Bauheizer
Auch: Heizkanone, Baustellenheizung
Ein Bauheizer ist ein mobiler Wärmeerzeuger für Baustellen, die noch keine eigene Heizung haben oder trotzdem gezielt Wärme brauchen, etwa als Elektro-Heißluftgerät, Gasheizkanone oder Lufterhitzer an einer mobilen Heizzentrale.[1] Beim Betrieb von Heizgeräten besteht nach der BG BAU Vergiftungsgefahr durch Abgase sowie Brand- und Explosionsgefahr.[2] In Innenräumen werden deshalb Geräte ohne Abgas im Raum bevorzugt.[3]
So heizt ein Bauheizer ohne Gefahr
Schematische Darstellung eines Rohbauraums im Winter mit Elektro-Heißluftgerät am Baustromverteiler, direkt befeuerter Gasheizkanone mit Abgaswolke, indirekt befeuertem Heizer vor der Fensteröffnung mit Abgasrohr und Warmluftschlauch, Abstandspfeil zum Stapel Dämmplatten und durchgestrichener Gasflasche im Kellerabgang. Die Nummern folgen von den drei Bauarten zu den Regeln für Gasflasche, Kabel und Aufstellung.
- Elektro: kein Abgas im Raum: Das Heißluftgerät bläst mit einem Ventilator Luft über elektrisch erhitzte Heizdrähte. Es kommt ohne Gas und Öl aus und ist die erste Wahl, wenn keine Abgase in Innenräume gelangen sollen und die Baustelle ausreichend mit Strom versorgt ist.
- Direkt befeuert: CO und Dampf im Raum: Bei der direkt befeuerten Kanone wird der Brennstoff im Luftstrom verbrannt, und die Abgase gelangen samt Verbrennungswasser in die Raumluft. Bei Sauerstoffmangel steigt der Anteil an Kohlenmonoxid, das weder zu riechen noch zu sehen ist. Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit heißen: Raum sofort verlassen und den Notruf der Feuerwehr wählen.
- Indirekt: Abgas nach draußen: Beim indirekten Gerät sind Verbrennung und Luftstrom getrennt. Es steht draußen, das Abgas geht über das Rohr nach oben weg, und nur die warme Luft kommt durch den Schlauch herein. Für geschlossene Innenbereiche wird diese Bauart bevorzugt.
- Gasflasche nie unter Erdgleiche: Propan und Butan sind schwerer als Luft und sammeln sich im Keller oder am Kellereingang. Lagerung und Betrieb von Gasflaschen unter der Erdgleiche sind nach der Berufsgenossenschaft in der Regel verboten.
- Kabel trocken und ohne Stolperstelle: Bei Elektroheizern kommt es auf Anschlussleistung, Absicherung und Kabelwege an. Das Kabel läuft vom Baustromverteiler hoch über Haken zum Gerät, so entstehen keine Stolperstellen, und es bleibt vor Feuchte geschützt.
- Standsicher, Abstand zu Brennbarem: Heizgeräte sind nach der BG BAU standsicher aufzustellen, niemand darf durch Abgase und Strahlungswärme gefährdet werden, und für ausreichende Belüftung ist zu sorgen. Der Pfeil zeigt den Abstand zwischen Kanone und Stapel Dämmplatten.
Wozu ein Bauheizer dient
Eine Bauheizung lässt sich nach einem Vermieter mobiler Heiztechnik als Ersatzheizung einsetzen, nach Wasserschäden zum Trocknen des Gebäudes, als Frostschutz, für die normgerechte Estrichtrocknung, zur Bautrocknung und als Winterbauheizung für den ganzjährigen Baustellenbetrieb.[1] Nach einem Fachbetrieb für Bautrocknung hat sie drei Aufgaben: Frostschutz und verarbeitbare Temperaturen schaffen, Baufeuchte kontrollieren, also Verdunstung ermöglichen, ohne Kondenswasser zu erzeugen, und die Qualität sichern, etwa gegen Risse, Haftungsprobleme und Schimmel.[3]
Putz, Estrich, Spachtel und Beschichtungen reagieren nach dem Fachbetrieb empfindlich auf Temperatur und Luftfeuchte, und falsche Heizgeräte oder falsche Aufstellung können Abgase, Feuchteprobleme oder Kohlenmonoxid-Risiken verursachen.[3]
Wird ein Bauheizer nach einem Wasserschaden aufgestellt, gilt vorher: die Sicherung der betroffenen Stromkreise ausschalten, nicht nur den Lichtschalter, einen nassen Sicherungskasten der Feuerwehr oder dem örtlichen Netzbetreiber überlassen und einen Keller mit steigendem Wasser nicht betreten. Ein Heizgerät hat in einem Raum mit stehendem Wasser nichts zu suchen.
