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Hauswasserfilter: Filter mit durchsichtiger Tasse und Siebeinsatz an der Leitung im Hausanschlussraum, Wasserzähler links, Druckminderer rechts, Rückspülschlauch zum Trichter

Hauswasserfilter

Auch: Feinfilter, Rückspülfilter

Der Hauswasserfilter ist ein mechanischer Filter, der unmittelbar hinter der Wasserzähleranlage in jede Trinkwasserinstallation gehört. Er verhindert, dass Feststoffe größer als 80 Mikrometer, etwa Rost und Sand aus dem Netz, in die Leitungen gelangen und dort Korrosion oder Fehlfunktionen auslösen.[1] Er muss mindestens halbjährlich geprüft und gewartet werden.[1]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So hält der Hauswasserfilter Rost und Sand zurück

Hauswasserfilter, Funktionsweise: rückspülbarer Filter mit Klarsichttasse und Siebeinsatz an der Trinkwasserleitung zwischen Wasserzähler und Druckminderer, braune Teilchen bleiben am Sieb, sauberes Wasser läuft weiter, Rückspülhahn mit Schlauch zum Trichter am Boden

Schematische Darstellung eines rückspülbaren Filters mit Klarsichttasse an der Trinkwasserleitung zwischen Wasserzähler und Druckminderer. Die Nummern folgen dem Wasser vom Zulauf bis zum Einbauort hinter dem Zähler.

  1. Wasser kommt mit Rost und Sand: Das Wasserwerk liefert hygienisch einwandfreies Wasser, die Partikel kommen erst auf dem Weg durch die Rohrsysteme hinzu, aus Ablagerungen an den Rohrwänden und bei Reparaturen am Netz.
  2. Sieb hält Teilchen über 80 Mikrometer: Der mechanische Filter verhindert, dass Feststoffe größer als 80 Mikrometer eingeschwemmt werden, etwa die Dicke eines Blatts Papier. Die Durchlassweite ist keine optisch messbare Maschenweite. Sie wird im Versuch als Filterkennlinie ermittelt.
  3. Sauber weiter zum Druckminderer: Das gefilterte Wasser schützt die nachfolgende Anlage mit Druckminderern, Sicherheitsventilen und Armaturen. Ohne Filter drohen verstopfte Strahlregler, gestörte Ventile und Lochfraß in Metallrohren.
  4. Klarsichttasse zeigt die Verschmutzung: An der durchsichtigen Tasse lässt sich die Verschmutzung des Einsatzes ablesen. Nicht rückspülbare Filter haben meist einen Gewebe- oder Kerzeneinsatz, der getauscht wird.
  5. Rückspülen alle sechs Monate: Beim Rückspülen wird ein Teil des gefilterten Wassers umgeleitet, durchströmt den Einsatz in umgekehrter Richtung und spült die Partikel in den Abfluss. Der Filter wird mindestens halbjährlich geprüft und gewartet, eine Automatik übernimmt das Rückspülen von selbst.
  6. Direkt hinter dem Zähler, ohne Umweg: In jeder Trinkwasserinstallation sitzt der Filter unmittelbar hinter der Wasserzähleranlage. Umgehungsleitungen sind nicht erlaubt, und schon vor der ersten Befüllung neuer Leitungen soll er vorhanden sein.

Wogegen der Hauswasserfilter schützt

Die Wasserwerke liefern Trinkwasser nach der SBZ in hygienisch einwandfreier Qualität, und die Partikel kommen erst auf dem Weg durch die Rohrsysteme hinzu.[2] Auf dem Weg durch lange Versorgungsleitungen kann Trinkwasser nach einem Fachbeitrag der SBZ Partikel wie Rost und Sand aufnehmen, die häufig von Ablagerungen an den Rohrwänden stammen, und bei Reparaturen und Erweiterungen am Netz können kleine Feststoffe ins Rohrsystem gelangen.[2] Ohne Filter werden solche Partikel zwangsläufig in die Installation eingespült.[2]

Die Folgen reichen nach dem Beitrag von verstopften Brauseköpfen und Strahlreglern über gestörte Ventile in Wasch- und Spülmaschinen bis zu Korrosionsschäden in Form von Mulden und Lochfraß in den Rohren.[2] Der mechanische Filter verhindert nach dem DVGW, dass Feststoffe größer als 80 Mikrometer eingeschwemmt werden, was etwa der Dicke eines normalen Blatts Papier entspricht.[1]

Auch der Kreisverband für Wasserwirtschaft Nienburg nennt einen fehlenden Wasserfilter als mögliche Ursache für Lochkorrosion in Kupferleitungen.[3] Hinter dem Wasserzähler muss er nach dem Verband sitzen, wenn die Trinkwasserrohre aus Metall bestehen, und er hält gelegentlich auftretende Partikel wie Sandkörner zurück.[3]

