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Gipskarton oder Gipsfaser im Bad: Was hält Feuchte aus?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Imprägnierte Gipsplatten sind nach der Übersicht von Rigips in den Wassereinwirkungsklassen W0-I und W1-I geeignet und zulässig, in W2-I und W3-I nicht.[1] Gipsfaserplatten haben nach dem Portal BaustoffWissen keine Kartonummantelung und sind weniger feuchteempfindlich, ersetzen aber keine Abdichtung.[2] Wo mehr Wasser hinkommt, werden zementgebundene Platten eingesetzt, die nach fermacell im Wandbereich der Klasse W2-I vollflächig abgedichtet werden.[3]

Die Wassereinwirkungsklasse entscheidet

Welche Platte an welche Wand gehört, richtet sich nach der Wassereinwirkungsklasse der DIN 18534, die Rigips in einer Übersicht mit Beispielen und passenden Platten darstellt.[1] Die Übersicht von Rigips ordnet Wandflächen über Waschbecken in Bädern und über Spülbecken in häuslichen Küchen der Klasse W0-I zu, Wandflächen über Badewannen und von Duschen in Bädern der Klasse W1-I.[1] Wände von Duschen in Sport- und Gewerbestätten gehören zu W2-I, Umgänge von Schwimmbecken und gewerbliche Küchen oder Wäschereien zu W3-I.[1]

Für ein häusliches Bad heißt das: Auch Wandflächen von Duschen gehören nach dieser Übersicht zu W1-I.[1] Bei bodengleichen Duschen ohne Abtrennung oder bei Dampfduschen legt die Planung fest, ob eine höhere Einstufung nötig ist.

Gipskarton: imprägniert und abgedichtet

Die imprägnierte Bauplatte von Rigips ist nach DIN 18181 und DIN 18534-1 für den Einbau in W0-I und W1-I geeignet und zulässig, während Gipsplatten für W2-I und W3-I nach diesen Normen weder geeignet noch zulässig sind.[1] Für höhere Klassen bietet der Hersteller eine glasvliesarmierte Platte an, die nach DIN 18534-1 auch für W2-I zulässig ist, und für diese Platte wurde ergänzend ein Eignungsnachweis für W3-I erbracht.[1]

Geeignet heißt nicht wasserdicht. Im Spritzwasserbereich bekommt jede Gipsplatte eine Abdichtung unter den Fliesen, und für Abdichtungen fordert die DIN 18534 nach fermacell einen Verwendbarkeitsnachweis als allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder als europäisches Bewertungsdokument.[3] Lassen Sie sich nach einem Wasserschaden nennen, welches geprüfte System auf die neuen Platten kommt, und zeigen Sie sich Lieferschein oder Aufdruck der Platten, damit klar ist, dass tatsächlich imprägnierte Platten verbaut werden. Steht nach dem Schaden eine Badsanierung an, wird die Wahl der Platten gemeinsam mit der Abdichtung geplant.

Gipsfaser: ohne Karton und stabiler

Gipsfaserplatten unterscheiden sich nach BaustoffWissen von Gipskartonplatten schon auf den ersten Blick, weil sie nicht mit Karton ummantelt sind, und ihre Gipsmasse enthält Zellulosefasern, die wie eine Armierung wirken.[2] Dadurch sind sie deutlich stabiler, punkten beim Brandschutz und sind weniger feuchteempfindlich.[2] Hergestellt werden sie nach dem Portal aus Papierfasern, Gips und Wasser, die gemischt und zu Platten gepresst werden, und sie sind nicht brennbar, Baustoffklasse A2 nach DIN 4102.[2] Im Bad braucht auch eine Gipsfaserplatte im Spritzwasserbereich eine Abdichtung unter den Fliesen.

Grundsätzlich lassen sich Gipsfaserplatten nach dem Portal für alle Anwendungen nutzen, für die auch Gipskarton in Frage kommt, sie sind aber teurer.[2] Im Bad zählt vor allem ihre Stabilität, etwa wenn schwere Spiegelschränke oder Haltegriffe an die Wand sollen. An der Abdichtung im Spritzwasserbereich ändert die Faserplatte nichts, sie wird dort genauso abgedichtet wie eine Gipskartonplatte.

