# Oberflächenfeuchte

> Oberflächenfeuchte erklärt: ab welcher Feuchte an der Wand Schimmel wächst, wie sie aus Raumklima und Wandtemperatur berechnet wird und was der Mindestwärmeschutz verlangt.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/oberflaechenfeuchte
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Oberflächenfeuchte: kalte Außenwand im Schnitt, Raumluft kühlt an der Wand ab und wird dort feuchter, Schrank vor der Wand mit Schimmel darüber, Messgerät für die Oberflächentemperatur](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/oberflaechenfeuchte/a2d32f1b46-1792367853/oberflaechenfeuchte-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Oberflächenfeuchte

Die Oberflächenfeuchte ist die relative Luftfeuchte unmittelbar an einer Bauteiloberfläche, die über das Wachstum von Schimmelpilzen entscheidet und an kühlen Wänden deutlich höher liegt als in der Raummitte.[1] Unter Gleichgewichtsbedingungen entspricht ein aw-Wert von 0,8 ungefähr 80 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche.[1] Für den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 gelten 80 Prozent an der Bauteiloberfläche als kritisch für Schimmelbildung.[2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So entsteht die Oberflächenfeuchte an der Wand

![Oberflächenfeuchte, Funktionsweise: Raum an einer ungedämmten Außenwand, Raumluft kühlt zur Wand hin ab und erreicht an der kalten Oberfläche 80 Prozent relative Feuchte, Schimmel oberhalb eines dicht an der Wand stehenden Schranks, Oberflächenthermometer und Hygrometer](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/oberflaechenfeuchte/2280d8e6b7-1792367853/oberflaechenfeuchte-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung eines Raums im Schnitt an einer ungedämmten Außenwand: links draußen kalt, rechts der warme Raum mit Schrank, Oberflächenthermometer und Hygrometer. Die Nummern folgen der Raumluft von der Raummitte bis an die kalte Wand und zeigen, wo Schimmel wächst und was gemessen wird.

1. **Raumluft: etwa 50 Prozent Feuchte:** In der Raummitte zeigt das Hygrometer bei normalem Heizen etwa 50 Prozent relative Feuchte. Diese Zahl gilt nur für die Luft dort, an der Wand sieht es anders aus.
2. **An der kalten Wand: 80 Prozent:** Dieselbe Luft trägt an der Wand genauso viel Wasserdampf, ist dort aber kälter, und kalte Luft kann weniger Dampf halten. Im Beispiel des Umweltbundesamts steigt die relative Feuchte von 50 Prozent in der Raummitte auf 80 Prozent an einer Wandinnenseite von 14,5 °C.
3. **Außenwand ohne Dämmung: innen kalt:** Eine schlecht gedämmte Wand kühlt bei Frost an ihrer Innenseite aus. Wie kalt sie wird, hängt vom U-Wert der Wand, vom Wärmeübergang an der Innenseite und von Temperatur und Feuchte der Raumluft ab.
4. **Schrank davor: Luft steht, Wand kalt:** Möbel und Gardinen lassen die Feuchte der Raumluft bis an die Wand, die Wärme des Raums aber nicht. Hinter einem dicht gestellten Schrank wird die Wand noch kälter und die Luft noch feuchter, darum gehören Möbel an solchen Wänden auf Abstand oder auf Füße.
5. **Raumluft kühlt an der Wand ab:** Auf dem Weg zur Wand gibt die Luft Wärme ab, ihr Wassergehalt bleibt gleich. Bei etwa 11 °C wäre im Beispiel der Taupunkt erreicht, dann schlägt sich Wasser auf der Oberfläche nieder.
6. **Ab 80 Prozent wächst Schimmel:** Unter etwa 70 Prozent an der Oberfläche wachsen Schimmelpilze nicht, ab 80 Prozent finden viele innenraumtypische Arten ihre Bedingungen, darüber fast alle. Darum setzt der Mindestwärmeschutz genau diese 80 Prozent als kritischen Wert und verlangt innen mindestens 12,6 °C an der kältesten Stelle.
7. **Oberfläche messen, Feuchte berechnen:** Die Feuchte an der Wand wird nicht direkt gemessen: Wir messen Raumlufttemperatur, Raumluftfeuchte und die Oberflächentemperatur an mehreren Stellen und rechnen daraus die Oberflächenfeuchte aus. So lässt sich eine kalte Stelle von Wasser aus dem Bauteil unterscheiden.

