# Notentwässerung

> Notentwässerung erklärt: warum jedes Flachdach einen zweiten Ablauf braucht, was DIN 1986-100 verlangt, wohin das Wasser darf und was bei Sanierung und Versicherung gilt.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/notentwaesserung
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Notentwässerung: Flachdach im Schnitt mit gestautem Wasser, verstopftem Ablauf, Notüberlauf durch die Attika auf ein Kiesbett und zweitem Ablauf mit Aufstauring](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/notentwaesserung/3d3734c335-1792367852/notentwaesserung-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Notentwässerung

Auch: Notüberlauf, Notablauf

Die Notentwässerung ist ein zweiter, vom normalen Dachablauf unabhängiger Weg, über den Regenwasser von einem Flachdach abfließt, wenn die Hauptentwässerung bei Starkregen überlastet oder verstopft ist.[1] Nach DIN 1986-100 braucht grundsätzlich jeder Tiefpunkt eines Daches neben dem Ablauf eine Notentwässerung, und ihr Wasser muss auf eine Fläche des Grundstücks geleitet werden, die ohne Schaden überflutet werden kann.[1][2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So schützt die Notentwässerung ein Flachdach bei Starkregen

![Notentwässerung, Funktionsweise: Flachdach im Schnitt bei Starkregen mit gestautem Wasser, laubverstopftem Dachablauf mit Fallrohr, Notüberlauf durch die Attika mit Wasserbogen auf ein Kiesbett, zweitem Ablauf mit Aufstauring und eigener Leitung, Raum darunter mit Lampe](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/notentwaesserung/91a973be51-1792367852/notentwaesserung-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung eines Flachdachs im Schnitt mit gestautem Regenwasser, laubverstopftem Dachablauf, Notüberlauf durch die Attika, zweitem Ablauf mit Aufstauring und Kiesbett am Boden. Die Nummern folgen dem Weg des Wassers vom Ablauf bis zur Dachlast.

1. **Ablauf am Tiefpunkt:** Jeder Entwässerungstiefpunkt eines Dachs hat einen Ablauf, von dem das Wasser über Fallleitungen abfließt. Nach DIN 1986-100 ist ihm grundsätzlich eine Notentwässerung zuzuordnen, ausgenommen sind nur Dächer, die Regen planmäßig zurückhalten.
2. **Verstopft: Wasser staut sich auf:** Regnet es stärker als der Berechnungsregen oder ist der Ablauf verstopft, staut sich Wasser auf dem Flachdach auf. Es sucht sich jede Schwachstelle an Anschlüssen, Durchdringungen und Abläufen und läuft in Dämmung und Räume darunter.
3. **Notüberlauf durch die Attika:** Die Notentwässerung kann über eine ausreichende Öffnung in der Attika erfolgen, die frei auf das umliegende Gelände ausmündet. Bemessen wird sie für ein Regenereignis, wie es statistisch einmal in hundert Jahren vorkommt, mit fünf Minuten Dauer.
4. **Zweiter Ablauf mit Aufstauring:** Als zweite Art dient ein zusätzlicher Gully mit Aufstauelement, der erst anspringt, wenn das Wasser eine bestimmte Höhe erreicht, und über ein eigenes Leitungssystem abführt. Die dritte Art ist der Attikagully.
5. **Frei auf eine Fläche, die darf:** Das Wasser der Notentwässerung muss auf eine Fläche des Grundstücks geleitet werden, die ohne Schaden überflutet werden kann. In den Kanal gehört es nicht, der ist bei Starkregen ohnehin überlastet.
6. **Last: Decke darf nicht nachgeben:** Bei Flachdächern in Leichtbauweise muss jeder Tiefpunkt eine Notentwässerung haben, damit aufstauendes Wasser die zulässige Dachlast nicht überschreitet. Wie empfindlich Dächer reagieren, zeigten die Einstürze von Hallendächern unter Regen- und Schneelast.

