Starkregen
Auch: Wolkenbruch, Platzregen, Sturzregen
Von Starkregen spricht man, wenn in kurzer Zeit außergewöhnlich viel Niederschlag fällt, meist örtlich begrenzt.[1] Der Deutsche Wetterdienst warnt ab 15 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 Litern in sechs Stunden und unterscheidet drei Stufen bis zum extrem heftigen Starkregen, der Kanäle überlasten und Keller fluten kann.[2][1]
So kommt das Wasser bei Starkregen ins Haus
Schematische Darstellung eines Hauses mit Keller im Schnitt bei Starkregen: Wasser auf der versiegelten Straße, überlaufender Gully, voller Kanal mit Rückstau in den Keller, Lichtschacht, Fugenpflaster und Regenmesser. Die Nummern folgen dem Weg des Wassers von der Warnschwelle bis zur Versickerung.
- Warnung ab 15 l pro Quadratmeter in einer Stunde: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen ab 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Litern in sechs Stunden. Ab 25 Litern in einer Stunde gilt heftiger Starkregen mit Unwetterwarnung, ab 40 Litern extrem heftiger.
- Boden versiegelt: alles fließt oben: Trockene Böden nach langer Hitze nehmen den plötzlichen Niederschlag nicht schnell genug auf, versiegelte Flächen gar nicht. Das meiste Wasser fließt an der Oberfläche zu Senken, Gräben und Gebäuden ab.
- Kanal voll, Gully läuft über: Die Kanalisation in versiegelten Siedlungen fasst die Mengen nicht schnell genug. Die Kanäle laufen über, und es kommt rasch zu großflächigen Überflutungen.
- Rückstau drückt aus dem Ablauf: Ist der Kanal voll, steigt das Wasser in den Hausanschluss zurück und tritt aus Bodenabläufen, Waschbecken und Toiletten unterhalb der Rückstauebene aus. Wie Abläufe dagegen gesichert werden, beschreibt der Begriff Rückstauklappe.
- Lichtschacht: Wasser dringt ein: Starkregen kann jedes Gebäude treffen, auch fern von Flüssen. Das Wasser dringt über Lichtschächte, ebenerdige Eingänge und Türen ein, betroffen sind vor allem Keller, tiefer liegende Garagen und Gebäude in Senken.
- Regen versickert im Pflaster: Eigentümer können helfen, indem sie Regenwasser auf dem Grundstück versickern lassen, zum Beispiel über Stellplätze mit Fugenpflaster. Jeder Liter, der im Boden bleibt, belastet den Kanal nicht.
Die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen bei 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Litern in sechs Stunden, vor heftigem Starkregen bei 25 bis 40 Litern in einer Stunde oder 35 bis 60 Litern in sechs Stunden und vor extrem heftigem Starkregen bei mehr als 40 Litern in einer Stunde oder mehr als 60 Litern in sechs Stunden.[2] In der vierstufigen Warnskala des Wetterdienstes stehen die drei Starkregenstufen auf den Stufen 2, 3 und 4, und beim heftigen Starkregen setzt der DWD eine Unwetterwarnung ab.[2][1]
Manchmal folgen nach dem Starkregenportal der Länder mehrere Starkregenereignisse an einem Ort aufeinander, und fällt der Niederschlag gleichmäßig über zwölf Stunden und länger, spricht man von Dauerregen.[1] Für Dauerregen gelten eigene Schwellen, die niedrigste Dauerregenwarnung etwa bei 25 bis 40 Litern in zwölf Stunden oder 30 bis 50 Litern in 24 Stunden.[2] Ergiebiger Dauerregen beginnt bei 40 bis 70 Litern in zwölf Stunden oder 50 bis 80 Litern in 24 Stunden, extrem ergiebiger bei mehr als 70 Litern in zwölf Stunden oder mehr als 80 Litern in 24 Stunden.[2] Gewitter mit heftigem Starkregen führt der Wetterdienst als schwere Gewitter auf Stufe 3, Gewitter mit extrem heftigem Starkregen als extreme Gewitter auf Stufe 4.[2]
Nach den Warnkriterien des Deutschen Wetterdienstes.[2]
Wie Starkregen entsteht
Starkregen entsteht nach dem Starkregenportal vor allem in den Sommermonaten: Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, steigt dieser durch starke vertikale Bewegungen schnell auf, kondensiert er in kurzer Zeit, und es bilden sich große Tropfen.[1] Zeitpunkt und Ort sind schwer vorherzusagen, sodass es meist nur sehr kurze Vorwarnzeiten gibt und die Ereignisse die Betroffenen überraschen.[1]
Warum Starkregen überall Schaden anrichten kann
Hat es im Sommer länger nicht geregnet, sind die Böden trocken und nehmen die plötzlichen Niederschläge nicht oder nicht schnell genug auf, das meiste Wasser fließt an der Oberfläche zu Gewässern, Senken und Gräben ab, und weil auch die Kanalisation in versiegelten Siedlungen die Mengen nicht schnell genug fasst, kommt es rasch zu großflächigen Überflutungen.[1] Betroffen sind vor allem Keller, tiefer liegende Garagen und Gebäude in Senken, und im Hügelland können kleine Bäche zu reißenden Flüssen anschwellen, deren Treibgut Brücken und Durchlässe verstopft und weitere Überflutungen durch Rückstau auslöst.[1] Steigt Wasser im Lichtschacht schneller, als der Ablauf es fassen kann, läuft es über das Kellerfenster ins Haus.
