Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440
Ozonbehandlung: Ozongenerator im Wohnraum mit violettem Dunst, Sofa, Tür mit Warndreieck, Sensor auf Dreibein, abgeklebtes Lüftungsgitter, gekipptes Fenster

Ozonbehandlung

Auch: Ozonierung, Ozonbegasung

Bei einer Ozonbehandlung erzeugt ein Ozongenerator vor Ort das sehr reaktive Gas Ozon, um Räume zu desinfizieren oder Gerüche zu neutralisieren.[1] Die Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt rät von Geräten ab, die Raumluft mit Ozon behandeln, weil Ozon ein starkes Reizgas für die Atemwege ist und mit anderen Stoffen neue Schadstoffe wie Formaldehyd bilden kann.[2]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So läuft eine Ozonbehandlung ab und das macht sie riskant

Ozonbehandlung, Funktionsweise: Wohnraum mit Ozongenerator auf dem Boden, violetter Dunst und Moleküle aus drei Kugeln, Sofa mit aufblitzenden neuen Stoffen, geschlossene Tür mit Warndreieck, Ozonsensor auf einem Dreibein, abgeklebtes Lüftungsgitter und gekipptes Fenster

Schematische Darstellung eines abgesperrten Wohnraums mit Ozongenerator, violettem Dunst, Sofa, Tür mit Warndreieck, Ozonsensor, abgeklebtem Lüftungsgitter und gekipptem Fenster. Die Nummern folgen dem Weg vom Erzeugen des Gases bis zum Lüften danach.

  1. Generator macht Ozon vor Ort: Ozon lässt sich nicht lagern oder transportieren, weil es in Gegenwart von Verunreinigungen, Feuchtigkeit und festen Oberflächen spontan zerfällt. Ein Ozongenerator erzeugt es deshalb an Ort und Stelle für den sofortigen Gebrauch.
  2. Reagiert, bildet neue Stoffe: Das sehr reaktive Gas reagiert bei Kontakt mit organischen Verbindungen wie Fetten oder Proteinen. Darauf beruht die Desinfektion, aber auch die Gefahr: Mit anderen Stoffen im Raum entstehen neue Schadstoffe wie Formaldehyd, deshalb rät die Kommission Innenraumlufthygiene von solchen Geräten ab.
  3. Reizgas: niemand im Raum: Ozon ist ein starkes Reizgas für Atemwege und Augen und beim Einatmen als lebensgefährlich eingestuft. Während der Behandlung darf niemand im Raum sein, auch keine Tiere, Warnschilder weisen darauf hin.
  4. Lüftung abgeklebt: Lüftungs- und Zugangspunkte werden versiegelt, damit das Gas nicht in andere Räume gelangt. Das Gerät läuft vollautomatisch, brennbare Stoffe, Öle, Fette und Zündquellen bleiben fern, weil Ozon einen Brand verstärken kann.
  5. Sensor misst vor dem Betreten: Wieder betreten wird der Raum erst, wenn eine Messung mit Ozonsensoren einen Wert unter der sicheren Grenze zeigt. Für Büros und ähnliche Räume gilt in der Schweiz ein Orientierungswert von 0,035 ppm.
  6. Danach gründlich lüften: Nach der Behandlung wird ausreichend gelüftet, damit niemand den Wirkstoffen und ihren Reaktionsprodukten ausgesetzt ist. Bei Schimmel beseitigt Ozon die Ursache nicht, der Befall muss entfernt und die Feuchtequelle abgestellt werden.

Was Ozon ist

Ozon ist nach dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit ein sehr reaktives Gas, das bei Kontakt mit organischen Verbindungen wie Fetten oder Proteinen reagiert, und darauf beruhen sein Einsatz als Desinfektionsmittel ebenso wie seine Gefährlichkeit für Mensch und Tier.[1] Zu seiner Gefährlichkeit tragen neben dem Ozon selbst auch seine Reaktionsprodukte in der Luft und auf Oberflächen bei.[1]

Ozon ist als oxidierendes Gas eingestuft, das einen Brand verursachen oder verstärken kann, und es lässt sich nicht in Behältern lagern oder transportieren, weil es in Gegenwart von Verunreinigungen, Feuchtigkeit und festen Oberflächen spontan zerfällt und dabei Explosionen auslösen kann.[1] Erzeugt wird es darum immer an Ort und Stelle für den sofortigen Gebrauch.[1] Das Informationsblatt richtet sich ausdrücklich an alle, die solche Geräte in Räumen oder Lüftungen zur Luftreinigung, Desinfektion oder Geruchsneutralisation einsetzen oder gewerblich anbieten.[1] Bei der Trocknung nach einem Brand wird Ozon mitunter gegen Brandgeruch eingesetzt, und während der Behandlung dürfen sich dann weder Menschen noch Tiere in den Räumen aufhalten.

