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Nach der Trocknung wieder feucht: Woran kann es liegen?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Wird eine Wand oder ein Boden nach der Trocknung wieder feucht, kommen vier Ursachen infrage: Restfeuchte, die sich nach dem Abschalten verteilt,[1] Salze im Mauerwerk, die Wasser aus der Luft anziehen,[2] Wasser, das weiter von außen oder aus einem zweiten Leck nachläuft,[3] oder Feuchte aus der Raumluft, die an kalten Flächen kondensiert.[4] Messungen von Material, Oberflächentemperatur und Raumluft zeigen, welcher Fall vorliegt.

Restfeuchte, die sich neu verteilt

Strömt Trockenluft durch einen Bodenaufbau, entstehen nach einem Fachbeitrag auf baubiologie.de, dem Portal des IBN, bevorzugte Luftkanäle, in denen der Boden rasch abtrocknet, und abseits davon bleibt Nässe zurück.[1] Nach dem Abschalten kommt es nach dem Beitrag häufig zu einer allmählichen Verteilung der Restfeuchte, und die vorher trockenen Messstellen zeigen wieder höhere Werte.[1]

Wer das prüfen will, schaltet nach dem Beitrag die Geräte nach ein bis zwei Tagen Pause wieder ein und kontrolliert die Abluft erneut, und ist sie wieder feucht, muss länger oder mit anderem Aufbau getrocknet werden.[1] Verlässlicher als die Abluft zeigen nach dem Beitrag Messsonden in mehreren über die Fläche verteilten Bohrungen, wie viel Feuchte noch im Aufbau steckt.[1] Ist die Trocknung schon abgebaut, ist dieser Fall der wahrscheinlichste, wenn die Feuchte genau an den Stellen zurückkehrt, die vorher am nassesten waren.

Salze, die Wasser anziehen

Eine wesentliche Eigenschaft von Salzen ist nach einem Fachartikel in der Schweizer Malerzeitschrift Applica ihre Hygroskopie, sie ziehen also Wasser an.[2] Durchfeuchtungen, die auf der Hygroskopie von Salzen beruhen, sind nach dem Beitrag besonders typisch, wenn Salze mit sehr hoher Löslichkeit vorhanden sind.[2]

Für jedes Salz gibt es nach dem Artikel eine typische Luftfeuchte, die Deliqueszenzfeuchte: Liegt die Luftfeuchte darunter, trocknet eine Salzlösung ein, liegt sie darüber, nimmt das Salz Wasser auf und geht in Lösung.[2] Ein Salztransport braucht nach dem Beitrag immer Feuchtigkeit, und Salzschäden zeigen sich als Ausblühungen, abplatzende Schichten oder sandende Oberflächen.[2] Für den Wasserschaden heißt das: Hat das Wasser Salze aus Mauerwerk, Mörtel oder Estrich gelöst und an die Oberfläche getragen, können diese Stellen bei feuchter Luft wieder dunkel werden, obwohl kein neues Wasser hinzukommt.

Wasser, das weiter nachläuft

Wie hartnäckig eine äußere Ursache sein kann, zeigt ein Fall des Schadeninstituts der öffentlichen Versicherer: In einem Einfamilienhaus in Hanglage kam der Schimmel nach jeder Entfernung des sichtbaren Befalls zurück.[3] Messungen zeigten in den Wohnräumen keine auffällige Luftfeuchte, die Wände wirkten trocken, und doch kam Wasser von außen herein, durch eine lückenhafte und gerissene Abdichtung auf der Erdseite der Kellerwand.[3]

Damit der Schaden nicht wiederkehrt, musste das Haus nach dem IFS vor allem an seiner Abdichtung instand gesetzt werden, zusätzlich zur Sanierung des Befalls.[3] Nach einem Leitungswasserschaden ist auch ein zweites, bisher unentdecktes Leck möglich, etwa an einer anderen Verbindung derselben Leitung. Steigt die Feuchte nach der Trocknung stetig an, statt sich nur zu verteilen, gehört eine erneute Leckortung an den Anfang.