## Warum die Luft an der Wand feuchter ist als im Raum

Der Deutsche Wetterdienst definiert die relative Feuchte als Verhältnis aus dem tatsächlich vorhandenen Dampfdruck und dem Sättigungsdampfdruck, der von der Lufttemperatur abhängt, in Prozent ausgedrückt.[3] Daraus folgt, dass die relative Feuchte steigt, wenn Luft abkühlt, ohne Wasser zu verlieren, weil der Sättigungsdampfdruck mit der Temperatur sinkt.[3]

Im Beispiel des Leitfadens des Umweltbundesamts hat Luft von 22 °C mit 10 g Wasserdampf je Kubikmeter eine relative Feuchte von 50 Prozent, und an einer Außenwand, deren Innenseite 14,5 °C kalt ist, steigt sie auf 80 Prozent.[1] Der Wassergehalt bleibt an der Wand derselbe wie in der Raummitte, es ändert sich nur die Temperatur der Luft, und bei weiterer Abkühlung auf etwa 11 °C wäre der [Taupunkt](https://www.stmb24.de/themen/taupunkt) erreicht.[1]

Wovon die Oberflächenfeuchte innen an einer Außenwand abhängt, zählt der Leitfaden auf: den Wärmedurchgangskoeffizienten der Wand, den Wärmeübergangswiderstand an ihrer Innenseite sowie Temperatur und Feuchte der Raumluft.[1] Ist eine Wand schlecht gedämmt, kühlt ihre Innenseite bei niedrigen Außentemperaturen aus, und durch Kondensation der Raumluftfeuchte kann dort eine erhöhte Oberflächenfeuchte entstehen.[1]

## Ab welcher Oberflächenfeuchte Schimmel wächst

Liegt die relative Feuchte an der Oberfläche unter etwa 70 Prozent, wachsen Schimmelpilze nach dem Umweltbundesamt selbst unter sonst optimalen Bedingungen nicht auf Materialien.[1] Mit steigender Feuchte wächst die Wahrscheinlichkeit eines Befalls, und bei 80 Prozent sind für viele innenraumtypische Arten die Wachstumsbedingungen erreicht, sofern die Oberfläche deutlich über 0 °C warm ist.[1] Ein [feuchter Fleck an der Wand](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/feuchter-fleck-an-der-wand) in einer kalten Raumecke kann darum allein aus der Raumluft stammen.

Oberflächenfeuchte und mikrobielles Wachstum

| Relative Feuchte an der Oberfläche | Wasseraktivität (aw) | Bedeutung nach dem Umweltbundesamt |
| --- | --- | --- |
| unter etwa 70 % | unter etwa 0,70 | kein Schimmelwachstum, selbst unter sonst optimalen Bedingungen |
| etwa 80 % | etwa 0,80 | Wachstumsbedingungen für viele innenraumtypische Schimmelpilze erreicht |
| über 80 % | über 0,80 | nahezu alle Schimmelpilze und auch Bakterien können wachsen |
| stehendes Wasser (100 %) | 1,0 | in der Regel Bakterien statt Schimmelpilzen |

Wasseraktivität als relative Feuchte an der Oberfläche geteilt durch 100, gültig unter Gleichgewichtsbedingungen.[1]

Über 80 Prozent können nahezu alle Schimmelpilzarten und auch Bakterien wachsen.[1] Bakterien brauchen fast alle eine Wasseraktivität über 0,9, Schimmelpilze besiedeln deshalb in der Regel trockenere Bereiche als Bakterien.[1]

Für einzelne Arten nennt der Leitfaden abweichende Mindestwerte der Wasseraktivität, von 0,69 bei Wallemia sebi bis 0,94 bei Stachybotrys chartarum.[1] Die Grenze von 80 Prozent beschreibt damit die Bedingungen für viele Arten im Innenraum, ein sicherer Schutz darunter ist sie nicht.[1] Bei einer [Neubautrocknung](https://www.stmb24.de/neubautrocknung) zeigt die Oberfläche oft schon trockene Werte, während die Wand in der Tiefe noch Baufeuchte trägt.

