# Stagnationswasser

> Stagnationswasser erklärt: was im stehenden Trinkwasser passiert, welche Stillstandzeiten kritisch sind, wann Ablaufenlassen reicht und wann gespült werden muss.

Adresse: https://www.stmb24.de/themen/stagnationswasser
Geprüft am: 2026-10-19
Autor: Andre Wengorra, Geschäftsführer (https://www.stmb24.de/andre-wengorra)
Betrieb: STMB 24 GmbH, Standorte Geesthacht und Grömitz, Einsätze auch in Berlin und Brandenburg

![Stagnationswasser: laufender Hahn mit Thermometer, Uhr mit vier Stunden, Lupe mit gelösten Teilchen, Gießkanne, Wasserkessel, Kalender und Koffer](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/stagnationswasser/db80e49c87-1792367905/stagnationswasser-funktionsweise-stmb24-1920x.webp)

# Stagnationswasser

Auch: stehendes Wasser, abgestandenes Wasser

Stagnationswasser ist Trinkwasser, das längere Zeit ohne Entnahme in der Leitung gestanden hat. Dabei kann sich seine Beschaffenheit verändern, weil sich Mikroorganismen vermehren und Stoffe aus den Installationsmaterialien ins Wasser übergehen.[1] Nach etwa vier Stunden ohne Zapfen empfehlen Wasserversorger, es ablaufen zu lassen, bis es gleichbleibend kalt aus dem Hahn kommt.[2]

![Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24](https://www.stmb24.de/media/pages/andre-wengorra/8318faa812-1791588498/andre-wengorra-80x80-crop.webp)

Von [Andre Wengorra](https://www.stmb24.de/andre-wengorra)

## So wird Stagnationswasser zum Problem

![Stagnationswasser, Funktionsweise: Gästebad mit laufendem Hahn und Thermometer im Strahl, Uhr mit markiertem Viertel für vier Stunden, Lupe mit gelösten Teilchen im stehenden Wasser, Gießkanne für das Ablaufwasser, Wasserkessel mit blauem Punkt, Kalender mit durchgestrichenen Tagen und Koffer](https://www.stmb24.de/media/pages/themen/stagnationswasser/b69821b64c-1792367905/stagnationswasser-funktionsweise-stmb24.webp)

Schematische Darstellung eines Gästebads mit laufendem Hahn und Thermometer im Strahl, Uhr mit markiertem Viertel für vier Stunden, Lupe mit gelösten Teilchen im stehenden Wasser, Gießkanne für das Ablaufwasser, Wasserkessel mit blauem Punkt, Kalender mit durchgestrichenen Tagen und Koffer. Die Nummern folgen von der Veränderung im Rohr über das Ablaufen zur Verwendung und zu langen Stillständen.

1. **Steht Wasser, lösen sich Stoffe:** Steht Trinkwasser längere Zeit in der Installation, verändert sich seine Beschaffenheit: Mikroorganismen vermehren sich, und Stoffe aus den Installationsmaterialien gehen ins Wasser über. Die Lupe zeigt die Teilchen, die sich aus dem Rohr lösen.
2. **Nach vier Stunden ablaufen lassen:** Wasser, das vier Stunden oder länger in der Leitung gestanden hat, sollte nach dem Umweltbundesamt kurz ablaufen. Schon über Nacht kann die Konzentration an Schwermetallen erhöht sein, dann wird es nicht zum Trinken und Kochen genutzt.
3. **Bis es gleichmäßig kalt kommt:** Bei ganz geöffneter Armatur läuft das Wasser so lange ab, bis sich der Strahl kalt anfühlt und seine Temperatur nicht mehr ändert. Das Thermometer im Strahl zeigt, wann das frische Wasser aus der Leitung angekommen ist.
4. **Ablaufwasser zum Putzen und Gießen:** Das abgelaufene Wasser ist nicht verloren. Es lässt sich zum Putzen oder zum Gießen verwenden, die Gießkanne fängt es auf.
5. **Kessel aus der Kaltwasserleitung:** Teekessel und Kochtopf werden besser aus der Kaltwasserleitung gefüllt, weil Wasser in Warmwassersystemen oft länger steht und sich Stoffe aus Leitungen in warmem Wasser besser lösen können. Warmes Wasser schmeckt auch weniger gut und kostet Energie, bis es aus dem Hahn fließt.
6. **Nach einer Woche: Fachbetrieb:** Bei Stagnation über eine Woche ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich das Wasser verändert hat, es sollte nicht ohne weitere Maßnahmen genutzt werden. Nach längeren Stillständen, etwa in Ferienwohnungen oder nach dem Urlaub, spricht der DVGW von einer Betriebsunterbrechung mit geregelter Wiederinbetriebnahme, Spülung durch den Fachbetrieb und gegebenenfalls Untersuchung.

