# Radon

> Radon erklärt: woher das radioaktive Gas im Keller kommt, welcher Referenzwert gilt, wie gemessen wird und welche Abdichtung und Lüftung die Belastung senken.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/radon
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das im Boden beim Zerfall von Uran entsteht und mit der Bodenluft über Risse, Fugen und Durchführungen erdberührter Bauteile in Gebäude gelangen kann.[1][2] Für die Raumluft in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen nennt das Strahlenschutzgesetz einen Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter im Jahresmittel.[3]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## Woher Radon kommt

Radon entsteht nach der Planungshilfe des sächsischen Umweltministeriums in den Zerfallsreihen von Uran und Thorium, und für die Gesundheit ist im Wesentlichen das Isotop Radon-222 von Belang, das mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen zerfällt und dabei Alphastrahlung aussendet.[1] Im Boden treten danach Konzentrationen von mehreren tausend bis zu hunderttausend Becquerel je Kubikmeter auf, im Freien verdünnt sich das Gas auf einige bis etwa 20 Becquerel je Kubikmeter, und in Gebäuden kann es sich auf einige hundert oder tausend anreichern.[1]

Wie viel Radon ein Boden abgibt, hängt nach dem Verband Privater Bauherren von seiner Beschaffenheit ab: Lockere, gut wasserdurchlässige Böden lassen das Gas gut durch, dicht gelagerte und feuchte Böden weniger, und wassergefüllte Bodenschichten sind für Radon nahezu undurchdringlich.[2] Radon kann nach der Planungshilfe Lungenkrebs verursachen, und der Verband nennt es den Hauptauslöser für Lungenkrebs bei Nichtrauchern.[1][2]

## Referenzwert und Radonvorsorgegebiete

Für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Konzentration in der Luft von Aufenthaltsräumen nennt § 124 des Strahlenschutzgesetzes einen Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter, und denselben Wert legt § 126 für Arbeitsplätze in Innenräumen fest.[3] Gebiete, in denen dieser Wert in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden überschritten werden dürfte, legt nach § 121 die zuständige Behörde fest und überprüft die Festlegung mindestens alle zehn Jahre.[3]

Aufenthaltsräume sind nach der Planungshilfe Innenräume, die nicht nur zum vorübergehenden Aufenthalt bestimmt sind, in Wohnungen ebenso wie in Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern, und als Arbeitsplatz gilt jeder Ort, an dem sich eine Arbeitskraft regelmäßig oder wiederholt aufhält.[1] In den festgelegten Gebieten muss der Verantwortliche für einen Arbeitsplatz im Erd- oder Kellergeschoss nach § 127 innerhalb von 18 Monaten die Radonkonzentration messen lassen, für bestehende Wohngebäude besteht nach der Sächsischen Energieagentur dagegen keine Handlungspflicht.[3][4]

## Wie Radon ins Haus gelangt

Radon gelangt nach der Sächsischen Energieagentur vorwiegend konvektiv, also mit Luftströmen, über erdberührte Bauteile ins Haus, etwa durch Hohlräume und Risse, Spalten in Holzfußböden, Bauteildurchführungen, Wandanschlüsse und undichte Deckenanschlüsse.[4] Die weitaus häufigste Ursache ist danach der Druckunterschied zwischen Erdreich und Innenraum, denn im unteren Gebäudebereich stellt sich tendenziell Unterdruck ein, verstärkt durch den thermischen Auftrieb in offenen Treppenhäusern, Schächten und Kaminen und durch Abluftanlagen wie Dunstabzugshauben.[4] Die Stellen, an denen Bodenluft eindringt, sind oft dieselben, an denen eine [Leckageortung](https://www.stmb24.de/leckageortung) bei nassen Kellern fündig wird.

Diffusion durch die Bauteile spielt nach der Planungshilfe nur eine untergeordnete Rolle, die Konzentrationen aus Luftströmungen durch Undichtheiten an Bauteilanschlüssen, Mediendurchführungen und Rissen sind zumeist deutlich höher.[1] Einfallstore sind nach dem Verband Privater Bauherren auch Rohrleitungen durch die Kelleraußenwände, Lichtschächte, Kellerfenster und Kellerseiteneingänge.[2] Zeichnet sich um ein solches Rohr ein [feuchter Fleck an der Wand](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/feuchter-fleck-an-der-wand) ab, ist dort eine Undichtheit, durch die auch Radon ins Haus gelangen kann.

