Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440

Richtig lüften und heizen: Wie beugen Sie Schimmel vor?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Lüften Sie mehrmals am Tag kurz mit weit geöffneten Fenstern, sofort nach Duschen, Kochen und Aufstehen, und heizen Sie alle Räume. Im Winter reichen nach dem Umweltbundesamt je nach Temperatur und Wind zwei- bis dreimal täglich etwa 5 Minuten je Raum.[1] Die relative Luftfeuchte sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen, ein Hygrometer zeigt sie an.[1]

Warum kalte Außenluft die Wohnung trocknet

Wie viel Wasser die Luft aufnehmen kann, hängt von ihrer Temperatur ab. Ein Kubikmeter Luft fasst bei 0 Grad höchstens knapp fünf Gramm Wasser, bei 20 Grad mehr als das Dreifache, nämlich gut 17 Gramm.[2] Kommt kalte Außenluft mit vier Gramm Wasser je Kubikmeter herein, also mit 90 Prozent relativer Feuchte, und wird sie im Raum auf 20 Grad erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte auf etwa 23 Prozent.[2]

Diese Luft nimmt neue Feuchte auf und trägt sie beim nächsten Lüften hinaus. Und Feuchte fällt reichlich an: Ein Mensch gibt nach den Verbraucherzentralen pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasserdampf ab, etwa so viel wie bei einmal Duschen.[2] Tritt aus einer Leitung Wasser aus, dreht der Notdienst zu, denn gegen nasse Wände hilft Lüften allein nicht.

Stoßlüften statt Kippen

Ziel ist ein hoher Luftaustausch in kurzer Zeit, ohne dass Wände und andere Oberflächen zu sehr auskühlen. Am besten öffnen Sie mehrere Fenster gleichzeitig weit, und liegen sie an gegenüberliegenden Fassaden, wird der Luftwechsel durch den Durchzug wesentlich größer.[1]

Bleiben Fenster dagegen lange gekippt, steigen Energieverbrauch und Heizkosten drastisch, und die Wand entlang der Fenster kann rasch auskühlen, bis sich dort Kondenswasser bildet.[1] Wer nachts gern bei gekipptem Fenster schläft, stellt den Heizkörper in diesem Raum ab und hält die Tür zu den übrigen Zimmern geschlossen. Bildet sich an kalten Tagen regelmäßig Kondenswasser am Fenster, ist das ein Zeichen, dass öfter gelüftet werden muss.

Wie oft und wie lange

Allgemein gültige Zeiten gibt es nicht, denn es kommt auf Bewohner, Dämmung, Lage, Grundriss und Wetter an.[2] Als Anhalt nennt das Umweltbundesamt diese Zeiten.[1]

Aus hygienischen Gründen raten die Verbraucherzentralen, die Luft mindestens drei- bis viermal am Tag vollständig auszutauschen, wer tagsüber nicht zu Hause ist, lüftet zumindest morgens und abends.[2] Vor dem Bundesgerichtshof ging es 2018 um die Frage, wie viel Lüften Mietern zuzumuten ist: Nach dem Gutachten in diesem Verfahren genügten dreimal am Tag etwa zehn Minuten oder zweimal etwa eine Viertelstunde, mit Durchzug nur ein Drittel davon, und der Senat sah keinen Anhaltspunkt, dass das generell unzumutbar sei.[3] Bleibt die Luft trotz solcher Lüftungszeiten feucht, kann eine undichte Leitung in Wand oder Boden dahinterstecken, die eine Leckageortung findet.

Heizen gehört dazu

Lüften wirkt nur zusammen mit Heizen. In der Heizperiode sollten alle Wohn- und Schlafräume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad beheizt werden, auch selten genutzte, und bei schlechtem Bauzustand ist oft mehr nötig.[2] Unterschiede von mehr als 5 Grad zwischen den Räumen einer Wohnung können schnell zu Schimmel führen, wenn warme, feuchte Luft in kühlere Zimmer zieht, darum bleiben die Türen dazwischen geschlossen.[2] In der Nacht hängt es von der Dämmung ab, wie weit die Temperatur sinken darf, ohne dass die Außenwände zu kalt werden.

