Durchlauferhitzer tropft oder leckt: Was ist zu tun?
Die Antwort in Kürze
Bei einer Undichtigkeit am Durchlauferhitzer schließen Sie sofort die Kaltwasserzuleitung, und bei einem Fehler schalten Sie sofort die Netzspannung ab, so steht es in der Gebrauchsanleitung eines Herstellers.[1] Spannungslos wird das Gerät über die Sicherungen in der Hausinstallation.[1] Entkalken darf das Gerät nur ein Fachmann, und nach dem Absperren wird es erst entlüftet, bevor der Strom zurückkommt.[1]
Wasser am Gerät: zuerst Strom und Zulauf trennen
Ein Durchlauferhitzer bringt Wasser und Strom auf engem Raum zusammen. Tropft es aus dem Gerät oder steht Wasser darunter, schalten Sie seine Sicherungen im Sicherungskasten aus, denn weder ein geschlossener Wasserhahn noch ein Lichtschalter trennt das Gerät vom Netz. Hat der Sicherungskasten selbst Wasser abbekommen, bleibt er unberührt, und Feuerwehr oder Netzbetreiber übernehmen. Hat sich Wasser bis in den Keller ausgebreitet und steigt dort, betreten Sie ihn nicht.
Die Gebrauchsanleitung eines elektronischen Durchlauferhitzers von Siemens nennt zwei Sofortmaßnahmen: bei einem Fehler sofort die Netzspannung abschalten, bei einer Undichtigkeit am Gerät sofort die Kaltwasserzuleitung schließen.[1] Hat die Zuleitung kein eigenes Absperrventil, schließen Sie den Hauptabsperrhahn der Wohnung oder des Hauses. Wischen Sie das Wasser auf, damit es nicht hinter Fliesen und in die Vorwand zieht.
Woher das Wasser am Durchlauferhitzer kommen kann
Ob das Wasser aus einem Anschluss, aus dem Gerät selbst oder aus einer Leitung dahinter kommt, lässt sich von außen nicht sicher erkennen. Tropft es nur an der Armatur oder am Duschkopf, liegt die Ursache dort und nicht im Gerät. Läuft Wasser an der Wand unter dem Gerät herab oder ist die Wand dahinter feucht, kann auch eine Leitung in der Wand betroffen sein. Hängt unter dem Becken zusätzlich ein Speicher, kommt auch ein tropfender Warmwasserspeicher als Quelle in Frage.
Das Gehäuse öffnen Sie nicht, darunter liegen spannungsführende Teile. Installation und erste Inbetriebnahme muss nach der Siemens-Anleitung ein Fachmann vornehmen, und auch das Entkalken des Geräts darf nur ein Fachmann erledigen.[1] Ein verstopftes Sieb im Wasserhahn oder im Duschkopf dürfen Sie dagegen selbst herausnehmen, reinigen oder entkalken, ein verstopftes Sieb im Gerät reinigt der Fachmann.[1]
Wer an der Elektroanlage arbeiten darf
Die Niederspannungsanschlussverordnung macht den Anschlussnehmer gegenüber dem Netzbetreiber für die Elektroanlage nach der Hausanschlusssicherung verantwortlich, auch wenn er die Wohnung vermietet hat.[2] Errichtet, erweitert oder geändert werden darf die Anlage nach § 13 außer vom Netzbetreiber nur von einem Installationsbetrieb, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers steht.[2] Für Instandhaltungsarbeiten gilt diese Eintragungspflicht nicht, mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung.[2]
Kommt ein neues Gerät mit höherer Leistung, ist das nach § 19 der Verordnung dem Netzbetreiber mitzuteilen, soweit sich die vorzuhaltende Leistung erhöht.[2] Für Sie heißt das praktisch: Den Tausch eines Durchlauferhitzers übernimmt ein Elektrofachbetrieb, der Leitung, Absicherung und Anmeldung im Blick hat. Zur Elektroinstallation gehört dabei auch der passende Leitungsquerschnitt, denn ein Gerät mit höherer Leistung braucht oft eine stärkere Zuleitung.
