# Spanplatte

> Spanplatte erklärt: woraus der Holzwerkstoff besteht, was die Typen P1 bis P7 nach DIN EN 312 bedeuten, warum Nässe ihn aufquellen lässt und was für Formaldehyd gilt.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/spanplatte
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Spanplatte in der Küche: aufgequollene Kanten an Oberschrank, Arbeitsplatte und Sockelblende nach Wasser aus der Decke](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/spanplatte/87b93443b7-1792367902/spanplatte-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Spanplatte

Auch: Flachpressplatte, Pressspanplatte

Eine Spanplatte ist ein plattenförmiger Holzwerkstoff aus kleinteiligen Holzspänen, die mit duroplastischen Bindemitteln flach verpresst werden, als Ein- oder Mehrschichtplatte mit feineren Spänen an den Oberflächen.[1] DIN EN 312 unterscheidet sieben Plattentypen von P1 für allgemeine Zwecke im Trockenbereich bis P7 für hoch belastbare tragende Platten im Feuchtbereich, und gegen dauerhafte Nässe ist keine Spanplatte beständig.[2][1]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So quillt eine Spanplatte, wenn Wasser an die Kanten kommt

![Spanplatte, Funktionsweise: Wasser aus der Decke zieht in Kanten und Bohrungen eines Oberschranks, Einlegeboden hängt durch, Sockelblende quillt im Wasser auf, ausgebaute Stelle wird getrocknet, Lupe auf den Plattenaufbau](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/spanplatte/801dfaf881-1792367902/spanplatte-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung: Küchenzeile von vorn nach einem Wasserschaden aus der Decke darüber, ein Oberschrank geöffnet. Die Nummern führen vom Aufbau der Platte über die nassen Kanten bis zum Ausbau.

1. **Außen feine Späne und Dekorpapier:** Eine Spanplatte besteht zu über 80 Prozent aus Holzspänen, meist mit Kunstharz gebunden, Paraffine machen sie wasserabweisender. Bei Mehrschichtplatten liegen außen feinere Späne, auf denen das Dekorpapier gut hält, innen gröbere.
2. **Wasser zieht über Kanten und Bohrungen:** Tropft Wasser aus der Decke und läuft über die Oberschränke, schützt die Beschichtung nur die Flächen. Über offene Kanten und Bohrungen zieht es trotzdem in die Platte, rund um die Löcher färbt sich das Holz dunkel.
3. **Nass verliert die Platte Festigkeit:** Dauerhafte Nässe hält keine Spanplatte aus. Ein durchfeuchteter Boden hängt unter Last durch, die Festigkeit nimmt nachhaltig ab, und bleibt das Holz lange feucht, können holzzerstörende Pilze die Platte befallen.
4. **Kanten quellen von unten auf:** Steht Wasser auf dem Boden, saugt die Sockelblende es über ihre untere Schnittkante auf und quillt, ebenso die Arbeitsplatte an Kanten und Schnittflächen. Diese Quellung bildet sich auch nach einer Trocknung nicht zurück.
5. **Ausbauen und dahinter trocknen:** Vorher schalten wir die Küchenstromkreise an der Sicherung ab, auch den Herd. Gequollene Sockelblenden und Korpusböden bauen wir aus, trocknen den Boden und die Hohlräume darunter und setzen neue Teile erst, wenn die Messwerte passen.

## Späne, Leim und Deckschicht

Konventionelle Spanplatten bestehen nach WECOBIS zu über 80 % aus Holz, typischerweise gebunden mit Harnstoff-Formaldehyd, Phenol-Formaldehyd, Melamin-Harnstoff-Formaldehyd oder PMDI, und zusätzliche Paraffine machen die Platte wasserabweisender.[1] Bei mehrschichtigen Platten liegen außen feinere Späne, damit sich die Oberfläche besser mit Dekorpapier beschichten lässt, und für Harnstoff- und Melaminharze kommen Ammoniumsalze als Härter hinzu, 0,5 bis 4 % bezogen auf den Leimharzanteil.[1]

