Trocknung
Bei der technischen Trocknung wird Wasser aus Bauteilen entfernt, das Lüften und Heizen nicht erreichen. Je nach Bauteil kommen Kondensations- und Adsorptionstrockner, Seitenkanalverdichter für die Dämmschicht unter dem Estrich oder Infrarotplatten für Mauerwerk zum Einsatz. Wann die Trockner abgebaut werden, entscheidet die Messung, nicht der Kalender.
- Verfahren
- sieben Trocknungsartenvom Estrich bis zum Flachdach
- Dauer
- üblich zwei bis vier Wochenbei nasser Dämmschicht unter dem Estrich
- Nachweis
- Messprotokoll und Zählerständefür Versicherung und Belegreife
- Luftfilter
- HEPA bei Bedarfhält Staub und Sporen aus der Wohnung
- Geräte
- eigener BestandAufbau, Umstellung und Abbau durch uns
- Standorte
- Geesthacht, Grömitz
Warum die Trocknung nicht warten darf
Ob eine Leitung geplatzt ist, Starkregen den Keller geflutet hat oder Hochwasser im Haus stand: Bei einem Wasserschaden richtet Wasser, das in Estrich, Dämmung oder Holz steht, mit jedem Tag mehr Schaden an. Beläge quellen auf, Holz verzieht sich, Metallteile rosten, und verbleibende Feuchtigkeit greift die Bausubstanz an und löst nach wenigen Tagen Schimmelbildung aus. Eine Trocknung, die früh beginnt, rettet Böden, Türen und Möbel und verkürzt die Zeit, in der Ihre Räume nicht nutzbar sind.
Gekippte Fenster und warme Heizkörper schaffen das nicht, das leistet nur eine technische Trocknung, kurz Bautrocknung. Sie trocknen die Oberfläche, während das Wasser in Schichten sitzt, an die keine Raumluft gelangt: unter der Estrichplatte, zwischen den Balken einer Holzdecke, tief im Mauerwerk. Von dort wandert die Feuchtigkeit über Wochen zurück an die Oberfläche, und der Raum riecht wieder feucht, obwohl er trocken aussah.
Am Anfang steht die Frage nach der Ursache. Solange eine Leitung noch Wasser verliert, läuft die Technik gegen einen offenen Hahn. Ist die Quelle unklar, geht der Leckageortung deshalb der Vorrang, und erst nach der Reparatur beginnt die eigentliche Trocknung.
Ablauf der Trocknung
Jede Trocknung nach einem Wasserschaden folgt derselben Abfolge, unabhängig davon, ob ein Bad oder eine ganze Etage betroffen ist. Sie stellt sicher, dass am Ende Messwerte stehen und nicht ein Gefühl.
Vom Aufbau bis zum Abbau der Geräte
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Schritt 1
Messen und planen
Wir bestimmen die Feuchtigkeit in allen betroffenen Bauteilen, legen Messpunkte fest und entscheiden, welches Verfahren zu welchem Bauteil passt.
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Schritt 2
Vorbereiten
Belastetes Material kommt heraus, Bohrungen und Randfugen werden geöffnet, Möbel und Einbauten schützen wir oder räumen sie zur Seite.
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Schritt 3
Geräte aufstellen
Trockner, Verdichter und Ventilatoren kommen an ihren Platz, Schläuche verlegen wir an den Wänden entlang. Die Zählerstände halten wir fest.
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Schritt 4
Laufzeit und Kontrolle
Die Anlage arbeitet durchgehend. In festen Abständen kommen wir zur Kontrollmessung, stellen Trockner um und passen die Luftführung an.
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Schritt 5
Abnahmemessung
Die Werte müssen zu einer trockenen Vergleichsstelle im selben Gebäude passen. Bei Estrich entscheidet die CM-Messung über die Belegreife.
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Schritt 6
Abbau und Protokoll
Wir holen die Trocknungsgeräte, schließen Bohrungen und übergeben das Protokoll mit allen Messwerten und dem Stromverbrauch.
