Heizkosten sparen ohne Schimmel: Wie weit darf die Temperatur sinken?
Die Antwort in Kürze
Wie weit die Temperatur sinken darf, hängt an der Luftfeuchte: Nach dem Bundesverband Schimmelpilzsanierung kann Schimmel bei jeder Raumtemperatur wachsen, sobald die relative Feuchte an kalten Stellen 80 Prozent erreicht.[1] Das Umweltbundesamt empfiehlt im Wohnbereich möglichst höchstens 20 Grad und eine Absenkung auf etwa 18 Grad nachts oder bei Abwesenheit.[2] Unter 16 Grad sollten Wohnräume nach einem Fachbeitrag nicht fallen.[3]
Nicht die Temperatur, die Feuchte entscheidet
Schimmel wächst in Innenräumen nach einem Merkblatt des Bundesverbands Schimmelpilzsanierung bei jeder Temperatur, ausschlaggebend ist immer eine ausreichend hohe relative Feuchte.[1] An einer kalten Oberfläche kühlt die Luft ab, ihre Wassermenge ändert sich dabei nicht, wohl aber die relative Feuchte, und ab etwa 80 Prozent reicht sie für Schimmelwachstum aus.[1] Liegt sie auch in kühlen Außenecken und anderen kritischen Bereichen unter diesem Wert, bleibt Schimmel nach dem Verband in den meisten Fällen aus.[1]
Wer weniger heizt, muss deshalb mehr auf die Feuchte achten. Je kühler das Zimmer, desto öfter muss nach dem Umweltbundesamt gelüftet werden, und je schlechter eine Wohnung gedämmt ist, desto genauer gehört die Luftfeuchte beobachtet, weil sie an den kühleren Außenwänden zunimmt.[2]
Welche Temperaturen das Umweltbundesamt nennt
Für Wohnräume nennt das Umweltbundesamt möglichst höchstens 20 Grad, sofern das als behaglich empfunden wird, für die Küche 18 und für das Schlafzimmer 17 Grad.[2] Nachts oder wenn Sie einige Stunden nicht da sind, empfiehlt es eine Absenkung auf etwa 18 Grad, bei einigen Tagen Abwesenheit auf 15 Grad und bei längerer Abwesenheit noch etwas niedriger.[2] Programmierbare Thermostate, die zu festen Zeiten absenken und rechtzeitig wieder aufheizen, können nach dem Amt etwa 10 Prozent Energie sparen.[2]
Wie warm sich ein Raum anfühlt, hängt nach dem Umweltbundesamt vor allem von der Oberflächentemperatur der Wände und Fenster ab.[2] Kalte Außenwände lassen einen Raum ungemütlich wirken, und genau an diesen Wänden steigt bei niedriger Raumtemperatur die Feuchte zuerst. Platzt im Winter eine Leitung, schließt der Notdienst den Hahn, bevor die Außenwand das Wasser aufnimmt.
Nachtabsenkung mit Untergrenze
Eine Nachtabsenkung spart nach einem Beitrag des Fachportals EnBauSa Energie, 16 bis 17 Grad sollten dabei aber nicht unterschritten werden.[3] Ein weiteres Absenken rät der dort zitierte Programmleiter der Hessischen Energiespar-Aktion ab, weil bei unzureichend gedämmten Gebäuden oder an Wärmebrücken Bauteile stark auskühlen und Schimmel droht.[3] Wird nachts von 20 auf 17 Grad abgesenkt, ergibt sich bei Altbauten nach den Angaben eine Einsparung zwischen fünf und zehn Prozent.[3]
Weniger als 16 Grad sollten es in Wohnräumen nach einem weiteren im Beitrag zitierten Fachmann nicht sein, er nennt das die absolute Untergrenze.[3] Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung rät, Heizkörper im Schlafzimmer über den Tag nicht vollständig abzudrehen, für eine Grundtemperatur zu sorgen und den Raum vor dem Schlafengehen nicht kurz und schnell aufzuheizen.[1]
Feuchte dort loswerden, wo sie entsteht
Der Bundesverband gibt als Merksatz aus, kurze Wege zu wählen und die Feuchte dort zu entsorgen, wo sie entsteht.[1] Ein Raum, in dem Feuchte frei wird, sollte sofort gelüftet werden, denn wer wartet, erreicht oft keinen ausreichenden Effekt mehr: Wände, Möbel und Stoffe nehmen die Feuchte auf und geben sie nur langsam wieder ab.[1]
- Bad: beim Duschen die Türen zu den Nachbarräumen schließen, danach Fliesen und Fugen abziehen und stoßlüften
- Küche: Deckel auf Töpfe und Pfannen, eine Abzugshaube mit Abluft nach außen einschalten
- Spülmaschine nach dem Lauf nicht gleich öffnen, sonst zieht der Dampf an kalte Bauteile
- Schlafzimmer: nach dem Aufstehen lüften und die Bettdecke aufschlagen
Auch ungenutzte Räume müssen nach dem Verband gelüftet werden, denn im Winter strömt warme Luft im Haus nach oben und kann Feuchte in weniger beheizte Räume wie Schlafzimmer oder obere Etagen tragen.[1] In solchen kühleren Räumen beginnt Schimmel hinter dem Schrank besonders leicht, wenn das Möbel an einer Außenwand steht.
