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Matratzen, Polster und Textilien über den Winter im Ferienhaus

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Matratzen, Polster und Textilien überstehen den Winter, wenn sie trocken, sauber und luftig lagern: Ein schlafender Mensch gibt nach der Verbraucherzentrale NRW in einer Nacht 200 bis 350 Milliliter Wasser ab, und hinter Schränken und Vorhängen steigt die Luftfeuchte schnell über 70 Prozent.[1] Wollsachen, die länger nicht gebraucht werden, gehören nach dem Umweltbundesamt gereinigt und gut verschlossen verpackt.[2]

Wo die Feuchte herkommt

Beim Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, Atmen und Schwitzen gelangen nach einer Broschüre der Verbraucherzentrale NRW täglich mehrere Liter Wasser in die Raumluft.[1] Für einen schlafenden Menschen nennt die Broschüre 200 bis 350 Milliliter in der Nacht, für Duschen einen Liter am Tag.[1] Schimmel bildet sich dort, wo er einen Nährboden aus organischem Material findet, wozu nach der Verbraucherzentrale auch Textilien gehören.[1]

Nach der letzten Belegung im Herbst steckt diese Feuchte in Bettzeug, Matratzen, Handtüchern und Polstern, und dann kühlt das Haus ab. Wer die Betten bezogen und die Schränke voll zurücklässt, schließt die Feuchte mit ein. Planen Sie für den Saisonabschluss deshalb einen Tag, an dem gewaschen, getrocknet und gelüftet wird, bevor das Haus zugeht. Wird daraus über den Winter ein unbeheiztes Ferienhaus, ziehen Textilien die Feuchte der kalten Raumluft an.

Matratzen vor dem Winter

Eine Matratze sollte nach den Pflegehinweisen des Bettenherstellers allnatura gelegentlich gründlich gelüftet werden, damit sie die aufgenommene Feuchte abgeben kann, und ein kurzes Sonnenbad wirkt durch die UV-Strahlung keimtötend.[3] Latexmatratzen ohne Bezug sollten allerdings nicht lange direkt in der Sonne liegen.[3] Ein Matratzenschoner zwischen Lattenrost und Matratze verhindert nach dem Hersteller einen Feuchtigkeitsstau an dieser Stelle, der häufig die Ursache für Schimmel ist.[3] Zeigt sich Schimmel auch an Wand oder Lattenrost hinter dem Bett, reicht Lüften nicht, und eine Schimmelsanierung beseitigt den Befall samt Ursache.

Ziehen Sie nach der letzten Belegung alle Betten ab, waschen Sie Bezüge und Schoner und lassen Sie die Matratzen an einem trockenen Tag offen auslüften. Packen Sie eine Matratze nicht luftdicht in Folie, solange sie noch Feuchte enthält, denn die Folie hält sie fest. Ein Lattenrost, der Luft an die Unterseite lässt, ist für ein Bett, das monatelang leer steht, besser als eine geschlossene Unterlage. Mit einer Moltonauflage schützen Sie nach allnatura den Matratzenbezug vor Verschmutzung, und grundsätzlich gilt beim Bezug: lieber lüften als waschen.[3] Wer die Ferienwohnung nach dem Winter öffnet, lüftet Matratzen und Decken zuerst, bevor die Betten frisch bezogen werden.

Polster, Teppiche und Vorhänge

An schlecht belüfteten Stellen, etwa hinter Schränken und Vorhängen, wird nach der Verbraucherzentrale schnell eine relative Luftfeuchte von über 70 Prozent erreicht, und Heizkörper und kalte Wände sollten nicht mit Möbeln zugestellt werden.[1] Rücken Sie Sofas und Sessel vor dem Winter ein Stück von den Außenwänden ab und ziehen Sie Vorhänge auf, damit die Luft auch dahinter zirkuliert.

