Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440

Wasserschaden in Praxis, Büro oder Laden: Was ist zu tun?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

In Praxis, Büro oder Laden kommen zu den üblichen Sofortschritten zwei Aufgaben hinzu: Menschen im Betrieb schützen und Technik, Unterlagen und Waren retten. Schalten Sie betroffene Stromkreise an der Sicherung ab, sperren Sie das Wasser und führen Sie Kunden, Patienten und Beschäftigte aus den nassen Räumen. Wasser gefährdet Informationen auf analogen und digitalen Datenträgern und kann Versorgungseinrichtungen und IT außer Betrieb setzen.[1]

Strom aus, Wasser zu, Räume frei machen

Läuft Wasser über Kabelkanäle, Bodentanks, Steckdosenleisten unter Schreibtischen oder in einen Technikraum, schalten Sie die Stromkreise dieser Bereiche an der Sicherung im Verteiler ab. Ein Lichtschalter oder der Ausschalter am Gerät reicht dafür nicht. Ist die Unterverteilung selbst nass, bleibt der Raum gesperrt, und Sie rufen Feuerwehr oder den örtlichen Netzbetreiber. Liegt Ihr Betrieb im Souterrain oder hat er Lagerräume im Keller, geht dort bei steigendem Wasser niemand mehr hinein.

Sperren Sie dann das Wasser an der nächsten Absperrung ab und führen Sie Kunden, Patienten und Beschäftigte aus den nassen Räumen. Der Arbeitgeber muss nach § 10 ArbSchG die Maßnahmen treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind, auch mit Blick auf andere anwesende Personen.[2] Ein Wasserschaden ist der Moment, in dem diese Vorbereitung zählt.

Technik und Unterlagen zuerst

Das BSI, die Bundesbehörde für IT-Sicherheit, warnt, dass Wasser Versorgungseinrichtungen und IT-Komponenten beschädigen oder außer Betrieb setzen, durch Kurzschluss, mechanische Beschädigung oder Rost.[1] Besonders hohe Schäden drohen, wenn zentrale Einrichtungen wie Hauptverteiler für Strom, Telefon und Daten in Kellerräumen ohne selbsttätige Entwässerung stehen.[1]

Das BSI beschreibt einen Serverraum, in dem eine verkleidete Wasserleitung unter der Decke an einer Verbindung undicht wurde.[1] Das Wasser sammelte sich unbemerkt an der tiefsten Stelle der Verkleidung und löste dann im Stromverteiler darunter einen Kurzschluss aus, bis zur Reparatur mussten Wasser und Strom des Gebäudeteils komplett abgeschaltet werden.[1]

Bringen Sie Aktenordner, Patientenakten, Kassenbücher und Datenträger aus dem Wasser und lagern Sie nasse Papiere getrennt und flach. Nasse Rechner, Drucker, Kassen oder Medizingeräte bleiben aus, bis eine Elektrofachkraft sie geprüft hat. Sichern Sie, wenn möglich, Daten über einen trockenen Rechner oder die Cloud, bevor nasse Systeme wieder angefasst werden.

Brandgefahr nach dem Wasser

Wasser in einer Elektroverteilung ist nicht erledigt, wenn die Sicherungen wieder halten. Das IFS beschreibt einen Fall, in dem ein Elektronotdienst nach einem Wassertropfen im Verteiler Schutzschalter tauschte und eine Messung machte.[3] Kurz darauf fiel Brandgeruch auf, am nächsten Morgen qualmte der Verteiler, beim Öffnen trat eine Stichflamme aus, und das Feuer zerstörte auch Wasserleitungen in diesem Schacht, was einen umfangreichen Wasserschaden nach sich zog.[3]

Melden Sie Brandgeruch, Knistern oder warme Abdeckungen am Verteiler deshalb sofort und schalten Sie nichts wieder ein, solange die Ursache des Wassereintritts nicht behoben ist.