## Warum Dächer einen zweiten Ablauf brauchen

Regnet es stärker als der Berechnungsregen, für den die Dachentwässerung ausgelegt ist, kann sich nach dem Fachportal haustec Wasser auf Flachdächern aufstauen und das Dach überfluten.[1] Notüberläufe sind nach BauNetz Wissen kein zusätzlicher Luxus, sie sind eine vom Regelwerk geforderte Sicherheitsmaßnahme, die sowohl die Standsicherheit als auch den Feuchteschutz eines Flachdachs gewährleisten soll.[2]

Nach DIN EN 12056 muss ein Regenereignis, wie es statistisch einmal in hundert Jahren vorkommt, schadlos von der Dachfläche abgeleitet werden, und für diesen Fall sind die Notüberläufe zu bemessen.[2] Wie empfindlich Dachkonstruktionen auf hohe Regen- und Schneelasten reagieren, zeigten nach BauNetz Wissen die Einstürze verschiedener Hallendächer in Europa im Winter 2005/2006.[2]

Staut sich Wasser auf einem Dach, sucht es sich außerdem jede Schwachstelle in der Abdichtung, an Anschlüssen, Durchdringungen und Abläufen, und läuft dann in die Dämmung und in die Räume darunter. Wenn im obersten Geschoss Wasser aus der Decke tropft, ist die Dämmung darüber meist durchnässt, und [Schmelzwasser auf dem Dach](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/schnee-eis-und-schmelzwasser-auf-dem-dach) ist im Winter die häufigste Quelle.

## Was DIN 1986-100 verlangt

Nach DIN 1986-100 in der Fassung vom Dezember 2016 ist grundsätzlich jedem Entwässerungstiefpunkt auf dem Dach neben dem Ablauf eine Notentwässerung zuzuordnen.[1] Ausgenommen sind nur Dächer, die planmäßig Regen zurückhalten sollen, und diese brauchen einen statischen Nachweis, dass sie den Lasten eines Jahrhundertregens standhalten, was in der Regel nur Betondächer schaffen.[1]

Bei Flachdächern in Leichtbauweise muss jeder Tiefpunkt eine Notentwässerung haben, damit aufstauendes Wasser bei einer Störung oder bei Starkregen die zulässige Dachlast nicht überschreitet.[1] Die Notentwässerung kann über eine ausreichende Öffnung in der [Attika](https://www.stmb24.de/themen/attika) oder über ein eigenes Leitungssystem erfolgen, und beide sind für das Jahrhundertregenereignis mit einer Dauer von fünf Minuten zu bemessen.[1]

Die Flachdachrichtlinien fordern nach BauNetz Wissen ausdrücklich, dass Dachflächen mit nach innen geführter Entwässerung unabhängig von ihrer Größe mindestens einen Ablauf und mindestens einen Notüberlauf haben.[2] Geplant werden Notüberläufe nach DIN EN 12056-3, die zusätzlich verlangt, dass Flachdächer mit Leichtmetalleindeckung Notüberläufe erhalten, die frei auf das umliegende Gelände ausmünden.[2]

## Drei Arten der Notentwässerung

BauNetz Wissen unterscheidet drei Arten: ein Notentwässerungssystem als Sicherheitsüberlauf, einen zusätzlichen Gully mit Aufstauelement und einen Attikagully.[2] Bei der Bemessung nach DIN 1986-100 werden die nötige Stauhöhe am Dachablauf und am Notablauf unter Berücksichtigung der höchsten zulässigen Überflutungshöhe ermittelt.[2] Bleibt das Wasser auf der Fläche stehen, kann es an Anschlüssen eindringen, und eine [nasse Flachdachdämmung](https://www.stmb24.de/schadenwissen/trocknung/nasse-flachdachdaemmung-trocknen-oder-erneuern) wird danach je nach Material getrocknet oder ersetzt.

Liegen alle Abläufe in einem linearen Tiefpunkt, dürfen sie nach DIN 1986-100 höchstens 20 Meter voneinander entfernt sein, und der Abstand zur Attika oder zur Fassade darf höchstens 10 Meter betragen.[1]

Anforderungen an die Notentwässerung

| Punkt | Anforderung |
| --- | --- |
| Wo | an jedem Entwässerungstiefpunkt neben dem Ablauf |
| Ausnahme | Retentionsdächer mit statischem Nachweis für den Jahrhundertregen |
| Bemessung | Jahrhundertregen mit einer Dauer von fünf Minuten |
| Ableitung | auf eine schadlos überflutbare Fläche des Grundstücks, nicht in den Kanal |
| Abstände | Abläufe im linearen Tiefpunkt höchstens 20 Meter auseinander, höchstens 10 Meter zur Attika |

