# Naturstein

> Naturstein erklärt: wie Granit, Kalkstein und Marmor entstehen, was beim Imprägnieren und Reinigen gilt und wie ein Natursteinboden nach einem Wasserschaden trocknet.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/naturstein
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Naturstein: Werkstatt mit Granit, Sandstein und Marmor, Steinsäge mit Wasser und Bodenbahnen auf der Palette](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/naturstein/b2a035a004-1792367851/naturstein-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Naturstein

Auch: Naturwerkstein

Naturstein ist Gestein, wie es in der Natur vorkommt, und wird als gesägtes oder behauenes Produkt zu Naturwerkstein für Böden, Treppen, Fensterbänke, Fassaden und Mauerwerk.[1][2] Nach ihrer Entstehung unterscheidet man Erstarrungsgesteine wie Granit, Ablagerungsgesteine wie Sand- und Kalkstein und Umwandlungsgesteine wie Marmor und Schiefer, die sich in Mineralbestand, Gefüge und Porenraum unterscheiden.[1][2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So wird Naturstein zu Platten für den Boden

![Naturstein, Funktionsweise: Plattenständer mit Granit, Sandstein und Marmor, Steinsäge schneidet eine Granitplatte nass, Palette mit Bodenbahnen in drei Stärken, Lupe auf Quarz, Feldspat und Glimmer](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/naturstein/a02cb01229-1792367851/naturstein-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung: Natursteinwerkstatt mit Plattenständer, Steinsäge und Palette, die Stärken der Platten überhöht. Die Nummern führen von den drei Gesteinsklassen über das Gefüge und die Säge bis zu den fertigen Bahnen.

1. **Granit, aus Magma erstarrt:** Granit zählt zu den Erstarrungsgesteinen: Gesteinsschmelze aus der Tiefe kühlt langsam ab und kristallisiert dabei grob. Wie Basalt ist Granit sehr hart und meist dicht, gehört in die höchste Belastbarkeitsklasse und taugt deshalb auch für Treppen und Flächen im Freien.
2. **Sandstein, aus Ablagerungen:** Sand- und Kalkstein sind Ablagerungsgesteine, sie entstehen aus Sedimenten, die an der Erdoberfläche unter Druck fest werden. Kalkhaltige Steine wie Kalkstein und Marmor sind säureempfindlich, saure Reiniger kommen für sie nicht in Frage.
3. **Marmor, durch Druck und Wärme umgeformt:** Marmor, Gneis, Schiefer und Quarzit sind Umwandlungsgesteine aus älterem Gestein, das unter hohem Druck und hoher Temperatur umgeformt wurde. Kalksteine und Marmore sind weniger hart als Granit und liegen meistens innen.
4. **Quarz, Feldspat und Glimmer:** Quarz, Feldspat und Glimmer, dazu Tonmineralien, Calcit und Dolomit machen den größten Teil der Gesteine aus. Selbst ähnlich aussehende Steine liegen technisch weit auseinander, wie viel Wasser ein Belag nach einem Schaden aufgenommen hat, zeigt deshalb erst unsere Messung am Stein.
5. **Nass geschnitten, weniger Quarzstaub:** Beim Schneiden der Platten entsteht Staub bis hin zu feinem Quarzstaub, der bis in die Lunge gelangt. Weniger davon fällt an, wenn die Säge mit Wasser arbeitet, der Staub an der Maschine abgesaugt und die Baustelle gereinigt wird.
6. **Bahnen für Bodenbeläge:** Bodenbahnen sind meist 1,5, 2 oder 3 cm stark und 15 bis 40 cm breit, Natursteinfliesen etwa 10 mm. Steht Leitungswasser unter einem solchen Boden, trocknen wir Estrich und Dämmung darunter und prüfen an markierten Messpunkten, bis die Werte gleich bleiben.

