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Marder und Mäuse im leeren Ferienhaus: Schäden erkennen, sicher sauber machen

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Im leerstehenden Ferienhaus richten sich Steinmarder gern auf dem Dachboden ein, zerfetzen Dämmung und beißen Kabel an.[1] Dauerhaft hilft nach Fachbehörden nur, alle Einstiege zu verschließen, fangen oder töten dürfen Sie den Marder nicht, er unterliegt dem Jagdrecht.[1] Mäusekot kann Hantaviren übertragen und wird deshalb nicht trocken gekehrt oder gesaugt: erst lüften, mit Reinigungsmittel besprühen, mit Handschuhen und Maske entfernen.[2]

Woran Sie Marder und Mäuse erkennen

Der Steinmarder richtet sich nach dem Merkblatt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gern direkt über unseren Köpfen auf Dachböden von Wohnhäusern ein und bleibt meist unbemerkt, solange er keine Geräusche macht.[1] Laut wird es danach vor allem in der Paarungszeit von April bis September und während der Aufzucht der Jungen.[1] Etwas ausgestreutes Mehl auf dem Dachboden macht seine Pfotenabdrücke sichtbar, die etwa so groß sind wie Katzenpfoten, aber fünf Zehen mit Nägeln zeigen.[1]

Im Ferienhaus fällt ein Befall unter Umständen erst nach Wochen auf. Hinweise sind Kot, der sich an einer Stelle sammelt, Beutereste, angefressene Dämmung und Geräusche in der Nacht. Mäuse verraten sich durch kleine Kotkrümel in Schränken, an Vorräten und in Ecken, nach dem Winter auch durch Nester in Polstern oder Dämmstoff. Wer das Haus nach dem Winter wieder in Betrieb nehmen möchte, sieht zuerst in Schränke, Polster und Dachboden, bevor Wasser und Heizung wieder angestellt werden.

Was ein Marder auf dem Dachboden anrichtet

Probleme entstehen nach dem Berliner Merkblatt, wenn sich Steinmarder an der Dachisolierung zu schaffen machen, und Schäden an Dämmstoffen lassen sich durch reißfeste Auflagen oder Abdeckungen vermeiden.[1] Antennenkabel sollten danach an der Wand entlang verlegt oder fest ummantelt werden, damit der Marder nicht hineinbeißt.[1] Hat der Marder Dämmstoff aus künstlichen Mineralfasern zerwühlt, gehören beim Entfernen Handschuhe, Atemschutz und geschlossene Kleidung dazu, weil sich Fasern lösen.

Die Stadt Würzburg beschreibt die Konflikte ebenso: Steinmarder nehmen Dachböden als Quartier in Beschlag, zerfetzen dort Dämmmaterial und rauben den Bewohnern mit nächtlicher Aktivität den Schlaf.[3] Zerrissene Dämmung schützt schlechter vor Kälte, und an den kalten Stellen kann sich im unbeheizten Ferienhaus Feuchte niederschlagen.

Angefressene Leitungen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Bis sie geprüft sind, bleibt der betroffene Stromkreis an der Sicherung ausgeschaltet, und niemand fasst die Kabel an.

Aussperren statt fangen

Den Steinmarder aus dem Haus zu bekommen, gelingt nach dem Merkblatt durch Aussperren oder Vergrämen, zuverlässig und dauerhaft aber nur durch Aussperren.[1] Ein Wegfang nützt danach in der Regel nichts, weil ein anderer Marder das Revier besetzt.[1] Die Stadt Würzburg bestätigt das: Stirbt ein Steinmarder oder wird er gefangen, dauert es meist nicht lange, bis ein anderer das frei gewordene Revier übernimmt.[3]

Als Einschlupf dienen nach dem Merkblatt Mauerlöcher, Belüftungsschlitze, defekte Dachfenster und lockere Dachziegel, und schon handgroße Öffnungen oder Ziegel, die der Marder hochdrücken kann, reichen aus.[1] Würzburg nennt stabile Gitter vor Luftschächten, mardersichere Dächer durch erfahrene Fachbetriebe und glatte Blechabdeckungen von mindestens einem mal einem Meter unter dem Dach über Fallrohren, an denen die Tiere hochklettern.[3]

Verschlossen wird der Zugang nach dem Berliner Merkblatt nur nachts, wenn der Marder unterwegs ist, und etwas Lärm vorher gibt ihm Gelegenheit zur Flucht.[1] Sperrt man ihn ein statt aus, kann bei seinen Befreiungsversuchen einiges zu Bruch gehen.[1]

