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Hebeanlage ausgefallen: Was tun, wenn das Abwasser nicht abläuft?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Fällt die Hebeanlage aus, leiten Sie kein Wasser mehr in die Abläufe, die an ihr hängen: nicht spülen, nicht duschen, keine Wasch- oder Spülmaschine. Prüfen Sie Sicherung und Stromversorgung und rufen Sie den Fachbetrieb, der die Anlage wartet. Hebeanlagen pumpen Abwasser aus Räumen unter der Rückstauebene in den Kanal, ohne sie läuft dort nichts ab.[1] Tritt Abwasser aus, betreten Sie den Keller nicht, solange es steigt.

Wasser stoppen, Strom und Keller sichern

Jedes Glas Wasser, das jetzt noch in Toilette, Dusche oder Waschbecken läuft, landet im Sammelbehälter und kann überlaufen. Sagen Sie allen im Haushalt Bescheid und schalten Sie Wasch- und Spülmaschine ab, wenn ihr Ablauf an der Anlage hängt. Welche Räume angeschlossen sind, hängt vom Haus ab: manchmal nur ein Bad im Keller, manchmal das ganze Gebäude.

Steht Abwasser im Keller, schalten Sie die Stromkreise dort an der Sicherung ab, sofern der Kasten trocken und von außerhalb erreichbar ist. Der Lichtschalter am Kellerabgang trennt keinen Stromkreis. Hängt der Sicherungskasten im überfluteten Raum oder ist er nass, holen Sie Feuerwehr oder örtlichen Netzbetreiber dazu. Steigt das Abwasser, gehen Sie nicht hinunter. Abwasser enthält Keime, deshalb gilt auch bei niedrigem Stand: Handschuhe, Gummistiefel und anschließend gründlich Hände waschen.

Warum die Anlage nicht pumpt

Liegen Toiletten, Duschen oder Bodenabläufe unter der Rückstauebene, meist der Straßenoberkante, kann das Abwasser nicht von selbst in den Kanal fließen.[1] Eine Hebeanlage sammelt es in einem Behälter und pumpt es über eine Druckleitung hinaus.[1] Fällt die Pumpe aus, steigt der Pegel im Behälter, bis die Steuerung Alarm gibt oder das Wasser zurück in die Abläufe drückt.

Nach einem Stromausfall startet manche Steuerung nicht sofort. Grundfos beschreibt für eine Steuerung eine Neustartverzögerung von bis zu 45 Sekunden, damit nicht alle Geräte gleichzeitig anlaufen.[2] Warten Sie also einen Moment, bevor Sie von einem Defekt ausgehen.

Was Sie selbst prüfen dürfen und was nicht

Sehen Sie im Sicherungskasten nach, ob die Sicherung der Anlage oder ein FI-Schutzschalter ausgelöst hat. Einschalten dürfen Sie ihn nur, wenn im Keller kein Wasser steht und Anlage, Steckdose und Kabel trocken sind. Springt er dann sofort wieder heraus, lassen Sie ihn aus, denn dann liegt ein Fehler im Stromkreis oder in der Pumpe. Lesen Sie die Anzeige der Steuerung ab und notieren Sie Störungsmeldung, Datum und Uhrzeit.

Den Behälter öffnen, die Pumpe ausbauen oder an der Druckleitung schrauben gehört in die Hände des Fachbetriebs. Im Behälter steht Abwasser, und an der Anlage liegen Strom und Druck an. Liegt die Küche im Souterrain, hängt auch deren Spüle an der Anlage, und bei einer Küchenmontage unter der Rückstauebene gehört die Pumpe zur Planung. Die Fachpresse rät Betreibern zu einem Wartungsvertrag mit einem fachkundigen Unternehmen.[1] Im Störfall kennt dieses die Anlage dann bereits.

Fotografieren Sie Anlage und Anzeige und, falls Abwasser ausgetreten ist, auch den Keller, bevor jemand aufräumt. Diese Bilder braucht der Fachbetrieb für die Fehlersuche und später die Versicherung für die Schadenmeldung.

