# Relative Luftfeuchtigkeit

> Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Prozent der größtmöglichen Menge Wasserdampf die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur enthält.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/relative-luftfeuchtigkeit
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Relative Luftfeuchtigkeit: warmes Wohnzimmer und kühles Schlafzimmer im Schnitt, Luft zieht durch die Tür, Glaszylinder mit gleicher Wassermenge und verschiedener Obergrenze, Wäscheständer, Bett, gekipptes Fenster](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/relative-luftfeuchtigkeit/7686135c93-1792367869/relative-luftfeuchtigkeit-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Relative Luftfeuchtigkeit

Auch: relative Feuchte, rF

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Prozent der größtmöglichen Menge Wasserdampf die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur enthält. Der Deutsche Wetterdienst definiert sie als Verhältnis des tatsächlichen Dampfdrucks zum Sättigungsdampfdruck.[1] Weil kalte Luft weniger Wasserdampf halten kann als warme, ändert sich der Wert schon durch Erwärmen oder Abkühlen, ohne dass Wasser hinzukommt oder verschwindet.

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Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So ändert sich die relative Luftfeuchtigkeit mit der Temperatur

![Relative Luftfeuchtigkeit, Funktionsweise: warmes Wohnzimmer mit 50 Prozent und kühles Schlafzimmer mit 68 Prozent im Schnitt, Luft zieht durch die offene Tür, zwei Glaszylinder mit gleicher Wassermenge und verschieden hoher Obergrenze, Wäscheständer, Hygrometer, gekipptes Fenster mit einfallender Außenluft](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/relative-luftfeuchtigkeit/e26aaa2028-1792367869/relative-luftfeuchtigkeit-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung von zwei Räumen im Schnitt, warm und kühl, mit derselben Luft. Die Nummern folgen der Luft vom Wohnzimmer durch die Tür ins Schlafzimmer und zum gekippten Fenster.

1. **Wohnzimmer: 21 °C und 50 %:** Das Hygrometer im warmen Raum zeigt 21 °C und 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Die Luft hält damit die Hälfte der Wassermenge, die bei dieser Temperatur möglich ist.
2. **Wäsche und Pflanzen: 6 bis 12 Liter am Tag:** Trocknende Wäsche, Pflanzen, Kochen, Duschen und Atmen geben Wasserdampf an die Raumluft ab. In einem Haushalt mit drei Personen sind es am Tag 6 bis 12 Liter.
3. **Luft zieht ins kühle Zimmer:** Durch die offene Tür strömt die Luft aus dem warmen in den kühlen Raum. Wasser kommt auf diesem Weg keines hinzu, die Luft kühlt nur ab.
4. **Schlafzimmer: 16 °C und 68 %:** Im kühlen Raum zeigt das Hygrometer für dieselbe Luft 68 Prozent. Der Prozentwert ist gestiegen, obwohl die Wassermenge gleich geblieben ist.
5. **Gleiche Wassermenge, kleinere Obergrenze:** Die Höhe der Glaszylinder steht für die größtmögliche Wassermenge bei der jeweiligen Temperatur, die Füllung für das vorhandene Wasser. Im kühlen Raum ist die Obergrenze niedriger, darum ist der Zylinder voller.
6. **Außenluft wird trocken: 9 %:** Durch das gekippte Fenster fällt kalte Außenluft ein. Mit minus 10 °C und 80 Prozent trägt sie wenig Wasser, erwärmt auf 20 °C hat sie nur noch 9 Prozent und nimmt Feuchte aus dem Raum auf.

## Relative Luftfeuchtigkeit: was der Prozentwert misst

Der Deutsche Wetterdienst beschreibt die relative Feuchte als Quotienten aus zwei Drücken. Im Zähler steht der Dampfdruck e, den der Wasserdampf in der Luft zum Messzeitpunkt tatsächlich ausübt, im Nenner der Sättigungsdampfdruck E, also der höchste Dampfdruck, der bei der jeweiligen Lufttemperatur möglich ist. In Prozent ausgedrückt gilt f = 100 · e / E.[1] Erreicht der Dampfdruck den Sättigungsdampfdruck, zeigt das Messgerät 100 Prozent, und die Luft kann bei dieser Temperatur keinen weiteren Wasserdampf aufnehmen.[1]

