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Heizung an oder aus während der Trocknung?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Lassen Sie die Heizung an. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte, und ein Kondensationstrockner entfeuchtet bei Kälte schlechter: Unter 11 °C vereist nach der Anleitung eines Herstellers der Verdampfer, und solange das Gerät abtaut, wird nicht entfeuchtet.[1][2] Heizgeräte mit offener Flamme sind tabu, weil die Verbrennung von Gas oder Öl zusätzliche Feuchte ins Haus bringt.[3]

Was Wärme bewirkt

Die Menge an Wasserdampf, die Luft aufnehmen kann, steigt nach dem Deutschen Wetterdienst mit ihrer Temperatur.[1] Erwärmt man Luft, die bei 10 °C kein Wasser mehr aufnehmen kann, auf 20 °C, sinkt ihre relative Feuchte unter 50 Prozent, und sie wird relativ trocken.[1]

Warme Raumluft nimmt die Feuchte aus Wänden und Boden darum leichter auf und trägt sie zum Trockner, der sie abscheidet. Auch die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass warme Luft viel mehr Feuchtigkeit aufnimmt als kalte und dass die Feuchte an kalten Bauteilen wie kühlen Zimmerecken steigt.[4] Ein ausgekühlter Raum trocknet langsamer und bietet Schimmel an kalten Stellen bessere Bedingungen.

Kühlt warme, feuchte Raumluft an einer kalten Außenwand bis unter den Taupunkt ab, schlägt sich dort Wasser nieder, ähnlich wie an einer beschlagenen Scheibe.[1] Gleichmäßig geheizte Räume halten die Oberflächen wärmer und verhindern, dass die Feuchte, die der Trockner gerade aus dem Boden holt, an einer anderen Stelle wieder ausfällt.

Kälte bremst den Trockner

Ein Kondensationstrockner kühlt die angesaugte Luft an seinem Verdampfer unter den Taupunkt, damit sich der Wasserdampf als Wasser oder Reif an den Lamellen niederschlägt, erwärmt sie danach leicht und gibt sie wieder in den Raum.[2]

Liegt die Raumtemperatur unter 11 °C, vereist der Verdampfer nach der Betriebsanleitung, das Gerät taut automatisch ab, und während dieser Zeit findet keine Entfeuchtung statt.[2] Schalten Sie es in dieser Phase nicht aus und ziehen Sie nicht den Stecker, so verlangt es die Anleitung.[2] Als Arbeitsbereich nennt der Hersteller für diese Geräte 5 bis 32 °C.[2] Ein Merkblatt zur Estrichtrocknung gibt für Kondensationstrockner einen optimalen Bereich von 12 bis 30 °C an und rät, bei niedrigeren Temperaturen zusätzlich zu heizen.[3]

Ein Trockner wärmt dabei selbst mit: Durch seine Wärmeabstrahlung kann die Zimmertemperatur im Betrieb nach der Anleitung um etwa 1 bis 4 °C steigen, und die relative Luftfeuchte kann er auf bis zu etwa 32 Prozent senken.[2] In einem kalten Keller oder einem ungeheizten Haus im Winter reicht die Abwärme allein nicht, um den Raum in den Arbeitsbereich zu bringen. Ein einfaches Thermometer im Raum zeigt, ob nachgeheizt werden muss.

Keine offenen Flammen

Gasheizer und Ölöfen ohne Abgasanschluss sind für die Trocknung ungeeignet. Nach einem Merkblatt zur Estrichtrocknung dürfen keine Heizgeräte mit offener Flamme genutzt werden, weil bei der Verbrennung von Gas oder Öl zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau gelangt.[3]

Dazu kommen Gefahren für die Menschen im Haus. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege warnt bei mobilen Gasheizern in Innenräumen vor Brand-, Explosions- und Erstickungsgefahr: Die Verbrennung verbraucht Sauerstoff, der Anteil an Kohlendioxid steigt, und bei unzureichender Belüftung entsteht auch Kohlenmonoxid.[5] Propan und Butan sind schwerer als Luft und können sich im Keller sammeln, darum sind Lagerung und Betrieb von Gasflaschen unter Erdgleiche in der Regel verboten.[5] Unfälle mit solchen Geräten treten nach der BGW immer wieder auf, bis hin zu verheerenden Bränden, und vor dem Kauf sollte geklärt sein, ob ein Heizgerät für den Zweck überhaupt geeignet ist.[5]

Auch für den Trockner selbst gilt eine Regel: Geräte mit brennbarem Kältemittel dürfen nach der Betriebsanleitung nur in Räumen stehen, in denen keine Zündquelle vorhanden ist, etwa eine offene Flamme, ein eingeschaltetes Gasgerät oder ein Elektroheizer.[2] Ein Heizlüfter gehört also nicht neben den Bautrockner. Liegen in solchen Räumen nasse Elektrogeräte, bleiben sie ausgesteckt, bis eine Fachkraft sie geprüft hat.