Zementgebundene Platten für viel Wasser

Die zementgebundene Platte Powerpanel H2O wird nach den Planungsunterlagen von fermacell in Wandbereichen der Klasse W2-I vollflächig mit dem Abdichtungssystem des Herstellers abgedichtet, einschließlich Flexkleber.[3] In der Klasse W1-I müssen bei dieser Platte nur Randanschlüsse Wand zu Wand und Wand zu Boden sowie Bewegungs- und Anschlussfugen, etwa an Durchdringungen, mit Dichtbändern oder Dichtmanschetten des Systems abgedichtet werden.[3]

Möglich ist nach fermacell auch ein Mischaufbau mit Gipsfaserplatten in der ersten und der zementgebundenen Platte in der zweiten Lage, wobei alle Lagen in der Unterkonstruktion befestigt werden und die obere Platte nicht in der unteren verschraubt werden darf.[3] Für eine Dusche, die stark genutzt wird, ist das eine robuste Lösung. Das geprüfte Abdichtungssystem des Herstellers darf nach dessen Unterlagen bis zur Klasse W2-I im Wandbereich eingesetzt werden, und für andere Klassen verweist fermacell an Hersteller bauchemischer Produkte.[3] Fragen Sie nach, ob der Betrieb mit dem Plattensystem vertraut ist, denn Abdichtung, Fugenkleber und Befestigung gehören hier zusammen. Ob die vorhandene Abdichtung im Bad nach dem Schaden bleiben kann, klärt der Fachbetrieb, bevor neue Platten bestellt werden.

Unterkonstruktion nicht vergessen

Auch die Profile hinter den Platten müssen zur Feuchte passen. Nach der Übersicht von Rigips genügt für W0-I und W1-I die Standardverzinkung Z100, die mindestens der Schutzklasse C1 entspricht, für W2-I ist C3 und für W3-I C5 angegeben.[1] Damit Sie das Bad in der richtigen Reihenfolge aufbauen, werden Profile, Platten und Abdichtung vor dem ersten Schnitt gemeinsam festgelegt.

Nach einem Wasserschaden in einer Trockenbauwand wird deshalb nicht nur die Platte angesehen. Zeigen die Profile Rost oder ist die Dämmung zwischen ihnen nass, gehört das in den Befund, und rostige Profile werden ersetzt, bevor neue Platten kommen. Für Fliesen muss die Wand ausreichend steif sein, und dafür sorgen Ständerabstand und Beplankung nach den Angaben des Plattenherstellers.

Nach dem Wasserschaden neu aufbauen

Gipsplatten, die durch das Wasser weich, wellig oder am Karton lose geworden sind, werden ersetzt. Beim Neuaufbau ist die Gelegenheit, die Platte nach der tatsächlichen Wassereinwirkung zu wählen, statt einfach dieselbe Platte wieder einzusetzen. Achten Sie darauf, dass die neuen Platten trocken gelagert wurden und die Wand dahinter trocken ist, bevor sie montiert werden.

Lassen Sie sich die gewählte Platte, die Abdichtung und die Wassereinwirkungsklasse schriftlich geben, mit Herstellerangaben, und fotografieren Sie die Wand vor dem Fliesen. Damit ist später nachvollziehbar, was in der Wand steckt, wenn wieder etwas passiert.

Häufige Fragen

Darf normaler Gipskarton ins Bad?

Für Bäder werden imprägnierte Gipsplatten verwendet, die nach Rigips in W0-I und W1-I geeignet und zulässig sind, im Spritzwasserbereich mit Abdichtung.[1]

Ist Gipsfaser besser als Gipskarton im Bad?

Gipsfaser ist nach BaustoffWissen stabiler und weniger feuchteempfindlich, aber teurer.[2] Die Abdichtung im Spritzwasserbereich braucht sie trotzdem.

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Belege

Quellen

  1. Saint-Gobain Rigips GmbH (Hersteller): Rigips Lösungen für Feucht- und Nassräume: Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18534. Übersichtstabelle mit Anwendungsbeispielen, Produkten und Unterkonstruktion. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  2. Bauverlag BV GmbH, BaustoffWissen: Was sind Gipsfaserplatten? Beitrag vom 20.08.2024. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. James Hardie Europe GmbH, Marke fermacell (Hersteller): fermacell Powerpanel H2O: Planung und Verarbeitung im Innenbereich. Ausgabe Mai 2019, Abschnitte 6.4, 11.2 und 11.3. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
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