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Schimmelpilzsanierung: Schimmelbefall im unteren Bereich einer feuchten Wand

Schimmel

Schimmel ist die häufigste Folge eines nicht oder falsch getrockneten Wasserschadens, und er wirft immer dieselben Fragen auf: Wie gefährlich ist das, darf ich selbst ran, und wann muss eine Fachfirma kommen? Hier stehen die Antworten, sachlich und ohne Panik, mit den Regeln des Umweltbundesamts als Maßstab.

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra, Geschäftsführer

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Wann Schimmel eine Fachfirma braucht

Schimmel nach einem Wasserschaden ist kein Pech, sondern eine Folge. Er entsteht, wenn Feuchte lange genug in einem Baustoff steht und die Temperatur stimmt. Beides ist nach einem Wasserschaden gegeben, und deshalb ist die Frage nicht, ob Schimmel kommt, sondern ob die Trocknung schnell und vollständig genug war.

Wie schnell er wächst

Sporen sind überall in der Raumluft, das ist normal und nicht zu ändern. Sie keimen, sobald sie dauerhaft Feuchtigkeit finden. Unter warmen Bedingungen reichen dafür wenige Tage, in einem kühlen Keller dauert es länger. Sichtbar wird der Befall deutlich später, denn zuerst wächst das Myzel im Material, und erst danach bildet sich der Belag an der Oberfläche.

Das erklärt, warum ein Raum sauber aussehen kann und trotzdem befallen ist. Der typische Fall ist der Bodenbelag, der nach einer zu kurzen Trocknung wieder verlegt wurde: Oben liegt neues Laminat, darunter arbeitet der Schimmel in der Dämmschicht weiter. Bemerkt wird er am Geruch, und der kommt, bevor man etwas sieht.

Wann Sie selbst ran dürfen

Der Maßstab dafür ist der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts, und er ist in diesem Punkt praktisch. Kleine, nur oberflächlich befallene Flächen unter einem halben Quadratmeter auf einer festen, glatten Oberfläche können Sie selbst abwischen, sofern niemand im Haushalt an Allergien oder Atemwegserkrankungen leidet, mit Schutzhandschuhen und ohne trockenes Bürsten, damit keine Sporen aufgewirbelt werden.

Alles darüber gehört in fachliche Hände, und zwar aus zwei Gründen. Erstens sitzt der Befall dann fast immer tiefer im Material, als er aussieht, und Abwischen entfernt nur die Oberfläche. Zweitens verteilt unsachgemäßes Entfernen Sporen in der ganzen Wohnung, auch in Räume, die vorher sauber waren.

Finger weg besonders bei: Befall auf Tapete oder Putz über größerer Fläche, Befall in der Dämmung oder im Bodenaufbau, Befall in Wohnungen mit Kleinkindern, Schwangeren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Wie gefährlich ist der Befall

Diese Frage kommt bei jedem Termin, und sie verdient eine nüchterne Antwort. Schimmel in der Wohnung ist ein hygienisches Problem und gehört beseitigt. Er ist aber kein Grund für Panik, und die Bilder, die man im Netz findet, helfen niemandem weiter.

Beschwerden treten auf, wenn über längere Zeit erhöhte Sporenmengen eingeatmet werden: gereizte Augen, laufende Nase, Husten, bei Allergikern deutlich stärker. Menschen mit Asthma, mit geschwächtem Immunsystem, Kleinkinder und Schwangere gehören nicht in einen Raum mit größerem Befall. Für alle anderen gilt: zügig handeln, aber nicht ausziehen, bevor jemand den Umfang bewertet hat.

Ein einzelner Fleck hinter dem Schrank rechtfertigt keine Sanierung der ganzen Wohnung. Ein Befall in der Dämmschicht über mehrere Räume dagegen schon.

Warum die Ursache zuerst geklärt wird

Schimmel ohne Wasserschaden hat fast immer eine bauliche Ursache. An einer Wärmebrücke kühlt die Wandoberfläche stärker ab als der Rest des Raumes, die Luftfeuchte schlägt sich dort nieder, und genau in dieser Ecke wächst der Befall. Wer nur saniert, ohne die Ursache zu beheben, hat das Problem im nächsten Winter wieder.

Deshalb steht am Anfang eine Messung: Wo genau ist es feucht, wie feucht, und liegt das an einem Schaden, an der Bauweise oder am Lüften. Die Verfahren dafür stehen unter Feuchtigkeitsmessung.

Wie eine fachgerechte Sanierung abläuft

Der befallene Bereich wird zuerst abgeschottet, damit beim Rückbau nichts in die übrige Wohnung gelangt. In diesem abgetrennten Bereich hält ein Gerät einen leichten Unterdruck, sodass Luft nur hinein und nicht heraus strömt. Die Abluft läuft über einen Schwebstofffilter.

Dann wird das befallene Material entfernt, nicht überstrichen und nicht versiegelt. Anschließend folgt eine Feinreinigung aller Oberflächen im Bereich, danach die Trocknung des Untergrunds. Am Ende steht eine Messung, die zeigt, dass die Sporenzahl in der Raumluft wieder im normalen Bereich liegt.

Erst danach wird wieder aufgebaut, und zwar mit demselben Messwert als Bedingung wie nach jedem Wasserschaden: Der Untergrund muss trocken sein, sonst beginnt die Geschichte von vorn. Welche Geräte dabei laufen, welche Schutzmaßnahmen gelten und was am Ende im Protokoll steht, beschreibt die Schimmelpilzsanierung.

Was die Versicherung dazu sagt

Ist der Schimmel die Folge eines versicherten Wasserschadens, wird er in der Regel mitreguliert. Ist er die Folge von Baumängeln oder von Lüftungsverhalten, wird es schwierig. Wer einen Wasserschaden hatte und später Schimmel entdeckt, sollte deshalb den Zusammenhang festhalten: Datum des Schadens, Trocknungsprotokoll, Fotos. Ohne diesen Nachweis wird aus einem Folgeschaden schnell ein Eigenanteil.

Was Sie sofort tun können

Lüften Sie den betroffenen Raum mehrmals täglich kurz und kräftig, statt das Fenster dauerhaft zu kippen. Dauerkippen kühlt die Laibung aus und begünstigt genau das, was Sie verhindern wollen.

Rücken Sie Möbel einige Zentimeter von Außenwänden ab, damit Luft dahinter zirkuliert. Heizen Sie auch selten genutzte Räume, denn kalte Räume sammeln die Feuchte der warmen. Und verschließen Sie den Befall nicht mit Folie oder Farbe: Darunter wächst er weiter, nur unsichtbar.

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