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Strom im Ferienhaus über den Winter: Abschalten oder anlassen?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Lassen Sie den Strom an, wenn Heizung, Hebeanlage, Leckagemelder oder Fernüberwachung daran hängen: Ein Gas-Brennwertgerät soll nach dem Hersteller Brötje bei längerer Abwesenheit nie ganz ausgeschaltet werden, weil sonst der Frostschutz fehlt.[1] Ortsveränderliche Geräte, die niemand braucht, trennen Sie dagegen vom Netz, das empfiehlt das Merkblatt VdS 2015 der Versicherer.[2] Kühlschränke werden geleert, gereinigt und mit offener Tür abgeschaltet.

Was im Winter Strom braucht

Sind Sie mehrere Tage oder Wochen abwesend, soll das Gas-Brennwertgerät nach der Bedienungsanleitung von Brötje nicht ganz ausgeschaltet werden, und gerade in der Kälteperiode ist ein ausreichender Frostschutz für Heizanlage und Gebäude wichtig.[1] Das Gerät wird dafür in den reduzierten Betrieb oder, wenn ein Raumregelgerät angeschlossen ist, in den Bereitschaftsbetrieb geschaltet.[1]

Neben der Heizung können im Ferienhaus weitere Dinge am Netz hängen, die gerade im Winter arbeiten sollen: Umwälz- und Zirkulationspumpen, eine Hebeanlage im Keller, Leckagemelder mit Absperrventil, Temperaturfühler mit Fernmeldung und der Router, über den diese Meldungen hinausgehen. Wer den Hauptschalter umlegt, schaltet all das mit ab.

Heizung: Bereitschaft statt Aus

Für den Frostschutz soll das Gas-Brennwertgerät nach Brötje immer mit Außentemperaturfühler betrieben und nie ganz ausgestellt werden, mindestens im Bereitschaftsbetrieb, und Thermostatventile an den Heizkörpern werden nie ganz geschlossen.[1] Solange das Gerät in Bereitschaft läuft, ist nach der Anleitung auch der Frostschutz für den Speicher gewährleistet.[1] Bei einem Frostschutzbetrieb bleiben Nebenräume ohne Heizkörper trotzdem kalt, dort brauchen Wasserleitungen eigenen Schutz.

War die Stromzufuhr länger unterbrochen oder das Heizwasser ganz abgelassen, soll für die Inbetriebnahme nach dem Hersteller ein Heizungsfachmann kommen.[1] Brötje empfiehlt außerdem, die Heizanlage einmal jährlich warten zu lassen, und der Fachmann prüft dabei unter anderem Regel- und Sicherheitseinrichtungen und die Dichtheit der Leitungen.[1] Legen Sie diese Wartung in den Herbst, bevor das Haus leer steht. Friert trotzdem eine Leitung auf, kommt der Notdienst mit einem Techniker, auch wenn das Haus leer steht.

Ist ein Abschalten der Heizung in der Kälteperiode für längere Zeit unumgänglich, soll nach Brötje das Wasser aus Heizanlage und Warmwasserspeicher abgelassen werden, damit die wasserführenden Leitungen nicht einfrieren, und das Gerät ist gegen Einschalten zu sichern, etwa durch Überkleben des Betriebsschalters.[1] Der Aufstellort des Geräts muss nach der Anleitung trocken und frostfrei sein, also zwischen 0 und 45 Grad.[1]

Hebeanlage und Pumpen im Keller

Eine Hebeanlage kann nach der Betriebsanleitung des Herstellers Zehnder wie jedes Elektrogerät durch fehlende Netzspannung oder einen technischen Defekt ausfallen, und wo dadurch ein Schaden entstehen kann, sollten ein Notstromaggregat, eine zweite Anlage oder eine netzunabhängige Alarmanlage eingeplant werden.[3] Das Schaltgerät ist mit einem Alarmsummer ausgestattet, der bei Pumpenausfall oder zu hohem Wasserstand anschlägt, und hat Kontakte für externe Alarmgeber.[3]

Steuerung, Alarmgeber und Steckdose müssen nach der Anleitung in trockenen Räumen überflutungssicher installiert sein.[3] Im leeren Ferienhaus hört niemand einen Summer im Keller. Lassen Sie den Alarmkontakt deshalb an eine Fernmeldung anschließen, die Sie oder Ihre Betreuung erreicht, und halten Sie den Stromkreis der Hebeanlage den ganzen Winter eingeschaltet. Löst während des Leerstands ein FI-Schutzschalter aus, stehen alle Geräte dahinter still, von der Heizungspumpe bis zur Kühltruhe.