Als Rohstoff dienen Industrieholz aus Nadel- und Laubholz, Waldhackschnitzel, Industrierestholz und Gebrauchtholz, und weil sich die Spanplattenherstellung sehr gut für Altholz eignet, lief die stoffliche Verwertung von Altholz in den vergangenen Jahren nahezu vollständig über diese Industrie.[1] Die zerkleinerten und getrockneten Späne werden nach Größe sortiert, beleimt, in waagerechten Schichten gestreut und in einer kontinuierlichen Presse bei etwa 200 °C verpresst, anschließend aufgetrennt, in Sternwendern gekühlt und bei Bedarf geschliffen.[1]

Für die Beschichtung werden in der Regel melaminharzgetränkte Papiere in einer Heißpresse mit der rohen Platte verpresst, wobei sie ohne weiteres Bindemittel aushärten.[1] Unter den Partikelwerkstoffen Spanplatte, OSB, MDF und HDF braucht die Spanplatte nach WECOBIS die wenigste Herstellungsenergie, weil weniger Klebstoff eingesetzt wird und sich die kleinen Späne in der Presse leichter durchströmen lassen.[1]

Wasser aus einem Geschirrspüler oder Spülenanschluss erreicht in der Küche schnell Steckdosen und Gerätekabel hinter den Unterschränken. Vor dem Ausräumen und Abbauen der Schränke werden die Küchenstromkreise an der Sicherung abgeschaltet, auch der Herdanschluss, denn ein Lichtschalter erfasst diese Kreise nicht. Ist der Sicherungskasten nass geworden, bleibt man draußen und holt Feuerwehr oder örtlichen Netzbetreiber, und steigt [Wasser im Keller](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/wasser-im-keller-was-sofort-tun), geht keiner hinab.

## Spanplatten nach DIN EN 312

Die Norm DIN EN 312 in der Ausgabe vom Dezember 2010 legt Anforderungen an unbeschichtete, kunstharzgebundene Spanplatten fest, die im Flachpress- oder Kalanderverfahren hergestellt werden, und gilt nicht für Strangpressplatten nach DIN EN 14755 und Flachsspanplatten nach DIN EN 15197.[2] Die Plattentypen P1 bis P3 sind für allgemeine und nicht tragende Zwecke wie Möbel und Inneneinrichtungen bestimmt, die Typen P4 bis P7 für tragende oder aussteifende Bauteile wie Wände, Fußböden, Dächer oder I-Träger.[2] Ist eine Spanplatte im Fußboden nach einem Wasserschaden aufgequollen, hilft auch eine [Wasserschadensanierung](https://www.stmb24.de/wasserschadensanierung) nicht mehr, weil die Quellung bleibt.

Die Werte der Norm beschreiben Produkteigenschaften und keine charakteristischen Werte für statische Berechnungen, die für tragende Platten in DIN EN 12369-1 stehen, und gegenüber der Fassung von 2003 kamen neue Dickenbereiche hinzu, während sich einzelne Werte für Biegefestigkeit, Elastizitätsmodul und Dickenquellung änderten.[2] Für die CE-Kennzeichnung gilt die übergeordnete EN 13986, und die deutschen Hersteller geben zusätzlich den Plattentyp nach DIN EN 312 an und nutzen Farbkennzeichnungen für tragend oder nicht tragend und für Trocken- oder Feuchtbereich.[1] Für eine [Schadendokumentation](https://www.stmb24.de/dokumentation) nach einem Wasserschaden lohnt es sich darum, Plattentyp und Farbkennzeichnung der verbauten Platten festzuhalten.

Der Typ P7 entspricht in seinem Anwendungsgebiet einer OSB/4-Platte, wobei die OSB/4 in Hauptrichtung der Strands höhere Anforderungen an die Biegefestigkeit erfüllen muss.[1]

## Flachpressplatte, Röhrenspanplatte, Gipsspanplatte

Im Möbel- und Innenausbau für trockene Bereiche wird die Spanplatte auch Flachpressplatte genannt, und BauNetz Wissen weist darauf hin, dass aus den mit Kunstharzleimen verpressten Platten bei der Verarbeitung und später in der Nutzung Schadstoffe austreten können, die ein gesundheitliches Risiko darstellen.[3] Daneben gibt es gipsgebundene Spanplatten, die keine Emissionen von Formaldehyd aufweisen.[3] Möbel aus beschichteten Spanplatten nehmen Wasser vor allem über offene Kanten und Bohrungen auf, etwa wenn in der Küche [Wasser aus der Decke tropft](https://www.stmb24.de/schadenwissen/wasserschaden/wasser-tropft-aus-der-decke) und über die Oberschränke läuft.

