Geruch während der Trocknung: Normal oder Warnsignal?
Die Antwort in Kürze
Riecht es während einer Trocknung modrig, faulig oder nach Fäkalien, ist das ein Warnsignal: Solche Gerüche entstehen nach dem österreichischen Leitfaden zu Gerüchen in Innenräumen bei biologischen Abbauvorgängen durch Bakterien und Schimmelpilze.[1] Ein Schadensfall aus der Baubiologie zeigt, dass eine Dämmschicht schon während einer laufenden Trocknung befallen sein kann.[2] Riecht dagegen das Gerät selbst seltsam, wird es sofort ausgeschaltet.[3]
Woher Gerüche bei einer Trocknung kommen
Gerüche in Innenräumen können nach dem Leitfaden des Arbeitskreises Innenraumluft am österreichischen Umweltministerium aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen, etwa aus Farben, Lacken, Holzwerkstoffen, Klebern, Dämmungen und Dichtstoffen.[1] Eine weitere Quelle sind biologische Abbauvorgänge, bei denen Bakterien und Schimmelpilze geruchlich auffällige Stoffe bilden, und als Ursachen nennt der Leitfaden Bauschäden oder mangelhafte lüftungstechnische Anlagen.[1] Auch gelagerte geruchsintensive Stoffe wie Heizöl und Quellen außerhalb des Gebäudes, deren Gerüche über Fenster oder Lüftung hereinkommen, zählen dazu.[1]
Bei einer Trocknung kommt beides zusammen. Warme, bewegte Luft holt Gerüche aus Estrich, Kleber und Dämmung, die vorher kaum auffielen, und ein Geruch, der nach Baustelle oder warmem Staub riecht, verschwindet mit dem Abbau der Geräte. Ein Geruch, der stärker wird oder sich verändert, verdient dagegen Aufmerksamkeit.
Welche Gerüche Warnsignale sind
Der Leitfaden ordnet typischen Geruchsqualitäten Vergleichsgerüche zu: schimmelig oder modrig wie ein feuchter Keller, pilzartig wie Champignons oder Waldboden, faulig wie fauler Kohl, fäkalienartig, urinartig wie ein Stall oder heizöl- und dieselartig.[1] Solche Gerüche während einer Trocknung deuten auf Keime im Bauteil, auf verunreinigtes Wasser oder auf ausgelaufenes Öl hin und sollten nicht einfach weggelüftet werden.
Nach einer Durchfeuchtung kann es nach dem Schadenmagazin der öffentlichen Versicherer zu dauerhaften Geruchsbelästigungen durch Ausgasungen kommen.[4] Damit sich Verunreinigungen oder vorhandener Schimmel bei der Trocknung nicht verteilen, ist nach schadenprisma in aller Regel im Unterdruckverfahren zu arbeiten, und die angesaugte Luft ist zu filtern oder sicher ins Freie zu führen.[4]
Die Nase gewöhnt sich schnell
Bleibt ein Geruch über eine gewisse Zeit etwa gleich stark, nimmt die empfundene Intensität nach dem Leitfaden allmählich ab, und beim Geruchssinn ist diese Anpassung besonders ausgeprägt.[1] Die Wahrnehmung kann schon nach kurzem Aufenthalt in einem riechenden Raum erlöschen, und erst nach dem Verlassen baut sich die ursprüngliche Empfindlichkeit langsam wieder auf.[1]
Die Anpassung gilt nach dem Leitfaden nur für den gerade wahrgenommenen Geruch, die Schwelle für andere Gerüche bleibt unverändert.[1] Prüfen Sie den Raum deshalb, wenn Sie von draußen hereinkommen, und lassen Sie im Zweifel jemanden riechen, der die Wohnung seit Tagen nicht betreten hat. Kommt der Geruch Wochen nach dem Abbau zurück, kann ein Bauteil nach der Trocknung wieder feucht geworden sein.
