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Luftentfeuchter im Keller dauerhaft betreiben: Ist das sinnvoll?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Ein Luftentfeuchter im Keller ist sinnvoll, wenn die Raumluft dauerhaft zu feucht ist und kein Wasser durch die Wände drückt: Für Lagerräume gelten nach dem Verband Wohneigentum NRW 50 bis 65 Prozent Luftfeuchte als angemessen.[1] Tiefer einstellen kostet viel Strom, denn nach einer Studie der ZHAW steigt der Jahresverbrauch um das 30-Fache, wenn auf 35 statt auf 65 Prozent entfeuchtet wird.[2]

Wann der Entfeuchter hilft und wann nicht

Keller sind nach dem Verband Wohneigentum NRW oft die kältesten Räume im Haus, weil Sonne und warme Außenluft die Wände im Erdreich nicht erwärmen und die kalte Umgebung zusätzlich kühlt.[1] Als Ursachen für Feuchte nennt der Verband unter anderem falsches Lüften, undichte Fenster und Türen und eine Nutzung als Waschkeller oder Fitnessraum.[1] Gegen diese Feuchte in der Luft hilft ein Entfeuchter.

Anders liegt es bei baulichen Ursachen: marodes Mauerwerk, steigendes Grundwasser, drückendes Sickerwasser nach Starkregen oder Regen auf eine nicht abgedichtete Kellerwand.[1] Liegen solche Mängel vor, hilft nach dem Verband meist nur eine Kellersanierung, etwa eine nachträgliche Außenabdichtung oder eine Horizontalsperre.[1] Ein Entfeuchter holt das Wasser dann zwar Tag für Tag aus der Luft, die Wand bleibt aber nass, solange es von außen nachkommt. Woher das Wasser kommt, zeigt sich zu Beginn einer Wasserschadensanierung an Messwerten in mehreren Höhen der Wand.

Welche Luftfeuchte das Ziel ist

Für Lagerräume hält der Verband Wohneigentum NRW 50 bis 65 Prozent relative Luftfeuchte für angemessen, für bewohnte Keller wie eine Souterrainwohnung oder einen Hobbyraum 40 bis 60 Prozent.[1] Mehr als 65 Prozent sollten es nach dem Verband nicht sein, weil sich bei dauerhaft hohen Werten Schimmelpilze vermehren können.[1]

In vielen Fällen muss ein Keller nach den Forschern der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften nicht unter 60 Prozent entfeuchtet werden, um eingelagerte Gegenstände und das Gebäude vor Feuchteschäden zu schützen.[2] Auch der Hersteller Remko beschreibt die Korrosionsgeschwindigkeit von Metall unter 50 Prozent relativer Feuchte als unbedeutend und unter 40 Prozent als vernachlässigbar, während sie oberhalb von 60 Prozent kräftig zunimmt.[3] Dieselbe Grenze nennt die Anleitung auch für Holz, Verpackungen und elektronische Geräte.[3]

Warum zu trocken teuer wird

Im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Energie hat das Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering der ZHAW einen typischen Kellerraum simuliert: Sobald die Luftfeuchte unter 60 Prozent sinken soll, steigt der Energiebedarf stark an, weil die Geräte deutlich länger laufen.[2] Je trockener die Luft ist, desto schwieriger und ineffizienter wird es nach der Studie, ihr weiteres Wasser zu entziehen.[2]

Auch die Genauigkeit des Hygrostaten zählt: Eine Abweichung von nur 2 Prozent kann den Energieverbrauch nach den Simulationen im Extremfall um bis zu 40 Prozent erhöhen.[2] Der eingebaute Hygrostat ist nach der Remko-Anleitung kein geeichtes Messinstrument, und die mittlere Luftfeuchte im Raum kann vom eingestellten Wert abweichen.[3] Stellen Sie deshalb ein eigenes Hygrometer an eine Stelle abseits des Geräts und richten Sie die Einstellung nach dessen Anzeige.

Kalter Keller, schwächere Leistung

Bei Raumtemperaturen unter 10 Grad und einer relativen Luftfeuchte unter 40 Prozent ist ein wirtschaftlicher Einsatz des Geräts nach der Remko-Anleitung nicht mehr gewährleistet, und unter 5 Grad Umgebungstemperatur darf es gar nicht laufen.[3] Kühlere Keller entstehen nach der ZHAW-Studie unter anderem durch dichtere Gebäudehüllen und besser gedämmte Heizsysteme.[2] Ob ein Luftentfeuchter oder Bautrockner im kühlen Keller besser arbeitet, hängt dann von der Bauart ab.

