Luftreiniger gegen Schimmel: Was können sie?
Die Antwort in Kürze
Ein Luftreiniger mit Partikelfilter kann Sporen aus der Raumluft holen, den Befall an der Wand beseitigt er nicht. Luftreiniger bekämpfen nach der AOK immer nur die Symptome der Luftverunreinigung, die Ursache muss abgestellt werden.[1] Nach der Verbraucherzentrale Hamburg sind sie kein Ersatz für regelmäßiges Lüften, und von Geräten mit Ozon oder Ionisatoren rät sie ab.[2] Bei einer Schimmelsanierung können Hochleistungs-Luftreiniger in Sonderfällen die Feinreinigung unterstützen.[3]
Was ein Luftreiniger tut und was nicht
Geräte mit Filter ziehen nach der AOK Raumluft durch einen Filter und blasen sie gereinigt zurück, und je nach Filterart halten sie Pollen, Staub, Bakterien und sogar Viren zurück.[1] Für kleinste Partikel braucht es einen HEPA-Filter, also einen hocheffizienten Partikelfilter, und um auch Viren zu erfassen, empfehlen Fachleute nach der AOK die Klassen H13 oder H14.[1] Aktivkohlefilter eignen sich dagegen, um Gase und Gerüche zu binden.[1]
Schimmel wächst aber nicht in der Luft, er wächst auf feuchten Wänden, hinter Möbeln und in Bauteilen. Ein Filter fängt einen Teil der Sporen, die sich von dort lösen, der Pilzrasen bleibt, und mit ihm die Feuchte, die ihn ernährt. Luftreiniger bekämpfen nach der AOK immer nur die Symptome, und die AOK rät, die Quelle der Belastung zu finden und zu beseitigen.[1]
Lüften lässt sich nicht ersetzen
Weit geöffnete Fenster in regelmäßigen Abständen bleiben nach der Verbraucherzentrale Hamburg unverzichtbar, um verbrauchte Raumluft zu erneuern, und es ist auch wichtig, um Schimmel vorzubeugen.[2] Luftfilter können das Lüften nach der Verbraucherzentrale lediglich ergänzen.[2] Feuchtigkeit, die Schimmel entstehen lässt, nimmt ein Luftreiniger nicht auf, das schafft nur der Austausch mit trockenerer Außenluft oder ein Luftentfeuchter. Wer richtig lüftet, braucht kein zusätzliches Gerät, und bei einer Innendämmung ohne Schimmel entscheidet die Dampfbremse, nicht der Luftreiniger.
Eine effiziente Reinigungsleistung erreicht ein Gerät nach der Verbraucherzentrale nur mit sehr großem Luftstrom, und das geht immer mit Energieverbrauch, Lärm und Luftzug einher.[2] Die Leistung muss zur Raumgröße und Personenzahl passen, und Ecken, die der Luftstrom kaum erreicht, gibt es nach der Verbraucherzentrale in nahezu jedem Raum.[2]
Finger weg von Ozon und Ionisatoren
Geräte mit Ozon lehnt die Verbraucherzentrale Hamburg ab, denn das Gas kann die Raumluft belasten und mit anderen Stoffen neue Schadstoffe bilden.[2] Ionisatoren erzeugen nach der Verbraucherzentrale ebenfalls Ozon, und das Reizgas lässt Augen tränen, reizt die Atemwege und kann Kopfschmerzen auslösen.[2] Auch das Umweltbundesamt hält Ozongeräte für Wohnräume nach der AOK für ungeeignet.[1]
Bei Geräten mit UV-C-Licht ist nach der Verbraucherzentrale noch nicht nachgewiesen, dass die Technik handelsüblicher Geräte Viren wirkungsvoll unschädlich macht, und sie sollten nur eingesetzt werden, wenn keine UV-C-Strahlung austritt.[2] Für Schimmel in der Wohnung bringen solche Verfahren nichts, was eine trockene Wand nicht besser könnte.
Riecht die Wohnung muffig, ist das ein Hinweis auf eine Quelle, die gesucht werden sollte. Ein Gerät, das den Geruch überdeckt oder bindet, nimmt Ihnen dieses Warnsignal und verschiebt die Suche nach dem Befall, der unterdessen weiterwächst. Tritt nachts Wasser aus einer Leitung aus, findet der Notdienst die Quelle, denn Schimmel braucht Feuchte zum Wachsen.