Röhrenspanplatten haben im Gegensatz zum ausgefüllten Querschnitt der konventionellen Spanplatte Hohlräume und werden für Innentüren verwendet, und solche Sonderausführungen erreichen Rohdichten von nur 200 kg/m³.[1] Hergestellt werden sie, indem die beleimten Späne in einen senkrechten Einfallkanal zwischen zwei Heizplatten gestreut und von einem Kolben mit Rundstäben für die Hohlräume nach und nach verdichtet werden.[1]

## Kennwerte von Spanplatten

Die Rohdichte liegt nach WECOBIS zumeist zwischen 600 und 780 kg/m³, als Rechenwert der [Wärmeleitfähigkeit](https://www.stmb24.de/themen/waermeleitfaehigkeit) für flach gepresste Spanplatten nennt DIN V 4108-4 den Wert 0,13 W/(m·K), und die Wärmespeicherkapazität beträgt bei 15 % Feuchtegehalt etwa 1800 J/(kg·K).[1] Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl gibt WECOBIS nach der Umweltproduktdeklaration des Holzwerkstoffverbands mit 15 bis 50 an.[1]

An die Biegefestigkeit stellt EN 312 je nach Plattentyp Anforderungen zwischen 5,5 und 20 N/mm², an den Elastizitätsmodul bei Biegung zwischen 1050 und 3350 N/mm² und an die Querzugfestigkeit zwischen 0,14 und 0,75 N/mm².[1] In Länge und Breite quillt und schwindet eine Spanplatte nahezu gleich, und im Brand gilt sie als normal qualmend, nicht tropfend und normalentflammbar, mit den Klassen B2 nach DIN 4102-1 und D-s2, d0 nach DIN EN 13501-1.[1]

## Feuchte, Pilze und Holzschutzmittel

Eurocode 5 lässt Spanplatten wie OSB in den Nutzungsklassen 1 und 2 zu, also in einem Klima, in dem die Luft nur wenige Wochen im Jahr mehr als 65 beziehungsweise 85 Prozent relative Feuchte erreicht.[1] Gegen dauerhafte Wassereinwirkung ist die Spanplatte nicht beständig, ihre Festigkeit nimmt nachhaltig ab, und bei entsprechender [Holzfeuchte](https://www.stmb24.de/themen/holzfeuchte) zerstören holzzerstörende Pilze sie genauso wie die Holzarten, aus denen sie besteht.[1]

Spanplatten für Feuchtbereiche, etwa P3 nach DIN EN 312 und früher V 100 G nach DIN 68763, erhalten Holzschutzwirkstoffe gegen Pilze, die bei der Herstellung meist mit dem Leim zugegeben werden, derzeit häufig Bor- und Kalium-HDO-Verbindungen.[1] Im Trockenbereich sollten Platten der Typen P3, P5 und P7, die chemischen Holzschutz enthalten können, nach WECOBIS nur verwendet werden, wenn es zwingend nötig ist, und im Außenraum sollten Spanplatten generell nicht eingesetzt werden, für Fassadenbekleidungen sind polyurethangebundene Platten mit wetterfester Oberfläche zu wählen.[1]

## Formaldehyd aus Spanplatten

Für die EU-weite Beschränkung von Formaldehyd führt das Fraunhofer-Institut für Holzforschung Spanplatten, Faserplatten, Sperrholz und Massivholz ebenso unter den erfassten Erzeugnissen auf wie Parkett, [Laminat](https://www.stmb24.de/themen/laminat), Möbel, Türen, Fenster und Fußbodenleisten.[4] Gemessen wird in einer Prüfkammer bei 23 °C, 45 % relativer Luftfeuchte, einem Luftwechsel von einmal pro Stunde und einem Beladungsfaktor von 1 m²/m³, und die Prüfung soll so lange laufen, bis sich eine Ausgleichskonzentration einstellt, höchstens aber 28 Tage.[4]

