brauchen nur von einer Seite Zugang zum Bauteil.[1] Zeigt sich ein [feuchter Fleck an der Wand](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/feuchter-fleck-an-der-wand), lässt sich so von einer Seite aus prüfen, wie tief die Nässe reicht.

Messköpfe der Mikrowellenmessung

| Messkopf | Eindringtiefe | Einsatz |
| --- | --- | --- |
| Streufeld-Messkopf (offener Resonator) | etwa 1 bis 3 cm | Feuchte an der Oberfläche |
| Antennen-Messkopf (Planarantenne) | bis etwa 30 cm | Feuchte im Volumen des Bauteils |

Nach dem Fachbeitrag der hf sensor GmbH zu den MOIST-Messköpfen.[1]

Ist eine Wand dünner als die Eindringtiefe des Volumenmesskopfs, wird ein Teil der Welle an ihrer Rückseite reflektiert und kann den Messwert teils stark verfälschen, und wegen der großen seitlichen Ausdehnung des Feldes ist zu den Rändern des Bauteils ein Abstand von 10 bis 15 Zentimetern einzuhalten.[1] Die Rauigkeit von Ziegeloberflächen oder Innenputzen hat beim Oberflächenmesskopf noch keinen nennenswerten Einfluss.[1] Ist eine [Dusche undicht](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/dusche-undicht-erkennen-wasser-unter-fliesen), lässt sich die nasse Zone in der Wand dahinter ohne Öffnen der Fliesen eingrenzen.

Ein Trocknungsbetrieb gibt für Holz, Mauerwerk und andere Baustoffe eine Messtiefe von 20 bis 25 Zentimetern an, nennt das Verfahren sehr schnell, aber teuer, und weist darauf hin, dass für eine gute Ankopplung eine ebene Unterlage nötig ist und bei bestimmten Geräten Schutzmaßnahmen für die Gesundheit getroffen werden müssen.[2]

## Rastermessung und Tiefenschichten

Mit einem Mikrowellen-Rasterfeuchtemesssystem lässt sich nach einem Informationsblatt der Norddeutschen Bausanierung die Feuchteverteilung zerstörungsfrei aufnehmen, die Feuchte ist danach in verschiedenen Tiefenschichten bis zu 80 Zentimetern messbar, und es können bis zu eine Million Messwerte aufgenommen werden.[3] Die Kombination von Rastermessungen an der Oberfläche und in tieferen Schichten unterscheidet reine [Oberflächenfeuchte](https://www.stmb24.de/themen/oberflaechenfeuchte) von Feuchteschäden im Inneren von Wänden, Fußbodenaufbauten oder Flachdächern.[3]

Als Materialien nennt das Blatt Holz, Mauerwerk, Anhydrit- und [Zementestrich](https://www.stmb24.de/themen/zementestrich) sowie Dämmstoffe, die Kalibration erfolgt nach einem WTA-Merkblatt, und als Vorteile werden Genauigkeit, Schnelligkeit, Unabhängigkeit von Versalzung und kaum Querempfindlichkeiten angeführt.[3] Die unterschiedlichen Angaben zur Eindringtiefe, dreißig Zentimeter beim Hersteller, achtzig im Informationsblatt, hängen vom Gerät, vom Messkopf und vom Baustoff ab.

Ein Raster macht sichtbar, wie sich Wasser ausgebreitet hat. Eine Leckage in der Fußbodenheizung zeigt sich als Feuchteinsel in der Tiefe, Tauwasser an einer kalten Ecke als Feuchte nur an der Oberfläche, und aufsteigende Feuchte als Band entlang des Wandfußes.

