# MVOC

> MVOC erklärt: welche flüchtigen Stoffe Schimmel bildet, warum Messungen falsch positiv sein können, was sie über Gesundheit aussagen und was Spürhunde riechen.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/mvoc
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![MVOC: Schimmel hinter dem Kleiderschrank mit Geruchsschwaden, Spürhund, Probenahmepumpe mit Röhrchen, Farbeimer und Reiniger im Regal, geöffnete Bodenstelle](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/mvoc/e98fbdf40c-1792367849/mvoc-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# MVOC

Auch: mikrobielle flüchtige organische Verbindungen

MVOC, Microbial Volatile Organic Compounds, sind flüchtige organische Verbindungen wie Alkohole, Terpene, Ketone, Ester und Aldehyde, die Schimmelpilze und Bakterien beim Wachstum bilden, und sie verursachen den typischen Schimmelgeruch.[1] Ihr Nachweis in der Raumluft kann ein Hinweis auf verdecktes mikrobielles Wachstum sein, ein gesundheitliches Risiko lässt sich daraus aber nicht ableiten.[1][2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So verrät sich verdeckter Schimmel über MVOC

![MVOC, Funktionsweise: Wohnraum mit Kleiderschrank, dahinter Schimmel an der Wand mit aufsteigenden Geruchsschwaden, Spürhund mit der Nase am Spalt, Probenahmepumpe mit Röhrchen auf einem Stativ, Regal mit Farbeimer und Reinigerflasche, geöffnete Stelle im Boden mit Stemmeisen](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/mvoc/b3a120392c-1792367849/mvoc-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung eines Wohnraums mit Schimmel hinter dem Kleiderschrank, aufsteigenden Geruchsschwaden, Spürhund, Probenahmepumpe mit Röhrchen, Regal mit Farbe und Reiniger und einer geöffneten Stelle im Boden. Die Nummern folgen dem Weg vom Befall über den Geruch bis zur Bauteilöffnung.

1. **Schimmel wächst verdeckt:** Hinter Möbeln, in Fußbodenaufbauten oder in Wänden kann Schimmel wachsen, ohne dass Flecken zu sehen sind. Beim Wachstum bilden die Mikroorganismen Stoffwechselprodukte, analog zu den flüchtigen organischen Verbindungen allgemein.
2. **Verdunstet und riecht muffig:** MVOC sind Alkohole, Terpene, Ketone, Ester und Aldehyde, etwa 30 Verbindungen sind bisher bekannt. Einige sind schon in Konzentrationen von Nanogramm je Kubikmeter zu riechen, der Geruch ist deshalb oft das erste Zeichen eines verdeckten Schadens.
3. **Spürhund riecht Spuren davon:** Schimmelspürhunde riechen MVOC schon in geringen Konzentrationen und helfen, verdeckten Befall zu finden. Der markierte Punkt muss aber nicht der Befallsort sein, weil Luftströmungen die Stoffe verdriften.
4. **Luftprobe durch ein Röhrchen:** Gemessen wird mit einer Probenahme an Aktivkohle und anschließender Elution oder an Tenax mit Thermodesorption. Ein einheitliches Bewertungsschema für die gemessenen Konzentrationen gibt es noch nicht, deutliche Indikatoren sind etwa 1-Octen-3-ol und 3-Methylfuran.
5. **Farbe und Reiniger riechen ähnlich:** Manche dieser Stoffe stammen auch aus Bauprodukten, Reinigungsmitteln und Farben oder entstehen beim Rauchen und Backen. In Neubauten und nach Sanierungen kommt es darum zu falsch positiven Ergebnissen, und Chloranisole riechen schimmelähnlich ohne Schimmel.
6. **Erst die Öffnung entscheidet:** Ob saniert wird, entscheidet sich erst nach Bauteilöffnungen an den vermuteten Stellen und gegebenenfalls mikrobiologischen Untersuchungen. Ein typischer Geruch im Fußbodenaufbau genügt allerdings als Beleg, dass saniert werden muss.

