# Schwarzwasser

> Schwarzwasser erklärt: woraus Toilettenabwasser besteht, wie der Hamburg Water Cycle daraus Biogas gewinnt und was nach einem Rückstau mit Schwarzwasser im Keller zu tun ist.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/schwarzwasser
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

Schwarzwasser ist das häusliche Abwasser aus Toiletten, das im Gegensatz zum Grauwasser Fäkalien enthält und sich aus Kot, Urin und dem Spülwasser der Toilette zusammensetzt.[1][2] Werden Urin und Kot in Separationstoiletten getrennt erfasst, teilt es sich in Gelbwasser und Braunwasser, und in getrennten Systemen wie dem Hamburg Water Cycle dient es zur Erzeugung von Biogas.[1][3]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## Woraus Schwarzwasser besteht

Je nachdem, ob Urin und Kot getrennt voneinander in einer Separationstoilette erfasst werden, unterteilt BauNetz Wissen Schwarzwasser in Braunwasser und Gelbwasser, wobei der aufgefangene Urin einer Wiederverarbeitung zugeführt wird.[1]

Nach einer Bilanz, die Erwin Nolde in einem VDI-Vortrag vorgestellt hat, besteht Schwarzwasser aus Fäkalien, Urin und rund 30 Litern Spülwasser je Einwohner und Tag, macht damit knapp ein Drittel der Abwassermenge aus und enthält zugleich gut 92 Prozent des Stickstoffs, drei Viertel des Phosphors und rund 76 Prozent des Kaliums.[2] Schwarzwasser gilt dort als Ressource für Energie aus Biogas und für Nährstoffe als Dünger, und in der vorgestellten Anlage zählt auch das Küchenabwasser zum Schwarzwasser.[2] Drückt bei einem Rückstau [Abwasser im Haus](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/abwasser-im-haus-nach-rueckstau) aus der Toilette, ist es darum hoch belastet, und betroffene Flächen müssen desinfiziert werden. Bei einer [Wasserschadensanierung](https://www.stmb24.de/wasserschadensanierung) nach einem solchen Schaden werden saugfähige Baustoffe, die das Wasser aufgenommen haben, meist ausgebaut.

Drückt bei einem Rückstau oder einer verstopften Grundleitung Schwarzwasser aus Toilette oder [Bodenablauf in den Keller](https://www.stmb24.de/themen/bodenablauf), verteilt es sich über den Boden bis an Waschmaschine, Trockner und Steckdosen. Bevor jemand mit Gummistiefeln und Eimer hineingeht, schaltet er an der Sicherung alle Kellerstromkreise ab, mit dem Lichtschalter an der Kellertür ist das nicht getan. Steht der Sicherungskasten selbst im Abwasser, bleibt der Keller gesperrt, bis Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber die Anlage gesichert haben, und solange das Abwasser dort noch steigt, bleibt die Kellertür zu.

## Nährstoffe im Klärwerk

Stickstoff aus dem Abwasser zu entfernen, ist im Klärwerk nach dem VDI-Vortrag stromintensiv, für die Herstellung von Stickstoffdünger wird zugleich viel Gas benötigt, die weltweiten Phosphorreserven sind begrenzt, und Kalium hält keine Kläranlage zurück, was Oberflächengewässer versalzen lässt.[2] Für Abwasser gilt nach dem Vortrag dieselbe Rangfolge wie im Kreislaufwirtschaftsgesetz: vermeiden, vermindern, recyceln und erst dann beseitigen.[2]

## Schwarzwasser im Hamburg Water Cycle

Im Hamburger Bezirk Wandsbek ist auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne das Stadtquartier Jenfelder Au entstanden, dessen mehr als 800 Wohneinheiten nach einer Broschüre von HAMBURG WASSER an den Hamburg Water Cycle angeschlossen sind, und damit wird erstmals in Europa im großen Stil Toilettenabwasser vor Ort zur Energiegewinnung genutzt.[3] Häusliche Abwässer werden dort nach ihren Eigenschaften in drei Teilströme getrennt: Schwarzwasser, [Grauwasser](https://www.stmb24.de/themen/grauwasser) aus Bad und Küche und Regenwasser, das auf Grünflächen versickert und verdunstet oder in Teiche fließt.[3]