## Kalibrierung: vom Messwert zum Wassergehalt

Die Messköpfe sind materialspezifisch kalibriert, in der Regel mit dem Darr-Verfahren als Referenz, weil es die geringsten Fehlermöglichkeiten aufweist, und bei Estrichproben werden begleitend CM-Messungen durchgeführt.[1] Schon durch die Probennahme auf der Baustelle können beim Darr- oder CM-Verfahren nach dem Fachbeitrag Messfehler in der Größenordnung von 2 bis 3 Prozent Wassergehalt entstehen, und eine zerstörende Messung sagt nur etwas über das Volumen rund um die Messstelle.[1]

Das WTA-Merkblatt 4-11 behandelt das Darr-Verfahren und das CM-Verfahren als direkte Messverfahren zur quantitativen Bestimmung des Wassergehalts, dazu das hygrometrische Verfahren für die Ausgleichsfeuchte.[4] Zahlreiche weitere, indirekte Messverfahren wurden nach der Kurzfassung bei der Vorgängerausgabe in einem Sachstandsbericht behandelt.[4]

Für die Praxis bedeutet das: Die Mikrowellenmessung zeigt verlässlich, wo es feuchter oder trockener ist, für einen Wassergehalt in Prozent braucht sie eine Kalibrierung auf den jeweiligen Baustoff. Wie die direkten Verfahren funktionieren, erklären die Begriffe CM-Messung und [Darrmethode](https://www.stmb24.de/themen/darrmethode).

## Grenzen der Mikrowellenmessung

Mehrschichtige Aufbauten wie Estrich auf Dämmung oder eine verkleidete Wand liefern Mischwerte, die ohne Kenntnis des Aufbaus schwer zu deuten sind. Bewehrung und Leitungen im Messfeld sollte man kennen, weil sie die Reflexion beeinflussen können, und an Bauteilrändern und in Ecken fehlt das Volumen, das der Messkopf braucht.

Für die Freigabe eines Estrichs zur Belegung wird an der feuchtesten Stelle mit einem direkten Verfahren gemessen. Die Mikrowellenmessung hilft, diese Stelle zu finden, sie ersetzt die Probe aber nicht, wie der Begriff [Belegreife](https://www.stmb24.de/themen/belegreife) erklärt.

## Wie wir die Mikrowellenmessung einsetzen

Wir nutzen Mikrowellenmessungen, um nach einem Wasserschaden die Ausbreitung im Fußbodenaufbau und in Wänden abzugrenzen, ohne gleich aufzustemmen, und um den Verlauf einer [Trocknung](https://www.stmb24.de/trocknung) an denselben Rasterpunkten zu verfolgen. Die Ergebnisse stellen wir als Feuchtekarte dar, die Eigentümer und Versicherer nachvollziehen können.

Wo es auf einen Wassergehalt in Prozent ankommt, ergänzen wir die Messung durch Bohrproben für Darr- oder CM-Messung an den feuchtesten Stellen des Rasters. So verbinden wir die Fläche der zerstörungsfreien Messung mit der Genauigkeit der direkten Verfahren.

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Belege

Quellen

1. hf sensor GmbH, Fachbeitrag bei Marag: [A. Göller: Mikrowellenbasierte Feuchtemessung im Raster. Neue Konzepte der Feuchtemessung in Bauwerken](https://www.marag.ch/de/feuchtemesstechnik/feuchtemessung_bau/content.htm/pdf_feuchte.pdf). Abschnitte Grundlagen der dielektrischen Feuchtemeßverfahren, Mikrowellen-Feuchtemeßverfahren, Messungen mit den MOIST-Geräten und Materialspezifische Kalibration. Abgerufen am 06.10.2026.
2. EBS Trocknungsservice GmbH (Fachbetrieb): [Mikrowellen-Feuchtemessung](https://www.ebs-trocknungsservice.de/mikrowellen-feuchtemessung.html). Rubrik Meßtechniken, Abschnitt Mikrowellen-Feuchtemessung. Abgerufen am 06.10.2026.
3. Norddeutsche Bausanierung (Fachbetrieb): [Information: Zerstörungsfreie Feuchtemessung durch Mikrowellentechnik](https://www.ndb.de/sites/default/files/inline-files/NDBS_Informationsblatt_Zerst%C3%B6rungsfreieFeuchtemessung.pdf). Informationsblatt, Text und Abschnitt Fakten. Abgerufen am 06.10.2026.
4. Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA): [WTA-Merkblatt 4-11 Messung des Wassergehalts bzw. der Feuchte von mineralischen Baustoffen, Kurzfassung](https://www.wta-international.org/fileadmin/user_upload/Geschaeftsstelle/Schriften/Kurzfassungen/4-11-16.pdf). Ausgabe 03.2016/D, Inhaltsverzeichnis und Kurzfassung. Abgerufen am 06.10.2026.

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