Ausbildung Dachdecker: Inhalte und Perspektiven
Die Antwort in Kürze
Die Ausbildung zum Dachdecker dauert nach der Dachdeckerausbildungsverordnung drei Jahre, und du wählst einen von fünf Schwerpunkten: Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand oder Reetdachtechnik.[1] Den Schwerpunkt legen Betrieb und Auszubildender nach einem Bericht auf Baulinks zu Beginn fest, vertieft wird im dritten Lehrjahr.[2] Als Fortbildung nennt das Bundesinstitut für Berufsbildung den Dachdeckermeister.[3]
Mehr als Ziegel aufs Dach
Dachdecker decken nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung Dächer und bekleiden Außenwände, dichten Flächen an Bauwerken ab, führen Reparaturen durch, stellen Holzkonstruktionen her und bringen Vorrichtungen zur Ableitung von Oberflächenwasser an.[3] Sie bauen Sonnenkollektoren und Photovoltaik in Dach- und Wandflächen ein, errichten den äußeren Blitzschutz, führen energetische Maßnahmen aus und wirken bei Dachbegrünungen mit.[3]
Dazu gehören nach dem Institut auch Instandhaltungen, Sanierungen und Modernisierungen von Dächern.[3] Nach dem Bericht auf Baulinks dichten Dachdecker außerdem Balkone, Terrassen und Keller ab und gestalten Außenwände mit vorgehängten Fassadenbekleidungen.[2] Bei der energetischen Sanierung unterstützen sie nach dem Bericht Hausbesitzer und informieren auch über Fördermittel.[2] Für einen Sanierungsbetrieb ist das wertvoll, denn ein Teil der Wasserschäden beginnt genau dort, wo Wasser von außen ins Gebäude kommt. Bei der Leckageortung am Flachdach hilft es, wenn jemand den Aufbau aus Abdichtung, Dämmung und Gefälle aus eigener Arbeit kennt.
Fünf Schwerpunkte zur Auswahl
Die Ausbildung gliedert sich nach § 4 der Verordnung in Inhalte, die alle lernen, in Inhalte des gewählten Schwerpunkts und in integrativ vermittelte Inhalte wie Sicherheit, Umweltschutz und Kommunikation.[1] Den Ausbildungsplan erstellt der Betrieb nach § 6 spätestens zu Beginn der Ausbildung, und vom Ausbildungsrahmenplan darf er nach § 3 abweichen, wenn betriebliche Besonderheiten oder Gründe in deiner Person das erfordern.[1] Schwerpunkte sind Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand und Reetdachtechnik.[1]
Nach der Neuordnung 2016 bildet jeder Betrieb nach einer zunächst gleichen Grundausbildung ein halbes Jahr vertiefend in seinem Schwerpunkt aus, so der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in dem Bericht.[2] Vorher musste ein Betrieb in der Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik die ganze Breite des Berufsbilds abdecken, was kleineren Betrieben schwerfiel.[2] Für einen Betrieb, der viel mit Feuchte und Abdichtung zu tun hat, liegt der Schwerpunkt Abdichtungstechnik nahe. Wer die Sofortmaßnahmen an Dach und Keller kennt, erkennt oft auf den ersten Blick, ob eine Abdichtung versagt hat.
Was alle Dachdecker lernen
Zu den gemeinsamen Inhalten gehören nach § 4 unter anderem das Einrichten und Sichern von Baustellen, Messungen, Holzbauteile, zusätzliche regensichernde Maßnahmen, energetische Maßnahmen an Dach und Wand, das Decken und Bekleiden von Flächen und das Abdichten von Dachflächen und Bauwerken.[1] Dazu kommen An- und Abschlüsse, Blitzschutz, Einbauteile, elektrische Steckverbindungen, Unterkonstruktionen für hinterlüftete Fassaden, Entwässerung sowie Instandhaltung und Demontage.[1] Den Anschluss an die Hausinstallation übernimmt dagegen jemand mit der Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik.
Auf dem Dach gelten strenge Regeln für die Absturzsicherung, und die lernst du von Anfang an mit. Gerade Anschlüsse, Entwässerung und Instandhaltung sind die Stellen, an denen nach einem Sturm oder Starkregen nachgesehen wird. Wer weiß, wie ein Anschluss am Kamin oder eine Rinne richtig ausgeführt wird, findet auch schneller, warum Wasser durch die Decke kommt.