Wenn niemand den Alarm hört

Wie teuer ein überhörter Alarm werden kann, zeigt ein Fall des IFS aus einer Sporthalle: Wasser lief nachts in einen Technikraum, die Pumpen der Hebeanlage waren für den Dauerbetrieb nicht ausgelegt und schalteten ab, und das Wasser verteilte sich im ganzen Gebäude.[3] Die Störung löste einen akustischen Alarm im Technikraum aus, doch nachts war niemand dort.[3] Der Gutachter riet, den Alarm an einen Mitarbeiter weiterzuleiten.[3]

Für ein Wohnhaus gilt dasselbe in kleinerem Maßstab. Hängt die Anlage in einem Keller, in den man nur ab und zu geht, sollte ihr Alarm dort zu hören sein, wo jemand wohnt, oder als Meldung auf das Telefon kommen. Steht das Abwasser schon im Keller, holt der Notdienst Pumpe und Reinigung ins Haus, bevor Wände und Boden weiter durchziehen. Grundfos bietet für eine Steuerung eine Batterie an, mit der bei Stromausfall ein akustischer Alarm ertönt.[2]

Was nicht in Toilette und Ablauf gehört

Ausfälle können schon am Abfluss beginnen. Küchenrollen und Taschentücher sind nass deutlich fester als Toilettenpapier und können Leitungen verstopfen, Feuchttücher aus synthetischen Fasern gehören ebenso wenig in die Toilette.[4] Nach dem Umweltbundesamt verbieten Wasserhaushaltsgesetz und Kreislaufwirtschaftsgesetz grundsätzlich, Abfälle über das Abwasser zu entsorgen.[4] Öle und Fette verschmutzen die Abwasseranlagen und gehören nicht in die Toilette.[4]

Für eine Hebeanlage sind diese Stoffe besonders lästig, weil ihre Pumpe alles, was ankommt, durch eine enge Druckleitung drücken muss. Hängen Sie im Kellerbad einen Abfalleimer auf und sagen Sie Gästen und Mietern Bescheid.

Wartung nach DIN EN 12056-4

Die DIN EN 12056-4 sieht eine regelmäßige Wartung durch einen Fachkundigen vor: im privat genutzten Einfamilienhaus mindestens einmal im Jahr, im Mehrfamilienhaus zweimal und bei gewerblicher Nutzung viermal.[1] Der Betreiber ist verpflichtet, die Wartung durch ein fachkundiges Unternehmen durchführen zu lassen.[1]

Zur Wartung gehören unter anderem die Prüfung der Verbindungen auf Dichtheit, das Reinigen des Rückflussverhinderers, der Pumpe und des Behälters sowie eine Sichtkontrolle des elektrischen Teils, danach ein Probelauf und ein Protokoll über alle Arbeiten.[1] Heben Sie diese Protokolle auf. Nach einem Schaden zeigen sie, dass die Anlage gepflegt war.

Häufige Fragen

Darf ich die Toilette im Erdgeschoss benutzen, wenn die Hebeanlage im Keller ausfällt?

Das hängt davon ab, ob das Erdgeschoss über die Hebeanlage entwässert oder mit Gefälle direkt in den Kanal. Fragen Sie im Zweifel den Installateur. Läuft alles über die Anlage, bleibt jedes Becken trocken, bis sie wieder pumpt.[1]

Wie oft muss die Hebeanlage im Einfamilienhaus gewartet werden?

Nach DIN EN 12056-4 bei privater Nutzung mindestens einmal im Jahr, und der Turnus sollte an Alter und Beanspruchung der Anlage angepasst werden.[1]

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Belege

Quellen

  1. SBZ Monteur (Gentner Verlag): Abwasserhebeanlagen: von der Planung bis zur Wartung. Beitrag vom 03.03.2015, Einleitung und Abschnitt Die Wartung, zwei Tipps. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  2. Grundfos: Montage- und Betriebsanleitung Steuerung LC 221 für Hebeanlagen. Abschnitt Produktbeschreibung der Steuerung, Funktionen und Batterie. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2
  3. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Ein Alarm, den niemand hört. Schadenbericht vom 17.10.2016. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
  4. Umweltbundesamt: Was darf nicht in die Toilette? Abschnitte zu Hygieneartikeln, Küchenrollen und Feuchttüchern sowie Küchenabfällen, Ölen und Fetten. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
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