Wie warm es sein sollte

Normale Raumtemperatur liegt mitten in dem Bereich, den Hersteller und Merkblätter für Kondensationstrockner nennen.[2][3] Drehen Sie die Heizkörper in den betroffenen Räumen darum auf das gewohnte Maß und lassen Sie sie auch nachts nicht ganz ausgehen. Gelüftet wird dagegen nur kurz, und ob Fenster auf oder zu bleiben sollten, hängt von der Jahreszeit ab.

Halten Sie die Türen zwischen geheizten und ungeheizten Räumen geschlossen: Mit der Wärme gelangt Feuchtigkeit in kühlere Räume, wo sie nach den Verbraucherzentralen schneller zu Schimmel führen kann.[4] Einen Trockner stellen Sie nicht direkt vor den Heizkörper, der Hersteller rät beim Aufstellen zu ausreichend Abstand von Wärmequellen und dazu, dass Vorhänge oder andere Gegenstände den Luftstrom nicht behindern.[2]

Fußbodenheizung nach einem Wasserschaden

Liegt eine Fußbodenheizung im nassen Estrich, ist zuerst zu klären, ob ihre Leitungen dicht sind und ob sie selbst die Ursache des Schadens war. Erst danach kann sie die Trocknung unterstützen, und ihr Betrieb wird mit dem Trocknungsbetrieb abgestimmt.

Für neue Heizestriche hält ein Hersteller fest, dass die Fußbodenheizung nach dem Funktionsheizen weiterlaufen kann, um die Trocknung zu unterstützen, und dass sie einen Tag vor einer CM-Messung abgestellt werden muss, weil an einem aufgeheizten Estrich nicht gemessen werden darf.[3] Für die Messung am Ende einer Trocknung nach einem Wasserschaden gilt das ebenso, sonst zeigen die Werte einen falschen Stand.

Häufige Fragen

Soll ich die Heizung während der Trocknung aufdrehen?

Normal heizen genügt. Der Hersteller eines Bautrockners nennt einen Arbeitsbereich von 5 bis 32 °C, ein Estrichmerkblatt als optimalen Bereich 12 bis 30 °C.[2][3]

Darf ich einen Heizlüfter neben den Trockner stellen?

Nicht, wenn der Trockner ein brennbares Kältemittel enthält. Der Hersteller schließt Zündquellen wie Elektroheizer im Aufstellraum aus.[2]

Hilft ein Gasheizer im Keller?

Nein. Er bringt mit der Verbrennung zusätzliche Feuchte in den Raum, und Gasflaschen sind unter Erdgleiche in der Regel verboten.[3][5]

Kann ich die Fußbodenheizung zum Trocknen nutzen?

Erst wenn feststeht, dass ihre Leitungen dicht sind, und nur in Absprache mit dem Trocknungsbetrieb. Vor einer CM-Messung wird sie nach einem Herstellermerkblatt einen Tag vorher abgestellt, weil an einem aufgeheizten Estrich nicht gemessen werden darf.[3]

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Belege

Quellen

  1. Deutscher Wetterdienst (DWD): Wetterlexikon: Luftfeuchte. Begriffserklärung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  2. Trotec GmbH: Betriebsanleitung Luftentfeuchter TTK 140 S, TTK 170 S, TTK 350 S und TTK 650 S. Abschnitte Sicherheit, Gerätebeschreibung, Aufstellung, Automatische Enteisung und Technische Daten. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
  3. RAPID-FLOOR Estrichtechnologie GmbH (Hersteller): Merkblatt zur Austrocknung von Calciumsulfat(fließ)estrichen. Abschnitte Allgemeines, Heizestriche und Luftentfeuchter. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  4. Verbraucherzentrale Bundesverband: Energieberatung der Verbraucherzentrale: Lüften. Abschnitt Richtig Lüften. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
  5. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW): Vorsicht bei Gasheizöfen. Beitrag vom 18.08.2025. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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