Lernen außerhalb des Betriebs
Die betriebliche Ausbildung wird nach § 5 der Verordnung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten über insgesamt 15 Wochen ergänzt und vertieft: sechs Wochen im ersten, fünf im zweiten und vier im dritten Ausbildungsjahr.[1] Die zuständige Stelle kann auf Antrag Ausnahmen zulassen, wenn der Betrieb diese Inhalte gleichwertig selbst vermittelt.[1]
Mit der Neuordnung wurde die überbetriebliche Unterweisung nach dem Bericht von 14 auf 15 Wochen verlängert, und im zweiten Lehrjahr kam ein Lehrgang über energetische Maßnahmen an Dächern hinzu.[2] Dort übst du an Modellen und Übungsdächern, was auf dem echten Dach später sitzen muss. Nach dem Bericht gehört das Dachdeckerhandwerk zu den wenigen Branchen, in denen Betriebe Zuschüsse für die Ausbildung erhalten.[2]
Zwischen- und Gesellenprüfung
Spätestens zum Schluss des zweiten Lehrjahres ist nach § 8 die Zwischenprüfung fällig, und geprüft wird nach § 9 der Stoff der ersten drei Ausbildungshalbjahre.[1] Im Prüfungsbereich Decken, Abdichten und Bekleiden führst du nach § 11 in fünf Stunden drei Arbeitsproben durch, etwa eine Teildeckung mit Schiefer, Dachplatten, Ziegeln oder Schindeln, Abdichtungslagen aus Kunststoff oder Bitumen und eine Wandbekleidung.[1]
Im Bereich Dach- und Wandtechnik bearbeitest du nach § 12 schriftlich in 120 Minuten Aufgaben zu Werk- und Hilfsstoffen, Skizzen und Fachzeichnungen sowie Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung.[1] Die Gesellenprüfung soll nach § 13 am Ende der Ausbildung stattfinden und feststellen, ob du die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hast.[1]
Wo Dachdecker arbeiten
Dachdecker arbeiten nach dem Bundesinstitut in Betrieben der Bedachungsbranche, in Betrieben der Fassadenbekleidung und Bauwerksabdichtung, in der Energietechnik an Dach und Wand und in Bauunternehmen, außerdem in der Herstellerindustrie und im Fachhandel.[3] Als Zuständigkeitsbereich führt das Institut das Handwerk.[3] Für Quereinsteiger nennt es außerdem ein Berufsset aus Teilqualifikationen, das in der Regel fünf bis sieben Teile umfasst, die zusammen den Ausbildungsberuf abbilden, und nach allen Teilen kann die Zulassung zur Abschlussprüfung beantragt werden.[3]
Nach dem Baulinks-Bericht gelten die Arbeitsschutzprogramme im Dachdeckerhandwerk als vorbildlich, und technische Neuerungen wie Drohnen oder digitale Gebäudemodelle sollen den Beruf mehr und mehr bestimmen.[2] Wenn du schwindelfrei bist, gerne draußen arbeitest und wissen willst, wie ein Gebäude dicht bleibt, schick uns deine Bewerbung.
Häufige Fragen
Wann wählst du den Schwerpunkt in der Dachdeckerausbildung?
Nach dem Bericht auf Baulinks legen Betrieb und Auszubildender ihn zu Beginn der Lehre fest, und die Vertiefung folgt im dritten Lehrjahr.[2]
Wie lange bist du in der überbetrieblichen Ausbildung?
Insgesamt 15 Wochen, verteilt auf sechs, fünf und vier Wochen in den drei Ausbildungsjahren, so § 5 der Dachdeckerausbildungsverordnung.[1]
Klingt nach deinem Beruf?
Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.
Belege
Quellen
- Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin (Dachdeckerausbildungsverordnung, DachAusbV). §§ 2, 4, 5, 8 bis 13. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13
- Baulinks (Fachportal Bau), Bericht mit Angaben des ZVDH: Neue Ausbildungsordnung für Dachdecker (DachAusbV). Meldung vom 16.05.2016. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Dachdecker/Dachdeckerin (Ausbildung). Beruf im Überblick, Tätigkeitsfelder, Daten und Fakten. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
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