Nach DIN 1986-100, wiedergegeben in haustec.de vom 19.02.2024, und BauNetz Wissen.[1][2]

## Wohin das Wasser fließen darf

Das Wasser der Notentwässerung darf nach DIN 1986-100 nicht in das öffentliche Kanalnetz geleitet werden, es muss auf eine Fläche des Grundstücks fließen, die schadlos überflutet werden kann.[1] Nur so lässt sich erkennen, ob die Hauptentwässerung unterbrochen ist, etwa weil die Grundleitung überlastet ist, und auf andere Dachflächen oder Dachterrassen darf das Wasser ebenfalls nicht geführt werden.[1]

Beschädigungen oder eine Durchfeuchtung der Fassade durch einen freien Auslauf durch die Attika gelten dabei als hinnehmbar, und wer das vermeiden will, braucht eine Notentwässerung mit eigenem Leitungssystem.[1] Läuft bei einem gewöhnlichen Regen Wasser aus dem Notüberlauf, ist das ein Zeichen, dass der normale Ablauf verstopft oder überlastet ist. Läuft Wasser durch die Abdichtung in den Raum, verschließt der [Notdienst](https://www.stmb24.de/24-stunden-notdienst) die Stelle vorläufig, damit die Nässe nicht weiter in den Dachaufbau zieht.

## Bei der Dachsanierung

Wird ein Dach saniert, muss nach haustec zuerst die Regenspende nach dem aktuellen Datensatz des Deutschen Wetterdienstes berechnet und mit dem Ablaufvermögen der vorhandenen Leitungen abgeglichen werden, und weicht sie ab, ist das Leitungssystem anzupassen.[1] Früher wurden pauschal 150, später 300 Liter je Sekunde und Hektar angesetzt, seit 2002 werden die Werte des DWD zugrunde gelegt.[1]

Außerdem ist zu prüfen, ob überhaupt eine Notentwässerung vorhanden ist, wie sie ausgelegt wurde und ob sie an das Abwassernetz angeschlossen ist, was nicht mehr zulässig ist.[1] Fehlt sie, muss sie nach DIN 1986-100 eingeplant werden, vorhandene Einläufe sind auf ihren Zustand und ihre Anbindung an die Dachhaut zu prüfen, und zusätzliche Dämmung, größere Leitungen und die Schneelast dürfen die Statik nicht überfordern.[1]

Auch die vorhandene Grundleitung muss nach dem Beitrag die anfallenden Wassermengen abführen können, und die Statik darf zu keinem Zeitpunkt der Sanierung außer Acht gelassen werden.[1]

## Starkregen nach KOSTRA-DWD

KOSTRA-DWD steht für die Koordinierte Starkniederschlagsregionalisierung und -auswertung des Deutschen Wetterdienstes und wird seit mehr als 30 Jahren regelmäßig erarbeitet.[3] Die erste Fortschreibung KOSTRA-DWD-2000 erschien 2005 mit Daten der Jahre 1951 bis 2000, 2016 folgte KOSTRA-DWD-2010 und 2017 eine Revision, und zwischen 2018 und 2022 wurde der Datensatz grundlegend überarbeitet.[3]

Seit dem 01.01.2023 gilt KOSTRA-DWD-2020 mit dem Bezugszeitraum 1951 bis 2020, mit Niederschlagshöhen und Niederschlagsspenden für Dauerstufen von fünf Minuten bis sieben Tagen und Wiederkehrzeiten von einem bis hundert Jahren, übertragen auf ein Raster mit Feldern von rund 25 Quadratkilometern.[3] Genutzt werden die Daten vor allem zur Bemessung von Kanalnetzen, Pumpwerken, Rückhaltebecken und Entwässerungsanlagen, und mit ihnen lässt sich auch einschätzen, wie selten ein [Starkregen](https://www.stmb24.de/themen/starkregen) war, was häufig der Bewertung von Schadensereignissen dient.[3] Die Rasterdaten stellt der Wetterdienst seit Juli 2017 entgeltfrei in seinem Climate Data Center bereit, standortbezogene Starkniederschlagstabellen gibt es auf Anforderung.[3]