Bauheizer-Arten
Ein Heißluftgerät mit Stromanschluss bläst nach dem Vermieter mit einem Ventilator Luft über elektrisch erhitzte Heizdrähte, eignet sich vor allem für einzelne Räume oder kleine Gebäude und kommt ohne Gas und Öl aus, mobile Heizzentralen mit Lufterhitzern führen die Abluft direkt an der Zentrale ab und können deshalb auch in geschlossenen Bereichen eingesetzt werden.[1]
Bei direkt befeuerten Heizgeräten wird der Brennstoff im Luftstrom verbrannt, und die Abgase gelangen nach dem Fachbetrieb in die Raumluft, bei indirekten Geräten sind Verbrennung und Luftstrom getrennt, und die Abgase werden über einen Kamin oder eine Abgasführung nach außen geleitet.[3] Für geschlossene Innenbereiche werden deshalb indirekte Geräte bevorzugt, und Elektroheizer sind die erste Wahl, wenn keine Abgase in Innenräume gelangen sollen und die Baustelle ausreichend mit Strom versorgt ist.[3] Bei Elektroheizern ist nach dem Fachbetrieb auf Anschlussleistung, Absicherung und Kabelwege zu achten, damit keine Stolperstellen entstehen und Kabel vor Feuchte geschützt sind.[3]
Abgase und Kohlenmonoxid beim Bauheizer
Bei mobilen Gasheizöfen, die in Innenräumen betrieben werden, besteht nach der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege bei nicht bestimmungsgemäßer Nutzung Brand-, Explosions- und Erstickungsgefahr, ob als Katalytofen oder mit offener Flamme.[4] Für die Verbrennung wird Sauerstoff aus der Umgebungsluft verbraucht, der Anteil an Kohlendioxid steigt, und bei Sauerstoffmangel durch unzureichende Belüftung auch der Anteil an Kohlenmonoxid, was zur Erstickung führen kann.[4]
Weil Propan und Butan schwerer sind als Luft, sammeln sie sich nach der BGW im Keller oder am Kellereingang, deshalb sind Lagerung und Betrieb von Gasflaschen unter der Erdgleiche nach der BGW in der Regel verboten.[4] Nach der Berufsgenossenschaft kommt es mit solchen Geräten immer wieder zu Unfällen, bis hin zu verheerenden Bränden mit vielen Todesfällen, und vor dem Kauf ist zu prüfen, ob ein Gerät für den Verwendungszweck geeignet ist.[4] Ob ein Gasheizer gewerblich genutzt werden darf und unter welchen Bedingungen, steht in der Bedienungsanleitung oder ist beim Hersteller zu erfragen, und vor der Inbetriebnahme ist eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen.[4]
Kohlenmonoxid ist nicht zu riechen und nicht zu sehen. Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit in einem beheizten Raum sind ein Alarmzeichen: Raum sofort verlassen, Gerät nur abschalten, wenn das gefahrlos möglich ist, und den Notruf der Feuerwehr wählen.
Regeln der BG BAU für Heizgeräte
Heizgeräte sind nach dem Merkheft der BG BAU standsicher aufzustellen, Beschäftigte dürfen durch Abgase und Strahlungswärme nicht gefährdet werden, für ausreichende Belüftung ist zu sorgen, und in feuer- oder explosionsgefährdeten Räumen haben Heizgeräte nichts zu suchen, zu brennbaren Gegenständen ist ausreichend Abstand zu halten.[2] Beim Austrocknen kann auf Abgaszüge nur verzichtet werden, wenn sich in den Räumen nicht ständig Personen aufhalten und ausreichend Luft zugeführt wird.[2] Bei einer Neubautrocknung wird ein Bauheizer darum meist mit Lüften oder Entfeuchtern kombiniert, damit die erwärmte Luft ihre Feuchte loswird.