Wo der Filter sitzt und was die Normen verlangen

In jeder Trinkwasserinstallation muss nach dem DVGW unmittelbar hinter der Wasserzähleranlage ein mechanischer Filter eingebaut sein.[1] Nach der SBZ müssen Filter nach DIN EN 13443-1 zentral hinter der Wasserzähleranlage sitzen, damit sie die nachfolgende Anlage mit Armaturen wie Druckminderern, Sicherheitsventilen und Sicherheitsgruppen schützen, und Umgehungsleitungen sind nicht erlaubt.[2] Ob das Trinkwasser nach dem Rohrbruch wieder getrunken werden kann, entscheidet der Filter nicht, dafür braucht es Spülen und im Zweifel eine Probe.

Wirksam ist ein Filter nach dem Beitrag, wenn er Feststoffe zurückhält, und DIN EN 13443-1 bestimmt dafür eine untere Durchlassweite von 80 bis 120 Mikrometern und eine obere von 100 bis 150 Mikrometern, ermittelt in praktischen Versuchen.[2] Die Hygieneanforderungen an die Bauteile legt die nationale Ergänzungsnorm DIN 19628 fest, und erfüllt ein Filter beide Normen, darf er das DIN-DVGW-Zeichen tragen.[2]

Der Filter sollte nach der SBZ schon vor der ersten Befüllung einer neuen Installation vorhanden sein: Neue, metallisch blanke Leitungen sind besonders anfällig für Lochfraß, weil sich noch keine Deckschicht gebildet hat, und bei der Inbetriebnahme ist die Gefahr am größten, dass Partikel eingeschwemmt werden.[2] Bei der Erweiterung oder Instandsetzung von Teilen einer Anlage ist es nach dem Beitrag zweckmäßig, an der Übergabestelle einen Filter einzubauen, damit nichts aus der Altanlage eingeschwemmt wird.[2] In größeren Wohnanlagen empfiehlt der Beitrag rückspülbare Filter oder Parallelanlagen, damit die Versorgung nie unterbrochen ist, wobei beide Anlagen ständig durchflossen sein müssen, weil sonst die Gefahr der Verkeimung besteht.[2] Auch die IKZ-Praxis nennt den Einbau von Trinkwasserfiltern in Deutschland eine Pflicht und beschreibt Kombiarmaturen, in denen das Wasser den Filter vor dem Druckminderer passiert.[4]

Was die Filternorm prüft

DIN EN 13443-1 gilt nach der SBZ für die Nennweiten DN 15 bis DN 100, legt Mindestdurchflüsse bei einem Druckverlust von 0,5 bar fest und verlangt eine Dichtheitsprüfung mit dem dreifachen Nenndruck, bei PN 16 also 48 bar.[2] Für den Dauerbetrieb wird ein Lastwechselversuch von 1,5 bar bis zum 1,3-fachen Nenndruck 200.000-mal gefahren, und jedes Gerät muss eine Schallschutzprüfung bestehen.[2]

Die Durchlassweite ist nach dem Beitrag keine optisch messbare Maschenweite, sie ist eine im Versuch ermittelte Filterkennlinie.[2] Für nichtmetallische Werkstoffe verweist die Ergänzungsnorm DIN 19628 auf die KTW-Leitlinien des Umweltbundesamts und das DVGW-Arbeitsblatt W 270, für metallische Werkstoffe wie Rotguss und Messing auf DIN 50930-6.[2]

Die Größe des Filters richtet sich nach dem Spitzendurchfluss nach DIN 1988-300, und zu prüfen ist, ob dieser unter dem Nenndurchfluss des Filters liegt, den jeder Hersteller für einen Druckverlust von 0,2 und 0,5 bar angibt.[2]

Rückspülbare und nicht rückspülbare Filter

Es gibt nach dem DVGW rückspülbare Filter und nicht rückspülbare mit austauschbarem Filtereinsatz.[1] Beim rückspülbaren Filter muss bei der Wartung nur gespült werden, beim nicht rückspülbaren wird der Einsatz getauscht, und weil man dabei direkt am Trinkwasser arbeitet, sind Einbauanleitung, Herstellerangaben und Sauberkeit zu beachten.[1] Wer den Warmwasserbereiter warten lässt, kann den Filter im selben Termin spülen oder den Einsatz tauschen lassen.

