Schimmel im Schlafzimmer: Warum gerade dort?
Die Antwort in Kürze
Im Schlafzimmer kommen kühle Wände und viel Feuchte zusammen: In Schlafräumen wird nach dem Brandenburger Gesundheitsministerium meist deutlich weniger geheizt, und über Nacht geben die Schlafenden Feuchtigkeit an die Raumluft ab.[1] Dringt warme, feuchte Luft aus der Wohnung ein, schlägt sie sich an den kalten Wänden nieder.[1] Das Ministerium rät zu 16 bis 18 Grad, einer geschlossenen Tür und Lüften morgens und vor dem Schlafengehen.[1]
Kühler Raum, feuchte Nacht
In Schlafräumen wird nach dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg meist deutlich weniger geheizt als im übrigen Haushalt.[1] Das Umweltbundesamt empfiehlt für das Schlafzimmer 17 Grad, für die Küche 18 Grad und für den Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad.[2] Kühlere Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, deshalb muss nach dem Umweltbundesamt umso öfter gelüftet werden, je kühler das Zimmer ist.[2]
Über Nacht geben zwei Menschen mit Atem und Haut Feuchtigkeit an die Raumluft ab, und die Tür bleibt dabei geschlossen. Am Morgen ist die Luftfeuchte im Schlafzimmer deshalb höher als am Abend, und an den kühlsten Flächen kann sie den kritischen Bereich erreichen. Tropft es nachts aus der Decke, sperrt der Notdienst ab, bevor sich Feuchte im Putz der kühlsten Stellen sammelt.
Warum die offene Tür schadet
Bleibt die Tür zum warmen Wohnbereich offen, strömt warme, feuchte Luft ins kühlere Schlafzimmer. Das Brandenburger Ministerium rät deshalb, im Winter die Tür zu den beheizten Räumen geschlossen zu halten, damit sich die Feuchte nicht an den relativ kalten Wänden niederschlägt.[1] Eine Grafik des Bundesumweltministeriums auf der Seite empfiehlt, alle Räume ausreichend und konstant auf mindestens 17 Grad zu heizen, Flure auf 15 Grad, und die Türen zu weniger beheizten Räumen zu schließen.[1]
Das Schlafzimmer mit warmer Luft aus dem Wohnzimmer mitzuheizen, wirkt sparsam, bringt aber die Feuchte aus Küche und Bad an die kälteste Wand der Wohnung. Besser ist ein eigener, niedrig eingestellter Heizkörper, der die Wände nicht auskühlen lässt. Auch tagsüber sollte er nicht ganz abgedreht werden, sonst kühlen die Wände aus und brauchen am Abend lange, bis sie wieder warm sind. Im Schlafzimmer heißt das, morgens kräftig zu lüften, und bei Schimmel im Altbau zusätzlich die Außenwand im Blick zu behalten, weil sie kälter ist.
Wo im Schlafzimmer der Schimmel sitzt
Typische Stellen sind die Wand hinter dem Kleiderschrank, das Kopfende des Bettes an der Außenwand, die Raumecken an Außenwänden und die Fensterlaibung. Oft beginnt Schimmel am Fenster an Dichtung und Rahmenecken, bevor er auf die Wand daneben übergeht. Bei Möbeln an der Außenwand sind nach dem Brandenburger Ministerium mindestens zehn Zentimeter Abstand ratsam, und Heizkörper sollten nicht durch schwere Vorhänge verdeckt sein.[1] Prüfen Sie auch die Unterseite der Matratze und die Rückwand des Schranks, wenn es muffig riecht. Grenzt das Schlafzimmer an ein unbeheiztes Treppenhaus, einen Dachboden oder eine Garage, sind auch diese Innenwände kalt, und es gilt dasselbe wie an der Außenwand.
Gekippte Fenster helfen dabei wenig. Kipplüftung birgt nach dem Umweltbundesamt das Risiko der Schimmelbildung durch Kondensation an den Randbereichen der Fenster, sie ist wenig effektiv und verschwendet Heizenergie.[2] Wer bei gekipptem Fenster schläft, kühlt die Laibung über Stunden aus, und genau dort setzt sich die Atemfeuchte ab.