## Radonschutz beim Neubau

Für jeden Neubau mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen verlangt das Strahlenschutzgesetz Vorkehrungen gegen Radon aus dem Baugrund, und nach § 123 gilt diese Pflicht als erfüllt, wenn der Feuchteschutz den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht und in festgelegten Gebieten zusätzlich die Maßnahmen der zugehörigen Verordnung umgesetzt werden.[3] Eine Abdichtung, die Bodenfeuchte und Sickerwasser abhält, schützt dagegen nicht vor [Abwasser im Haus](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/abwasser-im-haus-nach-rueckstau) nach einem Rückstau, dafür braucht es eine eigene Sicherung in der Entwässerung.

Ob eine normgerechte Abdichtung auch radondicht ist, hängt nach der Planungshilfe von der Wassereinwirkungsklasse ab: Bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser nach W1-E fordert DIN 18533 keine gasdichten Bahnenanschlüsse und Durchführungen, darum sollen Bahnen über die Norm hinaus verklebt oder verschweißt und Durchführungen etwa mit Flanschen gasdicht angeschlossen werden.[1] Bei drückendem Wasser nach W2-E ist eine fehlerfrei ausgeführte Abdichtung danach ohne weitere Maßnahmen radondicht, und eine [Bitumendickbeschichtung](https://www.stmb24.de/themen/bitumendickbeschichtung) gilt ab 4 mm Trockendicke als radondicht.[1]

Bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz beschreibt die Vornorm DIN/TS 18117-1 vom September 2021, die zwischen neu zu errichtenden und zu sanierenden Gebäuden unterscheidet, die Nutzung der Innenräume berücksichtigt und nur für Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen gilt.[5] Vorsorglich lässt sich nach dem Verband Privater Bauherren unter der [Bodenplatte](https://www.stmb24.de/themen/bodenplatte) eine Radondrainage oder ein Radonbrunnen anlegen, die über eine eigene Leitung über Dach entlüftet werden, und Deckendurchbrüche und Installationsschächte sind dicht auszubetonieren, damit kein Kamineffekt Radon in die oberen Geschosse trägt.[2]

## Radon messen

Für ein Einfamilienhaus empfiehlt die Planungshilfe mindestens zwei Exposimeter einer vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannten Messstelle in Aufenthaltsräumen im Erd- oder Untergeschoss, die nach 3 bis 12 Monaten zur Auswertung ins Labor gehen, und eine nur dreimonatige Messung sollte die Heizperiode ganz oder teilweise einschließen.[1] Solche Messungen liefern nur Durchschnittswerte, Schwankungen über die Zeit zeigen erst zeitaufgelöste Messgeräte.[1]

Luftdruck, Temperatur und Wind beeinflussen nach dem Verband Privater Bauherren, wie viel Radon aus dem Boden austritt, dazu das Lüftungsverhalten der Bewohner, darum sind nur Langzeitmessungen über mehrere Monate aussagekräftig, besser über ein Jahr.[2] Ob eine Schutzmaßnahme wirkt, zeigt nach der Sächsischen Energieagentur nur eine erneute Messung.[4]

## Radon im Bestand senken

Bei geringer Überschreitung des Referenzwerts kann nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zunächst regelmäßiges [Stoßlüften](https://www.stmb24.de/themen/stosslueften) helfen, auch im Keller, wobei im Sommer warme, feuchte Luft dort keinen Schimmel auslösen darf, und bei hohen Konzentrationen reicht Lüften allein meist nicht aus.[6] Abzudichten sind vor allem Risse und Fugen in Böden und Wänden mit Erdkontakt sowie Rohrdurchführungen, und ein abgeschlossenes Treppenhaus mit luftdichter, selbstschließender Tür zum unbewohnten Keller verhindert, dass sich Radon in die Räume darüber ausbreitet.[6]