## Was im stehenden Wasser passiert

Steht Trinkwasser längere Zeit in der Installation, verändert sich nach dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches seine Beschaffenheit durch die Vermehrung von Mikroorganismen und durch Stoffe, die aus den Installationsmaterialien abgegeben werden können.[1] Als hygienisch bedenklich gilt eine Stagnation, wenn die Installation längere Zeit nicht genutzt wird.[1]

Stagnationswasser muss nach HAMBURG WASSER nicht zwangsläufig belastet sein, es birgt aber Risiken, etwa dass Partikel aus den Rohren freigesetzt werden und ins Wasser übergehen.[2] Außerdem enthält Trinkwasser nach der Aufbereitung im Wasserwerk in geringsten Mengen Mikroorganismen, die sich in der Leitung nicht vermehren sollen.[2] Nach dem Robert Koch-Institut können Stagnation und Totleitungen zu erhöhten Keimzahlen führen, und den regelmäßigen Anstieg der Legionellosen im Sommer und Herbst bringt das Institut unter anderem mit stehendem Wasser in den Leitungen der eigenen Wohnung während eines Urlaubs in Verbindung.[3]

Das Umweltbundesamt vergleicht Trinkwasser mit Milch, Brot und Gemüse: Auch Leitungswasser hat danach ein Verfallsdatum, und in abgestandenem Wasser können sich Inhaltsstoffe aus dem Installationsmaterial angereichert haben.[4] Getrunken werden sollte deshalb nur frisches und kühles Wasser aus dem Hahn.[4]

## Stagnationszeiten und ihre Folgen

Der DVGW unterscheidet nach der Dauer. Schon über Nacht kann die Konzentration an Schwermetallen oder anderen Stoffen erhöht sein, und das Wasser sollte vorsichtshalber nicht zum Trinken und Kochen genutzt werden.[1] Über mehrere Tage, ab 72 Stunden bis zu 7 Tagen, können sich zusätzlich Mikroorganismen vermehren.[1]

Bei Stagnation über eine Woche ist die Wahrscheinlichkeit nach dem DVGW hoch, dass sich das Wasser verändert hat, und es sollte nicht ohne weitere Maßnahmen genutzt werden.[1] Lassen sich lange Stillstände nicht durch regelmäßigen Wasseraustausch verhindern, spricht der Verein von einer [Betriebsunterbrechung](https://www.stmb24.de/schadenwissen/versicherung/wasserschaden-im-betrieb-welche-versicherungen-greifen), nach der eine geregelte Wiederinbetriebnahme nötig ist.[1]

Stagnation nach Dauer

| Dauer | Folge | Empfehlung |
| --- | --- | --- |
| über Nacht | Stoffe aus dem Material können erhöht sein | ablaufen lassen, nicht zum Trinken und Kochen |
| 72 Stunden bis 7 Tage | zusätzlich Vermehrung von Mikroorganismen | ablaufen lassen, nicht zum Trinken und Kochen |
| über eine Woche | Veränderung wahrscheinlich | nicht ohne weitere Maßnahmen nutzen |
| Betriebsunterbrechung | Stillstand ohne Wasseraustausch | Spülung durch Fachbetrieb, gegebenenfalls Untersuchung |

Nach der DVGW-Kompaktinfo Stagnation und Wiederinbetriebnahme, Stand März 2024.[1]

## Stagnationswasser ablaufen lassen

Nach kurzer Stagnation reicht es, bei ganz geöffneter Armatur das Wasser so lange abfließen zu lassen, bis sich der Strahl kalt anfühlt und seine Temperatur nicht mehr ändert.[1] Das abgelaufene Wasser lässt sich zum Putzen oder Gießen verwenden.[1]