Datensätze KOSTRA-DWD

| Datensatz | Datenbasis | Stand |
| --- | --- | --- |
| KOSTRA-DWD-2000 | 1951 bis 2000 | erschienen 2005 |
| KOSTRA-DWD-2010 | 1951 bis 2010 | erschienen 2016, Revision 2017 |
| KOSTRA-DWD-2020 | 1951 bis 2020 | gültig ab 01.01.2023 |

Nach dem Deutschen Wetterdienst.[3]

## Regenwasser und Versicherung

In der Leitungswasserversicherung sind Schäden durch Witterungsniederschläge nach den Musterbedingungen grundsätzlich nicht versichert, ausgenommen ist aber Wasser, das aus innerhalb des Gebäudes verlaufenden Rohren der Regenentwässerung bestimmungswidrig austritt.[4] Bruchschäden an solchen Regenrohren innerhalb des Gebäudes sind ebenfalls versichert.[4]

Dringen Regen, Hagel oder Schnee durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Fenster, Außentüren oder andere Öffnungen ein, ist das nach der Sturm- und Hageldeckung nicht versichert, es sei denn, Sturm oder Hagel haben die Öffnung geschaffen.[4] Überschwemmung durch Witterungsniederschläge und Rückstau, den Witterungsniederschläge verursachen, gehören zu den weiteren Naturgefahren, die nur mit einem zusätzlichen Baustein versichert sind.[4]

Wie Starkregen entsteht und wie man ein Haus davor schützt, beschreibt der Begriff Starkregen, und die Elementardeckung erklärt der Begriff Elementarschaden.

## Wasser von oben

Tropft es nach Starkregen durch die Decke, kann die Ursache ein verstopfter Ablauf, ein fehlender Notüberlauf, ein undichter Anschluss oder ein innenliegendes Regenrohr sein. Mit der [Leckageortung](https://www.stmb24.de/leckageortung), etwa mit Tracergas, finden wir die Stelle, an der das Wasser in den Aufbau gelangt.

Nach der Reparatur trocknen wir durchnässte Dämmung und Decken und dokumentieren, woher das Wasser kam, denn davon hängt ab, welche Versicherung zuständig ist. Dabei sehen wir auch nach, ob Abläufe und Notüberläufe frei sind, denn Laub und Schmutz setzen sie leicht zu.

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

**0162 4428440** 24h Notruf

Belege

Quellen

1. haustec.de, Alfons W. Gentner Verlag: [DIN 1986-100: Warum die Notentwässerung von Flachdächern immer wichtiger wird](https://www.haustec.de/sanitaer/entwaesserung/din-1986-100-warum-die-notentwaesserung-von-flachdaechern-immer-wichtiger). Beitrag vom 19.02.2024. Abgerufen am 24.09.2026.
2. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Notüberlauf](https://www.baunetzwissen.de/flachdach/fachwissen/feuchteschutz/notueberlauf-156011). Fachwissen Flachdach, Feuchteschutz. Abgerufen am 24.09.2026.
3. Deutscher Wetterdienst (DWD): [KOSTRA-DWD: Rasterdaten zu Niederschlagshöhen und -spenden](https://www.dwd.de/DE/leistungen/kostra_dwd_rasterwerte/kostra_dwd_rasterwerte.html). Abgerufen am 24.09.2026.
4. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): [Allgemeine Wohngebäude Versicherungsbedingungen (VGB 2022, Wohnflächenmodell), Musterbedingungen](https://www.gdv.de/resource/blob/37090/562b0c381cf8f48be1cdafb8e74cc2e3/allgemeine-wohngebaeude-versicherungsbedingungen-vgb-2022-wohnflaechenmodell--data.pdf). Stand Juni 2026, unverbindliche Bekanntgabe, Teil A, Abschnitte A 4.2, A 4.3, A 4.5, A 5.4 und A 5.5. Abgerufen am 24.09.2026.

Themen von A bis Z

### Verwandte Begriffe

- [Gründach](https://www.stmb24.de/themen/gruendach)
- [Regenfallrohr](https://www.stmb24.de/themen/regenfallrohr)
- [Terrassenanschluss](https://www.stmb24.de/themen/terrassenanschluss)
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