Dichtungsprofile an Kellertüren und Luken lassen nach der Sächsischen Energieagentur mit der Zeit nach und sollten alle fünf bis acht Jahre geprüft werden, und Risse lassen sich durch Tränkung oder Injektion schließen, wobei Risse mit wechselnder Breite nur mit Polyurethan dauerhaft dicht werden.[4] Zum Unterdruck im Haus tragen danach auch raumluftabhängige Feuerstätten bei.[4]

Eine flächige, gasdichte Abdichtung gegen das Erdreich ist im Bestand nach der Planungshilfe vergleichsweise schwer herzustellen, besonders am Übergang von der Sohle zur Kellerwand und an Durchführungen, darum kommen dort andere oder kombinierte Maßnahmen zum Einsatz.[1] Mit einem Radonbrunnen im oder neben dem Gebäude wird radonhaltige Bodenluft nach dem Landesamt punktuell abgesaugt und vom Fundament ferngehalten.[6] Wer bei einem Umbau Maßnahmen umsetzt, die den [Luftwechsel](https://www.stmb24.de/themen/luftwechselrate) erheblich verringern, soll nach § 123 Absatz 4 des Strahlenschutzgesetzes Radonschutz in Betracht ziehen, soweit er erforderlich und zumutbar ist.[3]

## Undichte Stellen im Keller dokumentieren

Bei [Feuchtemessungen](https://www.stmb24.de/feuchtigkeitsmessung) und Leckageortungen im Keller finden wir Risse in Sohle und Wänden, offene Fugen am Wandfuß und undichte Durchführungen von Leitungen, und genau diese Stellen sind auch Wege für Bodenluft. Wir halten sie im Messprotokoll mit Fotos fest, damit sie bei der Abdichtung gegen Feuchte gasdicht mitgeschlossen werden können.

Liegen bei einer Sanierung im Keller Sohle oder Wandfuß offen, sehen wir uns auch die Anschlüsse zwischen Bodenplatte und Außenwand an und benennen undichte Stellen, bevor neu verputzt oder der Boden geschlossen wird. Die Radonmessung selbst übernimmt eine anerkannte Messstelle mit Exposimetern.

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Belege

Quellen

1. Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL): [Radonschutzmaßnahmen: Planungshilfe für Neu- und Bestandsbauten (Michael Reiter, Hannes Wilke, Walter-Reinhold Uhlig)](https://www.naturgefahren.sachsen.de/download/Radon.pdf). Redaktionsschluss 02.09.2020, Abschnitte 2.2, 2.3, 3, 4.2.1, 4.2.2, 6.4 und 6.4.1. Abgerufen am 12.10.2026.
2. Verband Privater Bauherren e. V. (VPB): [Radon: Ratgeber für Bauherren und Immobilienkäufer](https://www.vpb.de/fileadmin/user_upload/2_Unser_Wissen/2.4_VPB-Ratgeber/VPB-Ratgeber_Radon.pdf). Stand Januar 2019, Seiten 1 und 2. Abgerufen am 12.10.2026.
3. Bundesministerium der Justiz: [Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz, StrlSchG)](https://www.gesetze-im-internet.de/strlschg/BJNR196610017.html). §§ 121, 123, 124, 126 und 127. Abgerufen am 12.10.2026.
4. Sächsische Energieagentur, SAENA GmbH: [Radonschutzmaßnahmen für Bestandsbauten (Freia Frankenstein-Krug), Informationsveranstaltung Radonschutz in Gebäuden](https://crm.saena.de/sites/default/files/civicrm/persist/contribute/files/221024_Radonschutzmasznahmen%20fur%20Bestandsbauten_SAENA.pdf). Vortrag vom 24.10.2022, Folien 3, 5, 6, 11, 13, 14 und 18. Abgerufen am 12.10.2026.
5. DIN Media GmbH: [DIN/TS 18117-1:2021-09, Bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz, Teil 1: Begriffe, Grundlagen und Beschreibung von Maßnahmen](https://www.dinmedia.de/de/vornorm/din-ts-18117-1/341766364). Ausgabe 2021-09, Einführungsbeitrag. Abgerufen am 12.10.2026.
6. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): [Radonschutz im Bestandsgebäude](https://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_in_gebaeuden/massnahmen_schutz/bestandsgebaeude/index.htm). Radon in Gebäuden, Maßnahmen, Bestandsgebäude. Abgerufen am 12.10.2026.

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