Nach dem Lüften werden die Fenster wieder geschlossen und der Raum weiter beheizt, sonst kühlen die Wände ab und brauchen lange, bis sie wieder warm sind.[2]

Die Luftfeuchte messen

Um das Schimmelrisiko gering zu halten, empfiehlt das Umweltbundesamt eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent, schon einfache Hygrometer helfen bei der Kontrolle.[1] Liegt die Feuchte im Winter regelmäßig über 50 Prozent, steigt die Schimmelgefahr, und in einem schlecht gedämmten Haus können an kalten Tagen schon 40 Prozent an Wärmebrücken und in Raumecken zu viel sein.[2] Spätestens wenn die Scheiben von innen beschlagen, ist es Zeit zu lüften.[2]

Wäsche, Pflanzen und volle Räume

Wäsche trocknet am besten nicht in der Wohnung: Gibt es Trockenräume oder Wäscheplätze, werden sie genutzt, und bei Wäschetrocknern ohne Kondensation gehört der Abluftschlauch ins Freie.[1] Viele Pflanzen, ein Aquarium oder eine Familienfeier mit vielen Menschen bringen zusätzliche Feuchte in den Raum, dann wird häufiger gelüftet.[1] Im Bad empfiehlt sich nach dem Duschen ein Fensterabzieher für Wände und Boden, und die Badtür bleibt beim Lüften zu, damit sich die Feuchte nicht in der Wohnung verteilt.[1]

Wenn das Fenster nicht genügt

In luftdicht gebauten Häusern können Außenluftdurchlässe und Lüftungsanlagen einen Luftaustausch unabhängig vom Verhalten der Bewohner sicherstellen.[1] Solche Anlagen brauchen eine regelmäßige Wartung, am besten jährlich durch Fachpersonal, und die Filter sollten mindestens einmal im Jahr gewechselt werden, sonst kann auch in der Anlage Schimmel entstehen.[1]

Bleibt Schimmel trotz richtigem Lüften und Heizen, kommt das Bauteil selbst als Ursache in Frage, etwa eine kalte Wand oder Feuchte von außen. Dann hilft eine Messung von Oberflächentemperatur und Feuchte weiter als ein noch strengerer Lüftungsplan.

Häufige Fragen

Wann lüfte ich das Schlafzimmer am besten?

Vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen, jeweils intensiv mit weit geöffnetem Fenster. Ist das Schlafzimmer kühler als die übrigen Räume, bleibt seine Tür geschlossen, damit keine warme, feuchte Luft hineinzieht und an kühlen Flächen kondensiert.[1]

Soll ich auch bei Regen lüften?

Ja, in der kalten Jahreszeit hilft es trotzdem. Kalte Außenluft enthält auch bei hoher relativer Feuchte nur wenig Wasser, im warmen Raum sinkt ihre relative Feuchte deutlich, und sie kann Feuchte aufnehmen.[2]

Reicht ein gekipptes Fenster im Bad?

Für die Feuchtespitzen nach dem Duschen nicht. Sie sollen sofort durch intensives Lüften mit weit geöffnetem Fenster entfernt werden, bei eingeschränkter Lüftung hilft zusätzlich das Abziehen der nassen Flächen.[1]

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? Tipps und Tricks zur Schimmelvermeidung. Abschnitte Freie Lüftung, Stoßlüften, Wäsche, Luftfeuchte und Lüftungsanlagen, Stand 13.12.2024. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17
  2. Verbraucherzentrale Bundesverband: Heizen und Lüften: So geht's richtig. Abschnitte Hintergrundwissen relative und absolute Luftfeuchte, Lüftungs-Regeln und Heizen, Stand 16.09.2026. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
  3. Bundesgerichtshof: Pressemitteilung Nr. 179/2018: Keine Mietminderung für Wärmebrücken bei Einhaltung des im Errichtungszeitpunkt der Wohnung üblichen Bauzustands. Urteile vom 05.12.2018, VIII ZR 271/17 und VIII ZR 67/18, Abschnitt zum zumutbaren Lüftungsverhalten. Abgerufen am 05.10.2026. ↑
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440