Wie lange eine Bautrocknung läuft, hängt vom Bauteil ab. Nasse Dämmschichten brauchen erfahrungsgemäß zwei bis vier Wochen, eine Wand mit oberflächlicher Feuchte ist schneller fertig, Holzdecken mit Schüttung ziehen sich hin. Eine belastbare Aussage ist nach den ersten Kontrollmessungen möglich, wenn der Verlauf der Kurve erkennbar ist.
Welches Verfahren zu welchem Bauteil passt
Die Trocknungstechnik richtet sich nach dem Ort des Wassers. Feuchte Raumluft verlangt einen anderen Trockner als eine Dämmschicht unter einer geschlossenen Estrichplatte, und eine Holzbalkendecke verträgt keine schnelle Austrocknung, weil das Holz sonst reißt.
Wertvolle Oberflächen bleiben liegen, wo es die Konstruktion zulässt. Verklebtes Parkett lässt sich häufig über die Randfuge oder eine Kernbohrung in die darunterliegende Decke trocknen, ohne dass der Belag aufgenommen wird. Wo das nicht geht, sagen wir es vorher und nicht erst, wenn der Boden bereits geöffnet ist.
Messen statt schätzen
Ob ein Bauteil trocken ist, lässt sich weder sehen noch fühlen. Eine Wand fühlt sich außen längst trocken an, während innen noch Wasser sitzt. Gemessen wird vor dem Aufstellen, während der Laufzeit und zur Abnahme, jedes Mal an denselben markierten Punkten. Als Maßstab dient eine unbeschädigte Stelle im selben Gebäude.
Bei Estrich zählt die CM-Messung. Sie entscheidet über die Belegreife, also darüber, ob ein neuer Bodenbelag verlegt werden darf, ohne dass Restfeuchte ihn später zerstört. Ein Belag auf zu feuchtem Untergrund wirft Blasen, löst sich vom Kleber oder schimmelt von unten. Wer hier Tage spart, zahlt sie später doppelt.
Alle Werte stehen im Trocknungsprotokoll mit Datum, Messpunkt und Gerät. Sie bekommen es zusammen mit dem Nachweis über den Stromverbrauch, beides in einer Form, die Ihr Versicherer ohne Rückfragen verarbeiten kann.
Wohnen während der Trocknung
Die Bautrockner laufen durchgehend, auch nachts, und sie sind hörbar. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, aber mildern: Wir wählen Modelle mit geringerer Geräuschentwicklung, wo es die Aufgabe zulässt, verlegen Schläuche an den Wänden entlang, halten Türen und Wege frei und stimmen jeden Kontrolltermin mit Ihnen ab.
In den meisten Fällen können Sie in der Wohnung bleiben. Für einen vorübergehenden Auszug sprechen großflächige Schäden, Schimmelbefall, der Ausfall von Bad oder Küche sowie Bewohner mit Atemwegserkrankungen. Ob eine Ersatzunterkunft bezahlt wird, regelt Ihr Versicherungsvertrag. Halten wir einen Auszug für nötig, sagen wir das frühzeitig.
Beim Ausbau feuchter Materialien arbeiten wir mit Staubschutz und bei Bedarf mit HEPA-Filtern, damit Fasern und Sporen nicht durch die Wohnung ziehen. Die Prozessluft der Dämmschichttrocknung führen wir ebenfalls über Filter, bevor sie in den Raum zurückgeht.
Stromkosten und Abrechnung
Über die gesamte Laufzeit arbeiten die Trockner ohne Pause, entsprechend hoch fällt der Stromverbrauch aus. Bei einem gedeckten Schaden zählt er mit zum Schaden und wird in aller Regel erstattet. Damit das reibungslos klappt, notieren wir die Zählerstände der Geräte beim Aufstellen und beim Abholen und weisen den Verbrauch je Gerät aus.