Beschäftigte, Kunden und Patienten schützen

Nach § 5 ArbSchG muss der Arbeitgeber die Gefährdungen beurteilen, die sich unter anderem aus der Gestaltung der Arbeitsstätte und aus physikalischen, chemischen und biologischen Einwirkungen ergeben.[2] Nach einem Wasserschaden gehören dazu nasse und rutschige Böden, Kabel von Trocknungsgeräten auf Laufwegen, Lärm der Geräte, Staub beim Rückbau und Feuchte, die Schimmel begünstigt.

Sperren Sie nasse Bereiche ab, kennzeichnen Sie Kabel und Geräte und informieren Sie das Team, welche Räume genutzt werden dürfen. In einer Praxis prüfen Sie zusätzlich, ob Sterilgut, Medikamente oder Verbrauchsmaterial nass geworden sind, und sortieren Betroffenes aus. Lag die Bruchstelle in der Trinkwasserleitung, klären Sie vor der Wiederaufnahme der Behandlungen, ob das Trinkwasser nach dem Rohrbruch einwandfrei ist. Im Laden gehört Ware vom Boden in Regale oder in trockene Räume.

Vermieter, Versicherungen und Nachweise

In gemieteten Gewerberäumen informieren Sie umgehend den Vermieter, denn Gebäude und Leitungen sind seine Sache. Die Folgen eines Leitungswasserschadens am Gebäude selbst trägt in gemieteten Räumen in der Regel die Versicherung des Eigentümers. Prüfen Sie parallel, welche eigenen Versicherungen betroffen sind: die Inhalts- oder Geschäftsversicherung für Einrichtung, Technik und Waren und, falls vorhanden, eine Betriebsunterbrechungsversicherung für den Ausfall.

Fotografieren Sie jeden Raum, bevor aufgeräumt wird, und legen Sie eine Liste der beschädigten Geräte und Waren mit Seriennummern und Mengen an. Werfen Sie nichts weg, bevor die Versicherung zugestimmt hat. Notieren Sie, ab wann welche Räume nicht nutzbar waren, und bewahren Sie Belege über Notmaßnahmen auf.

Klären Sie mit dem Sanierungsbetrieb, welche Räume während der Trocknung weiter genutzt werden können und wo Geräte stehen. Trocknungsgeräte brauchen Strom und Platz und sind nicht lautlos, das gehört in die Planung von Sprechstunden, Öffnungszeiten und Arbeitsplätzen. Wer früh plant, kann einen Teil des Betriebs womöglich aufrechterhalten und vermeidet, dass Geräte später umgestellt werden müssen.

Vorsorge im Betrieb

Führen Wasserleitungen über Serverraum, Archiv oder Lager, lohnt ein Wassermelder an der tiefsten Stelle und eine Übersicht, wo welche Absperrung sitzt. Nach § 10 ArbSchG muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass im Notfall die nötigen Verbindungen zu außerbetrieblichen Stellen eingerichtet sind, und die Beschäftigten benennen, die Aufgaben der Ersten Hilfe und Evakuierung übernehmen.[2] Eine Liste mit Notfallnummern für Vermieter, Elektriker, Installateur und Sanierungsbetrieb gehört dazu.

Häufige Fragen

Darf ich nasse Computer und Geräte wieder einschalten?

Nicht, bevor eine Elektrofachkraft sie geprüft hat. Wasser kann IT-Komponenten durch Kurzschluss oder Rost beschädigen.[1] Auch an einer Elektroverteilung kann ein Wassereintritt später noch einen Brand auslösen, wie der Fall aus dem IFS zeigt.[3]

Was gehört in einen Notfallplan für Wasserschäden?

Lage von Absperrungen und Verteilern, die Namen der Verantwortlichen und die Telefonnummern von Vermieter, Versorger, Elektriker und Sanierungsbetrieb. Die Verbindungen zu außerbetrieblichen Stellen und die benannten Beschäftigten für Erste Hilfe und Evakuierung verlangt § 10 ArbSchG ohnehin.[2]

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): IT-Grundschutz-Kompendium: Elementare Gefährdungen. G 0.3 Wasser, S. 6, zuletzt geändert am 07.12.2020. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  2. Bundesministerium der Justiz: Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). § 5 Abs. 1 und 3, § 10 Abs. 1 und 2. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  3. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Wasser in der Elektroverteilung. Beitrag vom 15.10.2018. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440