Ausbildung Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
Die Antwort in Kürze
Als Elektroniker in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik lernst du dreieinhalb Jahre lang, elektrische Anlagen in Gebäuden zu planen, zu installieren, zu prüfen und instand zu halten.[1] Die Ausbildungsverordnung von 2021 nennt dafür unter anderem das Prüfen und Beurteilen von Schutzmaßnahmen und Wiederholungsprüfungen nach den geltenden Normen.[1] Nach einem Wasserschaden ist dieses Wissen gefragt, denn die Prüfung und Wiederinbetriebnahme einer nassen Anlage gehört nach den Hinweisen der HEA in die Hand einer Elektrofachkraft.[2]
Ein Beruf, zwei Fachrichtungen
Die Elektronikerausbildungsverordnung vom 30.03.2021 ist am 01.08.2021 in Kraft getreten und macht den Elektroniker zum anerkannten Ausbildungsberuf des Gewerbes Elektrotechniker, Nummer 25 der Anlage A zur Handwerksordnung.[1] Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und gliedert sich in gemeinsame Inhalte und eine von zwei Fachrichtungen: Energie- und Gebäudetechnik oder Automatisierungs- und Systemtechnik.[1]
Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik arbeiten nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung in Betrieben des elektro- und informationstechnischen Handwerks, wo sie elektrotechnische Systeme konzipieren, errichten, ändern, vernetzen, warten und reparieren.[3] Beschäftigung finden sie nach dem Institut auch in der Immobilienwirtschaft, in kommunalen Betriebsstätten und bei technischen Gebäudeausrüstern.[3] In der Sanierung arbeitest du eng mit Leuten aus der Ausbildung zum Anlagenmechaniker zusammen, die Wasser- und Heizungsleitungen instand setzen.
Was du in der Ausbildung lernst
Für alle Elektroniker nennt die Verordnung zwölf gemeinsame Berufsbildpositionen.[1] Bei Einsätzen nach einem Wasserschaden zählen vor allem diese:[1]
- Prüfen und Beurteilen von Schutzmaßnahmen an elektrischen Anlagen und Geräten[1]
- Messen und Analysieren physikalischer Kennwerte an elektrischen Anlagen und Geräten[1]
- Analysieren und Beheben von Fehlern sowie Instandhalten von Geräten und Systemen[1]
- Montieren und Installieren von Bauteilen, Baugruppen und Geräten[1]
- Beraten und Betreuen von Kunden[1]
In der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik kommen sechs weitere Positionen hinzu, darunter das Konzipieren von Systemen der Energie- und Gebäudetechnik, das Installieren und Konfigurieren von Gebäudesystemtechnik und das Durchführen von Wiederholungsprüfungen nach geltenden Normen mit der Instandhaltung gebäudetechnischer Systeme.[1] Querschnittsthemen sind nach der Verordnung der Arbeitsschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit und das Arbeiten in einer digitalisierten Welt.[1] Das Bundesinstitut fasst das Profil zusätzlich mit Punkten wie Fehler erkennen und Maßnahmen einleiten oder Antennen- und Breitbandanlagen installieren und prüfen zusammen.[3]
So läuft die Gesellenprüfung
Teil 1 der Gesellenprüfung findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, im Prüfungsbereich Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel.[1] Insgesamt dauert er 10 Stunden, davon 8 Stunden für die Arbeitsaufgabe mit einem situativen Fachgespräch von höchstens 10 Minuten, und du zeigst unter anderem, dass du die Sicherheit elektrischer Anlagen beurteilen und Schutzmaßnahmen prüfen kannst.[1]
Teil 2 am Ende der Ausbildung besteht aus dem Kundenauftrag mit insgesamt 16 Stunden, davon höchstens 20 Minuten Fachgespräch, aus Systementwurf und Funktions- und Systemanalyse mit je 120 Minuten und aus Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten.[1] Im Kundenauftrag prüfst und dokumentierst du Funktion und Sicherheit der Anlage.[1] Gewichtet werden Teil 1 mit 30 Prozent, der Kundenauftrag mit 36 Prozent, Systementwurf und Funktions- und Systemanalyse mit je 12 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent.[1]
Warum die Sanierung Elektroniker braucht
Wasser und Strom vertragen sich nicht, und nach einem Hochwasser oder einem großen Leitungswasserschaden steht vor dem Wiedereinschalten eine Prüfung. Für Überprüfung, Reparatur und Wiederinbetriebnahme ist nach den Hinweisen der Fachgemeinschaft HEA, die die Fachzeitschrift de wiedergibt, ausschließlich eine Elektrofachkraft oder der örtliche Netzbetreiber zu beauftragen.[2] Durchnässte Haushalts- und Installationsgeräte dürfen ohne vorherige Instandsetzung nicht eingeschaltet werden, weil Zerstörung und elektrischer Schlag drohen.[2]
Zu den Hinweisen für Elektrofachkräfte gehören das Öffnen, Reinigen und Prüfen von Steckdosen, Schaltern und Abzweigkästen, der Austausch von Schutzschaltern, die mit Wasser in Berührung gekommen sind, das Messen des Isolationswiderstands der Leitungen und eine vollständige Prüfung der Anlage nach DIN VDE 0100-600, bevor sie wieder in Betrieb geht.[2] Diese Messungen und Prüfungen sind Teil deiner Ausbildung. Für die Frage, welche Ausbildung zur Schadensanierung passt, ist die Elektrotechnik ein starkes Argument, weil nach jedem Wasserschaden die Anlage geprüft wird.
