Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440
Trocknung: Wasserlache auf dem Boden eines Technikraums unter isolierten Rohrleitungen

Trocknung und Messtechnik

Trocknungsgeräte stehen wochenlang in der Wohnung, machen Lärm und verbrauchen Strom. Umso wichtiger zu verstehen, was sie tun, wie lange sie laufen müssen und woran man erkennt, dass die Trocknung wirklich fertig ist. Dieser Bereich erklärt Geräte, Verfahren und Messwerte in verständlicher Sprache.

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra, Geschäftsführer

Weitere Texte im Bereich

Leistungen und Fachbegriffe

Wie Trocknung wirklich funktioniert

Trocknungsgeräte stehen wochenlang in der Wohnung, rauschen Tag und Nacht und verbrauchen Strom. Das ist unangenehm, und es wird erträglicher, wenn man versteht, was in dieser Zeit passiert und woran man erkennt, dass es vorbei ist.

Was ein Trockner tatsächlich tut

Ein Bautrockner trocknet nicht die Wand. Er trocknet die Luft. Sobald die Raumluft trocken genug ist, gibt der feuchte Baustoff Wasser an sie ab, und dieses Wasser holt das Gerät wieder heraus. Der Baustoff trocknet also indirekt, über die Luft, und deshalb geht es nicht schneller, wenn man mehr Geräte in einen Raum stellt, als die Fläche hergibt.

Es gibt zwei Bauarten. Der Kondensationstrockner zieht Luft über ein kaltes Element, das Wasser schlägt sich nieder und läuft in einen Behälter. Er ist der Regelfall in bewohnten Räumen. Der Adsorptionstrockner bindet die Feuchte an ein Trockenmittel und führt sie als feuchte Abluft nach draußen. Er arbeitet auch bei niedrigen Temperaturen und ist deshalb die Wahl im unbeheizten Keller oder im Winterbau.

Wie lange es dauert

Ein Raumluftschaden ohne Wasser im Bodenaufbau ist oft in ein bis zwei Wochen erledigt. Läuft Wasser unter den Estrich, sind drei bis sechs Wochen der Regelfall, bei dicken Aufbauten und Calciumsulfatestrich auch länger. Anhydritestrich verträgt Nässe schlechter als Zementestrich, er verliert durchfeuchtet an Festigkeit und darf erst bei einem niedrigeren Grenzwert belegt werden, das verlängert die Zeit spürbar.

Wer eine Zahl vor der ersten Messung hört, sollte vorsichtig sein. Seriös ist eine Spanne, die nach der zweiten oder dritten Messung enger wird, weil dann der Verlauf sichtbar ist.

Wer den Strom zahlt

Die Geräte laufen durchgehend, und der Verbrauch landet auf Ihrer Stromrechnung. Erstattet wird er in der Regel vom Versicherer, wenn der Verbrauch nachgewiesen ist. Wir setzen dafür einen Zwischenzähler und halten Betriebsstunden und Kilowattstunden fest, sodass die Erstattung ohne Diskussion läuft.

Schalten Sie die Geräte nicht nachts aus, auch wenn es verlockend ist. Jede Unterbrechung verlängert die Gesamtdauer stärker, als die eingesparten Stunden vermuten lassen, denn die Feuchte verteilt sich in der Pause im Baustoff neu.

Trocknen im Neubau

Der zweite große Anwendungsfall hat mit Schäden nichts zu tun. In einem Neubau stecken je nach Bauweise mehrere tausend Liter Wasser in Estrich, Putz und Mauerwerk, und die müssen heraus, bevor Bodenbeläge und Anstriche kommen.

Ohne technische Trocknung dauert das Monate und hängt am Wetter. Mit Geräten und Bauheizung lässt es sich planen, und die Folgegewerke können früher starten. Wie das abläuft und welche Werte dabei erreicht werden müssen, steht unter Neubautrocknung.

Wenn das Wasser unter dem Estrich sitzt

Der häufigste Fall nach einem Leitungswasserschaden ist nicht die nasse Wand, sondern die nasse Dämmschicht unter dem Estrich. Dorthin kommt kein Raumtrockner, denn der Estrich liegt wie ein Deckel darüber.

Dafür gibt es die Dämmschichttrocknung. Über Kernbohrungen oder die geöffnete Randfuge wird Luft in den Bodenaufbau gebracht oder aus ihm herausgezogen. Im Überdruckverfahren wird trockene Luft hineingeblasen, im Unterdruckverfahren die feuchte Luft abgesaugt und gefiltert. In bewohnten Räumen arbeiten wir meist mit Unterdruck, weil dabei nichts aus dem Bodenaufbau in die Raumluft gedrückt wird.

Wie viele Bohrungen nötig sind, hängt von der Fläche und vom Aufbau ab. Sie werden nach der Trocknung wieder verschlossen, der Belag kommt darüber.

Fertig ist, was gemessen wurde

Das ist der wichtigste Satz zum Thema. Eine Trocknung endet nicht nach einer festgelegten Zahl von Tagen, sondern bei einem Messwert. Bei Estrich unter einem dichten Belag heißt der Zielwert Belegreife und wird mit der CM-Messung bestimmt: Eine Probe wird aus dem Estrich entnommen, im Druckgefäß mit einem Reagenz gemischt, und der entstehende Druck zeigt den Wassergehalt an.

Bei Holz, Putz und Mauerwerk arbeiten wir mit Widerstands- und Darrverfahren sowie mit dem Vergleich zur Ausgleichsfeuchte, also zu dem Wert, den ein trockener Baustoff unter den Bedingungen des Raumes von selbst annimmt.

Jeder Messwert kommt mit Datum, Ort und Gerät ins Protokoll. Dieses Protokoll ist der Nachweis gegenüber dem Versicherer und die Freigabe für die Folgegewerke. Der ganze Ablauf steht unter Trocknung.

Leben mit den Geräten

Ein Kondensationstrockner ist ungefähr so laut wie ein kräftiger Ventilator, ein Seitenkanalverdichter bei der Dämmschichttrocknung deutlich lauter. Das ist der Teil, den niemand gern hört, und deshalb sagen wir ihn vorher.

Was hilft: Türen zu den betroffenen Räumen geschlossen halten, damit die trockene Luft dort bleibt, wo sie arbeitet. Fenster in dieser Zeit geschlossen lassen, denn Lüften bringt feuchte Außenluft herein und macht die Arbeit des Geräts zunichte. Im Sommer ist das besonders wichtig, weil warme Außenluft mehr Wasser trägt als die trockene Luft im Raum.

Wenn der Lärm nachts nicht auszuhalten ist, sprechen Sie uns an. In manchen Fällen lässt sich die Geräteanordnung ändern oder ein leiseres Verfahren wählen. Ganz ohne Geräusch geht es nicht.

Weitere Bereiche im Schadenwissen

Notfall und Ablauf

Wasserschaden

Wer zahlt was

Versicherung und Recht

Erkennen und sanieren

Schimmel

Leerstand und Frost

Ferienimmobilie

Wiederaufbau der Gewerke

Ausbau und Wiederherstellung

Einstieg und Alltag

Beruf und Ausbildung

Nach oben 24h Notruf 0162 4428440