Richtig lüften und heizen
Morgens und vor dem Schlafengehen sollten Schlafräume nach dem Brandenburger Ministerium unbedingt gelüftet werden.[1] Wirksamer als dauerhaft gekippte Fenster ist es nach dem Umweltbundesamt, mehrmals täglich die Fenster ganz zu öffnen und fünf Minuten kurz und kräftig durchzulüften.[2] Die Heizung im Schlafzimmer sollte so eingestellt werden, dass 16 bis 18 Grad erreicht werden.[1]
In nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchtigkeit nach dem Umweltbundesamt als Faustregel im Winter unter 50 Prozent liegen, und ein Hygrometer macht sichtbar, ob das Lüften ausreicht.[2] Das Brandenburger Ministerium rät, darauf zu achten, dass die Luftfeuchte nicht dauerhaft über 60 Prozent liegt.[1] Lesen Sie das Gerät morgens direkt nach dem Aufstehen ab, dann sehen Sie den höchsten Wert der Nacht. Wäscheständer, große Pflanzen und ein Luftbefeuchter gehören nicht ins Schlafzimmer, solange die Werte dort hoch sind.
Matratze, Bettzeug, Kleidung
Poröse Materialien, Textilien und Leder, die mit Schimmel befallen sind, sollten nach der Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz in der Regel entfernt und weggeworfen werden, glatte Flächen lassen sich feucht abwischen und reinigen.[3] Chlorhaltige Mittel und Anti-Schimmel-Grundierungen sollten nicht verwendet werden, entscheidend ist, die Ursache des Feuchteschadens zu beheben.[3] Größere befallene Flächen gehören in die Hände eines Fachbetriebs, der Tapete und Putz abträgt und bei Bedarf eine Trockenbauwand erneuert.
Bettwäsche, Decken und Kleidung, die nur in der Nähe einer befallenen Wand lagen, lassen sich waschen. Eine Matratze mit Flecken auf der Unterseite ist dagegen befallen und gehört ausgetauscht, ebenso ein Lattenrost oder Schrankrücken aus Spanplatte, wenn sich der Belag nicht abwischen lässt.
Wenn es trotzdem wieder schimmelt
Die Ursache für die erhöhte Feuchtigkeit im Bereich des Befalls ist nach der Hamburger Behörde ausfindig zu machen und zu beseitigen, Luftfeuchtigkeit und Temperatur insbesondere an den Wänden sind zu überprüfen und Wasserschäden auszuschließen.[3] Im Zweifel ist eine sachkundige Person hinzuzuziehen.[3]
Kehrt der Schimmel trotz Lüften und Heizen zurück, sitzt die Ursache vielleicht in der Wand: eine Wärmebrücke an der Außenecke, ein Rollladenkasten ohne Dämmung oder Feuchte aus einem Leck. Eine Messung der Oberflächentemperatur und der Materialfeuchte zeigt, was zutrifft, und Mieter informieren ihre Vermieterin oder ihren Vermieter schriftlich.
Häufige Fragen
Darf ich bei gekipptem Fenster schlafen?
Im Winter besser nicht dauerhaft. Kipplüftung birgt nach dem Umweltbundesamt das Risiko von Kondensation und Schimmel an den Randbereichen der Fenster.[2] Lüften Sie vor dem Schlafen und nach dem Aufstehen kurz und weit.
Wie warm sollte das Schlafzimmer sein?
Das Umweltbundesamt empfiehlt 17 Grad.[2] Das Brandenburger Gesundheitsministerium nennt 16 bis 18 Grad und rät, die Tür zu den wärmeren Räumen geschlossen zu halten.[1]
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Belege
Quellen
- Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg: Richtig lüften und heizen. Abschnitte Richtig heizen und Heizen im Schlafzimmer. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
- Umweltbundesamt: Richtiges Heizen schützt das Klima und den Geldbeutel. Abschnitte Die richtige Raumtemperatur und Richtig lüften. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
- Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Justiz und Verbraucherschutz: Schimmel: Was nun? Einleitung und Abschnitt Was kann ich bei einem kleinen Schimmelbefall tun. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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