Die Hinweise gehen noch weiter: Hausanschlusskasten und Stromzähler prüft auf Antrag der Energieversorger, ein Prüfprotokoll soll den Zustand nach der Wiederherstellung festhalten, und Installationsmaterial, das mit Wasser in Berührung kam und weiter betrieben wird, ist nicht mehr bestimmungsgemäß im Einsatz, womit die Gewährleistung des Herstellers entfällt.[2] Für hochwassergefährdete Gebiete verweisen sie auf die DIN 18015-1, nach der Hausanschlusskasten, Zählerplätze und Stromkreisverteiler über der zu erwartenden Überschwemmungshöhe sitzen sollen.[2] Wer solche Anlagen nach einem Schaden neu plant, braucht genau das Wissen aus der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik.
Auch die Trocknung selbst braucht Strom: Bautrockner und Ventilatoren laufen bis zum Ende der Trocknung an Steckdosen, die sicher sein müssen. Wer die Elektrik versteht, plant die Stromversorgung der Geräte so, dass kein Kreis überlastet wird, und erkennt, wann eine Sicherung aus gutem Grund auslöst.
Wege nach der Ausbildung
Als Fortbildung nennt das Bundesinstitut den Elektrotechnikermeister und den geprüften Fachmann für kaufmännische Betriebsführung nach der Handwerksordnung.[3] Für Erwachsene ohne Berufsabschluss gibt es nach dem Institut ein Set aus in der Regel fünf bis sieben Teilqualifikationen, die zusammen den Beruf abbilden, und wer alle nötigen Teile abgeschlossen hat, kann die Zulassung zur Abschlussprüfung beantragen.[3]
Häufige Fragen
Wie viele Monate dauert die Elektroniker-Ausbildung?
Dreieinhalb Jahre, so legt es die Verordnung von 2021 fest.[1] Das Bundesinstitut für Berufsbildung gibt die Dauer mit 42 Monaten an.[3]
Welche Fachrichtung passt zur Arbeit in der Sanierung?
Energie- und Gebäudetechnik, denn sie umfasst nach der Verordnung die Installation in Gebäuden, Wiederholungsprüfungen nach geltenden Normen und die Instandhaltung gebäudetechnischer Systeme.[1] Die Automatisierungs- und Systemtechnik zielt dagegen auf das Programmieren, Parametrieren und Optimieren von Automatisierungssystemen.[1]
Darf ich als Elektroniker eine Anlage nach einem Wasserschaden wieder einschalten?
Als Elektrofachkraft prüfst du die Anlage vorher vollständig, mit Isolationsmessung und Prüfung nach DIN VDE 0100-600, wie es die Hinweise der HEA vorsehen.[2] Erst danach geht sie wieder in Betrieb.
Klingt nach deinem Beruf?
Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.
Belege
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Elektronikerausbildungsverordnung (ElekAusbV). §§ 1 bis 15, Ausfertigung vom 30.03.2021. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21
- Hüthig GmbH (Fachzeitschrift de, Organ des ZVEH): Elektrosicherheit bei Hochwasser: Hinweise zum Schutz und zur Inbetriebnahme der Elektro-Anlage. Beitrag vom 21.06.2013 mit Hinweisen der HEA. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Elektroniker/-in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Berufesuche, Profil, Tätigkeitsfelder, Teilqualifikationen und Fortbildung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
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