Bei der Sanierung: ein Werkzeug unter mehreren
Der Entwurf des Schimmelleitfadens des Umweltbundesamts nennt Luftreiniger als eine mögliche Sofortmaßnahme bei Befall, neben Abschottung, Abdeckung mit Folie und eingeschränkter Nutzung der Räume, wobei eine Verschleppung von Sporen und eine Gefährdung Dritter zu vermeiden ist.[3] Bei großen Schäden lassen sich während der Feinreinigung aufgewirbelte Partikel nach dem Entwurf durch Lüften, eine Unterdruckanlage und in Sonderfällen auch mit Hochleistungs-Luftreinigern verringern.[3]
Zusätzliche Maßnahmen wie eine Biozid-Vernebelung oder eine Flächendesinfektion sind nach dem Entwurf darüber hinaus nicht notwendig.[3] Verfahren wie Ozonung oder Ionisation der Zuluft sind nach dem Entwurf aus hygienischen Gründen weder erforderlich noch sinnvoll.[3] Ein Gerät im Wohnzimmer ersetzt also weder Abschottung noch Feinreinigung, es kann sie in einem fachgerechten Ablauf ergänzen. Fragen Sie den Sanierungsbetrieb, welche Technik er einsetzt und wie er die Räume nach der Arbeit freimisst.
Für wen sich ein Gerät lohnen kann
Sinnvoll ist ein Gerät nach der AOK vor allem in kleinen und mittleren Räumen, in denen das Lüften über Fenster und Türen schwerfällt, und Allergikern sowie Menschen mit einer chronischen Lungenkrankheit kann er die Beschwerden erleichtern.[1] Wer an einer Schimmelallergie leidet und auf die Sanierung wartet, kann damit die Sporenlast im Schlafzimmer senken, solange gleichzeitig die Ursache angegangen wird. Stellen Sie das Gerät nach der Verbraucherzentrale Hamburg so auf, dass es einen großen Teil der Raumluft ansaugen kann, und nicht in eine Ecke hinter dem Sofa.[2]
Filter, die Schimmelsporen und Keime zurückhalten, sollten nach der Verbraucherzentrale Hamburg von Profis gewechselt werden, weil sie potenziell belastet sind.[2] Verlassen Sie sich nach der Verbraucherzentrale nicht nur auf Herstellerangaben: In einem Test der Stiftung Warentest, auf den sie verweist, arbeiteten anfangs alle Geräte gut, mit gealtertem Filter aber nicht mehr alle.[2] Effizient arbeiten die Geräte in der Regel nur auf der höchsten Stufe, und der Standby-Verbrauch kommt hinzu.[2] Achten Sie vor dem Kauf deshalb auf unabhängige Testergebnisse, den Stromverbrauch auf der Stufe, die Sie tatsächlich brauchen, und die Lautstärke, die Sie sich im Handel vorführen lassen können.[2]
Häufige Fragen
Entfernt ein Luftreiniger Schimmelgeruch?
Gerüche und Gase binden nach der AOK Aktivkohlefilter, nicht der Partikelfilter.[1] Der Geruch kommt aber vom Befall, und solange dieser bleibt, kommt auch der Geruch wieder.
Reicht ein Luftreiniger, bis der Vermieter saniert?
Er kann Partikel aus der Raumluft holen, mehr nicht, und der Befall an der Wand wächst weiter.[1] Lüften bleibt nach der Verbraucherzentrale Hamburg unverzichtbar, und befallene Flächen sollten bis zur Sanierung abgedeckt oder abgeschottet werden.[2][3]
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Belege
Quellen
- AOK-Bundesverband, AOK-Gesundheitsmagazin: Wie sinnvoll sind Luftreiniger in Wohnräumen? Beitrag vom 07.09.2023, Abschnitte zu Filtersystemen, Ozon und Ionisatoren und zum sinnvollen Einsatz. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
- Verbraucherzentrale Hamburg: Wie sinnvoll sind Luftreiniger? Stand 22.02.2024, Abschnitte Das Wichtigste in Kürze, Ozon und Ionisatoren, UV-C-Licht, Stromverbrauch und Filterwechsel. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14
- Umweltbundesamt (Entwurf, bereitgestellt von der AGÖF): Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, Entwurf zur Diskussion 2016. Kapitel 4.3.3, 6.2.2 und 6.2.7. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
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