Vakuumtoiletten mit höchstens einem Liter Spülwasser erfassen das Schwarzwasser konzentriert, Unterdruckleitungen bringen es zum Betriebshof am Rand des Quartiers, und dort wird es zusammen mit weiterer Biomasse wie Fettabwässern aus Restaurants zu Biogas vergoren, das eine Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung in Strom und Wärme für das Quartier umwandelt.[3] Interessant ist das Konzept nach der Broschüre für Städte mit knappen Wasserressourcen, wachsender Einwohnerzahl und wenig freien Kapazitäten in bestehenden Kläranlagen.[3] In herkömmlichen Häusern fließt Schwarzwasser dagegen durch Fallleitungen, und ist eine davon undicht, ist das, was in der Wohnung darunter als [Wasser aus der Decke tropft](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/wasser-tropft-aus-der-decke), mit Fäkalien belastet. Die undichte Stelle in der Leitung findet dann eine [Leckageortung](https://www.stmb24.de/leckageortung), bevor die Decke geöffnet wird.

Als Ziele nennt HAMBURG WASSER, Wasser zu sparen, regenerative Energie zu erzeugen, den Ausstoß von Kohlendioxid zu senken, Phosphor und Stickstoff zurückzugewinnen und das Mikroklima zu verbessern, und gefördert wurde der Bau unter anderem aus dem EU-Programm LIFE+, mit einer Projektlaufzeit von September 2011 bis August 2019.[3] Umgesetzt werden solche Konzepte nach der Broschüre inzwischen auch in Belgien, Schweden und den Niederlanden, und die Jenfelder Au war 2013 Referenzprojekt der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg.[3]

## Warum Schwarzwasser nicht verdünnt werden soll

Wegen seiner hohen Konzentration an organischen Inhaltsstoffen eignet sich Schwarzwasser nach einem Praxisbeispiel des Bundeswirtschaftsministeriums zur Vergärung, und damit der Prozess wirksam bleibt, soll es möglichst wenig verdünnt werden, was in der Jenfelder Au Unterdrucktoiletten leisten, wie sie aus Zügen, Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen bekannt sind.[4] Nach der anaeroben Behandlung und weiterer Aufbereitung kann der Stoffstrom danach als Bodenverbesserer oder Dünger dienen, weil er reich an Stickstoff und Phosphor ist, und ohne die gemeinsame Ableitung mit Schwarzwasser lässt sich Grauwasser energieschonender reinigen.[4] Die gewonnene Energie wird nach dem Praxisbeispiel als Nahwärme direkt im Quartier eingesetzt, und der erste Spatenstich für die Schwarz- und Grauwasserleitungen fand im Oktober 2013 statt.[4]

## Biogas und Gärreste aus Schwarzwasser

Wie sich Schwarzwasser mit regionalen Reststoffen vergären lässt, hat die Technische Universität Hamburg im Forschungsvorhaben KREIS untersucht: Als Co-Substrate wurden Rasenschnitt und Fettwasser ausgewählt, und Rasenschnitt steht danach ganzjährig ohne Qualitätsverlust zur Verfügung.[5] Die besten Ergebnisse brachte eine Mischung aus 40 Prozent Schwarzwasser, 30 Prozent Fettwasser und 30 Prozent Rasensilage mit rund 37 Kubikmetern Biogas je Tonne Frischmasse.[5]

Der Gärrest dieser Mischung enthielt nach dem Bericht 0,7 g Phosphor und 2,6 g Stickstoff je Liter, und mit einem Trockenmassegehalt von 6,5 Prozent eignete er sich für die Trennung von Feststoff und Flüssigkeit mit einer Schneckenpresse.[5] Für das Blockheizkraftwerk aus zwei Mikrogasturbinen mit je 65 kW elektrischer und 100 kW thermischer Leistung reichen nach dem Schlussbericht des Steinbeis-Innovationszentrums Solar- und Wärmetechnik die in der Umgebung verfügbaren Substrate aus, und die Energieströme der Anlage wurden dort in einem zeitlich hoch aufgelösten Simulationsmodell untersucht.[6] Mit dem vor Ort erzeugten Biogas sollten nach dem Praxisbeispiel von 2018 etwa 40 Prozent der Wohnungen mit Wärme und die Hälfte mit Strom versorgt werden können.[4]

