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Luftreiniger: Gerät im Schnitt mit Ansauggitter, HEPA-Filter, Aktivkohle und Ventilator, Sporen vom Schimmelfleck, offenes Fenster für Kohlendioxid und gesperrtes Ozongerät

Luftreiniger

Auch: Luftreinigungsgerät, Raumluftreiniger

Ein Luftreiniger ist ein frei im Raum aufstellbares Gerät, das Partikel und Keime aus der Raumluft entfernen oder unschädlich machen soll, je nach Bauart mit Filtern, UV-C-Strahlung, Ionisation oder Ozon.[1] Geräte mit Filter saugen die Luft mit Ventilatoren an, filtern sie und geben sie gereinigt in den Raum zurück.[2] Luftreiniger können die Luftqualität verbessern, regelmäßiges Lüften ersetzen sie nicht.[3]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So arbeitet ein Luftreiniger im Raum

Luftreiniger, Funktionsweise: aufgeschnittenes Standgerät mit Ansauggitter, Vorfilter, HEPA-Faltenfilter, Aktivkohle, Ventilator und Auslass, Luftpfeile hinein und gereinigt heraus, Sporen vom Schimmelfleck an der Wand im Filter, offenes Fenster mit abziehendem Kohlendioxid, Schrank und durchgestrichenes Ozongerät

Schematische Darstellung eines Wohnraums mit aufgeschnittenem Luftreiniger, Fenster, Schimmelfleck und Ozongerät. Die Nummern folgen der Luft vom Ansauggitter durch Filter und Aktivkohle zurück in den Raum und zeigen danach, was das Gerät nicht leistet.

  1. Ventilator saugt die Raumluft an: Geräte mit Filter saugen die Luft mit Ventilatoren durch das Gitter an. Damit das gelingt, steht der Luftreiniger so, dass er einen großen Teil der Raumluft erreicht, in strömungstoten Zonen erfüllt er seinen Zweck nicht.
  2. H13 oder H14 hält Viren: Der Faltenfilter hält Pollen, Staub, Bakterien und Sporen zurück. Nur hocheffiziente Filter der Klassen H 13 oder H 14 entfernen Viren vollständig aus der angesaugten Luft, Feinfilter der Klassen F7 bis F9 lassen einen Teil der Aerosolpartikel durch. Nach einem halben bis einem Jahr muss der Filter gewechselt werden.
  3. Aktivkohle gegen Gerüche: Die Schicht aus Aktivkohle bindet chemische Gase und Gerüche, die ein Partikelfilter nicht zurückhält.
  4. Gereinigte Luft zurück in den Raum: Oben verlässt die gefilterte Luft das Gerät und verteilt sich im Raum. Effizient arbeiten die Geräte meist nur auf der höchsten Stufe, und das kostet Strom und macht Lärm.
  5. Kohlendioxid raus: lüften: Mobile Luftreiniger entfernen weder Kohlendioxid noch Wasserdampf aus der Raumluft. Lüften mit weit geöffneten Fenstern bleibt darum nötig, das Gerät kann es nur ergänzen.
  6. Fleck bleibt: sanieren: Das Gerät holt Sporen aus der Luft, die Feuchte in der Wand und den Befall dahinter beseitigt es nicht. Für den Fleck braucht es die Ursache, eine Trocknung und eine Sanierung.
  7. Ozon und Ionen: lieber nicht: Von Luftreinigern mit Ozon raten Verbraucherzentrale und Umweltbundesamt ab, weil das Reizgas die Raumluft belastet und zu weiteren schädlichen Stoffen reagieren kann. Auch bei der Ionisation entsteht Ozon, das nicht alle Geräte umwandeln.

Wie ein Luftreiniger arbeitet

Das Umweltbundesamt unterscheidet vier Technologien: Filter, UV-C-Strahlung, Ionisation und Plasma sowie Ozon.[1] Filtergeräte sollten möglichst hocheffiziente Filter der Klassen H 13 oder H 14 haben, weil nur diese Viren aus der durch das Gerät gesaugten Luft vollständig entfernen, Feinfilter der Klassen F7 bis F9 lassen einen Teil der Aerosolpartikel durch.[1]

Je höher die Filterklasse, desto kleiner die Partikel, die zurückgehalten werden, und Aktivkohlefilter eignen sich, um chemische Gase und Gerüche zu binden.[2] Je nach Filtersystem entfernen Luftreiniger Pollen, Staub, Bakterien und Viren aus der Luft.[2] Was die Filterklassen genau bedeuten, erklärt der Begriff HEPA-Filter.