Nach dem Absperren: erst entlüften, dann Strom
War das Wasser abgestellt, sieht die Siemens-Anleitung eine feste Reihenfolge vor, bevor das Gerät wieder heizt:[1]
- Gerät spannungslos machen, also die Sicherungen in der Hausinstallation ausschalten.[1]
- Den Warmwasserhahn so lange öffnen, bis die Luft aus der Leitung entwichen ist.[1]
- Die Sicherungen wieder einschalten.[1]
- Den Warmwasserhahn ganz öffnen und mindestens eine Minute lang Wasser entnehmen, erst danach beginnt das Gerät aus Sicherheitsgründen mit dem Heizen.[1]
Fließt danach kurz kaltes Wasser, registriert die Lufterkennung im Gerät nach der Anleitung Luft im Wasser und schaltet die Heizleistung für einige Sekunden ab.[1] Bleibt das Wasser dauerhaft kalt oder löst die Sicherung erneut aus, schalten Sie nicht immer wieder ein, die Ursache klärt dann die Fachkraft. Löst statt der Sicherung der FI-Schutzschalter aus, deutet das auf Feuchtigkeit oder einen Fehler im Gerät, und er bleibt aus, bis eine Fachkraft gemessen hat.
Reparieren oder ein neues Gerät
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unterscheidet drei Arten elektrischer Durchlauferhitzer nach ihrer Steuerung: hydraulisch, elektronisch und vollelektronisch.[3] Hydraulische Geräte brauchen meist eine Mindestmenge von mehreren Litern Durchfluss pro Minute, bevor sie einschalten, während elektronische Geräte stufenlos und gradgenau regeln und auch mit kleineren Durchflussmengen arbeiten.[3]
Steht ohnehin ein Tausch an, empfiehlt die Verbraucherzentrale effiziente elektronische Geräte, denn ein elektronischer Durchlauferhitzer kann im Alltag gegenüber einem hydraulischen bis zu 30 Prozent Strom einsparen.[3] Für ein Handwaschbecken reicht nach der Verbraucherzentrale ein Mini-Durchlauferhitzer, der auch ein klassisches Untertischgerät ersetzen kann, dessen warm gehaltenes Wasser bei seltener Nutzung ein hygienisches Risiko darstellen kann.[3]
Wenn Wand oder Boden nass geworden sind
Durchlauferhitzer hängen in Bad und Küche, also dort, wo hinter Fliesen und in Vorwänden Leitungen laufen. Ist Wasser länger unbemerkt ausgetreten, kann es in die Wand, in die Vorwand oder unter den Bodenbelag gezogen sein. Eine Feuchtemessung zeigt, wie weit die Nässe reicht und ob getrocknet werden muss.
In der Mietwohnung erfahren Vermieter oder Hausverwaltung sofort vom Schaden, auch wenn nur wenig Wasser zu sehen ist. Halten Sie mit Fotos fest, wo es tropfte und wie lange das Gerät undicht war, soweit Sie es wissen.
Häufige Fragen
Darf ich den Durchlauferhitzer selbst entkalken?
Nein. Nach der Gebrauchsanleitung eines Siemens-Durchlauferhitzers darf das Entkalken des Geräts nur durch einen Fachmann erfolgen.[1] Selbst reinigen dürfen Sie das Sieb im Wasserhahn oder im Duschkopf.[1]
Warum kommt nach dem Wasserabstellen nur kaltes Wasser?
Weil zuerst Luft aus der Leitung muss: Nach der Siemens-Anleitung wird das Gerät spannungslos gemacht, der Warmwasserhahn geöffnet, bis keine Luft mehr kommt, und erst dann werden die Sicherungen wieder eingeschaltet.[1] Danach heizt das Gerät, sobald mindestens eine Minute lang Wasser geflossen ist.[1]
Muss ein neuer Durchlauferhitzer beim Netzbetreiber gemeldet werden?
Erhöht sich durch das neue Gerät die vorzuhaltende Leistung, ist das dem Netzbetreiber nach § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung mitzuteilen.[2] Errichten oder ändern darf die Anlage nach § 13 nur ein eingetragenes Installationsunternehmen oder der Netzbetreiber selbst.[2]
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Belege
Quellen
- BSH Hausgeräte GmbH (Siemens): Gebrauchsanleitung elektronisch geregelter Durchlauferhitzer. Wichtige Sicherheitshinweise, Inbetriebnahme nach Wasserabschaltung, Tabelle Eine Störung, was tun. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16
- Bundesministerium der Justiz: Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). § 13 Abs. 1 und 2, § 19 Abs. 2. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
- Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.: Durchlauferhitzer kaufen: Das sollten Sie wissen. Abschnitte Arten von Durchlauferhitzern und Energieeffizienzlabel. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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