## Woher der muffige Geruch kommt

Nach dem [Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts](https://www.stmb24.de/themen/uba-schimmelleitfaden) entstehen MVOC als Stoffwechselprodukte, wenn Mikroorganismen bei einem Befall wachsen, analog zu den VOC, den flüchtigen organischen Verbindungen allgemein.[1] Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt sie als flüchtige organische Stoffwechselprodukte von Biostoffen, die geruchlich wahrnehmbar sein können, und ihr Vorkommen in der Innenraumluft kann auf ein Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien hinweisen.[2]

Einige MVOC sind schon in sehr niedrigen Konzentrationen im Bereich von Nanogramm je Kubikmeter zu riechen, und diese niedrigen Geruchsschwellen können Belästigungsreaktionen auslösen.[1] Der Geruch kann deshalb ein frühes Zeichen eines verdeckten Schadens sein, bevor Flecken sichtbar werden.

## Welche Stoffe dazu gehören

MVOC umfassen nach dem Leitfaden ein breites Spektrum chemischer Stoffklassen, etwa Aldehyde, Alkanole, Alkenole, Ester, Ether, Karbonsäuren, Ketone, schwefelhaltige Verbindungen, Terpene, Terpenalkohole und Sesquiterpene.[1] Bisher wurden etwa 30 solcher Verbindungen identifiziert, die Schimmelpilze bilden können.[1]

Als deutliche Indikatoren für einen mikrobiellen Schaden gelten nach dem Leitfaden 3-Methylfuran, Dimethyldisulfid, 1-Octen-3-ol, 3-Octanon und 3-Methyl-1-butanol, weniger spezifisch sind Hexanon, Heptanon, 1-Butanol und Isobutanol.[1]

MVOC als Hinweis auf mikrobiellen Befall

| Einstufung | Verbindungen |
| --- | --- |
| deutliche Indikatoren | 3-Methylfuran, Dimethyldisulfid, 1-Octen-3-ol, 3-Octanon, 3-Methyl-1-butanol |
| weniger spezifische Indikatoren | Hexanon, Heptanon, 1-Butanol, Isobutanol |

Nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts, Abschnitt 5.1.2.6. Ein einheitliches Bewertungsschema für die gemessenen Konzentrationen gibt es danach noch nicht.[1]

## Nicht jeder Schimmelgeruch ist Schimmel

Bei der Auswertung ist nach dem Umweltbundesamt zu beachten, dass manche dieser Stoffe auch aus Bauprodukten, Reinigungsmitteln und Farben stammen oder bei Tätigkeiten wie Rauchen oder Backen frei werden.[1] Vor allem in Neubauten oder nach größeren Sanierungen im Bestand kann es bei MVOC-Messungen zu falsch positiven Ergebnissen kommen.[1] Wer eine Messung beauftragt, sollte dem Labor deshalb sagen, ob kurz zuvor renoviert, gestrichen oder gründlich gereinigt wurde.

Bestimmte Chemikalien wie Chloranisole und Chlornaphthaline riechen dagegen schimmelähnlich, ohne dass [Schimmel wächst](https://www.stmb24.de/schadenwissen/schimmel/schimmel-nach-wasserschaden).[1] Bei Geruchsproblemen kann eine Bestimmung der flüchtigen Verbindungen deshalb im Einzelfall zeigen, ob die Quelle chemisch oder mikrobiell ist.[1]

## Wie MVOC gemessen werden

Gemessen wird nach dem Leitfaden auf zwei Wegen: mit einer Probenahme an Aktivkohle und anschließender Elution oder mit einer Probenahme an Tenax und anschließender Thermodesorption, beschrieben in einem Entwurf der VDI 4254 Blatt 1.[1] Ein einheitliches Bewertungsschema für die gemessenen Konzentrationen liegt noch nicht vor.[1]