Was ein Luftreiniger nicht kann

Je nach technischer Auslegung können mobile Luftreiniger Viren aus der Luft entfernen oder inaktivieren, ihre Wirksamkeit im realen Raum ist damit aber noch nicht gesichert.[1] Mobile Luftreiniger entfernen weder Kohlendioxid noch Wasserdampf aus der Raumluft und können deshalb Lüftungsmaßnahmen nicht vollständig ersetzen, allenfalls ergänzen.[1] Regelmäßiges Lüften mit weit geöffneten Fenstern ist nach der Verbraucherzentrale Hamburg das beste Mittel, um Raumluft von Schadstoffen zu befreien, und auch um Schimmel vorzubeugen, ist Lüften wichtig, Luftfilter können es lediglich ergänzen.[3]

Luftreiniger bekämpfen nach dem AOK-Gesundheitsmagazin immer nur die Symptome der Luftverunreinigung, deshalb sollte man der Ursache auf den Grund gehen und sie abstellen.[2] Für Schimmel heißt das: Ein Gerät kann Sporen aus der Luft holen, die Feuchte in der Wand und den Befall dahinter beseitigt es nicht. Das leistet erst eine Schimmelsanierung, die den Befall entfernt und die Feuchtequelle beseitigt.

Wer einen Luftreiniger in ein feuchtes Zimmer stellt, senkt damit weder die Luftfeuchte noch die Feuchte in Wänden und Böden. Dafür braucht es Lüften und Heizen, bei durchfeuchteten Bauteilen Bautrockner, und für Befall eine Sanierung.

Leistung und Raumgröße beim Luftreiniger

Für Schulen empfahl das Umweltbundesamt eine Rangfolge: zuerst raumlufttechnische Anlagen mit mehr Frischluft, dann intervallartiges Lüften über weit geöffnete Fenster, danach einfache ventilatorgestützte Zu- und Abluftsysteme, und erst wenn das alles nicht geht, im Ausnahmefall mobile Luftreiniger.[1] Die im Winter unvermeidliche Abkühlung durch Stoßlüften hält nach dem Amt nur wenige Minuten an und ist aus medizinischer Sicht unbedenklich, und CO2-Sensoren können zeigen, ob die Frischluftzufuhr gelingt.[1]

Um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion über Aerosole in Klassenräumen wirksam zu senken, forderte das Umweltbundesamt eine Reinigungsleistung von mindestens dem Sechsfachen des Raumvolumens pro Stunde, bei 200 Kubikmetern also mindestens 1.200 Kubikmeter keimfreie Luft je Stunde.[1] Für einen normalen Raum von 20 Quadratmetern nennt die Verbraucherzentrale Hamburg einen Luftreiniger, der bis zu 10 Kubikmeter Luft pro Minute durch den Filter schleust.[3]

Ein Rechenbeispiel mit angenommener Raumhöhe: Ein Zimmer von zwanzig Quadratmetern und zweieinhalb Metern Höhe hat fünfzig Kubikmeter, das Sechsfache sind dreihundert Kubikmeter je Stunde oder fünf Kubikmeter je Minute. Effizient arbeiten Luftreiniger nach der Verbraucherzentrale meist nur auf der höchsten Stufe, und das kostet Strom und macht Lärm.[3]

In fast allen Räumen gibt es strömungstote Zonen, in denen die Geräte ihren Zweck nicht erfüllen, deshalb sollte ein Luftreiniger so stehen, dass er einen großen Teil der Raumluft ansaugen kann.[3] Die Wirksamkeit hängt nach dem Umweltbundesamt außer von der Technik auch von den Aufstellbedingungen und der Luftausbreitung im Raum ab.[1]

Ozon, Ionisatoren und UV-C im Luftreiniger

Von Luftreinigern, die mit Ozon arbeiten, rät die Verbraucherzentrale Hamburg ab, weil Ozon die Raumluft belasten oder zu Reaktionen führen kann, die die Luft mit weiteren gesundheitsschädlichen Stoffen anreichern, und auch bei der Ionisation entsteht Ozon, das nicht alle Geräte umwandeln.[3] Das Reizgas kann tränende Augen, Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen verursachen.[3]

Ozon in Kombination mit Zigarettenrauch schätzen Forschende als besonders bedenklich ein, und das Umweltbundesamt rät von Luftreinigern mit Ozon in Wohnräumen ab.[2] Ionisatoren erzeugen negativ geladene Ionen, die sich mit Schmutzpartikeln verbinden und zu Boden sinken, als Nebenprodukt entsteht dabei häufig Ozon.[2]

UV-C-Strahlung kann Mikroorganismen inaktivieren, ist aber ein Risiko für Augen und Haut, und in privaten Wohnungen sieht das Umweltbundesamt solche Geräte aus Sicherheitsgründen kritisch, weil es kaum Kontrolle über Verwendung und Wartung gibt.[1] Was Ozon in Räumen anrichtet, beschreibt der Begriff Ozonbehandlung.