## Drei Gesteinsklassen

Erstarrungsgesteine entstehen nach WECOBIS, wenn Magma aus dem Erdinneren kristallisiert, Ablagerungsgesteine, wenn Sedimente an der Erdoberfläche unter Druck und gegebenenfalls Temperatur verfestigen, und Umwandlungsgesteine, wenn vorhandene Gesteine unter bestimmten Druck- und Temperaturverhältnissen umgeformt werden.[1] Die Gesteine bestehen nach BauNetz Wissen zum größten Teil aus Quarz, Feldspat, Glimmer, Tonmineralien, Calcit und Dolomit.[2] Dichte Kalksteine und grobporige Kalksteine wie Travertin haben eine gute Festigkeit und Frostbeständigkeit, und manche Umwandlungsgesteine sind so deutlich schichtig oder schiefrig, dass sich durch Spalten plattenförmige Baustoffe gewinnen lassen.[2]

Zu den Tiefengesteinen gehören Granit, Gabbro, Syenit und Diorit, die beim langsamen Abkühlen der Schmelze grobkristallin werden, zu den rasch abgekühlten, feinkristallinen Ergussgesteinen Basaltlava, vulkanische Tuffe, Trachyt und Diabas, und mit Ausnahme von Basaltlava und Trachyt gelten die Magmatite als Hartgesteine.[2] Sand- und Kalkstein, Brekzie, Travertin und Dolomit sind Sedimentgesteine, Gneis, Marmor, Schiefer, Quarzit und Serpentinit Umwandlungsgesteine, und als Marmor wird technisch jeder polierbare Kalkstein mit Beimengungen oder Adern bezeichnet, obwohl echter Marmor kristallin ist.[2]

Steht nach einem Leitungsschaden Wasser unter einem [Natursteinboden](https://www.stmb24.de/schadenwissen/ausbau/naturstein-nach-wasserschaden-flecken-rost-wartezeit), kann es Bodendosen, Leitungen im Estrich und die Anschlüsse elektrischer Fußbodenheizungen erreichen. Vor dem Aufstellen von Trocknern oder dem Öffnen von Fugen schaltet man die Sicherungen dieser Räume aus; ein Lichtschalter lässt die Kabel im Estrich unter Strom. Ist Wasser bis zum Sicherungskasten vorgedrungen, bleibt der Natursteinboden unbetreten, und um den Strom kümmern sich Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber; bei steigendem [Wasser im Keller](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/wasser-im-keller-was-sofort-tun) bleibt dessen Tür geschlossen.

## Härte und Gewicht von Naturstein

Natursteine haben nach WECOBIS eine sehr hohe Wärmespeicherkapazität, und selbst Steine mit gleicher oder ähnlicher Optik können sehr unterschiedliche technische Eigenschaften haben.[1] Granit und Basalt sind sehr hart, fest und oft dicht, erreichen die höchste Belastbarkeitsklasse und eignen sich auch für den Außenraum, während Kalksteine und Marmore weniger hart sind und meistens innen verlegt werden.[1] Weil sich Steine gleicher Optik technisch stark unterscheiden, zeigt nach einem Schaden erst die Messung am Belag, wie viel Wasser der Stein aufgenommen hat, und eine [Küchenmontage](https://www.stmb24.de/kuechenmontagen) darauf wartet.

Die Rohdichten liegen zwischen 1300 und 2800 kg/m³, und weil für Gewinnung und Verarbeitung kein Brennprozess nötig ist, braucht Naturstein weit weniger Energie als andere mineralische Bodenbeläge.[1] Natursteine sind im Allgemeinen reaktionsträge und geben praktisch keine Schadstoffe ab, und die vom Bundesamt für Strahlenschutz untersuchten Naturwerksteine waren selbst großflächig eingebaut uneingeschränkt verwendbar.[1]

## Herkunft, Formate und Befestigung

Deutsche Steinbrüche sind nach WECOBIS häufig wegen Naturschutzauflagen stillgelegt oder unrentabel geworden, und die in Europa verwendeten Naturwerksteine stammen meist aus Indien, China, Südafrika, Brasilien, Italien, der Türkei, Spanien und Skandinavien.[1] Für Bodenbeläge sind Bahnen von 1,5 cm, 2,0 cm und 3,0 cm Stärke mit Breiten von 15 bis 40 cm üblich, Natursteinfliesen mit 10 mm Stärke etwa im Format 30,5 × 30,5 cm, und Pflaster reicht vom Großstein bis zum Mosaik mit etwa 4 × 4 cm.[1]