## Mindestwärmeschutz und Oberflächentemperatur

Der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 fordert gegen Schimmel, dass die Innenoberfläche einer Außenwand auch an ihrer kältesten Stelle mindestens 12,6 °C warm bleibt.[2] Der Nachweis rechnet mit 20 °C Raumluft bei 50 Prozent relativer Feuchte und minus 5 °C Außenluft, innen setzt er einen Wärmeübergangswiderstand Rsi von 0,25 m²K/W an.[2]

Ausgangspunkt ist die für Schimmel kritische Luftfeuchte von 80 Prozent an der Bauteiloberfläche, und daraus ergibt sich ein Temperaturfaktor fRsi von mindestens 0,70.[2] Der Faktor ist die Differenz aus raumseitiger Oberflächentemperatur und Außentemperatur, geteilt durch die Differenz aus Innen- und Außentemperatur.[2] Als Rechenbeispiel mit den Randbedingungen des Nachweises ergeben 12,6 °C plus 5 °C, geteilt durch 20 °C plus 5 °C, einen Faktor von 0,704, also rund 0,70.[2]

Sind die Mindestanforderungen erfüllt, sollen Innenoberflächen von Außenwänden an jeder Stelle frei von Schimmel und Tauwasser bleiben, auch in Ecken und Kanten, sofern im Raum ausreichend geheizt und gelüftet wird und die Nutzung im üblichen Rahmen bleibt.[2] Wärmebrücken nach DIN 4108 Beiblatt 2 gelten als ausreichend gedämmt und brauchen keinen gesonderten Nachweis.[2]

## Oberflächenfeuchte berechnen

An Innenseiten von Außenwänden wird die Oberflächenfeuchte nach dem Umweltbundesamt in der Regel nicht gemessen, sie wird aus Raumluftfeuchte, [Raumlufttemperatur](https://www.stmb24.de/themen/raumlufttemperatur) und gemessener Oberflächentemperatur berechnet.[1] Den Sättigungsdampfdruck liefert die Magnus-Formel in der Fassung der Weltorganisation für Meteorologie: 6,112 hPa mal e hoch 17,62 mal t, geteilt durch 243,12 plus t, mit t in °C.[4]

Erstes Rechenbeispiel: Bei 20 °C im Raum und einer relativen Feuchte von 50 Prozent beträgt der Dampfdruck der Luft rund 11,7 hPa.[4] An einer Wand mit 12,6 °C beträgt der Sättigungsdampfdruck rund 14,6 hPa, die Oberflächenfeuchte liegt damit bei rund 80 Prozent und trifft genau den kritischen Wert des [Mindestwärmeschutzes](https://www.stmb24.de/themen/din-4108-waermeschutz).[4][2]

Zweites Rechenbeispiel mit angenommenen 60 Prozent Raumluftfeuchte bei 20 °C: Der Dampfdruck steigt auf rund 14,0 hPa, und an derselben 12,6 °C kalten Wand ergeben sich rund 96 Prozent Oberflächenfeuchte.[4] Unter 80 Prozent bliebe die Oberfläche in diesem Fall erst ab rund 15,4 °C.[4] Eine wärmere Wand senkt den Wert deutlich: Bei 20 °C und 50 Prozent im Raum liegt die Oberflächenfeuchte an einer 15 °C warmen Wand bei rund 68,5 Prozent, und der Taupunkt dieser Raumluft liegt bei rund 9,3 °C.[4] Ganz anders liegt der Fall, wenn [Wasser unter den Fliesen](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/dusche-undicht-erkennen-wasser-unter-fliesen) steht, denn dann kommt die Feuchte aus dem Bauteil selbst und nicht aus der Raumluft.

Die Oberflächentemperatur selbst lässt sich für stationäre Bedingungen nach dem Leitfaden aus Raumlufttemperatur, Außenlufttemperatur, [U-Wert](https://www.stmb24.de/themen/u-wert) und innerem Wärmeübergangswiderstand berechnen: Raumlufttemperatur minus U-Wert mal Rsi mal Temperaturdifferenz.[1] Als Rechenbeispiel mit angenommenen U-Werten und den Randbedingungen des Mindestwärmeschutzes: Eine Wand mit 1,4 W/(m²K) kommt innen auf rund 11,3 °C und damit auf rund 87,5 Prozent Oberflächenfeuchte, eine Wand mit 0,3 W/(m²K) auf rund 18,1 °C und rund 56 Prozent.[1][2][4]

## Wo die Oberfläche besonders feucht wird

An Außenwandecken kommt zur Wirkung der Wärmebrücke eine zusätzliche Absenkung der Oberflächentemperatur hinzu, die Oberflächenfeuchte entlang der Ecke steigt, und das Umweltbundesamt beobachtet Schimmel an Außenwandecken besonders oft.[1]