Wäsche, Gasheizer und Zusatzheizungen
Trocknende Wäsche setzt viel Feuchte frei: Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung nennt für einen Wäscheständer 8 Liter Wasser, die an die Raumluft gehen können, und deshalb sollte die Wäsche möglichst außerhalb der Wohnung trocknen, sonst in einem leicht beheizten und stark gelüfteten Raum.[1] Gasheizer sind für eine zusätzliche Beheizung nach dem Verband keinesfalls geeignet, weil beim Verbrennen von Gas sehr viel Wasser frei wird.[1]
Soll zusätzlich geheizt werden, empfiehlt der Verband Kamin- oder Kachelöfen, weil ihre Strahlungswärme die Bauteile stärker erwärmt als eine Konvektionsheizung, und für einzelne Stellen Infrarotplatten.[1] Dauerhaft gekippte Fenster sind keine Lösung: Das Umweltbundesamt warnt, dass sich beim Kippen an den Fensterrändern Kondensat bilden kann, und die Heizenergie geht dabei verloren.[2] Lüftungsanlagen, die feuchte Luft direkt ins Freie führen, senken das Schimmelrisiko nach dem Bundesverband wesentlich, am besten mit Feuchtesensor gesteuert.[1]
Messen statt nach Faustregel lüften
Allgemeine Lüftungsempfehlungen wie zweimal fünf Minuten am Tag nennt der Bundesverband gefährlich: Wer danach zu wenig lüftet, riskiert Schimmel, wer zu viel lüftet, verschwendet Heizenergie.[1] Der Verband empfiehlt elektronische Hygrometer an den kritischen Stellen, also an Außenwänden und Fensternischen der kühlsten und der feuchtesten Räume, und nicht nur ein Gerät im Regal.[1]
Dauerhaft sollten es nach dem Merkblatt höchstens 60 Prozent relative Feuchte sein, bei 20 Grad Raumtemperatur höchstens 50 Prozent, und im Winter sind 30 bis 40 Prozent üblich.[1] Auch wenn die Haut bei solchen Werten trocken wird, rät der Verband von einer Luftbefeuchtung ab.[1]
Häufige Fragen
Darf ich ungenutzte Räume ganz kalt lassen?
Auch ungenutzte Räume müssen nach dem Bundesverband Schimmelpilzsanierung gelüftet werden, weil feuchte Luft im Haus in kühlere Räume zieht.[1] Unter 16 Grad sollten Wohnräume nach einem Fachbeitrag nicht fallen.[3]
Wie viel spart eine Nachtabsenkung?
Wird nachts von 20 auf 17 Grad abgesenkt, sparen Altbauten nach Angaben der Hessischen Energiespar-Aktion zwischen fünf und zehn Prozent.[3] Programmierbare Thermostate können nach dem Umweltbundesamt etwa 10 Prozent Energie sparen.[2]
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Belege
Quellen
- Bundesverband Schimmelpilzsanierung e. V. (BSS): Merkblatt Heizung reduzieren, Schimmel vermeiden: 10 Tipps zum Heizen und Lüften bei niedrigeren Raumtemperaturen. Abschnitte 1 bis 8. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17
- Umweltbundesamt: Richtiges Heizen schützt das Klima und den Geldbeutel. Abschnitte Die richtige Raumtemperatur, Die richtige Temperaturregelung und Richtiges Lüften. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
- EnBauSa.de (ausbau + fassade): Nachtabsenkung der Heizung macht nur bis 17 Grad Sinn. Beitrag mit Angaben der Hessischen Energiespar-Aktion. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
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