Neben der MVOC-Messung werden biochemische Schnelltests angeboten, etwa auf ATP, Enzymaktivität oder bestimmte Zellbestandteile, und molekularbiologische Tests mit Q-PCR.[1] Sie sind nach dem Leitfaden in der Praxis noch nicht ausreichend validiert und nicht standardisiert, und manche funktionieren bei älterem Befall, nach einer Desinfektion oder thermischen Behandlung oder bei niedrigen pH-Werten gar nicht oder nur eingeschränkt.[1]

Eine Abschätzung, wie stark jemand Schimmel ausgesetzt ist, oder eine Beurteilung des gesundheitlichen Risikos lässt sich aus dem Nachweis von MVOC nach dem Umweltbundesamt nicht ableiten.[1] Die Messung kann bei Geruchsproblemen unter bestimmten Voraussetzungen Hinweise auf die Ursache oder auf verdeckten Befall geben, eine Sanierungsentscheidung allein darauf zu stützen, schließt der Leitfaden für solche Verfahren aus.[1]

## Wenn Bakterien riechen

Aktinomyzeten, wörtlich Strahlenpilze, hielt man früher für kleine Pilze, erkannte dann aber, dass es Bakterien sind, und nennt sie heute Aktinobakterien.[1] Routinemäßig werden Bakterien bei [Schimmelbefall](https://www.stmb24.de/schimmelpilzsanierung) nach dem Umweltbundesamt nicht untersucht, weil ein mikrobieller Befall meist schon über die Schimmelpilze nachgewiesen werden kann.[1] Bei sehr nassen Materialien haben Bakterien aber oft einen Wachstumsvorteil, und es treten kaum Schimmelpilze auf.[1] Werden bei geruchsauffälligem Material keine erhöhten Schimmelpilzkonzentrationen gefunden, soll deshalb auch auf Bakterien untersucht werden, bei älteren Schäden besonders auf Aktinomyzeten, und in der Praxis wird bei solchen Materialien häufig gleich auf Bakterien untersucht.[1]

Die Messung von Bakterien in der Raumluft hält der Leitfaden dagegen nicht für sinnvoll, weil ihre Gesamtkonzentration weder über gesundheitliche Wirkungen noch über einen Schimmelbefall etwas aussagt, und auch für Aktinomyzeten in der Raumluft gibt es weder eine standardisierte Methode noch Bewertungskriterien.[1]

## MVOC und Gesundheit

Akute gesundheitliche Wirkungen der MVOC sind bei Schimmelbefall nach dem Umweltbundesamt wegen der geringen Konzentrationen nicht zu erwarten, über die Wirkung bei langfristiger Belastung gibt es bislang keine Erkenntnisse.[1] Auch die DGUV leitet aus den bisher in Innenräumen gemessenen Konzentrationen keine toxischen Wirkungen ab und erwartet sie auch bei mehrstündigem Aufenthalt im Sanierungsbereich nicht.[2]

In der medizinischen Diagnostik bei Schimmelexposition hat die Messung von MVOC in der Innenraumluft nach der AWMF-Leitlinie von 2023 keine Indikation, beschlossen mit einer Konsensstärke von über 95 Prozent.[3] Dieselbe Leitlinie hält fest, dass Schimmelexpositionen allgemein zu Reizungen der Schleimhäute, Geruchswirkungen und Befindlichkeitsstörungen führen können.[3]

Statt einzelne Pilzarten zu bestimmen, sollen nach der Leitlinie die Ursachen des Befalls aufgeklärt und anschließend Befall und primäre Ursachen beseitigt werden.[3] Für gesundheitliche Fragen sind nach dem Umweltbundesamt Umweltmediziner, Infektiologen, Allergologen oder Pulmologen hinzuzuziehen, während Bauwesen, Mykologie und Hygiene die Untersuchung des Befalls tragen.[1]