Die Leistungsangabe auf dem Gerät hilft für den Keller wenig: Geprüft werden viele Geräte nach der Studie unter Laborbedingungen von 30 Grad und 80 Prozent relativer Feuchte, die mit dem Betrieb in Mitteleuropa wenig gemeinsam haben, und die Autoren schlagen praxisnähere Bedingungen wie 15 Grad und 60 Prozent vor.[2] Rechnen Sie im kühlen Keller deshalb mit deutlich weniger Wasser im Behälter, als die Verpackung verspricht. Die Literangabe auf dem Trockner ist für einen solchen Raum daher nur ein Vergleichswert zwischen Geräten.

Dauerbetrieb: Schlauch, Filter, Türen zu

Für den Dauerbetrieb ohne Aufsicht wird das Kondensat nach der Remko-Anleitung über einen Schlauch abgeleitet, am besten in einen tiefer liegenden Abfluss, und der Schlauch muss mit Gefälle verlegt sein.[3] Bei dieser Variante gibt es nach dem Hersteller keinen Überlaufschutz des Geräts.[3] Prüfen Sie deshalb den Schlauch auf Knicke und den Abfluss auf Rückstau, bevor Sie das Gerät allein lassen.

Den Luftfilter verlangt die Anleitung spätestens alle zwei Wochen zu reinigen.[3] Der entfeuchtete Raum muss nach der Anleitung gegenüber der Umgebung geschlossen bleiben, offene Fenster und Türen arbeiten gegen das Gerät.[3] Ein Entfeuchter im offenen Keller trocknet sonst das ganze Treppenhaus mit und läuft länger als nötig.

Lüften, heizen oder entfeuchten

Steht an warmen Tagen das Kellerfenster offen, sammelt sich nach dem Verband Wohneigentum NRW die Feuchte der Außenluft im Keller und kondensiert an kalten Oberflächen.[1] Gezieltes Lüften an kalten Tagen kann die Feuchte dagegen regulieren, und weil wärmere Luft mehr Feuchte aufnehmen kann, reicht es nach dem Verband teils schon, die Kellerluft zu erwärmen, damit Oberflächen trocknen.[1]

An warmen, schwülen Tagen kann der Entfeuchter bei geschlossenem Fenster mehr bringen als jedes Lüften. Im Winter kann Stoßlüften an kalten, trockenen Tagen reichen, und das Gerät darf ruhen. Ein Hygrometer zeigt Ihnen, welcher Weg gerade passt, und eine Zeitschaltuhr oder ein gut eingestellter Hygrostat verhindert, dass der Entfeuchter gegen offene Fenster anarbeitet.

Häufige Fragen

Wie hoch darf die Luftfeuchte im Keller sein?

Für Lagerräume nennt der Verband Wohneigentum NRW 50 bis 65 Prozent als angemessen, für bewohnte Keller 40 bis 60 Prozent, und dauerhaft mehr als 65 Prozent sollten es nicht sein.[1]

Kostet der Dauerbetrieb viel Strom?

Das hängt vor allem vom Zielwert ab. Unter 60 Prozent steigt der Energiebedarf nach einer Studie der ZHAW stark an, und bei 35 statt 65 Prozent liegt der Jahresverbrauch beim 30-Fachen.[2]

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Belege

Quellen

  1. Verband Wohneigentum NRW e. V.: Ursachen und Maßnahmen für den feuchten Keller. Abschnitte 1, 4 und 5. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  2. ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE): Zu trockene Keller belasten die Stromrechnung (Studie zur Energieeffizienz von Luftentfeuchtern im Auftrag des Bundesamts für Energie). Meldung vom 12.06.2026. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  3. REMKO GmbH & Co. KG (Hersteller): Bedienungsanleitung Mobile Luftentfeuchter ETF 320 Eco. S. 4, Sicherheitshinweise S. 6 und 7, Aufstellung S. 14, Inbetriebnahme und Dauerbetrieb S. 15 bis 17. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
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