Marder unterliegen nach dem Merkblatt dem Jagdrecht, und in befriedeten Gebieten wie Wohnsiedlungen und Gärten ist die Jagd aus Sicherheitsgründen verboten.[1] Nach dem Bundesjagdgesetz zählt der Steinmarder zu den jagdbaren Arten, und nach der Bundesjagdzeitenverordnung darf er in der Zeit vom 16.10. bis zum 28.02. bejagt werden.[4] Für Schäden durch Wildtiere außerhalb von Jagdbezirken besteht nach dem Berliner Merkblatt kein Anspruch auf Ersatz, die Sicherung des Gebäudes liegt beim Eigentümer.[1]

Mäusekot sicher entfernen

Hantaviren werden nach dem Informationsblatt des Landkreises Heidekreis von infizierten Nagern über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden, und Menschen stecken sich an, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird.[2] Die Viren sind danach in der Umwelt relativ stabil, ein direkter Kontakt mit den Tieren ist für eine Ansteckung nicht nötig.[2]

Vor dem Putzen werden die Räume nach dem Informationsblatt mindestens 30 Minuten bei offenen Fenstern und Türen gelüftet.[2] Getragen werden Gummihandschuhe und bei Staubentwicklung möglichst ein eng anliegender Mundnasenschutz, empfohlen ist eine FFP3-Maske.[2] Tote Mäuse, belegte Fallen und Kot werden zuerst gründlich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel besprüht, damit kein virusbeladener Staub aufwirbelt, und ein Staubsauger bleibt weg, weil Viren über die Abluft austreten könnten.[2]

Tote Tiere und belegte Fallen kommen danach verschlossen in einer Plastiktüte in den Hausmüll, die Flächen werden mit Haushaltsreiniger gereinigt, benutzte Fallen ebenso, und zum Schluss werden die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen.[2]

Vorbeugen vor der Winterpause

Zu den Tätigkeiten mit besonderem Infektionsrisiko zählt der Landkreis den Aufenthalt in und vor allem die Reinigung von Häusern, Schuppen, Ställen oder Scheunen, in denen Nager vorkommen oder vorkamen.[2] Lebensmittel gehören danach in dicht schließende Schränke oder Behälter aus Metall oder Kunststoff, Abfall in verschließbare Tonnen, und Ritzen und Fugen an Türen, Fenstern und Wänden werden mit Stahlwolle oder Beton abgedichtet.[2]

Für das Ferienhaus heißt das: Vor der Winterpause keine Vorräte offen lassen, den Müll mitnehmen, Lüftungsöffnungen und Durchführungen auf Lücken prüfen. Beim ersten Besuch im Frühjahr wird zuerst gelüftet und nach Kot gesucht, bevor jemand fegt.

Häufige Fragen

Darf ich eine Lebendfalle für den Marder aufstellen?

Nicht auf eigene Faust: Marder unterliegen dem Jagdrecht, und in Wohnsiedlungen und Gärten ist die Jagd verboten.[1] Wenden Sie sich an die untere Jagdbehörde Ihres Kreises.

Kann ich Mäusekot einfach wegsaugen?

Lieber nicht: Über die Abluft eines Staubsaugers können Viren in die Raumluft gelangen.[2] Besprühen Sie Kot und Nester zuerst mit Reinigungsmittel und nehmen Sie alles feucht auf.

Wann merke ich, ob der Marder ausgezogen ist?

Ein dünn ausgestreuter Mehlstreifen vor dem vermuteten Einstieg zeigt frische Spuren.[1] Bleibt er über mehrere Nächte unberührt, lassen sich die Öffnungen dauerhaft verschließen.

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Belege

Quellen

  1. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (bereitgestellt vom Umweltbundesamt): Wildtiere im Stadtgebiet: Der Steinmarder. Stand Oktober 2010, Abschnitte zu Spuren, Dachmarder, Aussperren und Rechtslage. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16
  2. Landkreis Heidekreis, Team Hygiene und Umweltmedizin: Informationsblatt zu Hantavirus-Infektionen. Seiten 2 bis 4. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  3. Stadt Würzburg: Steinmarder in der Stadt: Lebensweise und Konfliktlösung. Seiten 1 und 2. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3
  4. NABU Nordrhein-Westfalen: Der Steinmarder. Abschnitte Schutzstatus und Jagdrecht. Abgerufen am 08.10.2026. ↑
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