Angegeben wird der Dampfdruck meist in Hektopascal. Über die Zustandsgleichung idealer Gase hängt er mit der Dichte des Wasserdampfs zusammen, der Wassermenge in Gramm je Kubikmeter Luft, die das Physikalische Grundpraktikum der TU Dresden absolute Luftfeuchte nennt. Für sie gilt f = 2,167 · e / T, mit dem Dampfdruck e in Pascal und der Temperatur T in Kelvin.[2] Die absolute Feuchte ändert sich nur, wenn Wasser in einen Raum gelangt oder aus ihm abgeführt wird. Die relative Luftfeuchtigkeit reagiert dagegen auf jede Änderung der Temperatur, auch wenn die Wassermenge gleich bleibt. Steigt die absolute Feuchte in einem unbewohnten Raum über Tage an, gelangt von irgendwo Wasser hinein, und die Suche nach der [Ursache des Wasserschadens](https://www.stmb24.de/ursachen) beginnt.

## Warum dieselbe Luft beim Erwärmen trockener wird

Der Sättigungsdampfdruck wächst mit der Temperatur steil an. Nach der Magnus-Formel der Weltorganisation für Meteorologie liegt er bei 10 °C bei rund 12,3 hPa, bei 20 °C bei rund 23,3 hPa und bei 25 °C bei rund 31,6 hPa.[3] Wird Luft erwärmt, wächst der Nenner in der Formel des Wetterdienstes, und der Prozentwert sinkt, obwohl kein Tropfen Wasser verschwunden ist.[1] Kühlt dieselbe Luft ab, steigt der Prozentwert, bis am [Taupunkt](https://www.stmb24.de/themen/taupunkt) die Sättigung erreicht ist.

Wasser in Luft mit 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit

| Lufttemperatur | Dampfdruck | Wasser je Kubikmeter Luft |
| --- | --- | --- |
| 10 °C | 6,1 hPa | 4,7 g |
| 15 °C | 8,5 hPa | 6,4 g |
| 20 °C | 11,7 hPa | 8,6 g |
| 25 °C | 15,8 hPa | 11,5 g |

Rechenwerte nach der WMO-Fassung der Magnus-Formel[3] und der Zustandsgleichung idealer Gase,[2] gerundet.

Die Tabelle zeigt, wie wenig ein Prozentwert allein aussagt. Luft mit 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit trägt bei 25 °C fast zweieinhalbmal so viel Wasser wie bei 10 °C.[3][2] Wer wissen will, wie viel Wasser tatsächlich in der Luft steckt, braucht zum Prozentwert immer die Temperatur.

## Rechenbeispiel: vom warmen Wohnzimmer ins kühle Schlafzimmer

Ein Beispiel mit angenommenen Werten zeigt, wie stark die Temperatur wirkt. Im Wohnzimmer hat die Luft 21 °C und 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit, ihr Dampfdruck liegt damit bei rund 12,4 hPa.[3] Strömt diese Luft ins [Schlafzimmer](https://www.stmb24.de/schadenwissen/schimmel/schimmel-im-schlafzimmer-warum-gerade-dort) mit 16 °C, steigt ihre relative Luftfeuchtigkeit auf rund 68 Prozent, in einem Raum mit 14 °C auf rund 78 Prozent.[3] Wasser ist auf diesem Weg keines hinzugekommen.

Als behagliches Wohnklima nennen die Verbraucherzentralen etwa 18 bis 22 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.[4] Liegt die Luftfeuchte im Winter regelmäßig über 50 Prozent, steigt nach derselben Quelle die Schimmelgefahr, unter 30 Prozent kann die trockene Luft die Schleimhäute reizen.[4] Das kühle Schlafzimmer aus dem Beispiel liegt mit derselben Luft deutlich über diesem Bereich, obwohl das Wohnzimmer darin bleibt. Im Leitfaden zur Schimmelvorbeugung beschreibt das Umweltbundesamt den Zusammenhang für wenig oder gar nicht beheizte Räume wie Schlaf-, Gäste- und Abstellräume: Die abgesenkte Lufttemperatur erhöht die relative Raumluftfeuchte und senkt die Temperatur der Wandoberflächen.[5]