## Spürhunde riechen MVOC

[Schimmelspürhunde](https://www.stmb24.de/schadenwissen/schimmel/schimmelspuerhund-wann-sinnvoll) können nach dem Leitfaden helfen, verdeckten Befall zu finden, weil sie MVOC schon in geringen Konzentrationen riechen, und in den letzten Jahren wurden Untersuchungen zur Validierung durchgeführt und Qualitätssicherung aufgebaut.[1] Der markierte Punkt muss aber nicht der Befallsort sein, denn Luftströmungen können die Stoffe verdriften, und der Hundeführer muss die bauphysikalischen Zusammenhänge kennen, die das beeinflussen.[1] In solchen Fällen kann die Deutung der Markierung schwierig sein.[1]

Ob nach einer Markierung saniert wird, entscheidet sich erst nach Bauteilöffnungen an den vermuteten Stellen und gegebenenfalls mikrobiologischen Untersuchungen, wie der Begriff UBA-Schimmelleitfaden näher beschreibt.[1]

## Geruch im Fußbodenaufbau

In der Beurteilung von Feuchteschäden in Fußböden weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass sich mikrobielles Wachstum etwa in Holzwerkstoffplatten relativ häufig durch Gerüche bemerkbar macht.[1] Liegt ein typischer Geruch vor, sind Proben für die mikrobiologische Analyse nicht erforderlich, um festzustellen, dass saniert werden muss.[1]

Bei manchen Materialien wie Polystyrol tritt dagegen auch bei starkem Wachstum kein oder nur ein untypischer Geruch auf, und ein fehlender Geruch beweist deshalb nicht, dass die Dämmung unbelastet ist.[1] Wie die Luft während der Trocknung über Filter geführt wird und warum Gerüche durch einen Schwebstofffilter hindurchgehen, beschreibt der Begriff [HEPA-Filter](https://www.stmb24.de/themen/hepa-filter).

## Einem Geruch nachgehen

Riecht es nach einem Wasserschaden muffig, suchen wir die Quelle, statt den Geruch zu überdecken. Mit der [Feuchtemessung](https://www.stmb24.de/feuchtigkeitsmessung) finden wir nasse Stellen in Wand und Boden, öffnen gezielt und sehen nach, ob Dämmung, Holz oder Karton befallen sind.

Duftstoffe, Sprays oder Geräte, die Gerüche nur überdecken, setzen wir nicht ein. Ist das belastete Material entfernt und der Aufbau getrocknet, verschwindet in der Regel auch der Geruch. Bleibt er, prüfen wir angrenzende Bauteile und die Dämmschicht unter dem [Estrich](https://www.stmb24.de/themen/estrich), weil sich Wasser dort weit verteilen kann.

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Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

**0162 4428440** 24h Notruf

Belege

Quellen

1. Umweltbundesamt: [Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden](https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/leitfaden-zur-vorbeugung-erfassung-sanierung-von). Aktualisierte Auflage April 2024, Infobox zu MVOC, Abschnitte 5.1.2.2 und 5.1.2.6, Anlage zu Feuchteschäden in Fußböden, Kriterium IV. Abgerufen am 24.09.2026.
2. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): [DGUV Information 201-028: Gesundheitsgefährdungen durch Biostoffe bei der Schimmelpilzsanierung](https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/644/gesundheitsgefaehrdungen-durch-biostoffe-bei-der-schimmelpilzsanierung). Ausgabe November 2022, Abschnitt Wirkungen von Biostoffen auf die Gesundheit. Abgerufen am 24.09.2026.
3. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): [AWMF-Schimmelpilz-Leitlinie „Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen“, Update 2023, Kurzfassung für Betroffene](https://register.awmf.org/assets/guidelines/161-001k_S2k_Medizinisch-klinische-Diagnostik-bei-Schimmelpilzexposition-in-Innenraeumen_2024-03.pdf). Register-Nr. 161/001, Stand 05.09.2023, Empfehlungen 4 bis 6. Abgerufen am 24.09.2026.

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