Ein unbehandelter oder älterer Teppich sollte nach dem Umweltbundesamt frei im Raum liegen, gut abzusaugen und auszuklopfen sein und ganz dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, denn dunkle Stellen unter Schränken werden gern von Motten oder Teppichkäfern befallen.[2] Wollteppiche sind nach dem Amt meist mit Insektiziden aus der Gruppe der Pyrethroide gegen Mottenfraß ausgerüstet.[2]

Wolle, Daunen und Decken einlagern

Die Larven der Kleidermotte ernähren sich nach dem Umweltbundesamt von keratinhaltigen Materialien wie Wolle, Haaren oder Federn, pflanzliche Fasern wie Baumwolle befallen sie nicht.[2] Sie bevorzugen Textilien mit Schweiß, Tierhaaren oder Hautschuppen und warme Bereiche, und am besten entwickeln sie sich um 24 Grad und bei mindestens 75 Prozent Luftfeuchte.[2] Temperaturen unter 15 Grad und Trockenheit sind für ihre Entwicklung ungünstig.[2]

Werden Kleidungsstücke, Decken und Ähnliches aus Wolle oder mit Wollanteil länger nicht genutzt, sollten sie nach dem Amt gereinigt und gut verschlossen verpackt werden, etwa in Kleidersäcken oder Vakuumtüten.[2] Für Wolldecken, Daunendecken und Kissen im Ferienhaus heißt das: vor dem Einpacken waschen oder reinigen lassen, vollständig trocknen und erst dann in dichte Säcke oder Boxen legen. Steht das Haus noch im ersten Jahr, gehört vor dem Einräumen der Säcke eine Neubautrocknung dazu, sonst zieht die Baufeuchte in die Textilien.

Motten früh erkennen

Typisch für einen Befall sind nach dem Umweltbundesamt kleine, unregelmäßige Fraßlöcher, die über das ganze Textil verteilt sind, und Kotbröckchen, die in der Farbe oft dem befallenen Gewebe ähneln.[2] Lockstoff-Fallen mit Pheromonen locken Mottenmännchen auf einen Klebestreifen und sollten an mehreren Stellen stehen, etwa in Kleiderschränken und Truhen, damit sich der Befallsherd eingrenzen lässt.[2]

Lavendel, Nelken oder Zedernholz können nach dem Amt ergänzend helfen, schrecken Motten aber nicht hundertprozentig ab.[2] Stellen Sie im Herbst in jeden Schrank mit Wollsachen eine Falle und sehen Sie beim ersten Besuch im Frühjahr nach, ob etwas daran klebt.

Wenn Schimmel auf Textilien sitzt

Poröse Materialien lassen sich nach der Verbraucherzentrale oft nicht reinigen und müssen entfernt und entsorgt werden, und das gilt auch für Polstermöbel und Textilien.[1] Glatte Flächen wie Glas, Metall, Lack und Kunststoff werden mit Haushaltsreiniger und Tuch abgewischt.[1]

Findet sich im Frühjahr Schimmel auf Matratzen oder Polstern, ist das ein Hinweis darauf, dass es im Haus über den Winter zu feucht war. Prüfen Sie dann neben den Textilien auch Wände, Fensterlaibungen und Böden, und lassen Sie die Feuchte in den Bauteilen messen, um die Ursache zu finden. Wohn- und Schlafräume sollten nach der Verbraucherzentrale in der Heizperiode tagsüber mindestens 16 Grad haben und nicht auskühlen, und zwischen den Räumen sollten keine Temperaturunterschiede von mehr als 5 Grad entstehen.[1] Das gilt für die Wochen, in denen das Haus bewohnt ist.

Häufige Fragen

Soll ich Matratzen über den Winter in Folie einpacken?

Nur, wenn sie vorher vollständig getrocknet sind. Besser bleibt die Matratze luftig auf dem Lattenrost, mit einem Schoner dazwischen, der nach dem Hersteller allnatura einen Feuchtigkeitsstau verhindert.[3]

Fressen Motten auch Baumwolle?

Nein. Die Larven der Kleidermotte fressen nach dem Umweltbundesamt keratinhaltige Stoffe wie Wolle, Haare und Federn, pflanzliche Fasern befallen sie nicht.[2]

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Belege

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.: Wohnen ohne Feuchte und Schimmel. Broschüre, Abschnitte Lüften für gesundes Wohnklima, Tabelle Feuchtequellen und Schimmel entfernen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  2. Umweltbundesamt: Kleidermotten. Stand 24.09.2026, Abschnitte Schadpotential und Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
  3. allnatura (Hersteller und Händler von Betten): Pflegeanleitung für Ihre Matratzen und Topper. Abschnitte Lüften und Schützen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
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