Viele Eigentümer unterschätzen ihr Risiko, wenn sie nicht an einem Fluss wohnen, doch Starkregen kann nach dem Gesamtverband der Versicherer jedes Gebäude treffen: Kanäle laufen über, und das Wasser dringt über Lichtschächte, Türen und Rückstau ein.[3] Elementarschäden sind im Einzelfall oft besonders teuer, 2025 lag der durchschnittliche versicherte Elementarschaden bundesweit bei rund 4.700 Euro, bei Sturm und Hagel bei etwa 2.100 Euro.[3]
Der Starkregenindex
Begriffe wie Jahrhundertregen lassen sich schwer einordnen, und HAMBURG WASSER nutzt deshalb einen Starkregenindex mit zwölf Stufen von moderat bis extrem, in Anlehnung an Schmitt und andere, bei dem Regendauer und Niederschlagsmenge maßgeblich sind.[4] Die Stufe 1 ist zum Beispiel bei 14,3 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde erreicht, ebenso bei 47,4 Litern, die sich auf drei Tage verteilen.[4]
Den Schwellenwert für Starkregen erreichen Regenfälle nach dem Versorger nur sehr selten, 90 Prozent aller Regenfälle gelten hierzulande nicht als Starkregen.[4] In der Hamburger Starkregengefahrenkarte lassen sich ein intensiver Starkregen der Stufe 5, ein außergewöhnlicher der Stufe 7 und ein extremer der Stufe 12 für die eigene Straße nachvollziehen.[4]
Starkregen in Hamburg
Die Starkregengefahrenkarte hat HAMBURG WASSER im Auftrag der Hamburger Umweltbehörde entwickelt, und in die Simulationen fließen Topographie, die Versickerungsfähigkeit der Böden, das Sielnetz und die übrigen Entwässerungssysteme ein.[4] Für Hamburg erwarten Wissenschaftler nach dem Versorger, dass die Regenmenge im Sommer etwa gleich bleibt, sich aber auf weniger Regentage verteilt, an denen dann mehr Regen fällt.[4]
Große Teile der Stadt sind durch Gebäude, Straßen und Parkplätze versiegelt, und besonders heftige Regenfälle können die Entwässerungssysteme überlasten, wie am Himmelfahrtstag 2018, als es im Osten Hamburgs zu starken Überflutungen kam.[4] Durch Lichtschächte oder ebenerdige Eingänge kann Wasser leicht in ein Gebäude eindringen, und Eigentümer können helfen, indem sie Regenwasser zum Beispiel über Stellplätze mit Fugenpflaster versickern lassen.[4]
Starkregen live verfolgen
Wie stark es gerade regnet, zeigt die Starkregenkarte von HAMBURG WASSER in Echtzeit für Hamburg und die Metropolregion, und dafür werden Radardaten des Deutschen Wetterdienstes mit Regendaten eigener Messstellen kombiniert und alle fünf Minuten aktualisiert.[4] Im Archiv lassen sich historische Regenfälle abrufen, und eine Auswertung Hamburger Niederschlagsdaten reicht von 1961 bis 2020.[4]
Die Hamburger Energielotsen haben die Starkregengefahrenkarte nach dem Versorger in ihre unabhängige Beratung aufgenommen, und eine Broschüre des Versorgers gibt Hinweise zu Schutzmauern, Drainagen und Abdichtungen an Fenstern und Türen.[4]
Vorsorge am Gebäude
Der GDV nennt als Vorsorge Rückstausicherungen, gesicherte Kellerfenster und Lichtschächte, wasserdichte Türen in gefährdeten Bereichen und den Verzicht darauf, wertvolle Gegenstände direkt auf dem Kellerboden zu lagern.[3] Mit dem Hochwassercheck des Verbands lässt sich einschätzen, wie stark ein Standort durch Flusshochwasser und Starkregen gefährdet ist.[3] Mieter sollten nach dem Verband prüfen, ob ihre Hausratversicherung Elementarschäden einschließt, weil die Wohngebäudeversicherung nur das Gebäude selbst schützt und Möbel, Kleidung oder Elektrogeräte zum Hausrat gehören.[3]
Wer wissen will, auf welchem Weg Wasser ins eigene Haus kommen kann, geht am besten bei Regen einmal um das Gebäude: Wohin fließt das Wasser von Straße und Nachbargrundstück, wo liegen Lichtschächte, Kellertreppen und Garagenzufahrten tiefer als das Gelände, und wo stehen Abläufe unter der Rückstauebene? Wie Abläufe gegen Rückstau gesichert werden, beschreibt der Begriff Rückstauklappe.
Nach dem Starkregen
Nach einem Starkregen steht das Wasser oft nur wenige Zentimeter hoch im Keller, ist aber längst in Estrich, Dämmschicht und Wandsockel gezogen. Wir pumpen ab, entfernen Schlamm, messen die Feuchte in den Bauteilen und halten Wasserstand, Eintrittsweg und Messwerte für die Versicherung fest.
Die Wasserschadensanierung beginnt mit der technischen Trocknung und endet mit der Freigabemessung. Wo Wasser über den Kanal kam, prüfen wir die Rückstausicherung, wo es über die Oberfläche kam, zeigen Wasserlinien und Schlammspuren den Weg, und beides fließt in die Empfehlung ein, wie sich das Haus vor dem nächsten Starkregen schützen lässt.
Nach einem Starkregen sind oft viele Keller in einer Straße zugleich betroffen. Wir setzen dann zuerst dort an, wo Wasser in Dämmschichten unter Estrich oder in Holzbalkendecken steht, weil es dort am längsten bleibt und am meisten Folgeschäden verursacht.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA), Starkregenportal: Was ist Starkregen? Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Warnkriterien für Wetter- und Unwetterwarnungen. Abschnitte Starkregen und Dauerregen. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz. Medieninformation, zuletzt aktualisiert 05.06.2026. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
- HAMBURG WASSER: Starkregen in Hamburg. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
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