Kühlschrank und Gefrierteil

Soll ein Kühlgerät länger außer Betrieb gehen, wird es nach der Gebrauchsanweisung von Liebherr geleert, ausgeschaltet, vom Netz getrennt und gereinigt, und die Tür bleibt offen, damit keine schlechten Gerüche entstehen.[4] Zum Abtauen dürfen keine elektrischen Heiz- oder Dampfreinigungsgeräte, offenen Flammen oder Abtausprays verwendet werden, und Eis wird nicht mit scharfen Gegenständen entfernt.[4]

Tauen Sie das Gefrierteil nicht am Abreisetag in letzter Minute ab. Das Schmelzwasser braucht Zeit und Auffangschalen oder Tücher, und ein Gerät, das hinter der geschlossenen Haustür weiter abtaut, hinterlässt eine Pfütze unter dem Küchensockel. Sichern Sie die offen stehende Tür so, dass sie nicht zufällt. Wer das Haus winterfest machen will, schaltet nur die Stromkreise ab, an denen nichts hängt, was im Winter laufen muss.

Bleibt ein Kühlgerät im Winter in Betrieb, achten Sie auf seine Klimaklasse: Je nach Klasse ist ein Gerät nach Liebherr nur für begrenzte Umgebungstemperaturen ausgelegt, bei Klasse SN etwa für 10 bis 32 Grad, bei Klasse N für 16 bis 32 Grad, und die Klasse steht auf dem Typenschild.[4] Im kühl temperierten Ferienhaus kann ein Gerät also außerhalb seines Bereichs laufen.

Was vom Netz gehört

Ortsveränderliche Geräte, besonders Elektro-Wärmegeräte, sind nach dem Merkblatt VdS 2015 nur unter Aufsicht zu betreiben und nach dem Gebrauch durch Ziehen des Steckers vom Netz zu trennen.[2] Geräte mit Bereitschaftsschaltung wie Fernseher oder Rechner sollen über den Geräteschalter ausgeschaltet werden, wobei vorhandene Schalter nach dem Merkblatt in der Regel nicht ausreichen, weil sie meist nur einpolig abschalten.[2] Für Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspüler gilt das Steckerziehen nach dem Merkblatt ebenso, wenn sie längere Zeit nicht benutzt werden.[2]

Gehen Sie vor der Abreise durch alle Räume: Heizlüfter, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Fernseher, Ladegeräte und Lampen mit Netzteil werden ausgesteckt. Hängen Geräte an einer Steckdosenleiste mit Schalter, ziehen Sie im Zweifel auch deren Stecker.

Hauptschalter oder einzelne Sicherungen

Statt das ganze Haus stromlos zu machen, lassen sich einzelne Stromkreise abschalten, die im Winter nicht gebraucht werden, etwa Außensteckdosen, die Sauna oder ein Gartenhaus. Beschriften Sie dafür den Verteiler und notieren Sie, welche Sicherungen eingeschaltet bleiben müssen, damit niemand bei einem Kontrollbesuch die Heizung oder die Hebeanlage mit abschaltet.

Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung wird nach dem Merkblatt VdS 2015 mit ihrer Prüftaste geprüft, auch nach jedem Gewitter, und löst sie dabei nicht aus, ist unverzüglich eine Elektrofachkraft hinzuzuziehen.[2] Machen Sie diese Prüfung zum festen Teil jedes Kontrollbesuchs, und schalten Sie anschließend nur die Stromkreise wieder ein, die vorher eingeschaltet waren.

Häufige Fragen

Darf ich im Ferienhaus über den Winter den Hauptschalter umlegen?

Nur, wenn Heizung, Pumpen und Hebeanlage keinen Strom brauchen und alle wasserführenden Leitungen entleert sind. Ein Gas-Brennwertgerät soll nach Brötje bei längerer Abwesenheit nie ganz ausgeschaltet werden.[1]

Was mache ich mit dem Kühlschrank?

Leeren, ausschalten, Netzstecker ziehen, reinigen und die Tür offen lassen, so steht es in der Gebrauchsanweisung von Liebherr.[4]

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Belege

Quellen

  1. August Brötje GmbH (Hersteller): Bedienungsanleitung Gas-Brennwertgerät WGB. Abschnitte 2.5, 2.8, 2.9 und 4.3. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  2. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), VdS Schadenverhütung: VdS 2015: Elektrische Geräte und Anlagen, Merkblatt zur Schadenverhütung. Ausgabe 2004-04 (05), Abschnitte 2.6 und 2.11. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  3. Zehnder Pumpen GmbH (Hersteller): Betriebsanleitung Abwasser-Hebeanlagen W 80. Stand Dezember 2012, Abschnitte 1.1, 4 und 5. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
  4. Liebherr-Hausgeräte (Hersteller): Gebrauchsanweisung Kühl-Gefrier-Kombination CU 2311. Abschnitte 2 und 8.2. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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