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Fenster auf oder zu: Wie lüften Sie während der Trocknung?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Das hängt vom Gerät ab. Läuft ein Kondensationstrockner, bleiben Fenster und Türen des Raums zu, sonst strömt ständig feuchte Außenluft nach, und das Gerät bringt den Raum kaum auf die Zielfeuchte.[1] Wird ohne Trockner gelüftet, öffnen Sie die Fenster kurz und ganz, für einen nassen Estrich reicht ein gekipptes Fenster nicht aus.[2] An schwülen Sommertagen bleibt das Fenster besser geschlossen.[1]

Warum der Trockner geschlossene Räume braucht

Ein Kondensationstrockner zieht Luft aus dem Raum an, kühlt sie an einem kalten Bauteil ab, bis der Wasserdampf als Wasser ausfällt, und sammelt dieses Wasser in einem Behälter.[1] Er trocknet also immer wieder dieselbe Raumluft, und je trockener sie wird, desto mehr Feuchte kann sie aus Wänden, Estrich und Möbeln aufnehmen. Die meisten Trockner sollen nach der Stiftung Warentest mit Abstand zu Wänden, Möbeln und Vorhängen stehen, damit die Luft zirkulieren kann.[1]

Bei der Nutzung eines Luftentfeuchters sollen die Fenster nach der Stiftung Warentest geschlossen bleiben, weil sonst Energie verschwendet wird: Durch offene Fenster strömt ständig feuchte Luft nach, und das Gerät könnte den Raum kaum auf die gewünschte Zielfeuchte bringen.[1]

Ein Merkblatt zur Estrichtrocknung formuliert es noch strenger: Während Kondensationstrockner laufen, müssen Fenster und Türen die ganze Zeit geschlossen bleiben, und zusätzliche Luftbewegung lässt sich mit Ventilatoren erzeugen.[2] Laut diesem Merkblatt liefern die Geräte konstant Luft mit rund 35 Prozent relativer Feuchte.[2] Das Kondenswasser ist regelmäßig abzuführen, und während der Trocknung sollen die Geräte mindestens ein Mal an einen anderen Platz gestellt werden.[2]

Was offene Fenster im Sommer bewirken

Wie viel Wasserdampf Luft aufnehmen kann, hängt nach dem Deutschen Wetterdienst von ihrer Temperatur ab, je wärmer sie ist, desto mehr.[3] Kühlt feuchte Luft unter ihren Taupunkt ab, wird flüssiges Wasser frei, wie man es von beschlagenen Fensterscheiben kennt.[3]

Im Sommer zählt das besonders: Warme Außenluft enthält viel mehr Feuchtigkeit als kalte, kühlt sie im Haus ab, steigt die relative Luftfeuchte stark an, und an kühlen Oberflächen kann sich sogar Wasser niederschlagen.[1] Ein feuchter Keller, ein kühler Estrich über dem Erdreich oder eine Wand, die noch nass ist, sind solche Oberflächen. Wer an einem schwülen Tag lüftet, trägt also Wasser ins Haus, statt es hinauszubringen.

Wann Lüften die Trocknung unterstützt

In der kalten Jahreszeit kehrt sich das um. Dieselbe Luft, die bei 10 °C vollständig gesättigt ist, hat bei 20 °C nach dem Wetterdienst eine relative Feuchte von nicht einmal 50 Prozent.[3] Kalte Außenluft, die ins Haus strömt und sich erwärmt, wird also relativ trocken und kann Feuchte aus dem Raum aufnehmen, die beim nächsten Lüften wieder hinausgeht.

Ein Hersteller von Estrichzusätzen hält in seinem Merkblatt fest, dass ein auf Kipp gestelltes Fenster für die Trocknung eines Estrichs nicht ausreicht und die Fenster ganz geöffnet werden müssen, damit sich die Luft genug bewegt.[2] Bei Frost, hoher Luftfeuchte und langem Regenwetter empfiehlt er, die Räume zu heizen und fünfmal täglich zehn Minuten stoßzulüften, ansonsten bleiben die Fenster zu.[2]