Kondensat an kalten Flächen

Trifft Raumluft auf eine kalte Fläche, enthält sie nach dem Bundesverband Schimmelpilzsanierung weiterhin dieselbe Menge Wasser, ihre relative Feuchte an der Fläche steigt aber und kann eine kritische Grenze überschreiten.[4] Kritische Stellen sind nach dem Merkblatt die kältesten Stellen, etwa Außenwände und Außenecken der kühlsten Räume, und dort sollte die Feuchte deutlich unter 80 Prozent bleiben.[4]

Solange die Geräte laufen, ist die Raumluft trockener als im Alltag. Kehren Kochen, Duschen und Wäschetrocknen zurück und wird weniger gelüftet, schlägt sich die Feuchte an der kalten Außenwand nieder, und die Stelle wirkt wieder nass. Feuchte, die frei wird, sollte nach dem Verband sofort ins Freie gelüftet werden.[4] Gerade beim Trocknen im Winter schlägt sich diese Feuchte an kalten Außenwänden besonders schnell nieder.

Welche Messung welchen Fall zeigt

Auch zwei Ursachen können zusammenwirken, etwa Salze und Kondensat an einer kalten Kellerwand. Halten Sie in einem kurzen Tagebuch fest, wann die Feuchte zurückkehrt und wie stark: nach Regen, bei kaltem Wetter, nach dem Duschen oder ohne erkennbaren Anlass. Diese Beobachtung grenzt die Ursache ein, noch bevor gemessen wird.

Wer jetzt zuständig ist

Liegt die Ursache in einer abgebrochenen oder unvollständigen Trocknung, ist das ein Fall für die Trocknungsfirma, die nachbessern sollte. Läuft Wasser nach, braucht es zuerst die Ortung und Reparatur, und erst danach eine erneute Trocknung. Salze und Kondensat sind dagegen keine Frage der Trocknung, sie verlangen eine Sanierung von Putz und Oberfläche oder ein angepasstes Lüften und Heizen.

Bewahren Sie das Trocknungsprotokoll mit Messpunkten und Endwerten auf. Vergleichen Sie die neuen Werte mit den alten, dann lässt sich belegen, ob die Feuchte nie ganz weg war oder neu hinzugekommen ist, und davon hängt ab, wer die Kosten trägt.

Häufige Fragen

Warum ist die Wand bei Regenwetter wieder dunkel?

Das kann an Salzen liegen, die Wasser aus feuchter Luft anziehen, sobald die Luftfeuchte über ihrer Deliqueszenzfeuchte liegt.[2] Auch Wasser von außen durch eine schadhafte Abdichtung kommt infrage.[3]

Muss die Trocknung wiederholt werden?

Zeigt die Abluft nach ein bis zwei Tagen Pause wieder Feuchte, ist die Trocknung nach einem baubiologischen Beitrag zu verlängern oder umzubauen.[1] Bei Salzen oder Kondensat hilft eine neue Trocknung dagegen nicht dauerhaft.

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Belege

Quellen

  1. Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit (IBN), baubiologie.de: Thomas Schilling: Schimmel im Bodenaufbau durch mangelhafte Trocknung, Teil 1. Abschnitt Regelmäßige Kontrolle. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  2. Applica, Fachzeitschrift des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands (SMGV): Ziegenbald: Mauersalze und Korrosionsschutz. Ausgabe 12/2021, Abschnitte Salze ziehen Wasser an und Schadensbilder. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Schimmelpilzbildung ohne erkennbare Ursache. Schadenbericht vom 26.04.2013. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  4. Bundesverband Schimmelpilzsanierung e. V. (BSS): Merkblatt Heizung reduzieren, Schimmel vermeiden. Abschnitte 2, 5 und 6. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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