Seit dem Aufkommen von COVID-19 werden Ozongeneratoren nach dem BAG zunehmend mit dem Hinweis angeboten, sie wirkten auch gegen Viren, Bakterien und Schimmel.[1] In der Schweiz gelten Ozongeneratoren zur Raum- und Oberflächendesinfektion als Biozidprodukte, und wer sie in Verkehr bringt, braucht eine Zulassung.[1] Die Behandlung mit Ozon ersetzt keine Schimmelsanierung, weil das Gas befallenes Material weder trocknet noch entfernt.

Wirkung auf die Gesundheit

Ozon wird über die Atemluft aufgenommen, reagiert in den Atemwegen und führt vor allem zu akuten Atemwegsbeschwerden.[1] Das BAG nennt unter anderem Reizungen der Atemwege und Augen, Kratzen im Hals, Druck auf der Brust, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Schmerzen beim tiefen Einatmen und eine eingeschränkte Lungenfunktion.[1]

Wiederholte Belastung kann sich nach dem BAG auf Herz-Kreislauf-System, Nervensystem und Atemwege auswirken, und Ozon steht im Verdacht, genetische Defekte und Krebs zu verursachen.[1] Nach dem Registrierungsdossier, auf das sich das Amt bezieht, ist Ozon unter anderem als lebensgefährlich beim Einatmen, als organschädigend für das Atemsystem bei längerer Exposition und als hautätzend eingestuft.[1]

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass Ozon selbst die Atemwege reizt und seine Reaktionsprodukte mit Stoffen in der Luft ebenfalls schädlich sein können.[3] Das Umweltbundesamt rät nach ihrer Darstellung von Luftreinigern ab, die Ozon erzeugen, was meist bei Geräten mit Ionisator oder UV-C-Lampe der Fall ist.[3] Für die Raumluft nach einer Sanierung setzen Fachbetriebe stattdessen Geräte mit HEPA-Filter ein, die Partikel abscheiden, ohne Gase freizusetzen.

Hersteller sollten ihre Angaben zur Filterleistung und Luftreinigung nach der Verbraucherzentrale durch unabhängige Prüfungen belegen können.[3] Luftwäscher und Luftbefeuchter bergen nach ihr das Risiko, dass das Wasser im Gerät verkeimt, und eine zu hohe Luftfeuchte im Raum erhöht das Risiko für Schimmelschäden.[3] Nach einem Wasserschaden zählt das besonders, weil die nassen Bauteile ohnehin Feuchte an die Raumluft abgeben.

Neue Schadstoffe im Raum

Ozon reagiert nach der Kommission Innenraumlufthygiene nachweislich mit anderen Stoffen in der Raumluft, dabei können neue Schadstoffe wie Formaldehyd entstehen, und es reagiert auch mit vielen Materialien, was oft zu unerwünschten Sekundärprodukten führt.[2] Bei Geräten, die mit Ionisation oder Plasma arbeiten und dabei Ozon bilden, sieht die Kommission ebenfalls die Gefahr gesundheitsschädlicher Reaktionsprodukte im Realbetrieb.[2] Stand Abwasser im Haus, hilft gegen den Geruch darum vor allem, belastete Materialien zu entfernen und die Flächen gründlich zu reinigen.

Die Wirksamkeit solcher Ionisations- und Plasmageräte gegenüber Viren und Bakterien hält die Kommission bei üblichen Raumgrößen für nicht ausreichend erprobt, und sie empfiehlt, sich vor dem Kauf vom Hersteller die Wirksamkeit unter realen Raumbedingungen und das Fehlen gesundheitsschädigender Emissionen nachweisen zu lassen.[2]

Ozon kann nach dem BAG außerdem Zimmerpflanzen schädigen und Materialien wie Gummi, Beschichtungen und Farben angreifen.[1] Wie hoch die Konzentration im Raum wird, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der Leistung des Generators, der Raumgröße, der Lüftung, geschlossenen Türen und Fenstern und davon, wie viele Einrichtungsgegenstände Ozon aufnehmen oder mit ihm reagieren.[1]

Hilft Ozon gegen Gerüche?

Von der Anwendung durch Privatpersonen rät das BAG grundsätzlich ab, weil sich die tatsächliche Konzentration im Raum schwer kontrollieren lässt und die gesundheitlichen Grenzwerte überschritten werden können.[1] Sinnvoll ist sie nach dem Amt auch deshalb nicht, weil Luft und Oberflächen durch eine Ozonbehandlung unter Einhaltung der gesundheitlichen Grenzwerte nicht desinfiziert werden können und Gerüche nur teilweise neutralisiert werden.[1]

Ein Geruch nach einem Wasserschaden hat eine Quelle, meist durchfeuchtetes oder befallenes Material im Boden oder in der Wand. Solange diese Quelle bleibt, kommt der Geruch nach jeder Behandlung wieder, und was den Geruch verursacht, beschreibt der Begriff MVOC.