Für bewohnte Räume ohne Trockner raten die Verbraucherzentralen zu kurzem Querlüften mit weit geöffneten gegenüberliegenden Fenstern und Innentüren.[4] Feuchte steckt nach ihren Angaben auch in Möbeln, Textilien und Wandoberflächen, und für ihren Abtransport empfehlen sie eine Mischung aus Stoßlüften und kontrolliertem Kipplüften, wobei gekippte Fenster nach einer Weile wieder geschlossen werden.[4] Für einen nassen Estrich zählt vor allem ein kräftiger Luftaustausch, für Wohnräume im Alltag ein gleichmäßiger.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Wände atmen. Eine verputzte Wand ist nach den Verbraucherzentralen luft- und winddicht, und der Austausch von Luft und Feuchte läuft gezielt über die Fenster oder eine Lüftungsanlage.[4] Wer eine nasse Wand trocknen will, muss die Feuchte also über die Raumluft abführen, durch Lüften oder mit einem Gerät. Wer zur Miete wohnt, klärt bei einer Trocknung in der Mietwohnung mit dem Betrieb, wann gelüftet wird und wann nicht.

Nachts und bei Abwesenheit

Fällt die Temperatur nachts stark ab und wird der Taupunkt unterschritten, bleiben die Fenster nach dem Merkblatt geschlossen, damit sich kein Kondenswasser bildet, und werden erst am Morgen wieder geöffnet.[2] Achten Sie außerdem darauf, dass kein Regen durch offene Fenster und Türen auf den Boden gelangt.[2]

Wer tagsüber außer Haus ist, lässt die Fenster in den Räumen, in denen getrocknet wird, am besten zu. Ein Regenschauer kann sonst Wasser auf einen Boden bringen, der gerade trocknen soll. Wer die Heizung während der Trocknung herunterdreht, bremst den Verlauf ebenfalls, denn kalte Luft nimmt weniger Feuchte auf.

So lüften Sie während der Trocknung

Bei einer Dämmschichttrocknung legt der Betrieb fest, wie die Luft aus der Dämmschicht abgeführt wird. Fragen Sie nach, ob die Abluft nach draußen geht oder im Raum entfeuchtet wird, und richten Sie das Lüften danach aus.

Wenn die Luftfeuchte nicht sinkt

Zeigt das Hygrometer trotz laufender Geräte über mehrere Tage keine Veränderung, sprechen Sie mit dem Trocknungsbetrieb. Mögliche Gründe sind offene oder gekippte Fenster, eine offene Tür zu einem feuchten Kellerraum, ein voller Kondensatbehälter oder Wasser, das noch irgendwo nachläuft. Die Messung an den festen Punkten zeigt, ob die Bauteile trotzdem trocknen.

Häufige Fragen

Darf ich während der Trocknung überhaupt lüften?

Ja, aber gezielt. In Räumen mit laufendem Luftentfeuchter bleiben die Fenster zu, damit nicht ständig feuchte Luft nachströmt.[1] In den übrigen Räumen lüften Sie kurz und kräftig.

Ist ein gekipptes Fenster besser als gar nicht lüften?

Für einen nassen Estrich reicht es nach einem Herstellermerkblatt nicht aus, dort müssen die Fenster ganz geöffnet werden.[2] Läuft ein Trockner im Raum, bleibt das Fenster ganz zu.

Warum soll ich im Sommer nicht lüften?

Warme Sommerluft enthält viel Wasserdampf. Kühlt sie im Haus ab, steigt die relative Luftfeuchte, und an kühlen Flächen kann sich Wasser niederschlagen.[1]

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Belege

Quellen

  1. Stiftung Warentest: Luftentfeuchter im Test: Was sie leisten und was nicht. Abschnitte Raumtemperatur und Praxistipps, Stand 11.02.2026. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  2. RAPID-FLOOR Estrichtechnologie GmbH (Hersteller): Merkblatt zur Austrocknung von Calciumsulfat(fließ)estrichen. Abschnitte Allgemeines, Lüften und Luftentfeuchter. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  3. Deutscher Wetterdienst (DWD): Wetterlexikon: Luftfeuchte. Begriffserklärung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3
  4. Verbraucherzentrale Bundesverband: Energieberatung der Verbraucherzentrale: Lüften. Abschnitt Richtig Lüften. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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