Nasse Elektrogeräte: Trocknen oder entsorgen?
Die Antwort in Kürze
Ein nass gewordenes Elektrogerät bleibt aus, bis es getrocknet, gereinigt und geprüft ist: Durchnässte Haushaltsgeräte dürfen nach der HEA ohne diese Instandsetzung nicht eingeschaltet werden, weil Zerstörung und Stromschlag drohen.[1] Die Prüfung gehört nach dem Fachportal elektrofachkraft.de in die Hand eines eingetragenen Elektrofachbetriebs.[2] Aufgeblähte oder ausgelaufene Akkus werden nach dem Umweltbundesamt nicht mehr benutzt und kommen sofort zur Sammelstelle.[3]
Erst die Stromversorgung, dann das Gerät
Bevor jemand ein nasses Gerät auch nur aus der Steckdose zieht, wird der Stromkreis an der Sicherung abgeschaltet, wenn der Verteiler trocken und gefahrlos erreichbar ist. Steht Wasser am Sicherungskasten, sind Feuerwehr oder Netzbetreiber zuständig. Ein Keller, dessen Wasserstand noch zunimmt, bleibt für alle gesperrt. Schutzeinrichtungen, die Menschen sonst vor einem Stromschlag bewahren, sind nach einer Schnellinformation der Fachgemeinschaft HEA meistens nicht mehr wirksam, wenn sie mit Wasser in Berührung gekommen sind.[1]
Stehen elektrische Anlagen unter Wasser, sollte sich nach elektrofachkraft.de niemand ihnen nähern, und die Stromversorgung muss von außen abgeschaltet werden, was meist nur der Netzbetreiber kann, den Sie dafür verständigen.[2] Selbst einschalten sollte man nach dem Abfließen des Wassers nichts, denn nass gewordene Geräte müssen erst instand gesetzt und fachgerecht geprüft werden, sonst droht ein Stromschlag.[2]
Bei einem großen Hochwasser entscheidet nach der HEA der Netzbetreiber, wann und wo er die Versorgung abschaltet.[1] Bei lokalen Überschwemmungen nach Starkregen bleibt die Versorgung dagegen erhalten, und überflutete Hausanschlusskästen, Hauptverteiler und Zähler im Keller sind dann eine Gefahr für Mensch und Tier, der sich niemand nähern sollte.[1]
Warum Ausprobieren gefährlich ist
Durchnässte Haushaltsgeräte und Installationsgeräte dürfen nach der HEA ohne vorherige Instandsetzung, also Trocknung, Reinigung und Prüfung, nicht eingeschaltet werden, weil Zerstörungsgefahr und die Gefahr eines elektrischen Schlages bestehen.[1] Für die Überprüfung, Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Anlage ist ausschließlich eine Elektrofachkraft oder der Netzbetreiber zu beauftragen.[1]
Ein Gerät, das äußerlich trocken wirkt, kann innen noch Wasser, Schlamm und Rückstände tragen. Der Versuch, es kurz einzuschalten, um zu sehen, ob es noch geht, ist genau der Moment, in dem Kurzschluss und Stromschlag entstehen. Warten Sie die Trocknung ab und lassen Sie das Ergebnis messen.
Was die Elektrofachkraft prüft
Elektrische Geräte sind nach elektrofachkraft.de zu reinigen und zu entfeuchten und danach nach der Norm DIN EN 50678 (VDE 0701) zu messen und zu erproben.[2] Die Anlage im Haus sollte nur abschnittsweise wieder in Betrieb gehen, und ein Prüfprotokoll dokumentiert die vollständige Prüfung vor der Wiederinbetriebnahme.[2] Gerade in Betrieben erlaubt dieses schrittweise Vorgehen eine Trocknung im laufenden Betrieb, während die übrigen Räume weiter Strom haben.
Schutzschalter, die nass geworden sind, ersetzt die Fachkraft nach der HEA, weil auf ihr Schutzverhalten nach Wasser und Dreck kein Verlass mehr ist, und das gilt für Leitungsschutzschalter ebenso wie für FI-Schalter.[1] Durchnässte Sicherungen werden ebenfalls ersetzt, und die Installationsleitungen werden durch Messung des Isolationswiderstands überprüft.[1] Bei dieser Isolationsmessung zeigt sich, ob Feuchte in Leitungen oder Dosen den Strom einen falschen Weg nehmen lässt.
Trocknen oder entsorgen?
Wer nass gewordenes Installationsmaterial weiterbenutzt, setzt es nach der HEA außerhalb seines bestimmungsgemäßen Gebrauchs ein, und die Herstellergewährleistung entfällt.[1] Bei Steckdosen, Schaltern und Schutzschaltern ist der Austausch deshalb der Normalfall.