## Wie viel Wasser ein Haushalt an die Raumluft abgibt

In die Raumluft gelangt Wasser durch Atmen, Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Zimmerpflanzen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit drei Personen summiert sich die Feuchtemenge, die in die Luft übergeht, nach dem Leitfaden des Umweltbundesamtes auf etwa 6 bis 12 Liter am Tag.[5] Die Werte beruhen auf Erfahrungswerten des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik und können im Einzelfall deutlich abweichen.[5]

Ein Rechenbeispiel ordnet diese Menge ein. Angenommen sei eine Wohnung mit 50 Quadratmetern Fläche und 2,5 Metern Raumhöhe, also 125 Kubikmetern Luft: Bei 20 °C und 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit trägt diese Luft zusammen rund 1,1 Kilogramm Wasser, gesättigt wären es rund 2,2 Kilogramm.[3][2] Die Tagesmenge eines Haushalts beträgt damit ein Vielfaches dessen, was die gesamte Raumluft der Wohnung überhaupt aufnehmen kann.[5][3]

Einen Teil der Feuchtespitzen fangen die Oberflächen im Raum ab. Baustoffe nehmen bei steigender Luftfeuchte Wasser auf und geben es bei sinkender wieder ab, diese Feuchtepufferung reicht nach dem Leitfaden meist nur wenige Millimeter tief in das Bauteil.[5] In einem Versuch des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, den das Umweltbundesamt wiedergibt, sank die relative Raumluftfeuchte durch eine [Holzverkleidung der Wände](https://www.stmb24.de/schadenwissen/ausbau/holzdecke-und-holzverkleidung-nach-wasserschaden) von etwa 60 auf etwa 40 Prozent.[5] Die Pufferung gleicht Schwankungen im Tagesverlauf aus, das Wasser selbst bleibt im Raum, bis gelüftet wird.

## Lüften im Winter: kalte Außenluft als Trockner

Kalte Außenluft trägt auch bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit nur wenig Wasser. Das Umweltbundesamt rechnet vor, was beim Lüften im Winter geschieht: Außenluft mit minus 10 °C und 80 Prozent relativer Feuchte enthält 1,79 Gramm Wasser je Kubikmeter und hat nach dem Erwärmen auf 20 °C nur noch 9 Prozent relative Feuchte.[5] Bei einer Außentemperatur von 0 °C sind es nach derselben Tabelle 21 Prozent, bei 10 °C noch 42 Prozent.[5]

Die erwärmte Außenluft kann Feuchte aus der Raumluft und aus den Oberflächen aufnehmen und trägt sie beim nächsten Lüften hinaus. Der Leitfaden nennt das Lüften das wirksamste Mittel, um Feuchte aus einer Wohnung zu entfernen.[5] Über längere Zeit unter 20 Prozent fällt die Raumluftfeuchte trotzdem selten, weil Wände und Einrichtung während des Lüftens Feuchte an die Luft zurückgeben.[5]

Im Sommer kehrt sich das Verhältnis um. Die Außenwände von Räumen im Souterrain oder am Hang werden durch das umgebende Erdreich gekühlt, und warme Außenluft, die meist mehr Wasserdampf enthält als die Innenluft, kühlt an diesen Wänden ab und erhöht dort die Feuchte.[4] Die Verbraucherzentralen raten, solche Räume in den kühleren Morgen- oder Abendstunden zu lüften, denn trockener wird die Raumluft durch Lüften nur, wenn die absolute Luftfeuchte draußen niedriger ist als drinnen.[4]

## Grenzwerte für die relative Luftfeuchtigkeit in Arbeitsräumen

Für Arbeitsräume, in denen betriebs- oder arbeitsbedingt Feuchte anfällt, nennt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 Höchstwerte der relativen Luftfeuchtigkeit, die mit steigender Lufttemperatur sinken.[6]

Höchstwerte der relativen Luftfeuchtigkeit nach ASR A3.6

| Lufttemperatur | höchste relative Luftfeuchtigkeit |
| --- | --- |
| 20 °C | 80 % |
| 22 °C | 70 % |
| 24 °C | 62 % |
| 26 °C | 55 % |

Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6, Abschnitt 4.3, Tabelle 2.[6]

Rechnet man die vier Zeilen mit der Magnus-Formel nach, tragen sie fast dieselbe Wassermenge, zwischen 13,4 und 13,8 Gramm je Kubikmeter, und haben alle einen Taupunkt von rund 16,3 bis 16,4 °C.[6][3][2] Die Regel begrenzt damit im Kern die absolute Feuchte der Luft, der Prozentwert folgt der Temperatur.

