Entfeuchtungsleistung: Was die Literangabe auf dem Trockner bedeutet
Die Antwort in Kürze
Die Literangabe nennt, wie viel Wasser ein Gerät in 24 Stunden unter festgelegten Bedingungen aus der Luft holt, Hersteller wie REMKO und Trotec geben sie für eine Lufttemperatur von 30 °C und eine Luftfeuchte von 80 Prozent an.[1][2] Bei üblichen Raumbedingungen ist es deutlich weniger: Ein Gerät, das bei 30 °C und 80 Prozent 36 Liter schafft, kommt nach Herstellerangabe bei 15 °C und 60 Prozent auf 9 Liter.[1]
Warum die Bedingungen so viel ausmachen
Wie viel Wasserdampf in einem bestimmten Luftvolumen steckt, gibt die absolute Feuchte an, nach dem Deutschen Wetterdienst meist in Gramm oder Kilogramm Wasserdampf je Kubikmeter Luft.[3] Die relative Feuchte ist dagegen ein Maß in Prozent, das von der Temperatur der Luft abhängt.[3]
Nach einer Tabelle in der Bedienungsanleitung von REMKO enthält ein Kubikmeter Luft mit 30 °C und 80 Prozent Luftfeuchte 24,3 Gramm Wasserdampf, bei 20 °C und 60 Prozent nur 10,4 Gramm und bei 15 °C und 60 Prozent 7,7 Gramm.[1] Ein Kondensationstrockner kann nur abscheiden, was in der Luft ist, und je weniger Wasser darin steckt, desto weniger fällt an seinem kalten Verdampfer aus.
Der Hersteller beschreibt auch, warum: Am Verdampfer wird die Luft bis unter den Taupunkt abgekühlt, und je höher die relative Feuchte ist, desto höher liegt dieser Taupunkt und desto leichter wird er unterschritten.[1] In warmer, sehr feuchter Luft arbeitet ein Trockner darum am ergiebigsten. Gesättigte Luft von 20 °C trägt nach der Tabelle höchstens 17,3 Gramm Wasserdampf je Kubikmeter.[1]
Ein Gerät, drei Werte
- 30 °C, 80 Prozent Luftfeuchte: 36 Liter am Tag[1]
- 20 °C, 70 Prozent Luftfeuchte: 18 Liter am Tag[1]
- 15 °C, 60 Prozent Luftfeuchte: 9 Liter am Tag[1]
So stehen die Werte für den mobilen Luftentfeuchter ETF 360 Eco in der Bedienungsanleitung von REMKO, das größere Modell der Reihe schafft 48, 26 und 13 Liter.[1] Als Höchstwert nennt die Anleitung für das kleinere Gerät sogar 40 Liter am Tag.[1] Unter kühleren und trockeneren Bedingungen sinkt die Leistung also auf etwa ein Viertel des Spitzenwerts der Tabelle.[1] Als Arbeitsbereich nennt REMKO für beide Geräte 6 bis 32 °C und 40 bis 100 Prozent relative Luftfeuchte.[1]
Was das für den Stromverbrauch heißt
Mit den Bedingungen ändert sich auch der Energiebedarf je Liter. Für dasselbe Gerät nennt REMKO einen spezifischen Energieverbrauch von 0,38 Kilowattstunden je Liter im günstigsten Fall, 0,60 bei 20 °C und 70 Prozent und 1,05 bei 15 °C und 60 Prozent.[1] Bei kühler, trockener Luft braucht jeder Liter also fast dreimal so viel Strom.[1]
Die Leistungsaufnahme sinkt dabei viel weniger als die Wassermenge: nach der Anleitung von 0,575 Kilowatt im Maximum auf 0,395 Kilowatt bei 15 °C und 60 Prozent, während die Tagesleistung auf ein Viertel fällt.[1] Das Gerät verbraucht also weiter Strom, holt aber deutlich weniger Wasser aus der Luft. Bei einer Wasserschadensanierung messen wir darum den Stromverbrauch jedes Geräts über einen eigenen Zähler.
Im Vergleich zum Trocknen durch Heizen und Lüften, bei dem die eingebrachte Energie mit der feuchten Luft nach draußen geht, braucht ein Luftentfeuchter bei ordnungsgemäßer Anwendung nach Herstellerangabe nur etwa 25 Prozent der Energie.[1] Das gilt für einen Bautrockner ebenso wie für einen Haushalts-Luftentfeuchter, der aber für kleinere Wassermengen ausgelegt ist.