Wenn Fachleute ozonieren

Für professionelle Anwender nennt das BAG strenge Vorsichtsmaßnahmen: Im behandelten Raum darf niemand sein, Lüftungs- und Zugangspunkte werden versiegelt, der Generator arbeitet vollautomatisch, der Zutritt ist verboten und Warnschilder weisen auf die Behandlung hin.[1] Betreten werden darf der Raum erst, wenn Ozonsensoren eine sichere Konzentration anzeigen.[1]

Als Schwellen für das Wiederbetreten nennt das Schweizer Amt die dort geltenden Werte von 0,1 ppm für industrielle Arbeitsplätze und einen Orientierungswert von 0,035 ppm für Büros und ähnliche Räume.[1] Ozon ist außerdem von starken Reduktionsmitteln, brennbaren Stoffen wie Ölen und Fetten und von Zündquellen fernzuhalten.[1]

Wird Abluft mit Ozon behandelt und gereinigt in den Raum zurückgeführt, darf sie nach dem BAG keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursachen, und grundsätzlich darf die zugeführte Luft nicht schlechter sein als die Außenluft.[1]

Vorsichtsmaßnahmen bei einer Ozonbehandlung
Punkt Anforderung nach dem BAG
Anwesenheit niemand im Raum, auch keine Tiere
Raum Lüftungs- und Zugangspunkte versiegeln, Warnschilder anbringen
Gerät vollautomatischer Betrieb
Wiederbetreten erst nach Messung mit Ozonsensoren unter dem sicheren Wert
Umgebung brennbare Stoffe, Öle, Fette und Zündquellen fernhalten

Nach dem Informationsblatt Ozongeneratoren zur Luftreinigung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit, Februar 2021. In Deutschland gelten eigene Arbeitsschutzregeln.[1]

Desinfektionsmittel vernebeln

Neben Ozon werden Desinfektionsmittel auch in die Raumluft vernebelt. Die Kommission Innenraumlufthygiene rät von der Vernebelung von Wasserstoffperoxid- oder Natriumhypochloritlösung ab, weil beide starke Oxidationsmittel sind und je nach Konzentration Haut und Schleimhäute akut reizen.[2] Auch von der Vernebelung anderer Desinfektionsmittel ohne besondere Schutzmaßnahmen und Gefährdungsanalyse rät sie ab, während einer Desinfektion dürfen sich keinesfalls Nutzer im Raum aufhalten, und danach muss ausreichend gelüftet werden, damit niemand den Wirkstoffen ausgesetzt ist.[2]

Bei Schimmelsanierungen hält das Umweltbundesamt Biozide ohnehin in den meisten Fällen nicht für sinnvoll, wie der Begriff UBA-Schimmelleitfaden beschreibt.

Wie wir mit Gerüchen umgehen

Nach einem Wasserschaden wird eine Ozonbehandlung manchmal als schnelle Lösung gegen Gerüche angeboten. Wird sie angeboten, lohnt die Frage nach dem Verfahren, nach den Messungen vor dem Wiederbetreten und danach, wie Pflanzen, Tiere und empfindliche Materialien geschützt werden. In bewohnten Räumen setzen wir keine Ozongeneratoren ein. Nach einem Wasserschaden entfernen wir durchnässtes oder befallenes Material, trocknen den Aufbau mit technischer Trocknung und reinigen die Flächen, und bleibt danach ein Geruch, suchen wir weiter nach seiner Quelle. Duftöle und Sprays setzen wir ebenfalls nicht ein, weil sie einen Geruch nur überdecken.

Nach einem Abwasser- oder Fäkalschaden bauen wir das belastete Material in der Regel aus, weil sich ein solcher Geruch aus einem durchnässten Bodenaufbau kaum wegtrocknen lässt.

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. Bundesamt für Gesundheit (BAG), Schweiz: Ozongeneratoren zur Luftreinigung. Informationsblatt der Abteilung Chemikalien, Februar 2021. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22
  2. Umweltbundesamt: Stellungnahme der Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) zu Luftreinigern. Stand 16.11.2020, Abschnitt D Luftbehandlung mittels Ozon, Plasma oder Ionisation. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Luftreiniger: Luftfilter oder Luftwäscher, was ist besser gegen Husten? Stand 04.04.2026. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440