Ausbildungsnachweis: Wie führst du das Berichtsheft?
Die Antwort in Kürze
Als Auszubildender bist du nach dem Berufsbildungsgesetz verpflichtet, einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis zu führen, und der Betrieb muss dir Gelegenheit geben, das am Arbeitsplatz zu tun.[1] Das Bundesinstitut für Berufsbildung empfiehlt, mindestens wöchentlich eine DIN-A4-Seite zu schreiben, und ein unterschriebener Nachweis ist Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung.[2]
Wozu das Berichtsheft da ist
Der Ausbildungsnachweis, früher Berichtsheft genannt, soll nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf der Ausbildung für alle Beteiligten nachweisen und den Bezug zum Ausbildungsrahmenplan erkennen lassen.[2] Er dokumentiert die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die dir während der gesamten Ausbildungszeit vermittelt werden, und kann bei Streitfällen als Beweismittel dienen.[2] Zusammen mit dem betrieblichen Ausbildungsplan lässt sich mit ihm nach dem Bundesinstitut planen und überwachen, ob die Ausbildung vollständig ist.[2]
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks spricht von einer wichtigen Kontrollfunktion: Du trägst die Ausbildungsinhalte noch einmal zusammen und denkst über sie nach, und dein Ausbilder erhält einen Überblick über deinen Lernstand und einen Anlass, mit dir über den Ausbildungsverlauf zu sprechen.[3] Hast du in der Woche etwa beim Aufmaß eines Wasserschadens geholfen, beschreibst du dort, wie gemessen und notiert wurde.
Was hineingehört
Nach der Handwerkskammer zu Leipzig führst du das Berichtsheft während der gesamten Ausbildungszeit regelmäßig, mindestens wöchentlich und stichwortartig, und zwar für die Arbeit im Betrieb, für die überbetriebliche Ausbildung im Bildungszentrum und für den Unterricht in der Berufsschule.[4] Es genügt, die täglich ausgeführten Arbeiten und Lehrinhalte mit berufsspezifischen Formulierungen in Stichworten aufzuschreiben.[4]
Im Sanierungsbetrieb kann ein Eintrag so aussehen: Wasserschaden im Bad aufgenommen, Feuchte an Wand und Estrich gemessen, Trocknungsgeräte aufgestellt, Messwerte ins Trocknungsprotokoll eingetragen. Aus der Berufsschule kommen die Themen der Woche dazu, etwa Baustoffkunde oder Aufmaß. Schreib die Fachbegriffe so, wie du sie auf der Baustelle lernst. Urlaubs- und Krankheitstage vermerkst du nach der Handwerkskammer Reutlingen ebenfalls.[5]
Zusätzlich kann der Betrieb nach der Leipziger Kammer im Rahmen seines Weisungsrechts ausführliche Ausbildungsberichte verlangen, diese sind aber keine Zulassungsvoraussetzung für die Gesellenprüfung.[4]
Wann und wo du schreibst
Das Führen des Nachweises steht in § 13 in einer Reihe mit deinen anderen Pflichten, etwa Weisungen zu folgen und Werkzeug und Maschinen pfleglich zu behandeln.[1] Ausbildende müssen dich nach § 14 zum Führen der Ausbildungsnachweise anhalten und diese regelmäßig durchsehen, und sie müssen dir Gelegenheit geben, den Nachweis am Arbeitsplatz zu führen.[1] Das Berichtsheft gehört also zu deiner Ausbildungszeit. Die Berichtshefte bekommst du nach der Handwerkskammer zu Leipzig grundsätzlich kostenlos vom Ausbildungsbetrieb.[4]
Bewährt hat sich nach dem Bundesinstitut, dass der Ausbildende den Nachweis mindestens einmal im Monat prüft, mit dir bespricht und abzeichnet.[2] Schreib am besten jede Woche am selben Tag, dann vergisst du nichts und musst vor der Prüfung keine Monate nachholen. Schreib konkret, was du gemacht hast, etwa welche Geräte bei einer Leckageortung zum Einsatz kamen und was sie gezeigt haben.