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wasser, das vier Stunden oder länger in der Leitung gestanden hat, kurz ablaufen zu lassen, bis es kühler über die Finger läuft, und Teekessel und Kochtopf besser aus der Kaltwasserleitung zu füllen, weil Wasser in Warmwassersystemen oft länger steht.[4] HAMBURG WASSER rät aus ähnlichen Gründen davon ab, warmes Leitungswasser zum Trinken und Kochen zu nehmen, weil sich Stoffe aus Leitungen in warmem Wasser je nach Material besser lösen können.[2] Warmes Wasser schmeckt nach dem Versorger im Allgemeinen auch weniger gut als kaltes und kostet mehr Energie, bis es aus dem Hahn fließt.[2]

Für kaum genutzte Gästebäder, monatelang leere Ferienwohnungen und längere Abwesenheiten empfiehlt der Hamburger Versorger, die Leitungen regelmäßig durchzuspülen, um die Stagnation zu unterbrechen.[2] Wie lange [Trinkwasser nach dem Leerstand](https://www.stmb24.de/schadenwissen/ferienimmobilie/trinkwasser-nach-leerstand-wie-lange-laufen-lassen) laufen sollte, hängt von der Dauer der Abwesenheit und von der Größe der Installation ab.

## Nach einer Betriebsunterbrechung: Spülen statt Ablaufenlassen

Eine Spülung ist nach dem DVGW etwas anderes als das Ablaufenlassen: ein Reinigungsverfahren für die Installation mit Wasser, gegebenenfalls unter Einsatz von Luft oder mechanischen und chemischen Reinigungsmitteln, und in den meisten Fällen reicht bei einer Wiederinbetriebnahme die Spülung mit Wasser.[1] Gespült wird die gesamte Installation, der kalte und der warme Bereich, und je nach Ergebnis einer mikrobiologischen Untersuchung kann eine Desinfektion nötig werden.[1]

Für die Wiederinbetriebnahme ist nach dem DVGW ein Fachinstallationsunternehmen zu beauftragen, und das detaillierte Vorgehen beschreibt das DVGW-Arbeitsblatt W 551-3.[1] Danach sind alle Entnahmestellen regelmäßig zu nutzen, und das Wasser ist alle sieben Tage, besser alle drei Tage, auszutauschen.[1]

Wird Trinkwasser an die Öffentlichkeit abgegeben, etwa in Hotels, Kindergärten oder Sportstätten, muss die Wiederinbetriebnahme vier Wochen vorher beim Gesundheitsamt angezeigt werden, das auch den Umfang der Untersuchungen festlegt.[1] Die Proben nimmt eine zugelassene Untersuchungsstelle, und bei einer Spülung erst im Anschluss an diese.[1] Fest angeschlossene Wasserspender, Kaffeemaschinen und Getränkeautomaten sollen unmittelbar vor dem Normalbetrieb mehrfach durchgespült werden, und eine mikrobiologische Untersuchung nach einer Betriebsunterbrechung empfiehlt der Verein auch sonst, um nachzuweisen, dass das Wasser einwandfrei ist, und zwar auch mit Blick auf die allgemeinen Verkehrssicherungspflichten und die Arbeitsstättenverordnung.[1] Nach der Spülung schließt sich direkt der bestimmungsgemäße Betrieb an.[1] An der Installation arbeiten dürfen nach dem DVGW nur Vertragsinstallationsunternehmen, die der zuständige Wasserversorger nennen kann.[1]

## Stagnation im Warmwasser

Im warmen Bereich der Installation kommen zwei Dinge zusammen: Das Wasser steht dort oft länger, und die Temperatur liegt, wenn sie absinkt, im Bereich, in dem sich Keime wie [Legionellen](https://www.stmb24.de/themen/legionellen) vermehren.[4] Das Umweltbundesamt rät deshalb, das warme Wasser überall im Leitungssystem auf mindestens 55 °C zu halten.[4] Mehr dazu beschreibt der Begriff Legionellen.