Bei Haushaltsgeräten hängt die Entscheidung davon ab, was die Prüfung ergibt und was eine Reparatur im Verhältnis zum Gerät bedeutet. Robuste Geräte mit wenig Elektronik überstehen eine gründliche Trocknung eher als Fernseher, Rechner oder Steuerungen mit Platinen. Werfen Sie nichts weg, bevor die Versicherung oder ein Gutachter den Schaden gesehen hat, und bewahren Sie Typenschild und Kaufbeleg auf. Kaufbelege, die selbst nass geworden sind, lassen sich wie nasse Bücher und Dokumente einfrieren und später trocknen.
Akkus, Powerbanks und Batteriespeicher
Beschädigte, aufgeblähte oder verformte Akkus sollten nach dem Umweltbundesamt nicht mehr benutzt und nicht geöffnet werden, weil sie explodieren oder brennen können.[3] Bringen Sie solche Akkus sofort zur Sammelstelle, sagen Sie den Mitarbeitern dort Bescheid und fassen Sie sie nur mit Handschuhen an.[3] Für den Transport rät das Amt, die Pole abzukleben und die Akkus in einem sicheren Behälter zu tragen, etwa in einer Dose mit Deckel oder in Sand.[3]
Akkus sollten nach dem Umweltbundesamt grundsätzlich nicht an feuchten Orten lagern.[3] Batteriespeicher, die mit Wasser oder Schlamm in Kontakt gekommen sind, dürfen nach den Hinweisen des Bundesverbands Energiespeicher Systeme, die der Versichererverband GDV veröffentlicht, nicht wieder in Betrieb gehen, auch wenn sie äußerlich heil wirken.[4] Außer Betrieb nimmt sie eine Elektrofachkraft, die mit Batteriespeichern vertraut ist.[4]
Beim Wiederaufbau höher legen
In hochwassergefährdeten Gebieten sind Hausanschlusskasten, Zählerplätze und Stromkreisverteiler nach der Norm DIN 18015-1, die die HEA zitiert, oberhalb der zu erwartenden Überschwemmungshöhe anzubringen, und Stromkreise unterhalb dieser Höhe brauchen einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit höchstens 30 Milliampere.[1] Die HEA leitet daraus ab, den Anschlusskasten und den Hauptverteiler wenigstens einen halben Meter oberhalb der Überschwemmungshöhe zu setzen und für jedes Geschoss eine eigene Unterverteilung vorzusehen.[1] Eine Verlegung des Hausanschlusses ist mit dem Netzbetreiber abzustimmen.[1]
Für Versicherung und Wiederinbetriebnahme festhalten
Fotografieren Sie jedes betroffene Gerät mit Typenschild und Wasserstand im Raum, notieren Sie Alter und Kaufpreis und legen Sie Belege dazu. Die Überprüfung von Hausanschlusskasten und Stromzähler ist nach der HEA beim Energieversorger zu beantragen.[1]
Das Prüfprotokoll der Elektrofachkraft gehört zu den Unterlagen für die Versicherung und für spätere Fragen nach dem Zustand der Anlage. Erst wenn Installation und Geräte geprüft sind, kommen auch Trocknungsgeräte wieder an die Steckdosen in den betroffenen Räumen.
Häufige Fragen
Kann ich ein Gerät nach dem Trocknen selbst testen?
Durchnässte Geräte dürfen nach der HEA erst nach Trocknung, Reinigung und Prüfung wieder eingeschaltet werden.[1] Die Prüfung gehört nach elektrofachkraft.de in die Hand eines eingetragenen Elektrofachbetriebs.[2]
Wohin mit einem aufgeblähten Akku?
Nicht mehr benutzen, nicht öffnen und sofort zur Sammelstelle bringen und dort Bescheid sagen, so rät es das Umweltbundesamt.[3] Für den Transport eignen sich eine Dose mit Deckel oder Sand.[3]
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Belege
Quellen
- HEA Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. (verteilt durch den LIV Bayern): HEA-Schnellinformation Elektrosicherheit bei Hochwasser. Stand 17.06.2013, Hinweise für Betreiber und für Errichter elektrischer Anlagen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14
- WEKA MEDIA GmbH & Co. KG (Fachportal elektrofachkraft.de): Elektrosicherheit bei Hochwasser. Beitrag vom 07.12.2022, Abschnitte Hochwasser als höhere Gewalt, Was müssen Hausbesitzer wissen und Wiederinbetriebnahme elektrischer Anlagen nach einem Hochwasser. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
- Umweltbundesamt: Sicherer Umgang mit Lithium-Batterien und Akkus. Abschnitte Weitere wichtige Tipps, Lagerung und Kaputte und ausgelaufene Akkus. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (dieversicherer.de): Photovoltaik: Vorsicht bei überschwemmten Batteriespeichern! Beitrag vom 06.06.2024, Einleitung und Empfehlung 5 des Bundesverbands Energiespeicher Systeme. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2
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