Als Mieter geben Sie den Nachweis an Vermieter oder Hausverwaltung, die ihn an die Gebäudeversicherung weiterreichen. Eigentümer legen ihn selbst vor. Auf Wunsch rechnen wir die Trocknung unmittelbar mit dem Versicherer ab, dann läuft der Vorgang ohne Vorkasse über unser Haus. Wie die Abrechnung nach einem Wasserschaden insgesamt abläuft, steht auf der Seite zu Kosten und Abwicklung.
Was vor und nach der Trocknung passiert
Vor dem ersten Trockner steht die Ursache. Ist die Quelle unklar, orten wir sie, und erst nach der Reparatur beginnt die Bautrocknung. Parallel klären wir, welches Material bleiben kann. Dämmwolle, aufgequollene Gipskartonplatten und Teppich mit Abwasserkontakt sind nicht zu retten und kommen heraus, bevor die Trockner starten.
Auf die Abnahmemessung folgt die Sanierung der Räume. Bohrlöcher werden geschlossen, Estrich ausgebessert, Beläge neu verlegt, Fliesen ersetzt, Wände gespachtelt und gestrichen. Diese Arbeiten übernehmen unsere eigenen Handwerker, und wir planen sie schon während der Laufzeit, damit zwischen Abbau und Baubeginn keine Wochen verstreichen.
Geräte mieten oder Trocknung beauftragen
Manche Kunden möchten selbst trocknen, etwa nach einem kleinen Schaden ohne Versicherungsfall. Für diesen Fall vermieten wir Bautrockner samt Einweisung und rechnen Ihnen vor, welche Stückzahl der Raum verlangt und wie oft gelüftet werden sollte. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt in diesem Fall bei Ihnen.
Bei einem Versicherungsschaden raten wir zur beauftragten Trocknung. Der Versicherer erwartet Messwerte, ein Protokoll und den Nachweis, dass fachgerecht gearbeitet wurde. Fehlen sie, gibt es Streit über die Höhe des Schadens und über Folgeschäden, die später auftreten. Wir sind dafür im gesamten Einsatzgebiet unterwegs, Berlin eingeschlossen, und bei laufenden Schäden über den Notruf rund um die Uhr erreichbar.
Trocknung auf der Baustelle
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Ohne Putz am Wandfuß kann das Mauerwerk dahinter austrocknen -
Unter der Treppe stehen die Geräte aus dem Weg, Flur und Räume bleiben begehbar -
Der Sensor mit Antenne überträgt Messwerte, so sehen wir den Verlauf ohne Termin vor Ort -
Nur eine Fliese muss raus, der übrige Boden bleibt liegen -
Über die offene Randfuge erreicht die Luft die Dämmschicht unter dem Estrich -
Vor dem Aufstellen der Geräte nehmen wir auf, wo das Wasser steht und was betroffen ist
Schnelle Hilfe rund um die Uhr
Ein geplatztes Rohr, ein Wassereinbruch oder ein übergelaufener Keller? Wir sind sofort für Sie da, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.
Trocknung: häufige Fragen
Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserschaden?
Die Trocknungszeit hängt vom Bauteil und von der Wassermenge ab. Für Dämmschichten unter dem Estrich rechnet die Branche mit zwei bis vier Wochen. Oberflächliche Wandfeuchte geht schneller, eine Balkendecke mit Schüttung braucht mehr Zeit. Eine verlässliche Prognose geben wir nach den ersten Kontrollmessungen, wenn erkennbar ist, wie schnell die Werte fallen.
Was kostet eine Trocknung und wer zahlt sie?
Die Kosten ergeben sich aus Anzahl und Laufzeit der Trocknungsgeräte, den Vorarbeiten und dem Stromverbrauch. Bei einem gedeckten Leitungswasserschaden übernimmt sie in aller Regel die Wohngebäudeversicherung, den Strom eingeschlossen. Ohne Versicherungsfall erstellen wir ein Angebot mit fester Gerätezahl und geschätzter Laufzeit, das wir nach der Abnahmemessung spitz abrechnen.