In Wohnräumen zählt am Ende die Feuchte an der kältesten Oberfläche. Schimmelpilze wachsen nach dem Umweltbundesamt bereits, wenn an der Materialoberfläche über längere Zeit 70 bis 80 Prozent relative Feuchte herrschen.[5] Eine Raumluftfeuchte, die in der Zimmermitte unbedenklich wirkt, kann diese Schwelle an einer kalten Außenwand oder in einer Zimmerecke überschreiten.

## Relative Luftfeuchtigkeit messen und richtig deuten

Gemessen wird die relative Luftfeuchtigkeit mit einem [Hygrometer](https://www.stmb24.de/themen/hygrometer), für zu Hause empfehlen die Verbraucherzentralen ein Thermo-Hygrometer, das Temperatur und Luftfeuchte gemeinsam anzeigt.[4] Erst mit der Temperatur lässt sich aus dem Prozentwert ermitteln, wie viel Wasser tatsächlich in der Luft steckt, und aus beiden Werten zusammen folgen Dampfdruck, Wassermenge und Taupunkt.[4][3]

Wer einen Luftbefeuchter betreibt, sollte nach dem Leitfaden mit einem Hygrometer kontrollieren, dass die Luftfeuchte nicht zu hoch steigt, weil sonst die Gefahr für Schimmelwachstum zunimmt. Luftbefeuchter sollen außerdem regelmäßig gereinigt werden.[5]

Bei einer [Feuchtigkeitsmessung](https://www.stmb24.de/feuchtigkeitsmessung) nach einem Schaden betrachten wir die relative Luftfeuchtigkeit nie allein. Raumtemperatur, Luftfeuchte und die Temperatur der betroffenen Flächen zeigen gemeinsam, ob eine feuchte Wand von zu feuchter Raumluft kommt oder von Wasser, das im Bauteil steckt. Erst diese Unterscheidung legt fest, ob Lüften und Heizen genügen oder ob ein Leck gesucht werden muss.

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Belege

Quellen

1. Deutscher Wetterdienst: [Wetter- und Klimalexikon, Eintrag Relative Feuchte](https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv3=102222&lv2=102134). Abgerufen am 24.09.2026.
2. Technische Universität Dresden, Fachrichtung Physik: [Physikalisches Grundpraktikum, Versuch LF: Luftfeuchtigkeit](https://tu-dresden.de/mn/physik/ressourcen/dateien/studium/lehrveranstaltungen/praktika/pdf/LF.pdf). Stand 16.09.2009, Abschnitte 2 und 4.1. Abgerufen am 24.09.2026.
3. University Corporation for Atmospheric Research (UCAR), Earth Observing Laboratory: [Water Vapor Pressure Formulations](https://www.eol.ucar.edu/data-software/conventions-and-standards/water-vapor-pressure-formulations). Formel der WMO nach dem Guide to Meteorological Instruments and Methods of Observation, Ausgabe 2008. Abgerufen am 24.09.2026.
4. Verbraucherzentralen, Portal verbraucherzentrale.de: [Heizen und Lüften: So geht’s richtig](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/strom-sparen/heizen-und-lueften-so-gehts-richtig-10426). Abgerufen am 24.09.2026.
5. Umweltbundesamt: [Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden](https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/leitfaden-zur-vorbeugung-erfassung-sanierung-von). Stand April 2024, S. 23 und 53 bis 59. Abgerufen am 24.09.2026.
6. Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN): [Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.6 Lüftung, Abschnitt 4 Luftqualität](https://vorschriften.bgn-branchenwissen.de/daten/tr/asr_a3_6/4.htm). Abschnitt 4.3 Feuchtelast, Tabelle 2. Abgerufen am 24.09.2026.

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