Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440

Schimmel im Dach: Ursachen an Sparren und Dämmung

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Schimmel im Dach kann entstehen, wenn warme, feuchte Raumluft durch Undichtheiten in die Dämmung strömt und sich dort als Tauwasser niederschlägt.[1] Auch Regen, der durch eine schadhafte Eindeckung eindringt, kann den Dachaufbau durchfeuchten. Eine raumseitige, luftdicht angeschlossene Dampfbremse soll die Konstruktion schützen, Fugen an Giebelwand, Fenstern und Schornstein sind die heiklen Stellen.[1][2]

Woher die Feuchte im Dach kommt

Bei einem gedämmten Steildach gibt es zwei typische Quellen. Die erste ist Raumluft: Strömt warme und damit feuchte Luft aus den beheizten Räumen durch die Dämmung oder dahinter, sammelt sich die Feuchte in der Baukonstruktion, und es drohen Schimmel und Bauschäden.[1] Die zweite ist Wasser von außen, etwa durch eine beschädigte Eindeckung oder einen undichten Anschluss.

Tauwasser im Bauteil mindert die Wirkung der Dämmung, und bleibt die Feuchte dauerhaft, können Schimmel und Korrosion die Folge sein, bis hin zu Einbußen bei der Stabilität.[3] Holz verträgt nur wenig zusätzliche Feuchte: Durch Tauwasser darf seine massebezogene Feuchte nach den Kriterien der Norm für den Feuchteschutz nur um fünf Prozent zunehmen, die von Holzwerkstoffen nur um drei Prozent.[3]

Die Dampfbremse und ihre Anschlüsse

Bei einer Dämmung zwischen den Sparren von innen ist auf der Raumseite eine dichte Folie nötig, damit feuchte Luft aus den Räumen nicht in die Dämmung oder dahinter strömt.[1] Abgedichtet werden müssen vor allem die Fugen zu anderen Bauteilen wie Giebelwand und Fenstern, sonst kondensiert dort Wasser, und es kann zu Schimmel und Bauschäden kommen, auch an Schornsteinen und anderen Durchdringungen muss die Folie dicht anschließen.[1] Bei den anschließenden Trockenbauarbeiten werden Durchdringungen für Steckdosen und Leitungen in der Folie sorgfältig abgeklebt.

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik beschreibt das Risiko so: Durch eine falsche Verlegung oder Beschädigung der Dampfbremse kann feuchte Raumluft in den Dachaufbau gelangen und sich dort als Tauwasser niederschlagen.[2] Bei der Dachmodernisierung von innen wird die Dampfbremse vor der Dämmung raumseitig angebracht und an die angrenzenden Bauteile angeschlossen.[2]

Die oberste Geschossdecke

Bleibt der Dachboden unbeheizt, wird oft nur die oberste Geschossdecke gedämmt, etwa mit Platten oder Matten, die von oben auf die Decke gelegt werden.[1] Auch dieses Bauteil muss luftdicht sein, weil keine warme und damit feuchte Luft aus den beheizten Räumen durch die Dämmung strömen darf, sonst sammelt sich Feuchte in der Konstruktion, und es drohen Schimmel und Bauschäden.[1] Feuchte, die sich dort sammelt, kann auch als Schimmel an der Decke des Raums darunter sichtbar werden.

Rohre und andere Elemente, die durch die Decke führen, müssen darum luftdicht angeschlossen werden, etwa mit einer geeigneten Folie.[1] Betondecken sind in der Regel luftdicht, bei alten Holzbalkendecken empfiehlt die Verbraucherzentrale eine zusätzliche Dichtigkeitsebene, und auch Einschubtreppen müssen mit Dichtungsbändern oder Profilen dicht schließen.[1]

Sanierung von außen braucht einen Nachweis

Wird ein Dach von außen saniert, wird die Dampfbremse oft von außen schlaufenförmig um die freigelegten Sparren geführt und seitlich mit Leisten befestigt.[2] Erhält ein geneigtes Dach dabei nachträglich eine Dämmung zwischen den Sparren, ist der Feuchteschutz nach dem Fraunhofer-Institut mit einer hygrothermischen Simulation nachzuweisen.[2] Das Institut hat dafür einen Leitfaden entwickelt, der die Berechnung in bestimmten Fällen vereinfacht.[2]