An Fassaden dient Naturstein heute vor allem als Verblendmauerwerk oder als Bekleidung vorgehängter hinterlüfteter Fassaden, und für senkrecht angeordnete Platten ist nach BauNetz Wissen eine Mindestdicke von 30 mm einzuhalten.[2] Weil die Platten schwer sind, werden sie in der Regel mit Ankern, Dornen, Dübeln und Ankerschienen aus Edelstahl, Aluminium oder korrosionsgeschütztem Stahl befestigt, und offene Fugen geben den Bewegungen der Platte und der Feuchte aus der [Hinterlüftung](https://www.stmb24.de/themen/hinterlueftung) Raum.[2]

Bei der Auswahl eines Gesteins sollen nach BauNetz Wissen unter anderem Frost- und Witterungsbeständigkeit, Patina und Farbbeständigkeit und die technischen Werte wie Wasseraufnahme, Druck- und Biegefestigkeit und thermische Dehnung geklärt werden, außerdem die Ergiebigkeit der Lagerstätte und die Arbeitsbedingungen im Steinbruch.[2] Ausführungsmuster zeigen vorab, wie stark Textur und Farbe innerhalb einer Gesteinsart schwanken.[2] Wird ein Belag nach einem Wasserschaden teilweise ersetzt, hilft eine [Schadendokumentation](https://www.stmb24.de/dokumentation) mit Gesteinsart und Herkunft, passende Platten zu finden.

## Naturwerksteinarbeiten nach ATV DIN 18332

Die ATV DIN 18332 der VOB Teil C gilt für das Bearbeiten von Naturstein und für das Verlegen und Versetzen von Fliesen, Platten und Werkstücken aus Naturwerkstein, außerdem für Verblend-, Vorsatz- und Quadermauerwerk.[3] Die Ausgabe vom September 2023 ersetzt die Fassung von 2019, wurde fachtechnisch überarbeitet und verweist auf die Normen mit Stand April 2023.[3]

Zum fertigen Belag gehören nach WECOBIS neben dem Stein auch Verlegewerkstoffe, Fugenmaterial und gegebenenfalls eine Oberflächenbehandlung, und Natursteinböden sind auch für Feuchträume geeignet.[1] Verlegt wird üblicherweise mit [Fliesenklebern](https://www.stmb24.de/themen/fliesenkleber) oder Mörteln auf Zementbasis, die im Vergleich zu anderen Verlegewerkstoffen wenig Emissionen an die Raumluft abgeben.[1]

Beim Schneiden der Platten entstehen nach WECOBIS Stäube bis hin zu alveolengängigem Quarzstaub, und die Belastung sinkt, wenn nass geschnitten, der Staub direkt an der Maschine erfasst und die Baustelle gereinigt wird.[1] Für mineralische Bodenbeläge wird eine Lebensdauer von über 50 Jahren veranschlagt, verklebte Beläge lassen sich wegen der guten Haftung aber kaum zurückgewinnen, intakte Steine könnten gesäubert und wiederverwendet werden.[1]

## Imprägnieren oder versiegeln

Eine Imprägnierung dringt nach WECOBIS in die offenen Poren ein, ohne die Oberfläche zu verschließen, und der Boden bleibt diffusionsoffen, eine Versiegelung bildet dagegen einen Film, der mit der Zeit abläuft und Laufspuren zeigt, darum werden Natursteinböden bevorzugt imprägniert.[1] Für Pflegeprodukte empfiehlt WECOBIS, Produkte aus Acryl gegenüber mehrkomponentigen Epoxidharz- und Polyurethanbeschichtungen zu bevorzugen, weil Imprägnier- und Pflegemittel hohe Lösemittelgehalte haben können.[1]

Wasser- und ölabweisende Imprägnierungen lagern sich nach einem Expertengespräch der Fachzeitschrift Naturstein an den Porenwandungen an, so dass Flüssigkeiten nicht mehr kapillar eindringen und Wasser nur noch als Dampf transportiert wird.[4] Sie sind ein Primärschutz, der die Aufnahme von Flecken verzögert und verringert, sie schützen aber nicht vor Säuren, und säureempfindliche Steine greifen schon Getränke wie Fruchtsaft, Mineralwasser oder Cola an.[4]