Was ein Geruch über den Boden verraten kann
Ein Fall aus dem Magazin des Instituts für Baubiologie und Nachhaltigkeit zeigt, was in einem schlecht getrockneten Boden passieren kann: Nach einem Leck an einer Pressverbindung wurde nur in Teilflächen getrocknet, die Randfugen wurden kaum geöffnet, und die Räume erreichten durch die Geräte bis zu 40 Grad.[2] Noch während der laufenden Trocknung zeigten 85 Prozent von rund 30 Proben der Dämmschicht einen deutlichen Schimmelbewuchs.[2] In den anfangs nicht getrockneten Wohnungen lagen die Keimzahlen teils deutlich über 100.000 je Gramm Dämmstoff, einem Wert, ab dem nach dem Beitrag ein Austausch des Bodens erwogen werden sollte.[2]
In der Wohnung, in der kurzfristig und umfassend getrocknet worden war, lagen die Ergebnisse dagegen fast durchweg im unauffälligen Bereich.[2] Umfassend nachgebessert wurde der Trocknungsaufbau nach dem Bericht erst vier Wochen nach dem Schaden.[2] Am Ende wurden die Bodenaufbauten in allen sechs betroffenen Wohnungen erneuert, samt den Sockeln der Trockenbauwände und einer Feinreinigung, und für vier bereits bezogene Wohnungen musste eine andere Unterkunft organisiert werden.[2] Ein Geruch aus dem Boden ist ein Anlass, Proben der Dämmschicht zu nehmen, bevor ein neuer Belag darauf kommt.
Wenn das Gerät selbst riecht
Riecht ein Bautrockner ungewöhnlich, ist er nach der Anleitung eines Bautrockner-Verleihs unverzüglich auszuschalten, denn untypische Gerüche weisen auf einen technischen Defekt hin, etwa austretende Kühlflüssigkeit oder eine fehlerhafte Elektrik.[3] Fliegt beim Anschließen die Sicherung heraus, ist nach der Anleitung zuerst der Stromanschluss zu prüfen, möglicherweise liegt auch eine Fehlfunktion am Gerät vor.[3]
Ziehen Sie bei Brandgeruch den Stecker, wenn das gefahrlos geht, und lassen Sie das Gerät aus, bis der Vermieter oder die Trocknungsfirma es geprüft hat. Steigt Rauch auf, verlassen Sie den Raum und rufen die Feuerwehr.
So gehen Sie einem Geruch nach
Notieren Sie, wann und wo der Geruch auftritt, ob er beim Betreten stärker ist und ob er sich mit dem Lauf der Geräte verändert. Sagen Sie es der Trocknungsfirma sofort, denn ein Umbau der Trocknung oder eine Probe aus dem Boden ist während der Arbeiten einfacher als danach.
Für Streitfälle beschreibt der österreichische Leitfaden eine sensorische Geruchsprüfung durch geschulte Prüfer vor Ort, deren Ergebnisse in eine Gesamtbewertung des Geruchs einfließen.[1] Eine solche Prüfung kann nach dem Leitfaden auch dazu dienen, den Erfolg einer Sanierung zu kontrollieren.[1] Ob ein Geruch ein Mangel ist, hängt nach dem Leitfaden auch von der Nutzung des Raums, der Zeit seit seiner Ausstattung und der Bewertung der Geruchsquelle ab.[1]
Häufige Fragen
Ist ein muffiger Geruch während der Trocknung normal?
Muffige, modrige oder faulige Gerüche entstehen nach dem österreichischen Geruchsleitfaden unter anderem durch biologische Abbauvorgänge von Bakterien und Schimmelpilzen.[1] Sprechen Sie die Trocknungsfirma darauf an und lassen Sie die Dämmschicht prüfen.[2]
Warum rieche ich den Geruch nach einer Weile nicht mehr?
Der Geruchssinn passt sich nach dem Leitfaden besonders stark an, und die Wahrnehmung kann schon nach kurzem Aufenthalt erlöschen.[1]
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Belege
Quellen
- Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Österreich), Arbeitskreis Innenraumluft: Leitfaden Gerüche in Innenräumen: Sensorische Bestimmung und Bewertung. Februar 2014, Kapitel 3.2.3, 3.3, 4 und Anhang 1. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13
- Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit (IBN), baubiologie.de: Thomas Schilling: Schimmel im Bodenaufbau durch mangelhafte Trocknung, Teil 2. Beitrag vom 19.02.2019. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
- Bautrockner-Verleih Deutschland: Bedienungsanleitung Bautrockner 60 m². Fehlerbehebung. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
- Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS), schadenprisma: Und plötzlich lebt die Tapete, Teil II: Schadenbeurteilung, Trocknung und Sanierung. Ausgabe 1/2019, Einleitung und Abschnitt Trocknungsmethoden. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2
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