Für Konstruktionen, die die Norm nicht als nachweisfrei nennt, lässt sich mit dem Glaser-Verfahren rechnerisch prüfen, ob und in welcher Schicht Tauwasser anfällt, und für kapillaraktive Aufbauten sind hygrothermische Simulationen möglich.[3] Für Dächer und Wände erlaubt die Norm in der Tauperiode höchstens 1,0 Kilogramm Tauwasser je Quadratmeter, und diese Menge muss im Sommer wieder verdunsten können.[3]

Warum gerade Holz und Dämmung betroffen sind

Sparren, Schalung und Holzwerkstoffplatten bieten Schimmelpilzen Nährstoffe, und Mineralwolle oder Holzfaserdämmung halten Feuchte nahe am Holz. Kondensiert im Winter Wasser an der kalten Seite der Dämmung, steigt die Holzfeuchte, und kann die Feuchte im Sommer nicht schnell genug austrocknen, wächst der Befall von Jahr zu Jahr.

Typische Zeichen sind dunkle Flecken an der Unterseite der Schalung oder an den Sparren, ein muffiger Geruch im Dachgeschoss, feuchte Dämmung an einzelnen Stellen und Wasserflecken an der Innenverkleidung. Hinsehen lohnt besonders dort, wo Folie und Bauteil aufeinandertreffen. Läuft bei Regen Wasser an den Sparren herunter, deckt der Notdienst die Stelle ab, bevor Holz und Dämmung durchnässen.

Was Eigentümer beachten sollten

Eine Dämmung des Dachs von innen lässt sich in Eigenleistung umsetzen, sie verlangt aber Fachkenntnis, weil etwa die dampfsperrende Schicht an der richtigen Stelle des Bauteils sitzen muss.[1] Eine Dämmung von außen sollten ausschließlich Fachleute ausführen, weil in die Dacheindeckung eingegriffen wird und Fehler zu erheblichen Gebäudeschäden führen können.[1]

Wenn sich Schimmel zeigt

Zuerst wird geklärt, ob die Feuchte von innen oder von außen kommt. Dafür messen wir Holzfeuchte und Oberflächentemperaturen, öffnen die Verkleidung gezielt an verdächtigen Stellen und prüfen Folie, Anschlüsse und Eindeckung. Befallene Dämmung wird ausgebaut, das Holz gereinigt und getrocknet, und vor dem Schließen wird die Luftdichtheit wiederhergestellt. Bei sichtbaren Schäden an tragenden Hölzern gehört ein Fachmann für Holzschutz oder Tragwerk dazu.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob die Dampfbremse undicht ist?

Hinweise sind Zugluft an Steckdosen, Lampen oder Anschlüssen im Dachgeschoss, Wasserflecken an der Verkleidung und ein muffiger Geruch. Sicherheit bringt eine Prüfung der Luftdichtheit zusammen mit einer Messung der Feuchte in Holz und Dämmung an den verdächtigen Stellen.

Ist Schimmel am Dachstuhl gefährlich für die Statik?

Gefährlich für tragende Hölzer sind vor allem holzzerstörende Pilze, die das Holz schwächen können und von Fachleuten beurteilt werden müssen. Dauerhafte Feuchte im Bauteil kann zudem Schäden verursachen, die die Stabilität beeinträchtigen.[3] Wer Schimmel am Dachstuhl findet, lässt darum die Ursache schnell klären.

Kann ich das Dach selbst von innen dämmen?

Ja, die Verbraucherzentrale hält das für ambitionierte Heimwerker für möglich, verlangt aber sehr sorgfältiges und fachgerechtes Vorgehen, vor allem bei der dampfsperrenden Schicht und ihren Anschlüssen.[1]

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Bundesverband: Wärmedämmung für Dach, Fassade und Keller spart Energie. Abschnitte Dämmung der obersten Geschossdecke, Dämmung des Dachs und Eigenleistung, Stand 28.09.2026. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
  2. Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP: Praxis-Leitfaden zur vereinfachten Berechnung umschlaufter Sparren. Presseinformation vom 19.12.2016. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Gebäudeforum klimaneutral der Deutschen Energie-Agentur (dena): Tauwasserbildung in Bauteilen: Ursachen und Schutz vor Feuchteschäden. Artikel, Stand November 2021. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440