Möbel und Gardinen halten die Raumluftfeuchte kaum auf, sie gelangt bis an die Wand dahinter, die Wärme des Raums dagegen nur unzureichend.[1] Möbel und Gardinen erhöhen damit den Wärmeübergangswiderstand, und entlang solcher Wandbereiche steigt die relative Luftfeuchte an der Wand zusätzlich.[1]

Der Leitfaden empfiehlt, Möbel an unzureichend gedämmten Außenwänden mit Abstand aufzustellen oder auf Füße zu setzen, damit warme Raumluft dahinter strömen kann, und Einbauschränke dort nicht ohne Luftspalt einzubauen.[1] Gut gedämmte Niedrigenergie- und Passivhäuser vertragen Möbel an der Außenwand nach dem Leitfaden meist ohne Probleme, sofern ausreichend gelüftet wird.[1]

## Oberflächenfeuchte richtig erfassen

Oberflächentemperaturen sollten nach dem Umweltbundesamt an mehreren Stellen und gegebenenfalls zu verschiedenen Zeiten gemessen werden, eine einzelne Messung deutet Wärmebrücken nur an, solange zwischen Raum und Außenluft ein großer Temperaturunterschied besteht.[1] Messungen über längere Zeit liefern aussagekräftigere Ergebnisse und sind nach dem Leitfaden Fachleuten mit passender Ausrüstung und Erfahrung vorbehalten.[1]

Für die eigene Kontrolle genügen einfache elektronische Thermo-Hygrometer, mit denen sich Temperatur und Luftfeuchte im Raum und in kritischen Bereichen wie Ecken und an Außenwänden prüfen lassen, ihre Werte erlauben aber nur eine grobe Einschätzung.[1] Wie feucht ein mineralischer Baustoff selbst ist, wird mit anderen Verfahren bestimmt, der Leitfaden verweist dafür auf das WTA-Merkblatt 4-11 von 2016.[1]

## Wie wir die Oberflächenfeuchte bei einem Schaden nutzen

Bei Schimmel an Außenwänden messen wir Raumlufttemperatur, Raumluftfeuchte und die Oberflächentemperaturen an mehreren Stellen, auch in Ecken und hinter Schränken, und berechnen daraus die Oberflächenfeuchte. Damit lässt sich unterscheiden, ob eine kalte Stelle mit hoher Oberflächenfeuchte die Ursache ist oder ob Wasser aus dem Bauteil selbst kommt, etwa aus einer undichten Leitung.

Liegt die Ursache in der Bauphysik, gehören richtiges Heizen und Lüften und gegebenenfalls eine bessere Dämmung der kalten Stelle zur Lösung. Kommt das Wasser aus einem Leck, steht zuerst die Ortung an, danach die [Trocknung](https://www.stmb24.de/trocknung) des Bauteils, bevor Oberflächen erneuert werden.

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Belege

Quellen

1. Umweltbundesamt (UBA): [Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden](https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/4031/publikationen/240513_uba_fb_schimmelleitfaden_0.pdf). Stand 2024, Kapitel 1.2.3 mit Tabelle 3 (S. 23 und 24), Kapitel 3 mit Infobox 4 und Infobox 5 (S. 48 und 49) und Kapitel 3.1.1 bis 3.1.3 (S. 49 bis 52). Abgerufen am 12.10.2026.
2. Gebäudeforum klimaneutral der Deutschen Energie-Agentur (dena): [Mindestwärmeschutz: Grundlage energieeffizienter Gebäude](https://www.gebaeudeforum.de/realisieren/bauphysik/mindestwaermeschutz/). Stand November 2021, Abschnitte zu DIN 4108-2, Randbedingungen des Nachweises und Temperaturfaktor. Abgerufen am 12.10.2026.
3. Deutscher Wetterdienst (DWD): [Wetterlexikon: Relative Feuchte](https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/begriffe/R/Relative_Feuchte.html). Wetterlexikon, Eintrag Relative Feuchte. Abgerufen am 12.10.2026.
4. University Corporation for Atmospheric Research (UCAR), Earth Observing Laboratory: [Water Vapor Pressure Formulations](https://www.eol.ucar.edu/data-software/conventions-and-standards/water-vapor-pressure-formulations). Formel 2 nach dem Guide to Meteorological Instruments and Methods of Observation der WMO, Ausgabe 2008. Abgerufen am 12.10.2026.

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