Seit dem 06.08.2026 gilt die EU-Formaldehydverordnung für Holzwerkstoffe und Möbel, die frühere deutsche Regelung über die Chemikalien-Verbotsverordnung ist damit entfallen, und für Gegenstände und Möbel auf Holzbasis gilt ein Grenzwert von 0,062 mg/m³.[5] Das Umweltbundesamt empfiehlt Produkte mit dem Blauen Engel, bei anderen Produkten im Zweifel Prüfnachweise vom Hersteller, und daneben regelmäßiges Lüften und feuchtes Wischen der Oberflächen.[5]

## Bearbeitung, Staub und Rückbau

Bearbeitet wird die Spanplatte mit typischen Holzbearbeitungsmaschinen, und weil auf Baustellen Absaugungen häufig fehlen, entsteht beim Sägen und Fräsen Holzstaub, dessen gesetzlicher Maximalwert von 2 mg/m³ eingehalten werden muss.[1] Enthalten die Platten Holzschutz- oder Flammschutzmittel auf Borbasis, können die Stäube die Fortpflanzung beeinträchtigen, dann ist Atemschutz mindestens mit Partikelfilter FFP2 nach DIN EN 143 nötig.[1]

Beim Rückbau sind nach WECOBIS über die Einbausituation und den Holzstaub hinaus keine baustoffspezifischen Risiken zu erwarten, mechanisch befestigte Platten lassen sich sortenrein lösen, und als Altholz geht die Spanplatte über Hackschnitzel und Späne in die Herstellung neuer Holzwerkstoffe oder in die energetische Verwertung.[1]

## Gequollene Spanplatten in Küche und Boden

Läuft unter einer Spüle, einem Geschirrspüler oder auf einem Boden mit Spanplatten-Verlegeplatten Wasser aus, quellen Kanten und Schnittflächen auf, und die Platte verliert an Festigkeit. Schadhafte Stellen sind nach WECOBIS lokal auszuwechseln, und Inhaltsstoffe, die das Wasser gefährden könnten, werden aus Spanplatten nicht ausgewaschen.[1]

Wir stellen zuerst die Ursache ab, messen die Feuchte in den Platten, im Estrich oder in der [Balkenlage](https://www.stmb24.de/themen/holzbalkendecke) darunter und halten aufgequollene Bereiche mit Fotos fest. Gequollene Sockelblenden, Korpusböden oder Verlegeplatten trocknen wir nicht zurück, wir bauen sie aus, trocknen den Untergrund und die Hohlräume dahinter und setzen neue Platten erst ein, wenn die Messwerte stimmen.

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Belege

Quellen

1. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), WECOBIS: [Spanplatten, Produktgruppe Holzwerkstoffe](https://www.wecobis.de/bauproduktgruppen/holzprodukte-pg/holzwerkstoffe-pg/spanplatten-pg.html). Datenblatt Spanplatten, Reiter Übersicht, Technisches, Rohstoffe, Herstellung, Verarbeitung, Nutzung und Nachnutzung. Abgerufen am 12.10.2026.
2. DIN Media GmbH: [DIN EN 312: Spanplatten, Anforderungen](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-en-312/127244178). Ausgabe 2010-12, Einführungsbeitrag. Abgerufen am 12.10.2026.
3. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): [Ausbauplatten: Holz](https://www.baunetzwissen.de/gesund-bauen/fachwissen/baustoffe/ausbauplatten-holz-1529917). Fachwissen Gesund Bauen, Baustoffe, Ausbauplatten: Holz, Abschnitt Spanplatten, OSB-Platten. Abgerufen am 12.10.2026.
4. Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI): [REAC-H-CHO: EU-Beschränkung für Formaldehyd und Formaldehydabspalter](https://www.wki.fraunhofer.de/content/dam/wki/departments/QA/aktuelles/WKI-PB_REAC-H-CHO_2023-04_de.pdf). Prüfbericht REAC-H-CHO, Stand 04/2023, Tabellen 1 bis 3. Abgerufen am 12.10.2026.
5. Umweltbundesamt: [Formaldehyd](https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/formaldehyd). Themenseite Formaldehyd, Abschnitte Schutz der Gesundheit und eigener Schutz, aktualisiert am 22.07.2026. Abgerufen am 12.10.2026.

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