Papier oder App
Den Nachweis kannst du nach dem Bundesinstitut schriftlich oder elektronisch führen: schriftlich von Hand oder im Textprogramm am Computer, mit Unterschrift des Ausbilders auf dem Papier, elektronisch in einer speziellen Software.[2] Welche Form gilt, gehört nach § 11 in die Niederschrift deines Ausbildungsvertrags.[1] Ein Wechsel ist nach der Leipziger Kammer auch während der Ausbildung möglich, muss aber schriftlich festgehalten werden.[4]
Digitale Berichtshefte gibt es nach dem Zentralverband als Apps für mobile Geräte, sie fördern die Kommunikation mit dem Ausbilder, binden Fotos und technische Zeichnungen ein und erinnern an offene Berichte.[3] Für einzelne Gewerke gibt es eigene Lösungen, etwa für Dachdecker, das Malerhandwerk und Parkettleger.[3] Fotos von Mietgeräten in Kundenwohnungen darfst du dafür nur nutzen, wenn der Betrieb zustimmt, weil darauf Wohnungen von Kunden zu sehen sind.
Zugelassen sind digitale Ausbildungsnachweise nach der Handwerkskammer Reutlingen seit 2017, und auch die App muss der Ausbildungsbetrieb kostenfrei zur Verfügung stellen.[5] Vorgaben zum Anbieter gibt es nach der Leipziger Kammer nicht, die gewählte Lösung muss zu den betrieblichen Abläufen passen und den Ausbildungsnachweis zuverlässig abbilden.[4]
Was passiert, wenn es fehlt
Die Vorlage eines von dir und dem Ausbildenden unterzeichneten Ausbildungsnachweises ist nach dem Bundesinstitut Voraussetzung für die Zulassung zur Abschluss- oder Gesellenprüfung, nach Form und Inhalt bewertet wird er in der Prüfung aber nicht.[2] Mangelhaft geführte Nachweise können nach der Handwerkskammer zu Leipzig zur Folge haben, dass du zur Gesellenprüfung nicht zugelassen wirst.[4] Vorlegen musst du das Berichtsheft nach der Reutlinger Kammer schon zur Zwischenprüfung oder zu Teil 1 der gestreckten Gesellenprüfung.[5]
Unvollständige oder fehlende Nachweise sind nach der Kammer außerdem eine Vertragsverletzung, die den Betrieb zur Abmahnung und im Extremfall zur Kündigung berechtigen kann.[4] Lass es nicht so weit kommen: Ein paar Minuten in der Woche reichen, wenn du dranbleibst.
Dein Nachweis als Beleg
Kommt es zu Streit über den Inhalt der Ausbildung, kann der Ausbildungsnachweis nach der Leipziger Kammer als Beleg des Ausbildungsverlaufs auf Grundlage des betrieblichen Ausbildungsplans dienen.[4] Stehen dort über Wochen nur Aufräumen und Material tragen, sehen du und dein Ausbilder auf einen Blick, welche Inhalte noch fehlen.
Ein sauber geführtes Berichtsheft hilft dir auch beim Lernen für die Prüfung, weil du nachlesen kannst, was du wann gemacht hast. Nach der Handwerkskammer Reutlingen hält es dazu an, fachliche Probleme gedanklich zu durchdringen, und gibt dir mehr Sicherheit, wenn du Arbeitsvorgänge beschreiben sollst.[5] Wenn du eine Ausbildung in Sanierung und Ausbau suchst, schick uns deine Bewerbung, und frag im Gespräch ruhig, wie wir das Berichtsheft bei uns führen.
Häufige Fragen
Muss ich das Berichtsheft in meiner Freizeit schreiben?
Nein. Nach § 14 BBiG muss dir der Betrieb Gelegenheit geben, den Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen.[1]
Wird das Berichtsheft in der Prüfung benotet?
Nein. Es ist nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung eine Voraussetzung für die Zulassung, eine Bewertung nach Form und Inhalt ist nicht vorgesehen.[2]
Klingt nach deinem Beruf?
Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.
Belege
Quellen
- Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: Berufsbildungsgesetz (BBiG). § 11 Abs. 1 Nr. 12, § 13 Satz 2 Nr. 7, § 14 Abs. 2. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Ausbildungsnachweis. Abschnitte Funktion, Führung, Pflicht. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
- Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): Unterstützung der Ausbildung durch ein digitales Berichtsheft. Einleitung, Vorteile digitaler Berichtshefte, Beispiele. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
- Handwerkskammer zu Leipzig: Berichtshefte und Ausbildungsnachweis. Abschnitte Dokumentation der Lehre, Berichtsheft sorgfältig führen, Beleg des Ausbildungsverlaufes, Digitales Berichtsheft. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
- Handwerkskammer Reutlingen: Ausbildungsnachweis: das Berichtsheft. Abschnitte Rechtliche Grundlagen, Was gehört in den Ausbildungsnachweis, Warum das Berichtsheft sinnvoll ist, Digitales Berichtsheft. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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