## Stagnation schadet auch der Leitung

Stehendes Wasser belastet nicht nur das Trinkwasser. Nach dem Kreisverband für Wasserwirtschaft Nienburg können Stagnationszeiten im Betrieb, etwa in den Leitungen zu einem Gästebad, bei Kupferrohren Löcher auslösen.[5]

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung berichtet von einer neuen Kupferinstallation, in der nach dem Spülen rund neun Monate Restwasser stand, bevor das sanierte Haus bezogen wurde, und in der sich deshalb keine gleichmäßige Schutzschicht bilden konnte.[6] Wenige Monate nach dem Einzug traten mehrere Wasserschäden durch [Lochkorrosion](https://www.stmb24.de/themen/lochkorrosion) auf.[6]

Für neue Leitungen heißt das: Eine Installation, die gespült und dann wochenlang nicht genutzt wird, braucht vor dem Einzug eine erneute Spülung und danach eine regelmäßige Entnahme an allen Zapfstellen.

## Stagnationswasser bei Leerstand und Sanierung

Bei einem Wasserschaden wird häufig die Hauptleitung abgesperrt, und in Häusern, die während einer [Trocknung](https://www.stmb24.de/trocknung) oder eines Umbaus leer stehen, fließt oft wochenlang kein Wasser. Danach ist mehr nötig als ein kurzes Aufdrehen am Küchenhahn. Wir planen die Wiederinbetriebnahme deshalb mit ein und klären mit dem Eigentümer, wer die Installation spült und ob eine Untersuchung sinnvoll ist. Bleibt die Hauptleitung nach einem [Rohrbruch](https://www.stmb24.de/ursachen) länger zu, weil zuerst getrocknet werden muss, prüfen wir, ob sich einzelne Stränge absperren lassen, damit der Rest des Hauses weiter Wasser entnehmen kann und nicht die ganze Installation stillsteht.

Abgesperrte Stränge, die bei einer Reparatur nicht mehr gebraucht werden, trennen wir am Abzweig ab, damit keine Leitung dauerhaft ohne Durchfluss bleibt. Stehendes Wasser schadet auch dem Rohr selbst, wie der Begriff Lochkorrosion zeigt. Bei Ferienhäusern und Zweitwohnungen raten wir, bei jedem Aufenthalt alle Zapfstellen durchzuspülen, auch die Dusche im Gästebad. War eine Mietwohnung für die Trocknung geräumt, spülen wir vor der Rückkehr der Mieter alle Zapfstellen und halten das im Protokoll fest.

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Belege

Quellen

1. DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches: [Kompaktinfo für Trinkwasser: Trinkwasserinstallationen, Stagnation und Wiederinbetriebnahme](https://www.dvgw.de/medien/dvgw/leistungen/publikationen/twin-stagnation-wiederinbetriebnahme-maerz2024.pdf). Stand März 2024. Abgerufen am 24.09.2026.
2. HAMBURG WASSER: [Stagnationswasser: kurz laufen lassen](https://www.hamburgwasser.de/magazin/stagnationswasser). Magazin, veröffentlicht 21.04.2026. Abgerufen am 24.09.2026.
3. Robert Koch-Institut (RKI): [RKI-Ratgeber Legionellose](https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Legionellose.html). Stand 20.10.2021, Abschnitte Vorkommen und Reservoir. Abgerufen am 24.09.2026.
4. Umweltbundesamt: [Rund um das Trinkwasser (Ratgeber)](https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/479/publikationen/uba_rund_um_das_trinkwasser_ratgeber_web_0.pdf). 4. aktualisierte Auflage 2016, Kapitel 6 und 7, S. 36, 38 und 45. Abgerufen am 24.09.2026.
5. Kreisverband für Wasserwirtschaft Nienburg: [Lochkorrosion in Hausinstallationen aus Kupfer](https://www.kvwasser-nienburg.de/portal/seiten/lochkorrosion-in-hausinstallationen-aus-kupfer-900000136-10021.html). Abschnitt Welche Ursachen gibt es für Lochkorrosion. Abgerufen am 24.09.2026.
6. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): [Mangelhafte Inbetriebnahme zerstört neue Installation](https://www.ifs-ev.org/mangelhafte-inbetriebnahme-zerstoert-neue-installation/). Schadenbericht vom 13.09.2021. Abgerufen am 24.09.2026.

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