Die Angabe auf dem Bautrockner
Auch Trotec gibt für seinen Bautrockner TTK 350 S die Entfeuchtungsleistung für 30 °C und 80 Prozent Luftfeuchte an, als Maximalwert 63,5 Liter in 24 Stunden, und nennt dazu eine Raumgröße bis 450 Kubikmeter.[2] Für einen Vergleich taugen solche Werte, wenn sie unter denselben Bedingungen gemessen wurden. Die Messwerte im Trocknungsprotokoll zeigen dann, ob das Gerät am Einsatzort tatsächlich vorankommt.
Wie viel Wasser ein Gerät nach einem Wasserschaden tatsächlich aus der Luft holt, hängt von Temperatur und Luftfeuchte im Raum ab und davon, wie viel Wasser die Bauteile gerade abgeben. Achten Sie beim Vergleich darum immer darauf, welche Temperatur und welche Luftfeuchte neben der Literzahl stehen. Auch wer Trocknungsgeräte mieten möchte, vergleicht die Literzahl nur bei gleichen Bedingungen.
Was die Wassermenge im Behälter verrät
Die Menge im Kondensatbehälter zeigt, wie viel Wasser der Luft entzogen wurde, nicht, wie viel noch in Estrich und Wänden steckt. Sinkt die Tagesmenge, können die Bauteile trockener geworden sein, es kann aber auch nur kühler geworden sein, denn bei niedrigerer Temperatur sinkt die Leistung.[1]
Wie trocken die Luft dabei werden soll, hängt vom Ziel ab: Nach REMKO ist die Korrosionsgeschwindigkeit unter 50 Prozent relativer Luftfeuchte unbedeutend und steigt ab 60 Prozent stark an, und diese Grenze gilt auch für viele andere Materialien wie Holz oder elektronische Geräte.[1] Ein Bauteil gilt erst als trocken, wenn die Messung am Bauteil das zeigt. Behälter- und Zählerstände geben einen Hinweis auf den Verlauf, ein Nachweis sind sie nicht.
Wärme, die der Trockner abgibt
Beim Kondensieren wird Wärme frei, für Wasser nach der Anleitung 2250 Kilojoule je Kilogramm, also genauso viel, wie vorher zum Verdunsten nötig war.[1] Zusammen mit der Antriebsenergie gibt der Trockner diese Wärme an die Raumluft ab, und die getrocknete Luft verlässt das Gerät leicht erwärmt, um erneut Wasserdampf aufzunehmen.[1]
Häufige Fragen
Warum sammelt mein Trockner weniger als angegeben?
Weil die Angabe für warme, sehr feuchte Luft gilt. Bei 15 °C und 60 Prozent schafft ein Gerät, das bei 30 °C und 80 Prozent 36 Liter erreicht, nach Herstellerangabe nur 9 Liter.[1]
Ist ein Gerät mit höherer Literangabe immer besser?
Nur wenn die Werte unter gleichen Bedingungen gemessen wurden. Achten Sie neben der Literzahl auf die Angabe von Temperatur und Luftfeuchte.[1][2]
Warum steht auf manchen Geräten ein Höchstwert ohne Bedingungen?
Der Höchstwert gilt für besonders günstige Bedingungen, bei REMKO liegt er mit 40 Litern noch über dem Wert für 30 °C und 80 Prozent Luftfeuchte.[1] Vergleichen Sie Geräte darum anhand der Werte, zu denen Temperatur und Luftfeuchte genannt sind.
Holt der Trockner mehr Wasser heraus, wenn ich heize?
Bei höherer Temperatur steigen die Leistungswerte, wie die Herstellerangaben für verschiedene Bedingungen zeigen.[1] Geheizt wird aber nur so weit, wie es die Bauteile vertragen.
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Belege
Quellen
- REMKO GmbH & Co. KG (Hersteller): Bedienungs- und Installationsanleitung Luftentfeuchter ETF 360 Eco und ETF 460 Eco. Abschnitte Luftentfeuchtung, Kondensationswärme und Technische Daten, Version DE Y12. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23↑24
- Trotec GmbH: Luftentfeuchter TTK 350 S, technische Daten. Technische Daten: Entfeuchtungsleistung und Raumgröße. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Wetterlexikon: Absolute Feuchte. Begriffserklärung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
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