Wasserschaden
Ein Wasserschaden kommt fast immer überraschend, und die ersten Stunden entscheiden über das Ausmaß. In diesem Bereich finden Sie die Anleitungen für den Ernstfall, die Abläufe dahinter und die Antworten auf die Kostenfragen. Geschrieben von einem Betrieb, der diese Schäden jeden Tag behebt.
Von Andre Wengorra, Geschäftsführer
Weitere Texte im Bereich
Erste Schritte
Sofort richtig handeln
- Wasser und Strom: Wann wird ein Wasserschaden lebensgefährlich?
- Wasserschaden nachts oder am Wochenende: Wen rufen Sie an?
- Wasserschaden selbst dokumentieren: Welche Fotos und Notizen helfen?
- Wasserschaden nach dem Urlaub entdeckt: Was ist jetzt zu tun?
- Wasserschaden im Mehrfamilienhaus: Wen informieren Sie zuerst?
- Wasser aus der Nachbarwohnung: Was können Sie tun?
- Wasserschaden in Praxis, Büro oder Laden: Was ist zu tun?
- Wasserschaden im Neubau vor der Abnahme: Was ist zu tun?
- Trinkwasser nach dem Rohrbruch: Kann ich es wieder trinken?
- Motorpumpe oder Notstromaggregat im Keller: Wann droht Kohlenmonoxid?
- Gasheizung oder Gaszähler unter Wasser: Was ist jetzt zu tun?
- Unwetterwarnung vor Starkregen: Was tun Sie, bevor das Wasser kommt?
Im Haushalt
Geräte, Bad und Küche
- Aquarium oder Wasserbett ausgelaufen: Was jetzt zu tun ist
- Badewanne übergelaufen: Was tun, wenn Wasser nach unten läuft?
- Waschmaschine ausgelaufen: Was ist jetzt zu tun?
- Spülmaschine ausgelaufen: Wasser unter der Küchenzeile
- Wasser unter dem Kühlschrank: Woher kommt es?
- Wasser unter dem Waschbecken: Armatur, Eckventil oder Siphon?
- WC-Spülkasten läuft oder Toilette undicht: Was ist zu tun?
- Dusche undicht: Wie erkennen Sie Wasser unter Fliesen und Wanne?
- Warmwasserspeicher tropft: Was tun bei einem undichten Boiler?
- Klimaanlage tropft: Kondenswasser in der Wohnung
- Hebeanlage ausgefallen: Was tun, wenn das Abwasser nicht abläuft?
- Toilette verstopft und übergelaufen: Was ist jetzt zu tun?
- Durchlauferhitzer tropft oder leckt: Was ist zu tun?
- Wasser unter der Gastherme: Kondensat, Sicherheitsventil oder Leck?
- Warmwasserbereiter warten: Wie oft und was gehört dazu?
Leitungen
Rohre und Heizung
- Rohrbruch in der Wand: An welchen Zeichen erkennen Sie ihn?
- Wasser tropft aus der Decke: was jetzt zu tun ist
- Feuchter Fleck an der Wand: Leck, Kondenswasser oder aufsteigende Feuchte?
- Wasserzähler läuft ohne Verbrauch: Wie finden Sie das Leck?
- Kaltwasserleitung nass: Kondenswasser oder Leck?
- Wasserleitung angebohrt: Was tun in den ersten Minuten?
- Rohr eingefroren oder geplatzt: Was tun bei Frost?
- Heizungsrohr undicht: Was tun, wenn Heizungswasser austritt?
- Fußbodenheizung undicht: Anzeichen und erste Schritte
- Rohrinnensanierung statt neuer Leitungen: Wann ist das möglich?
- Wasserleitung selbst reparieren: Was dürfen Sie ohne Installateur?
- Leckortung ohne Ergebnis: Was tun, wenn kein Leck gefunden wird?
- Gebäudecheck gegen Wasserschäden: Welche Stellen prüfen Sie wann?
Wasser von außen
Regen, Keller, Hochwasser
- Wasser im Keller: Woher kommt es und was ist sofort zu tun?
- Wasser im Lichtschacht: Was tun, wenn es am Kellerfenster steht?
- Nach dem Hochwasser: Was ist beim Betreten und Aufräumen zu beachten?
- Heizöltank bei Hochwasser: Wie verhindern Sie Ölschäden?
- Dach undicht nach Sturm: Was tun, wenn Regen eindringt?
- Regenwasser dringt durch Fenster oder Balkontür ein: Was tun?
- Wasser an der Decke unter dem Balkon: Ist die Abdichtung undicht?
- Fallrohr verstopft oder undicht: Wasser an Fassade und Kellerwand
- Sandsäcke und mobile Barrieren: Was hält das Wasser vom Haus fern?
- Schnee, Eis und Schmelzwasser auf dem Dach: Wann wird es gefährlich?
- Außentreppe zum Keller läuft voll: Wie schützen Sie den Kellerabgang?