Für den Betrieb ist eine Betriebsanweisung aufzustellen, die am Betriebsort jederzeit zugänglich ist, und die Beschäftigten sind über den bestimmungsgemäßen Einsatz zu unterweisen.[2] Eingebaute Tanks ölbefeuerter Geräte sind gegen Erwärmung zu schützen, beim Auftanken darf Öl nicht mit heißen Teilen in Berührung kommen, und flüssiggasbetriebene Heizgeräte brauchen eine Flammenüberwachung wie eine Zündsicherung, die nicht unwirksam gemacht werden darf.[2] Flüssiggasflaschen sind senkrecht aufzustellen und gegen Umfallen zu sichern, und Gas darf nur über ein Druckregelgerät entnommen werden.[2]
Flüssiggas-Bauheizer unter Erdgleiche
In Räumen unter Erdgleiche, also etwa in Kellern, dürfen Heizgeräte und Flüssiggasflaschen nach der BG BAU nur zusammen aufgestellt werden, wenn sie unter ständiger Aufsicht betrieben werden, ein Vorheizen ohne Aufsicht ist nicht erlaubt, und es ist für ausreichende Belüftung zu sorgen.[2] Leere Behälter und Vorräte gehören nicht in Arbeitsräume und Räume unter Erdgleiche, und nach Ende der Arbeiten sowie bei längeren Unterbrechungen sind die Gasflaschen dort unverzüglich zu entfernen.[2]
Unter Erdgleiche sind statt Schlauchbruchsicherungen Leckgassicherungen einzubauen, es dürfen nur Heizgeräte mit Gebläse eingesetzt werden, und bei durchgehendem Heizbetrieb muss eine beauftragte Person die Flüssiggasanlage mindestens einmal täglich überprüfen.[2]
Für einen Keller nach einem Wasserschaden heißt das in der Praxis: Elektrische Geräte sind dort die sicherere Wahl. Wer Gas einsetzen will, braucht Aufsicht, Lüftung und die vorgeschriebene Sicherheitstechnik.
Bauheizer und Baufeuchte
Der häufigste Fehler ist nach dem Fachbetrieb für Bautrocknung, die Heizleistung hochzufahren und die Feuchteführung zu ignorieren, dann steigt die absolute Feuchte im Raum und kondensiert an kalten Oberflächen wie Fenstern, Außenwänden und Wärmebrücken.[3] Direkte Heizgeräte bringen neben Abgasen zusätzlich Verbrennungswasser in den Raum, was die Baufeuchte erhöhen kann, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.[3]
Warme Luft lässt nach dem Vermieter Feuchtigkeit zügig aus dem Gebäude entweichen, sie muss aber auch hinaus.[1] Ein Bauheizer arbeitet deshalb am besten zusammen mit Lüftung oder einem Luftentfeuchter, wie der Begriff Kondensationstrockner erklärt.
Auf Baustellen reicht es nach der Arbeitsstättenregel zur Raumtemperatur, wenn dort 18 °C herrschen und sich bei Nutzung der Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär- und Kantinenräume 21 °C herstellen lassen.[5] Auch dafür werden Bauheizer eingesetzt, mit denselben Anforderungen an Abgase und Lüftung.
Wie wir Bauheizer einsetzen
In bewohnten Gebäuden und nach Wasserschäden setzen wir ausschließlich elektrische Heizgeräte ein, abgesichert über eigene Stromkreise mit Fehlerstromschutz, und kombinieren sie mit Luftentfeuchtern. So steigt die Temperatur, ohne dass Abgase oder zusätzlicher Wasserdampf in die Räume kommen.
Wir stellen Geräte standsicher und mit Abstand zu brennbaren Materialien auf, prüfen Temperatur und Luftfeuchte regelmäßig und halten beides im Trocknungsprotokoll fest. Warum der Fehlerstromschutz dabei wichtig ist, erklärt der Begriff FI-Schutzschalter.
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Belege
Quellen
- Enerent GmbH (Vermieter mobiler Heiztechnik): Bauheizung und Bautrocknung mieten. Beitrag vom 18.01.2023, Abschnitte Warum sollten Sie eine Bauheizung einsetzen, Was versteht man unter einer Bauheizung und Welche Bauheizungen stehen zur Verfügung. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
- Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU): Baustein-Merkheft Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär). Stand 07/2019, Bausteine B 231 Flüssiggasanlagen und B 232 Heizgeräte. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
- MAUL Bautrocknung (Fachbetrieb): Baustelle im Winter beheizen: Elektro, Gas, Öl oder Infrarot? Abschnitte Warum Bauheizung im Winter mehr ist, Direkte vs. indirekte Heizgeräte, Elektroheizer, Ölheizer und Infrarotheizer. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
- Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW): Vorsicht bei Gasheizöfen. Beitrag vom 18.08.2025. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
- Ausschuss für Arbeitsstätten, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5 Raumtemperatur (inoffizielle Lesefassung). Punkt 5 Abweichende und ergänzende Anforderungen für Baustellen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑
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