Reicht es nicht, gut zu lüften und zu heizen?
Bei einer oberflächlich feuchten Wand hilft das tatsächlich. Sobald Wasser unter dem Estrich, in einer Schüttung oder im Kern eines Bauteils steht, reicht es nicht, weil die Raumluft diese Schichten nicht erreicht. Ohne technische Trocknung wandert die Feuchtigkeit über Monate zurück nach oben, und in dieser Zeit entsteht in aller Regel Schimmel.
Muss für die Dämmschichttrocknung der Boden geöffnet werden?
Es genügen kleine Bohrungen oder ein Zugang über die Randfuge, der ganze Belag bleibt liegen. Bei Fliesen bohren wir möglichst in die Fuge, bei Parkett arbeiten wir über die Randfuge oder von der Decke darunter. Nach dem Abbau schließen wir die Öffnungen wieder. Ausgebaut wird nur, was sich nicht trocknen lässt.
Wie laut sind die Geräte und läuft die Anlage auch nachts?
Die Anlage läuft durchgehend, Pausen würden das Ergebnis verzögern. Kondensationstrockner sind etwa so laut wie ein Kühlschrank, Seitenkanalverdichter deutlich lauter. Wir stellen sie so auf, dass Schlafräume möglichst verschont bleiben, und wählen bei bewohnten Wohnungen leisere Ausführungen, sofern die Aufgabe es erlaubt.
Woher weiß ich, dass wirklich alles trocken ist?
Aus den Messwerten. Die markierten Punkte nehmen wir vor dem Aufbau, während der Laufzeit und zur Abnahme auf und stellen sie einer trockenen Vergleichsstelle gegenüber. Erst wenn beide übereinstimmen, bauen wir ab. Bei Estrich kommt die CM-Messung dazu, die über die Belegreife für den neuen Boden entscheidet. Alles steht im Protokoll.
Kann ich die Trocknungsgeräte auch selbst mieten?
Ja, wir vermieten Bautrockner und Ventilatoren mit Einweisung und sagen Ihnen, wie viele Geräte der Raum braucht. Bei einem Versicherungsschaden raten wir davon ab, weil der Versicherer Messprotokolle und einen Nachweis fachgerechter Ausführung erwartet. Fehlen diese Unterlagen, gibt es Streit über die Schadenshöhe und über spätere Folgeschäden.
Wann darf nach der Trocknung der neue Boden verlegt werden?
Sobald die Abnahmemessung die Belegreife bestätigt. Für Estrich gilt dafür die CM-Messung mit Grenzwerten, die sich nach Estrichart und Belag richten. Wird zu früh verlegt, drückt Restfeuchte den Kleber auf, der Belag wirft Blasen oder es bildet sich Schimmel unter der Oberfläche. Den Termin planen wir deshalb nach Messwerten.
Wer für Sie zuständig ist
Weitere Leistungen im Schadensfall
Wasserschadensanierung
Schnelle Hilfe bei Wasserschäden: zeitnahe Schadensaufnahme, Ursachenklärung und persönliche Beratung vor Ort, bei akuten Schäden rund um die Uhr.
Feuchtigkeitsmessung
Wir messen Feuchtigkeit in Mauerwerk, Bodenbelägen und Dämmung, grenzen die Schadenstelle ein und verfolgen den Trocknungsverlauf bis zur normalen Ausgleichsfeuchte.
Dokumentation
Messprotokolle, Bilddokumentation, Einsatzberichte und Energieübersicht: alle Vorgänge sauber dokumentiert, zur Vorlage bei Gutachtern und Versicherungen.
Ursachen von Wasserschäden
Vom Rohrbruch bis zum schleichenden Leck: welche Ursachen hinter Wasserschäden stecken und warum versteckte Schäden oft erst spät auffallen.
Sofortmaßnahmen bei Wasserschäden
Vom Abpumpen des Wassers bis zur Notreparatur: was wir bei akuten Wasserschäden sofort tun und was Sie selbst tun können, bevor wir da sind.