Beim Wechsel eines Einsatzes werden nach der SBZ Einmalhandschuhe getragen und nur einzeln hygienisch verpackte neue Teile verwendet, gebrauchte oder von Hand gereinigte Einsätze sind aus Sicht der Trinkwasserhygiene nicht zulässig, und danach wird das erste Wasser an einer nahen Entnahmestelle abgelassen.[2] Gewechselt wird nach DIN EN 806-5 spätestens alle sechs Monate, und während des Wechsels ist das Wasser abgesperrt.[2]

Nicht rückspülbare Filter haben nach der SBZ meist einen Gewebe- oder Kerzeneinsatz und einen Klarsichtzylinder, an dem sich die Verschmutzung ablesen lässt.[2] Rückspülbare Filter lassen sich mit einer Automatik ausrüsten, dann entfällt die manuelle Rückspülung alle sechs Monate, die sonst leicht in Vergessenheit gerät.[2] Beim Rückspülen wird ein Teil des gefilterten Wassers im Gerät umgeleitet, durchströmt den Einsatz in umgekehrter Richtung und spült die abgelagerten Partikel in den Abfluss, während der Rest weiter zu den Verbrauchern fließt.[2] Für einen ordnungsgemäßen Betrieb nennt der Beitrag einen Kaltwasserdruck von etwa 2 bar, und für das Spülwasser braucht es einen ausreichend bemessenen Abwasseranschluss oder ein großes Auffanggefäß.[2]

Hauswasserfilter im Überblick
Merkmal Angabe
Einbauort unmittelbar hinter der Wasserzähleranlage
zurückgehaltene Partikel größer als 80 Mikrometer
untere Durchlassweite nach DIN EN 13443-1 80 bis 120 Mikrometer
Inspektion und Wartung mindestens halbjährlich
Umgehungsleitung nicht erlaubt

Nach der Verbraucherinformation Hausanschlussraum des DVGW und dem Fachbeitrag der SBZ, Ausgabe 06-2015.[1][2]

Den Hauswasserfilter warten

Mechanische Filter müssen nach dem DVGW mindestens halbjährlich inspiziert und gewartet werden, und dabei ist auf Auffälligkeiten wie Wasseraustritt oder sichtbaren Schmutz zu achten.[1] Die Wartung dürfen Eigentümer nach Herstelleranleitung selbst übernehmen oder einen Fachbetrieb beauftragen.[1]

Spülen oder ein neuer Einsatz beseitigen nach dem Kreisverband für Wasserwirtschaft Nienburg zugleich Keime, die sich im Laufe der Zeit im Filter ansammeln und die Wasserqualität verschlechtern können.[3] Viele rückspülbare Modelle haben nach der SBZ eine Zeitmesseinheit mit akustischem oder optischem Signal, das an das Wartungsintervall erinnert, und ein Spülvorgang verbraucht nur wenige Liter Wasser.[2] Wechselfilter brauchen keinen Abfluss für Spülwasser und arbeiten nach jeder Wartung mit einem neuen Einsatz, ihr Wartungsaufwand ist aber oft deutlich höher als bei rückspülbaren Filtern.[2] Ein Filter, der jahrelang nicht angefasst wurde, schützt die Installation also nicht mehr, er wird selbst zum Problem.

Hauswasserfilter nach einem Wasserschaden

Nach einer Reparatur an der Sanitärinstallation oder nach Arbeiten des Versorgers am Netz ist der Filter oft der erste Ort, an dem sich Späne, Sand und Rost sammeln. Wir sehen ihn uns nach Arbeiten an der Installation an und spülen oder tauschen den Einsatz, bevor die Anlage wieder im normalen Betrieb läuft.

Fehlt ein Filter ganz, empfehlen wir den Einbau hinter dem Wasserzähler, am besten bevor neue Kupferleitungen gefüllt werden. Wie Partikel und stehendes Wasser Kupferrohre schädigen, beschreibt der Begriff Lochkorrosion.

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Belege

Quellen

  1. DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches: Verbraucherinformation Trinkwasser-Installation: Hausanschlussraum. Abschnitte zu den Bauteilen im Hausanschlussraum. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  2. SBZ, Alfons W. Gentner Verlag: Bodyguards der Wasserinstallation: Trinkwasser-Filtersysteme. Thomas Minten, 03.03.2015, Ausgabe 06-2015. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23↑24
  3. Kreisverband für Wasserwirtschaft Nienburg: Lochkorrosion in Hausinstallationen aus Kupfer. Abschnitt Welche Ursachen gibt es für Lochkorrosion. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3
  4. IKZ-Praxis, Strobel Verlag: Notwendiger Schutz der Hausinstallation: Druckminderer in Trinkwasserleitungen. Fachbeitrag Sanitär, S. 1 und 2. Abgerufen am 24.09.2026. ↑
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