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Ausbildung im Trockenbau: Ausbaufacharbeiter und Trockenbaumonteur

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

In den Trockenbau führen zwei Ausbildungen: der zweijährige Ausbaufacharbeiter mit dem Schwerpunkt Trockenbauarbeiten und der dreijährige Trockenbaumonteur.[1] Für beide gilt seit August 2026 die neue Ausbauberufeausbildungsverordnung, und wer den Ausbaufacharbeiter abgeschlossen hat, kann mit Anrechnung von 24 Monaten zum Trockenbaumonteur weitermachen.[1] Das Sanieren von Trockenbaukonstruktionen und der Ausbau von Feuchträumen gehören ausdrücklich dazu.[2]

Zwei Jahre Ausbaufacharbeiter

Der Ausbaufacharbeiter ist der zweijährige Grundberuf des Ausbaus.[1] Neben gemeinsamen Inhalten lernst du nach der Verordnung in einem von sechs Schwerpunkten: Zimmererarbeiten, Stuckateurarbeiten, Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten, Estricharbeiten, Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten oder Trockenbauarbeiten.[1]

Die Ausbildung wird während 24 Wochen in Einrichtungen außerhalb des Betriebs ergänzt und vertieft, mit 13 Wochen im ersten und elf Wochen im zweiten Ausbildungsjahr.[1] In der Abschlussprüfung zählt der Bereich Herstellen von Baukörpern 60 Prozent, Durchführen von Ausbauarbeiten 30 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent.[1]

Drei Jahre Trockenbaumonteur

Der Trockenbaumonteur dauert drei Jahre.[1] Die Verordnung nennt 25 berufsprofilgebende Berufsbildpositionen, von Baustelle, Messung und Baustoffen über Putz, Estrich, Fliesen und Trockenbau bis zu Spezialgebieten wie Sonderdecken, Brandschutz- und Strahlenschutzkonstruktionen.[1] Für die Sanierung sind vor allem drei Positionen wichtig: Prüfen, Bewerten und Vorbereiten von Untergründen, Ausbauen von Feuchträumen sowie Sanieren und Instandhalten von Trockenbaukonstruktionen.[1]

Das Bundesinstitut für Berufsbildung beschreibt im Profil unter anderem das Bekleiden mit Wand-Trockenputz, den Einbau von Dämmstoffen für Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz, das Herstellen von Montagewänden, Abschottungen, Bekleidungen und Unterdecken, das Ausbilden und Abdichten von Fugen und den Ausbau von Feuchträumen, insbesondere unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit.[2] Durchgängig dazu gehören Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie die digitalisierte Arbeitswelt.[1]

Außerhalb des Betriebs wird die Ausbildung nach der Verordnung während 30 Wochen ergänzt und vertieft: 13 Wochen im ersten, elf im zweiten und sechs im dritten Ausbildungsjahr.[1] Arbeitsplätze nennt das Institut in Trockenbau- und Stuckateurbetrieben, in Spezialbetrieben für Akustikbau und Objektausbau sowie in anderen Betrieben des Bauhauptgewerbes.[2] Eng verwandt ist die Ausbildung zum Fliesenleger, die zu denselben Ausbauberufen gehört.

Sanierung steht in der Prüfung

Die Abschlussprüfung zum Trockenbaumonteur ist gestreckt, und Teil 1 zählt nach der Verordnung 40 Prozent.[1] In Teil 2 folgen Herstellen von Trockenbaukonstruktionen mit 30 Prozent, Durchführen von Trockenbaukonstruktionsarbeiten, Durchführen von Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit je 10 Prozent.[1] Für die praktische Arbeit an den Trockenbaukonstruktionen hast du 8 Stunden, etwa für eine gegliederte Montagewand mit einer akustisch wirksamen Unterdecke, mit einem Fertigteilestrich auf mineralischer Schüttung oder mit einer Stahlumfassungszarge.[1] Welche Aufgabe es wird, legt der Prüfungsausschuss fest, und du dokumentierst die Durchführung mit praxisüblichen Unterlagen.[1]

Im Prüfungsbereich zu Sanierung und Instandsetzung bearbeitest du in 90 Minuten schriftliche Aufgaben aus der Praxis.[1] Unter anderem zeigst du dort, dass du:[1]