## Reinigung säureempfindlicher Steine

Kalkhaltige Natursteine wie Kalkstein und Marmor, aber auch Gneise und Tonschiefer sind nach WECOBIS säureempfindlich und dürfen nicht mit sauren Reinigern behandelt werden.[1] Reiniger werden nach dem Expertengespräch in saure, alkalische und lösemittelhaltige Produkte eingeteilt, und je nach Gestein kommen nur bestimmte davon in Frage.[4]

Bei der Grundreinigung soll möglichst wenig Wasser in die Konstruktion gelangen, darum wird das Reinigungswasser sofort abgesaugt, und nach der Reinigung braucht der Belag je nach Gestein in der Regel ein bis drei Tage zum Trocknen, bevor imprägniert werden kann.[4] Flecken, die nach der Reinigung zurückbleiben, deckt eine spätere Imprägnierung nicht ab, sie bleiben sichtbar.[4]

## Naturstein über einem nassen Estrich

Für die [Restfeuchte](https://www.stmb24.de/themen/restfeuchte) eines Natursteinbelags gibt es nach dem Expertengespräch keine zuverlässige und zugleich schonende Messmethode, elektronische Messungen an festen Punkten und in gleichen Abständen zeigen aber den Trocknungsverlauf, und bleiben die Werte konstant, hat der Belag seine Haushaltsfeuchte erreicht.[4] Wer nach dem Verlegen imprägnieren will, wartet nach dem Expertengespräch bei einem 2 bis 4 cm dicken Mörtelbett rund 4 bis 6 Wochen, bei Verlegung im Kleberbett rund 2 bis 3 Wochen.[4] Dunkle Fugen und Feuchtenester sprechen gegen ein Imprägnieren, und eine lösemittelhaltige Imprägnierung auf zu feuchtem Stein kann einen Film bilden, die Austrocknung bremsen, Salze einlagern und dauerhafte Verfärbungen verursachen.[4]

Läuft Leitungswasser unter einen Natursteinboden, trocknen wir [Estrich](https://www.stmb24.de/themen/estrich) und Dämmschicht darunter und messen an markierten Punkten so lange nach, bis die Werte sich nicht mehr ändern. Erst dann prüfen wir Fugen und Platten auf Hohlstellen und Verfärbungen, und eine neue Imprägnierung oder Pflege übernimmt der Steinmetz, wenn der Belag trocken ist.

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Belege

Quellen

1. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), WECOBIS: [Naturstein-Bodenbeläge, Produktgruppe Mineralische Bodenbeläge](https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/bodenbelaege-pg/mineralische-bodenbelaege-pg/natursteinbelaege-pg.html). Datenblatt Naturstein-Bodenbeläge, Reiter Übersicht, Technisches, Verarbeitung, Nutzung und Nachnutzung. Abgerufen am 12.10.2026.
2. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Naturwerkstein](https://www.baunetzwissen.de/fassade/fachwissen/materialien/naturwerkstein-154457). Fachwissen Fassade, Materialien, Abschnitte Gesteinsarten und ihre Entstehung, Naturstein am Gebäude und Befestigung. Abgerufen am 12.10.2026.
3. DIN Media GmbH: [DIN 18332: VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV), Naturwerksteinarbeiten](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-18332/369848027). Ausgabe 2023-09, Einführungsbeitrag und Ersatzvermerk. Abgerufen am 12.10.2026.
4. Fachzeitschrift Naturstein, natursteinonline.de, mit Rock and Mineral Consulting: [Naturstein-Expertengespräch 2: Imprägnierungen](https://www.natursteinonline.de/fileadmin/NatursteinDaten/experten/2_Expertengespraech_Impraegnierungen.pdf). Naturstein 8/2005, Expertengespräch 2, Abschnitte Pflege und Schutz von Naturwerkstein, Hinweise an den Kunden, Voraussetzung trocken und sauber und Wasserbasis oder Lösemittelbasis. Abgerufen am 12.10.2026.

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