Filterwechsel und Betrieb

Damit ein Filtergerät dauerhaft wirkt, müssen die Filter nach einer gewissen Betriebszeit gewechselt werden, je nach Staub- und Partikelbelastung nach einem halben bis einem Jahr, und dafür sind Fachkenntnisse oder geschultes Personal nötig.[1] Vor der Anschaffung sollte man Kenndaten zur Geräuschentwicklung beim Hersteller einholen.[1]

Beim Kauf sollte man sich nicht allein auf Herstellerversprechen verlassen und darauf achten, dass die Leistungsdaten von unabhängiger und seriöser Stelle geprüft wurden, die Stiftung Warentest veröffentlicht dazu regelmäßig Ergebnisse, zuletzt im Februar 2024.[3] Die Verbraucherzentrale Hamburg rät außerdem, die teuren und potenziell verseuchten Filter von Profis wechseln zu lassen, den Stromverbrauch auch im Standby zu prüfen und sich das Gerät im Handel auf der höchsten Stufe vorführen zu lassen.[3] Nach Testergebnissen, auf die sie verweist, leisten alle Geräte am Anfang gute Arbeit, mit gealtertem Filter senkten aber nur noch vier von sieben Geräten die Konzentration virengroßer Partikel gut.[3]

Für wen ein Luftreiniger sinnvoll ist

Schadstoffquellen gibt es auch in der Wohnung selbst: Möbel, Teppiche, Gardinen oder Matratzen können Stoffe ausdünsten, und Öfen, Kamine und offene Gasherde können das Raumklima beeinträchtigen.[2] Sinnvoll ist ein Luftreiniger nach dem AOK-Gesundheitsmagazin vor allem in kleinen bis mittelgroßen Räumen, die sich nicht ausreichend über Fenster und Türen lüften lassen, und für Menschen mit Allergien oder chronischen Lungenerkrankungen wie COPD kann er Beschwerden lindern.[2] Ein gesundes Raumklima setzt solche Geräte nach derselben Quelle aber nicht voraus.[2]

Für das Lüften im Winter empfiehlt die Verbraucherzentrale Hamburg die Querlüftung: Mindestens zwei gegenüberliegende Fenster werden so weit wie möglich geöffnet, und schon fünf Minuten sorgen für ausreichend Durchzug.[3] Einen hundertprozentigen Schutz bieten Luftfilter nach dieser Quelle nicht.[3]

Luftreiniger in der Sanierung

Auf Baustellen arbeiten wir mit Geräten, die ähnlich aussehen, aber eine andere Aufgabe haben: Luftreiniger mit HEPA-Filter senken bei Rückbau und Feinreinigung die Staubbelastung im Arbeitsbereich, und mit Unterdruckhaltung sorgen wir dafür, dass Staub und Sporen nicht in angrenzende Räume ziehen. Wie das funktioniert, erklärt der Begriff Unterdruckhaltung.

Bewohnern, die einen Luftreiniger gegen Schimmel kaufen möchten, sagen wir offen, was das Gerät leisten kann. Es kann die Zeit bis zur Sanierung erträglicher machen, besonders für Allergiker, die Sanierung selbst ersetzt es nicht.

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Belege

Quellen

  1. Umweltbundesamt (UBA): Mobile Luftreiniger: Nur als Ergänzung zum Lüften sinnvoll. Text mit Stand 11.02.2021, Abschnitte Priorisierung der Lüftungsmaßnahmen und Technische Optionen bei mobilen Luftreinigungsgeräten. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
  2. AOK-Bundesverband, AOK-Gesundheitsmagazin: Wie sinnvoll sind Luftreiniger in Wohnräumen? Veröffentlicht 07.09.2023, Abschnitte Welche Luftreiniger gibt es und Sind Luftreiniger sinnvoll. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  3. Verbraucherzentrale Hamburg e.V.: Wie sinnvoll sind Luftreiniger? Stand 22.02.2024, Abschnitte Das Wichtigste in Kürze, Unabhängige Testergebnisse und Filter prüfen, Reinigungsleistung muss zur Raumgröße passen, Finger weg von Geräten mit Ozon und Ionisatoren, UV-C-Licht und Filter von Profis wechseln lassen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
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