Warum Trockenbau-Wissen nach einem Wasserschaden zählt

Leichtbauwände sind Hohlräume, und was in ihnen passiert, sieht man von außen nicht. Ein Schadenbericht des IFS beschreibt eine Erdgeschosswohnung, in der eine undichte Pressverbindung hinter einer Verkleidung Wasser in den Fußbodenaufbau laufen ließ, bis sichtbare Schäden entstanden.[3] Die Gipskartonwände, die mit dem nassen Boden in Kontakt standen, waren teilweise bis in 120 Zentimeter Höhe verschimmelt, auf den Innenseiten zeigte sich massiver Befall, und das verzinkte Metallständerwerk wies Korrosionsspuren auf.[3]

Wer gelernt hat, wie Ständerwerk, Dämmung und Beplankung zusammengesetzt sind, weiß, wo eine solche Wand geöffnet werden muss, was getrocknet werden kann und was ersetzt wird. Dieses Wissen verlangt die Prüfung mit der Schadensanalyse und der Dokumentation des Ist-Zustands. Wer ohne Lehre einsteigen will, findet beim Quereinstieg ohne Ausbildung mehrere Wege zu einem anerkannten Abschluss.

Im Alltag einer Sanierung beginnt das mit einer Messung an der Wand, dann folgen eine kleine Öffnung an der Unterkante, der Blick auf Dämmung und Profile und die Entscheidung, ob die Wand getrocknet oder Platte für Platte ersetzt wird. Danach wird neu beplankt, gespachtelt und die Fuge zum Boden so geschlossen, dass die Wand wieder dicht an den Fußbodenaufbau anschließt. Ein Trockenbaumonteur kennt jeden dieser Schritte aus der Ausbildung, und in der Sanierung lernt er dazu, wie man Feuchte misst und eine Trocknung plant.

Abschluss, Anrechnung und Weiterbildung

Den Abschluss als Trockenbaumonteur stellt nach dem Bundesinstitut die Industrie- und Handelskammer aus, und er hat im Deutschen wie im Europäischen Qualifikationsrahmen das Niveau 4.[2] Wege zum Zeugnis sind neben der dualen Ausbildung die Umschulung und die Externenprüfung für Berufstätige ohne Ausbildung.[2] Als nächste Stufen nennt das Institut den Vorarbeiter und den Werkpolier im Baugewerbe sowie den staatlich geprüften Techniker.[2]

Wer als Ausbaufacharbeiter abgeschlossen hat, ist von Teil 1 der Prüfung zum Trockenbaumonteur befreit.[1] Besteht jemand die Prüfung zum Trockenbaumonteur nicht, kann er unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag den Abschluss als Ausbaufacharbeiter erwerben.[1] Für Ausbaufacharbeiter nach der alten Verordnung von 1999 gelten bei Fortsetzung der Ausbildung bis zum 31.07.2030 noch deren Regeln.[1]

Häufige Fragen

Ist der Trockenbaumonteur ein Handwerksberuf?

Die Zeugniserläuterung des Bundesinstituts nennt als ausstellende Stelle die Industrie- und Handelskammer.[2] Gearbeitet wird in Trockenbau- und Stuckateurbetrieben ebenso wie im Bauhauptgewerbe.[2]

Kann ich nach dem Ausbaufacharbeiter aufhören?

Ja, der Ausbaufacharbeiter ist ein eigener Abschluss nach zwei Jahren.[1] Wer weitermacht, ist beim Trockenbaumonteur von Teil 1 der Prüfung befreit und bekommt nach Vereinbarung 24 Monate angerechnet.[1]

Lerne ich im Trockenbau auch Bäder auszubauen?

Ja. Das Ausbauen von Feuchträumen ist eine eigene Berufsbildposition, und in der Prüfung geht es auch um Abdichtungen im Verbund und barrierefreie Sanitärräume.[1]

Klingt nach deinem Beruf?

Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.

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Belege

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: Ausbauberufeausbildungsverordnung (AusbauBAusbV). §§ 2, 4, 10, 11, 22, 94, 96, 98, 100 bis 102. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23↑24↑25↑26↑27↑28↑29
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Zeugniserläuterung Trockenbaumonteur und Trockenbaumonteurin. Abschnitte 3 bis 6, Fassung 2026. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  3. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Erhebliche Rückbaumaßnahmen erforderlich. Schadenbericht vom 16.04.2014. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
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