## Unterdruckleitungen bis in die Häuser

Die Unterdruckentwässerung ist nach dem Praxisbeispiel ein geschlossenes System, das jede Toilette mit der zentralen Vakuumstation verbindet, mit Netzteilen im öffentlichen Grund und in den Häusern der Eigentümer.[4] Der betriebliche Verantwortungsbereich von HAMBURG WASSER endet nach dem Hamburgischen Abwassergesetz an der Grundstücksgrenze, der Unterdruck reicht aber bis in die Häuser, und undichte Rohrverbindungen in den häuslichen Leitungen erhöhen den Aufwand, den Betriebsunterdruck im ganzen Netz zu halten.[4] Darum erhält jeder Anschluss im öffentlichen Boden eine Absperrarmatur, mit der sich einzelne Häuser im Schadensfall abtrennen lassen.[4] Erfahrungen aus Planung, Bau und Betrieb des Vakuumnetzes hat HAMBURG WASSER nach der Broschüre in einem frei zugänglichen Handbuch zur Unterdruckentwässerung zusammengefasst.[3]

## Wenn Schwarzwasser ins Gebäude läuft

Läuft Schwarzwasser nach einem Rückstau, einer Verstopfung oder einem Bruch der Abwasserleitung in Keller oder Bad, gelten die betroffenen Flächen als mit Fäkalien verunreinigt. Wir pumpen das Wasser ab, bauen durchnässte Dämmung, Bodenbeläge und Gipsplatten aus, die sich nicht reinigen lassen, reinigen und desinfizieren die verbleibenden Flächen und trocknen danach Estrich und [Mauerwerk](https://www.stmb24.de/themen/mauerwerk). Erst wenn die Messungen zeigen, dass die Bauteile trocken sind, werden [Estrich](https://www.stmb24.de/themen/estrich) und Wandflächen wieder geschlossen.

Unsere Mitarbeiter tragen dabei Schutzkleidung, und Bewohner bleiben den Arbeitsbereichen fern, bis gereinigt ist. Kommt das Wasser aus einer undichten Grundleitung, orten wir die Stelle mit der Kamera und messen, wie weit die Feuchte im Bauteil reicht, bevor saniert wird.

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

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**0162 4428440** 24h Notruf

Belege

Quellen

1. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Schwarzwasser](https://www.baunetzwissen.de/glossar/s/schwarzwasser-8432874). Glossar Wasserkreislauf, Schwarzwasser. Abgerufen am 12.10.2026.
2. VDI Verein Deutscher Ingenieure, Hamburger Bezirksverein: [Grauwasserrecycling mit integrierter Wärmerückgewinnung, Vortrag von Erwin Nolde (Innovative Wasserkonzepte)](https://www.vdi.de/fileadmin/pages/vdi_de/redakteure/vor_ort/bv/hamburger-bv/dateien/2023-10-10_Vortrag_Nolde_VDI.pdf). Vortrag vom Oktober 2023, Folien 11 bis 14. Abgerufen am 12.10.2026.
3. HAMBURG WASSER: [Wasser ist unsere Energie: Jenfelder Au, HAMBURG WATER Cycle (Broschüre)](https://www.hamburgwasser.de/fileadmin/Redakteur/Downloads/HWC/HWC_Broschuere_de_s.pdf). Broschüre Jenfelder Au, Stand November 2019, Seiten 2 bis 6. Abgerufen am 12.10.2026.
4. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Kompetenzzentrum innovative Beschaffung, KOINNO): [Praxisbeispiel 53: Nachhaltiges Schmutzwasser- und Energiekonzept in der Jenfelder Au in Hamburg](https://www.koinno-bmwi.de/fileadmin/user_upload/praxisbeispiele/KOINNO-Praxisbeispiel_53_2_Nachhaltiges_Schmutzwasser-_und_Energiekonzept.pdf). Praxisbeispiel 53, Stand Juli 2018, Seiten 1 und 2. Abgerufen am 12.10.2026.
5. Technische Universität Hamburg, Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz: [Nutzung regionaler abfall- und abwasserstämmiger Bioressourcen am Beispiel des Hamburger Demonstrationsvorhabens Jenfelder Au (Saskia Hertel, Ina Körner)](https://tore.tuhh.de/handle/11420/1588). Working Paper 2018, Abstract. Abgerufen am 12.10.2026.
6. Steinbeis-Innovationszentrum Solar- und Wärmetechnik (SWT), Stuttgart: [Schlussbericht Forschungsverbundvorhaben KREIS: Kopplung von regenerativer Energiegewinnung mit innovativer Stadtentwässerung, Teilprojekt Energietechnik (Andrea Stübler, Dominik Bestenlehner, Harald Drück)](https://edocs.tib.eu/files/e01fb16/87074626X.pdf). Teilprojekt Energietechnik, Abschnitte 1.1 und 3.1. Abgerufen am 12.10.2026.

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