Leistungen und Fachbegriffe
Was bei einem Wasserschaden zählt
Ein Wasserschaden wird selten dort entdeckt, wo er entstanden ist. Der erste Hinweis ist meistens ein dunkler Fleck an der Decke, ein warmer Streifen im Boden, muffige Luft im Schlafzimmer oder eine Wasseruhr, die läuft, obwohl niemand Wasser zapft. Zwischen dem Austritt und dem Moment, in dem jemand ihn bemerkt, liegen bei schleichenden Leckagen oft Wochen.
Die ersten Handgriffe entscheiden über die Höhe des Schadens
Hauptabsperrhahn zu, Strom im nassen Bereich aus, stehendes Wasser aufnehmen. Das sind die drei Dinge, die jeder selbst tun kann, und sie machen den größten Unterschied. Jede Stunde, in der Wasser im Bodenaufbau steht, vergrößert die Fläche, die später geöffnet und getrocknet werden muss. Was im Einzelnen zu tun ist und in welcher Reihenfolge, steht unter Sofortmaßnahmen bei Wasserschäden.
Genauso wichtig ist, was Sie lassen sollten. Fassen Sie keine nasse Deckenleuchte an, auch nicht bei ausgeschaltetem Licht. Lassen Sie nasse Teppiche und Kartons nicht liegen, sie saugen sich voll und geben die Feuchte an den Boden zurück. Und trocknen Sie nichts mit dem Haartrockner: Warme Luft treibt die Feuchte tiefer in den Baustoff, statt sie herauszuholen.
Was ein Wasserschaden kostet und wer ihn zahlt
Eine belastbare Zahl gibt es erst, wenn die nasse Fläche bekannt ist. Der Aufwand hängt an vier Dingen: wie viel Fläche nass ist, welcher Aufbau unter dem Belag liegt, ob geöffnet werden muss und wie lange die Trocknung läuft. Ein Raumluftschaden in einer Wohnung liegt in einer völlig anderen Größenordnung als eine Dämmschichttrocknung über mehrere Zimmer mit anschließendem Wiederaufbau.
Bezahlt wird das in den meisten Fällen nicht aus eigener Tasche. Bruchschäden an wasserführenden Leitungen im Gebäude sind nach den üblichen Bedingungen mitversichert, und das Gebäude selbst läuft über die Wohngebäudeversicherung. Den vollständigen Ablauf von der Schadensaufnahme über die Ortung bis zur Abnahme, und was wir dabei für den Versicherer festhalten, beschreibt die Wasserschadensanierung.
Wasser bleibt nicht, wo es austritt
Das ist der Punkt, den fast alle unterschätzen. Wasser folgt der Schwerkraft, aber es folgt auch der Kapillarwirkung und wandert dabei sogar aufwärts, in Mauerwerk, Estrich und Putz hinein. In einer Holzbalkendecke läuft es waagerecht in der Schüttung zwischen den Balken weiter und tropft zwei Zimmer entfernt aus der Decke. Unter einem schwimmenden Estrich verteilt es sich in der Dämmschicht über den ganzen Raum, während die Oberfläche völlig trocken aussieht.
Die Größe des Flecks sagt deshalb nichts über die Größe des Schadens. Vor jeder Trocknung messen wir die nasse Fläche aus, nicht nur die sichtbare Stelle. Nicht selten ist die betroffene Fläche ein Vielfaches dessen, was von oben zu sehen war.
Warum die Ursache vor die Trocknung gehört
Ein Trockner, der neben einer laufenden Leckage steht, arbeitet gegen eine offene Leitung. Bevor getrocknet wird, muss deshalb feststehen, wo das Wasser herkommt. Bei einem sichtbaren Rohrbruch ist das schnell geklärt. Sitzt das Leck unter dem Estrich, in der Wand oder in der Fußbodenheizung, braucht es Technik: Akustik, Tracergas, Thermografie oder eine Kamera im Rohr. Welches Verfahren wann greift und was es kostet, steht unter Leckageortung.
Erst wenn die Stelle punktgenau bekannt ist, wird geöffnet. Das ist der Unterschied zwischen einer Bohrung von wenigen Zentimetern und einem aufgestemmten Flur.
Trocknen heißt messen
Trocknung ist kein Aufstellen und Abwarten. Am Anfang steht eine Messung, die den Ausgangswert festhält, danach wird in Abständen nachgemessen und jeder Wert protokolliert. Fertig ist die Trocknung nicht, wenn die Geräte lange genug gelaufen sind, sondern wenn der Baustoff seinen normalen Feuchtegehalt wieder erreicht hat. Bei Estrich heißt dieser Punkt Belegreife und wird mit einem eigenen Messverfahren bestimmt.
Wer die Geräte zu früh abholt, bekommt den Schaden zurück, meistens als Schimmel hinter dem neuen Bodenbelag. Dann beginnt alles von vorn, nur teurer.